Die Luft wird dünner für Joe Biden

Nachdem sein Sohn Hunter sich am Mittwoch weigerte, der Vorladung vor den Ermittlungsausschuss des Kongresses zu folgen, stimmten die republikanischen Abgeordneten für einen Untersuchungsausschuss, um den Präsidenten Joe Biden des Amtes zu entheben.

IMAGO / Cover-Images

An Dreistigkeit war sein Auftritt kaum zu überbieten. Hunter Biden, gegen den zurzeit wegen Steuerhinterziehung in mehreren Fällen und illegalem Waffenbesitz ermittelt wird, sollte am Mittwoch vor dem Ermittlungsausschuss des Kongresses aussagen. Der Sohn des Präsidenten hatte aber andere Pläne. Er erschien zum einen 15 Minuten zu spät, und zum anderen nicht am Haupteingang, sondern am Nebeneingang des Capitols. Dort konnte der zuständige Sergeant at Arms die Vorladung nicht so schnell per Amtsgewalt durchsetzen. Hunter verlas eine Erklärung für die Presse und verschwand umgehend, ohne seine eidesstattliche Aussage vor dem Ausschuss zu machen.

Die Vorladung gegen Hunter wurde im Rahmen der Korruptionsuntersuchung gegen Präsident Joe Biden zugestellt. Andere Vorladungen gingen in den letzten Wochen unter anderem an den Bruder des Präsidenten, James Biden, sowie an Hunter Bidens Kunsthändler und Geschäftspartner heraus.

Hunter erklärte vor Journalisten, dass die Anklage eine Farce sei, erdacht von MAGA-Extremisten, um seinem Vater zu schaden. Weiterhin beschwerte er sich darüber, dass über seine Drogenabhängigkeit diskutiert wurde. Man solle sich schämen, hieß es. Interessant von einem Mann zu hören, dessen Schamlosigkeit photografisch gut dokumentiert ist. Das Interessanteste an Hunters selbstmitleidiger „Alle sind schuld, nur ich nicht“-Erklärung waren aber die genau gewählten Worte, als es um die Verwicklungen seines Vaters in seine geschäftlichen Unternehmungen ging.

Er betonte: „Lassen Sie es mich so klar sagen, wie ich kann. Mein Vater war nicht finanziell in meine Geschäfte eingebunden. Weder in die als praktizierender Anwalt, noch als Vorstandsmitglied bei Burisma, noch in meine Geschäfte mit chinesischen Partnern. Nicht in meine Investments in den USA noch in die im Ausland. Und ganz sicher war er nicht in meine Geschäfte als Künstler involviert.“

Klingt gut, ist aber mittlerweile die dritte Version der ursprünglich lange Zeit vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung, Joe Biden hätte nie mit seinem Sohn über dessen Geschäfte auch nur gesprochen. Nachdem das durch diverse Unterlagen und Zeugenaussagen widerlegt werden konnte, verkündete Regierungssprecherin Karine Jean-Pierre fortan, der Präsident sei „nie in die Geschäfte seines Sohnes involviert gewesen“. Nun, nachdem auch diese Version nicht mehr zu halten ist, also die dritte Version mit der finanziellen Beteiligung. In Deutschland nennt man das Salamitaktik – und wird immer dann angewandt, wenn noch etliches unter der Oberfläche steckt, von dem niemand möchte, dass es ans Tageslicht kommt.

So war die offensichtliche Frage, die sich nach Hunters Erklärung stellte: Wie war Joe Biden denn nun in die Geschäfte seines Sohnes verwickelt? Seinem Vater hat Hunter mit dieser Erklärung, über die Joe Biden nach Auskunft des Weißen Hauses informiert war, einen Bärendienst erwiesen.

Die Republikaner im Kongress waren stinksauer, so vorgeführt worden zu sein. Der Ausschussvorsitzende James Comer schäumte und erklärte, Hunter Biden hätte sich der Vorladung widersetzt, und man würde jetzt ein Verfahren zur Missachtung des Kongresses einleiten. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Rechtsausschusses Jim Jordan gab er nach Hunters Presseerklärung ein Statement heraus, in dem es heißt:

„Wir gewähren keine Sonderbehandlung, weil sein Nachname Biden lautet. Unsere Ausschüsse waren heute bereit, Hunter Biden unter Eid anzuhören, er entschied sich stattdessen für eine öffentliche Erklärung auf dem Capitol Hill, in der er sagte, sein Vater Joe Biden sei nicht finanziell an den Geschäften seiner Familie beteiligt. Wie genau war Joe Biden involviert? Beweise zeigen, dass Joe Biden sich mit Hunters Geschäftspartnern traf und sein Name im Mittelpunkt der Geschäftsstrategie der Familie stand … Präsident Biden und seine Familie müssen für ihre Korruption und Behinderung der Ermittlungen zur Rechenschaft gezogen werden. Das sind wir dem amerikanischen Volk schuldig.“

Selbst die Abgeordneten, die bisher noch zweifelten, ob sie für eine Untersuchung zur Amtsenthebung stimmen sollten, waren nach dem Auftritt Hunters überzeugt. Mit einer erfolgreichen Abstimmung von 221 zu 212 Stimmen, die Republikaner einstimmig, erklärte die Kammer, dass „ausreichende Gründe“ für die Fortsetzung der Untersuchung bestünden.

