„Get ready“: Der Brief an die US-Marines vor dem Iran-Einsatz

„Das ist keine theoretische Übung. Prüfen Sie, ob Sie bereit sind. Schärfen Sie Ihre Maßstäbe. Bereiten Sie Ihre Familie vor.“ Das schrieb Lieutenant General Leonard F. Anderson IV, der Kommandant der US-Marines, an seine Truppe. Eine Bodenoffensive im Iran könnte kurz bevorstehen.

IMAGO / MediaPunch

Der Brief des US-Generals ist kein geheimer Einsatzbefehl, sondern eine interne Readiness-Mahnung an die Reserve-Komponente der US-Marines, die in der aktuellen Lage im Krieg mit dem Iran besonders relevant ist: „Unser Land befindet sich in einem entscheidenden Moment. Globale Ereignisse prägen unsere nationale Sicherheit, und wir müssen bereit sein. Ich fordere jeden Einzelnen von euch auf, eure persönliche Bereitschaft zu überprüfen – Ausrüstung, Ausbildung, körperliche Fitness und familiäre Angelegenheiten. Bereitet eure Familien vor“, ist in dem Schreiben an die Truppe zu lesen.

Und Anderson betont in diesem Schreiben: „Dies ist keine theoretische Übung. Unsere Streitkräfte sind derzeit in Operationen im Zusammenhang mit Iran engagiert und positioniert, um Stabilität in der westlichen Hemisphäre zu wahren. Die Bedingungen können sich rasch ändern und eine großflächige Mobilisierung könnte Realität werden. Bereitschaft wird vorausgesetzt. Disziplin und Einsatzbereitschaft sind tägliche Verpflichtung. Bleibt wachsam, bleibt bereit.“ Über der Unterschrift von Leonard F. Anderson IV ist auch noch der Leitspruch der US-Marines zu lesen: „Fight’s on!“

US-Präsident Donald Trump hat bislang noch keine Entscheidung über den Einsatz von Bodentruppen im Iran getroffen, doch US-Medien berichten aktuell davon, dass das US-Verteidigungsministerium bereits weitreichende Vorbereitungen dazu getroffen hat.

Angeblich Pläne für mehrwöchige Bodenoffensive

Die Washington Post zitiert dazu hochrangige, jedoch anonym bleibende Regierungsbeamte: Es existieren detaillierte Pläne für eine mehrwöchige Bodenoffensive im Iran. Diese sollen gezielte Einsätze von Spezialeinheiten sowie konventionellen Truppen umfassen. Im Fokus stehen dabei strategisch bedeutende Orte wie die Insel Charg, ein zentraler Umschlagplatz für iranische Ölexporte, sowie mehrere Küstenabschnitte nahe der Straße von Hormus.

Ein umfassender Einmarsch in den Iran sei laut den vorliegenden Informationen jedoch nicht vorgesehen. Vielmehr scheinen die Planungen auf begrenzte militärische Operationen abzuzielen, die gezielt wirtschaftlich und strategisch wichtige Infrastruktur betreffen könnten. Ein Insider betonte gegenüber der Zeitung, dass es sich keineswegs um kurzfristige Überlegungen handle: „Diese Planungen laufen nicht erst seit gestern.“

Die Insel Charg – 30 Kilometer vor der iranischen Küste gelegen – spielt eine Schlüsselrolle für die Energieexporte des Landes. Interessanterweise wurde sie zu Beginn der jüngsten militärischen Spannungen zunächst von direkten Angriffen verschont. Doch in den vergangenen Wochen nahmen Spekulationen zu, wonach speziell dieses Gebiet ein mögliches Ziel künftiger US-Operationen sein könnte.

USS Tripoli in der Golfregion

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die Verlegung des amphibischen Angriffsschiffs USS Tripoli in die Golfregion. Das Schiff, das normalerweise im asiatisch-pazifischen Raum stationiert ist, wurde laut Angaben des US-Zentralkommandos CENTCOM kürzlich in das Einsatzgebiet entsandt. An Bord befinden sich 3500 Marineinfanteristen und Seeleute sowie umfangreiche militärische Ausrüstung.

Fotos, die von der US-Armee veröffentlicht wurden, zeigen unter anderem Seahawk-Hubschrauber, Osprey-Transportflugzeuge sowie moderne F-35-Kampfjets – ein deutliches Zeichen für die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte. Besonders die amphibischen Fähigkeiten der Einheit lassen vermuten, dass mögliche Operationen auch Landungen an der Küste einschließen könnten.

Während die Armee offenbar vorbereitet ist, bleibt die politische Linie in Washington uneinheitlich: US-Außenminister Marco Rubio betonte kürzlich, dass die Vereinigten Staaten ihre strategischen Ziele im Iran auch ohne Bodentruppen erreichen könnten. Präsident Trump hingegen vermeidet weiterhin eine klare Positionierung.

Gleichzeitig berichten mehrere Medien, dass im Weißen Haus intern die Entsendung von weiteren 10.000 Soldaten in die Golfregion diskutiert wird. Der Iran hat seine militärische Bereitschaft ebenfalls erhöht: Nach einer neuen Mobilisierungswelle verfügt das Land inzwischen über 900.000 aktive Soldaten.

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Kommentare ( 20 )

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Thomas
6 Tage her

Trump hat gestern oder vorgestern die Strasse von Hormus spasseshalber als „the strait of Trump“ bezeichnet.
Zukünftig werden die USA die Strasse von Hormus kontrollieren.

