Biden und seine Pannen bei der Europa-Reise

In den letzten Tagen war Joe Biden bei seinem ersten Europareise als US-Präsident zunächst bei G7-Treffen in Cornwall, England und traf dort auf die Regierungschefs von Großbritannien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und EU-Vertreter. Dabei ging einiges für ihn schief.

IMAGO / ITAR-TASS
Joe Biden und Wladimir Putin in Genf

Mit 78 Jahren ist er der älteste US-Präsident, den die USA je hatten. Sein Alter und die Frage, ob er geistig fit genug für sein Amt ist, wurden immer wieder diskutiert.  Sein Auftritt beim G7-Treffen dürfte Kritikern neue Angriffsfläche bieten, denn Biden lieferte einige peinliche Momenten: So schien er etwa orientierungslos auf einer Café-Terrasse herumzuwandern.

Eine Reporterin fragte den Präsidenten: „Wie laufen ihre Treffen in Cornwall?“ Worauf der nur knapp „sehr gut“ antwortete, bevor seine Frau Jill Biden ihn mit den Worten „Nein, nein, komm her“ an der Hand nahm und weg von Journalisten zog.

Bei einem Treffen mit Gastländern der G7 bestand Biden zunächst darauf, den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa vorzustellen, bis Großbritanniens Premier Johnson ihm zum Gelächter der Runde versicherte, dass er ihn doch schon vorgestellt hatte.

Bei einer G7-Pressekonferenz leistete er sich auch einen Patzer, als ein Journalist über europäische Verbündete fragen wollte, worauf Biden zunächst lachend antwortete „Ich werde Ärger mit meinen Mitarbeitern bekommen. Ja, mach weiter. Aber tu so, als hätte ich dir nicht geantwortet.“ Das war wohl eine Anspielung darauf, dass er von seinem Team auf solche Fragen nicht vorbereitet wurde. Und tatsächlich gab er auf die eigentliche Frage des Reporters zu Gesprächen über Sanktionen keine Antwort, sondern unterbrach den Reporter und murmelte stattdessen ins Mikrofon: „120 Tage. Gib mir eine Pause. Brauche Zeit“, bevor er vom Podium verschwand.

Später auf einer NATO-Pressekonferenz gefragt, ob Russlands Machthaber Putin ein „Killer“ ist, antwortete Biden ebenfalls unverständlich: „Nun, sehen Sie, ich meine, er hat klargestellt, dass [sehr lange Pause] Die Antwort lautet: Ich glaube, er hat in der Vergangenheit im Wesentlichen zugegeben, dass er es war – es gab bestimmte Dinge, die er tun oder tun würde.“

An einer früheren Stelle des G7-Treffens verwechselte Biden außerdem Syrien dreimal mit Libyen. Planloses Umherwandern, unverständliche Antworten und verwechselte Länder, man mag von all dem halten was man will. Aber man kann sich auch vorstellen, wie solche Geschichten bei seinem Vorgänger die Titelseiten gefüllt hätten. For sure.

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Kommentare ( 66 )

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66 Comments
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Riffelblech
1 Monat her

All diese Dinge sind natürlich für die MMM keinerlei Erwähnung wert .
Geht es doch darum mit allem und jedem was Biden anstellt den „ besseren „ Präsidenten als Trump darzustellen. Auf Teufel komm raus das Märchen von besseren Beziehungen und stabilerem Miteinander aufrecht zu erhalten.
Man darf sich immer wieder vor Augen führen was es bedeutet das dieser senile Greis die Finger am Atomkoffer der USA hat.
Womit sich abermals bewiesen hat ,die eingeleitete linke Politik der Demokraten unter Pelosi ist sich zu keiner Zeit Zu schade jegliche Schaden hinzunehmen nur um Trump zu verhindern.

PUH
1 Monat her

Was soll das und was bringt es, einen nur noch bedauernswert verwirrten und hoffnungslos überforderten alten Herrn zu trashen. Da wirft jemand, getrieben und gelenkt von obskuren Strippenziehern, eiskalt verheizt von einer First-Lady-geilen Blondinenspätausgabe im „LOVE“-Blazer und, ja, vielleicht auch beseelt von einem letzten Rest an patriotischem Pflichtbewußtsein (was wäre daran verwerflich bitte?), seine gesamte, überaus beachtliche Lebensleistung und -reputation Schritt für Tritt und Wort für Wort auf ewig bebildert, protokolliert, auf der gesamten Welt begafft und verlacht, krachend auf den Müllhaufen der Geschichte – und merkt es vermutlich nicht einmal mehr. Hat niemand hier einen vergleichbaren Fall in der… Mehr

Last edited 1 Monat her by PUH
wat nu
1 Monat her
Antworten an  PUH

Mein tatteriger Opa hatte kein a-köfferchen bei der Hand. Keiner hat ihn „verheizt“. Aber er hätte in seiner Weisheit ein solches Amt auch nicht angetreten.