Der Kongressabgeordnete Byron Donalds schrieb auf X, er würde folgenden Sachverhalt jetzt gerne geklärt bekommen: Ein ausländischer Akteur schickt 5 Millionen Dollar an Hunters Unternehmen. Hunter schickt anschließend 400.000 Dollar an Jim und Sarah Biden. Sarah Biden leitet prompt 40.000 Dollar an Joe weiter. Inwiefern war das Familiengeflecht der Bidens um den Präsidenten herum gesponnen und inwiefern profitierte der Präsident finanziell von den Geschäften?

Wird das Verfahren zu einer Amtsenthebung von Joe Biden führen? Höchstwahrscheinlich nicht, da mindestens zwei Drittel der Abgeordneten dafür stimmen müssten. Das wird angesichts der Stimmenverhältnisse wohl nicht machbar sein. Schließlich wollen die Demokraten, dass Joe Biden im nächsten Jahr als Präsident wiedergewählt wird. Aber wer weiß, wie viele Scheiben der Salami der Öffentlichkeit in den nächsten Monaten noch präsentiert werden können. Und die große Frage lautet dann: Ist Joe Biden noch haltbar?

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Kommentare ( 31 )

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31 Comments
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AnSi
2 Monate her

Biden muss weg! Er ist zu alt, zu dement, um noch einmal 4 Jahre eine solche Nation durch die Weltgeschehnisse zu führen!
Dass er korrupt bis ins Mark und kriminell ist, wird schon lange vermutet. Bisher hat die Presse und wahrscheinlich auch der WEF seine schützende Hand über ihn gehalten. Mal ehrlich, dieser alte Bock hat doch die Wahl 2020 nicht gewonnen. Weder ist er besonders beliebt noch besonders _politisch_ begabt. Das war Betrug von Anfang an und es wird auch 2024 wieder betrogen werden.

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
2 Monate her

Lieber nicht zu viel Druck auf Sleepy Joe ausüben. Es wäre doch sehr schade, wenn er sich das mit der Präsidentschaftskandidatur anders überlegen würde. Mit Sleepy Joe als Kandidat der Democrats wäre Donald Trump ein Erdrutschsieg sicher.

Last edited 2 Monate her by Ceterum censeo Berolinem esse delendam
Astrid
2 Monate her

Sleepy Joe und sein mißratener Bengel, ist das wirklich schlimmste, was den Amerikanern passieren konnte. In der Ukraine wurde abgesahnt bis zum Abwinken und der verkommene Sohn und dieser unsägliche Laptop zeigen Bilder, die an Verkommenheit nicht zu überbieten sind. Der einzige der das Land noch retten kann, ist Donald Trump. Gott möge ihn schützen und für eine schnelle Wiederkehr ins Weiße Haus sorgen.

Ali Mente
2 Monate her

Schon sehr interessant, der Biden Clan ist offenbar seit Jahren in der Ukraine aktiv und kaum ist ein Mitglied des Clans Präsident, bricht dort ein Krieg aus und es fließen nahzu unkontrolliert hunderte Millarden in dieses durch und durch korrupte Land. Wobei Biden Putin ja auch eine begrenzte militärische Aktion erlaubt hat, nur keine große Invasion, denn dann wäre der Spuk ja schnell vorbei und es wäre nicht so viel Geld abzugreifen gewesen. Es wäre schon sehr interessant mal hinter die Verbindungen zu schauen, ich könnte mir vorstellen da sind sehr interessante Finanzströme zu beobachten. Jedoch die Presse hält die… Mehr

Fieselsteinchen
2 Monate her

Schon aufgefallen? In deutschen Mainstream-Medien habe ich bis dato nur einen kurzen, versteckten Artikel bei WELT gefunden. Schweigen im Walde! Und wie gingen die deutschen „Qualitäts“-Journalisten bei jedem (erfundenen) Pups über Donald Trump ab! Vor lauter Geifer konnten die schon nicht mehr geradeaus schauen.
Die trommeln schon den Weltuntergang herbei, sollte Trump eine zweite Amtszeit bekommen. Niki Haley wird in Deutschland favorisiert, aber …

Jan Frisch
2 Monate her

Es wird immer offensichtlicher, dass zumindest die Regierungen des sog. „Wertewestens“ allesamt aus hochgradig kriminellen Asozialen zusammengesetzt sind.