Waldschrat
6 Tage her

Die armen Kerle, die hier ihren Arsch hinhalten sollen für ein paar Idioten. Früher waren die Fürsten beim Kampf mit in der ersten Reihe, jetzt sitzen sie im geheizten Sessel im warmen Zimmer.

November Man
6 Tage her

Trump sollte klar sein, dass er bei einer Bodenoffensive viele seiner Soldaten in den sicheren Tod schickt. Den Amerikanern stehen 600.000 sehr gut ausgebildete, schwer bewaffnete iranischen Soldaten und das iranische Volk mit 94 Millionen Menschen gegenüber. Das würde ein Blutbad geben wie es die Welt noch nie gesehen hat. Die USA und die Juden haben nach wie vor kein Recht völkerrechtswidrig den friedlichen Iran zu überfallen nur um dort Menschen zu töten.   

Thomas
6 Tage her
Antworten an  November Man

Wir beide schauen auf dieselbe Leinwand und sehen zwei ganz verschiedene Filme.

OJ
6 Tage her

„Get ready“. Sensationell, Respekt Herr Trump ❗

Heinrichg
6 Tage her

Ich wünsche den Persern viel Glück und viel Erfolg bei der Verteidigung ihres Vaterlandes.

Montesquieu
6 Tage her

Wenn man sich aus Versehen selber eingebuddelt hat, sollte man als erstes aufhören, weiter zu buddeln.
Wie lautet eigentlich das Zwischenfazit bezüglich der „Ergebnisse“ ungeachtet der B-Note?

Wolfgang Richter
6 Tage her
Antworten an  Montesquieu

Und wenn alles nicht funktioniert, gibts in Israel offenbar die Planungen zur „Rettung“ dieses Mini-Staatsgebietes, hier diskutiert – https://nuoflix.de/home-office-632.

Thomas
6 Tage her
Antworten an  Montesquieu

Mehr als optimal.

Mermaid
6 Tage her

Wäre es nicht richtiger, die Mullahs, also die Führungsspitze des Landes, gezielt zu töten?

Manfred_Hbg
6 Tage her
Antworten an  Mermaid

Was sicherlich nicht verkehrt wäre – …und wohl auch schon längst geschehen ist. Das Problem ist aber wohl, dass es gleich unter einer Führungsspitze dann auch noch all die Mitläufer gibt die nachrücken und selber islam-religiöser „Chef-Fanatiker“ werden wollen und das wenn die Führungsspitze und Mitläufer ausgeschaltet wären, dass dann auch noch die möglichst gesamte militärische Infrastruktur zerstört und übernommen werden müßte mit der die iranische Bevölkerung und andere Staaten terrorisiert wurden. Und das Problem was ich bisher auch sehe ist, dass es mir so am vorkommen ist, dass es scheinbar immer noch keine Anzeichen und keine Vorschläge gibt, wer… Mehr

November Man
6 Tage her
Antworten an  Mermaid

Menschen aus dem Hinterhalt gezielt zu töten ist Mord. Die USA und die Juden haben es bislang nur geschafft den religiösen Führer der Irans Chamenei zu ermorden und durch Chamenei zu ersetzten. Und damit haben sie den gemäßigten Führer weg gebombt und die Hardliner an der Macht gebracht.  

Thomas
6 Tage her
Antworten an  Mermaid

Die Oberen sind doch fast alle tot.
Die Nachrücker werden immer jünger und ihr Verbleib auf dieser Welt immer kürzer.
Ist es Zufall, daß der zivile (und machtlose) Präsident Peseschkian noch lebt?
Oder verschont Trump ihn als zukünftigen Gesprächspartner für die Zeit nach dem Ende des Mullahregimes?
So wie offensichtlich auch Selensky nur noch lebt weil man seine Unterschrift braucht für den Friedensvertrag.
Zur Belohnung könnten Trump und Bibi Peseschkian und seine Familie verschonen und nach Moskau ins Exil reisen lassen.
Das Mullahregime jedenfalls ist erledigt.

Last edited 6 Tage her by Thomas
Christopf
6 Tage her

Normalerweise wissen die Amerikaner wie sie „reingehen“ und vergessen die Exitstrategie mitzunehmen. So war es im Irak und in Afghanistan. Hier scheint es, dass auch beim „Reingehen“ keine richtige Strategie dahintersteckt.

Die Iraner bereiten sich seit Jahrzehnten auf diesen Angriff vor, sie werden mehrere Antworten auf diese Bodenoffensive haben.

Wolfgang Richter
6 Tage her
Antworten an  Christopf

Nach Afghanistan ist jetzt auch im Irak nach 23 Jahren Besetzung und „erfolgreichem“ Krieg der Rausschmiß Realität.

HDieckmann
6 Tage her

Unsere besten Freunde, auf dem Weg in einen neuen dummen völkerrechtswidrigen Krieg. Vielleicht nach Korea, Irak, Afghanistan und Vietnam der letzte große Krieg des wankenden US-Seeimperiums auf dem eurasischen Festland – vor dem Rückzug auf die amerikanischen Inseln.

Kraichgau
6 Tage her

ist TE jetzt „embedded journalism“?
was dort passieren wird,wird hier zum kompletten Wirtschaftskollaps führen,dürfen wir dann dafür den USA auch „dankbar“ sein?