Wilhelm Roepke
1 Monat her

Na ja, Ronald Reagan oder George W. Bush jun. waren oft auch nicht besser. Wer besser war, war Gerald Ford oder Lyndon B. Johnson, aber die hatten andere Schwächen… 🙂 Wir werden sehen. Ich glaube, er ist nicht der schlechteste Präsident, aber das wird sich nur herausstellen, wenn es rasche höchste Entscheidungen unter Zeitdruck braucht, z.B. in einer zweiten Kubakrise oder einer großen Naturkatastrophe wie einem kalifornischen Erdbeben der Oberklasse. Bis dahin ist er aber hoffentlich in Ruhestand, wenn seine Aussetzer bleiben. Das größere Problem ist die deutsche Lückenpresse, die das Thema elegant umsegelt. Das gehört sich nicht. Ein Mann,… Mehr

Andreas aus E.
1 Monat her

Als Zivildienstleistender in einer Abteilung for innere Medizin hab ich da gerade so Erinnerungen… ich weiß noch wie es war, verwirrte Patienten einfangen zu müssen, die winters im Flügelhemd zum Friedhof nebenan tapsten.

Juergen P. Schneider
1 Monat her

Es wird sich zeigen, wie lange man Biden noch als Marionette benötigt. Wer dort wirklich die Fäden zieht, ist aus hiesiger Sicht schwer zu beurteilen. Auch wenn Harris Biden beerbt, wird sie ebenfalls eine Marionette sein.

Thomas
1 Monat her
Antworten an  Juergen P. Schneider

Obama auf jeden Fall.

Jan Frisch
1 Monat her
Antworten an  Juergen P. Schneider

Sehr richtig, denn leider hatte Georg Schramm recht:
„Politik, die machen andere! Interessensverbände ziehen die Fäden und an denen hängen politische Hampelmänner, die uns auf der Berliner Puppenkiste Demokratie vorspielen.“
Warum sollte das anderswo anders sein?

fatherted
1 Monat her

War doch bekannt….auch schon vor der Wahl. Wurde nur in Deutschland durch die Qualitätsmedien als Verschwörungstheorie abgetan bzw. als Pro-Trump Aussage…und sowas hätte es ja nie bei ARD und ZDF in die erste Reihe geschafft. Die ursprüngliche Vermutung…das Biden nach 6-12 Monate „aus gesundheitlichen Gründen“ zurücktreten wird….ist wohl absehbar. Danach wird Kamala Harris übernehmen….nun ja….man wird sehen. Viel ändern wird das nicht….für BLM oder die Flüchtlinge aus Süd- und Mittelamerika hat die gute Frau (die von Biden für dieses Thema beauftragt wurde) bisher nichts getan. Die Schwarzen in den USA werden sich wundern…genauso wie Obama keinen Finger für sie rührte… Mehr

Schlaubauer
1 Monat her

Eigentlich sollte man sich nicht über Joe Biden lustig machen, sondern über die, welche glauben, ein alter seniler Mann sei der mächtigste Regierungschef auf der Welt.

Kaltverformer
1 Monat her

Sie haben da etwas missverstanden, oder vielleicht haben sie es einfach nur überhört.
Also: Das aktuelle Narrativ lautet, das Putin der Böse ist und alles Böse aus Russland kommt. In China wohnen die Guten und in den islamischen Ländern/Afrika wohnen nur arme Flüchtlinge, denen wir Wiedergutmachung schulden.

Felicitas21
1 Monat her
Antworten an  Kaltverformer

Biden ist keineswegs so positiv zu China eingestellt. Und immerhin haben Biden und Putin nun beschlossen, dass wieder gegenseitige diplomatische Botschaften eröffnet werden. Zumindest ein kleiner Lichtblick.

Kaltverformer
1 Monat her
Antworten an  Felicitas21

Mein Kommentar bezog sich auf die Infantilität der Europäer.

Mausi
1 Monat her

Waren die anderen Teilnehmer eigentlich auch mit Ehegatte/Lebenspartner auf dem Treffen?

Emmanuel Precht
1 Monat her

Hate der Mann eigentlich noch sein „Atomköfferchen“? „What kind of pretty red button is that – oh, I’ll just press it“ Wohlan…