Waldorf
2 Monate her

Es ist eigentlich völlig egal, ob Biden für seine Partei noch zu halten ist oder nicht, seine Umfragen für die anstehenden 2024er Wahlen sind bereits im freien Fall. Kandidat Trump führt selbst in den Swingstates und die zahllosen „Anklagen“ haben ihm eher genutzt als geschadet, weil der Verdacht der politisch motivierten Strafverfolgung aka unfairer Justiz immer mehr Zuspruch erhält, gerade bei Gruppen, die das Gefühl kennen und traditionell Demokraten gewählt haben, die sogenannten Minderheiten. Biden und sein öffentlicher Zerfall lockt niemanden mehr hinterm Ofen hervor und die Beweise seiner früheren Käuflichkeit als Vizepräsident können kaum mehr geleugnet werden – er… Mehr

Last edited 2 Monate her by Waldorf
Aegnor
2 Monate her
Antworten an  Waldorf

Auf die Umfragen geb ich gar nichts. Spätestens nach Auszählung der Briefwahlunterlagen wird sich der große Rückstand Bidens, bzw. der Democrats wie durch ein Wunder auf einmal in einen deutlichen Vorsprung verwandeln. Das Spiel haben wir ja nun schon zur Genüge erlebt (letzte Präsidentenwahl, Senatsnachwahl, Midterm-Elections). Dass die Democrats die Midtermwahlen im Senat gewonnen haben war der endgültige Beweis für Manipulation, denn sowas passiert normalerweise nur bei außerordentlich beliebten Präsidenten, zu denen Biden wohl kaum zählt.

Waldorf
2 Monate her
Antworten an  Aegnor

Ja, das Risiko besteht, aber das Thema Briefwahl und eventuelle Manipulationen der Auszählung haben jetzt viele im Blick, auch Gerichte. Zudem dürfte die „Helferblase“ nicht mehr so motiviert sein, wie vor 3 Jahren, nachdem die Studiendarlehn nicht vom Staat ausgeglichen worden sind. Und BigTech ist nicht mehr so geschlossen hinter den Dems, nachdem Musk Twitter übernehmen konnte und viele schmutzige Methoden der Zeit davor offengelegt hat. Und der zweitgrößte Spender der Dems, Sam Bankman Fried hat seine Firmen um FTx und Alameda und sich selbst ruiniert und steht vor Gericht, bzw wurde schon schuldig gesprochen Und einige Staaten haben die… Mehr

tobilinooo
2 Monate her
Antworten an  Waldorf

Die werden in den Großstädten der Swing-States die Wahl wie beim letzten Mal durch Betrug bei den Briefwahl-Auszählungen entscheiden. Sie werden es exakt wieder so machen wie beim letzten Mal.

jansobieski
2 Monate her

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass auf Ihrem Bild nicht der mächtigste Mann der Welt, sondern ein Patient ist. Es ist ein weiteres Kennzeichen der Entkoppelung von der Realität, dass der Bevölkerung so jemand zur Wahl angeboten werden soll.

Freigeistiger
2 Monate her

Zum Glück gibt es in Deutschland keinerlei Korruption bei Politikern und Journalisten. Man stelle sich vor, unsere hochrangigen Politiker würden nicht stets dem Gemeinwohl dienen, wie es Demokratie und Amtseid vorsehen, sondern ihrem eigenen Wohl. Dann hätten wir bald Zustände wie in Amerika oder irgendwelchen Bananenrepubliken.

Last edited 2 Monate her by Freigeistiger
Dieter Rose
2 Monate her
Antworten an  Freigeistiger

Vielleicht könnten wir nach der Welt vor dem Klima, die USA vor Trump retten?

Autour
2 Monate her

Was da mit den Bidens passiert ist eine Farce, Da wird dieser Drogen und Sexjunky nur in ZWEI und ausgerechnet in den beiden lächerlichsten Anklagepunkten seiner kriminellen Vita angeklagt und dann führt er alle auch noch vor! Dank des Laptops, von dem man komischer weise kaum etwas gehört hat bei all den Ungeheuerlichkeiten die sich auf ihm befanden, hätte man mit Leichtigkeit dafür sorgen können, das diese kriminelle Subject längst im Knast sitzt und sein Seniler Vater ebenso! Aber nein das Establishment hält seine Schützende Hand über sie, genau so wie es das schon über die Clintons getan hat. Denen… Mehr