Dortmund, Marseille, Berlin etc.: Ausweitung der Nahost-Konfliktzonen nach Westeuropa

Kriege enden nicht mehr an Grenzen. Sie wandern durch Massenmigration nach Westeuropa. Ob Nahost, Nordafrika oder Horn von Afrika: Sobald dort die Lage eskaliert, eskaliert es auch hier. Städte werden zu Arenen importierter Feindschaften, Frontlinien verlaufen durch Paris, Berlin, Amsterdam, Dortmund, Marseille etc.

picture alliance / SIPA | Frderic Munsch

Der französische Präsident Macron hatte Trump in jener veröffentlichten Nachricht geschrieben: „Wir sind vollkommen auf einer Linie, was Syrien angeht.“ Außerdem könne man „großartige Dinge im Iran“ bewirken. Grönland sei der einzige unverständliche Punkt in Trumps internationaler Agenda. Worin sich die beiden Präsidenten bei Syrien einig sind, das ist ihre Hochschätzung des Interimspräsidenten Ahmad al-Scharaa. Der ist zufällig ein ehemaliger Al-Quaida- und Al-Nusra-Front-Kämpfer. Also auch eine Art Vertreter des Islamischen Staats, nur eben jene Sorte, die von Erdogans Türkei unterstützt wird. Ob man diese Leute auch noch unterstützen muss, darüber darf man durchaus geteilter Meinung sein.

Und nun geht es darum, die Autonomie Syrisch-Kurdistans aufzulösen. Die Gebiete der Kurden wurden bereits zum größten Teil von der neuen syrischen Armee übernommen. Die erzwungene „Einigung“ mit Kurdenführer Mazloum Abdi sieht vor, dass dessen SDF-Kräfte aufgelöst und die Kämpfer einzeln in die syrischen Streitkräfte integriert werden. Es ist eine Kapitulation der Kurden, die lange als inoffizielle Bodentruppen der Amerikaner galten. Nun wurden sie aufgegeben, was für verständliche Wut sorgt.

Und so erklären sich die Proteste im Westen, die teils friedlich sind, teils eher kriegerisch anmuten. Die Kurden wollen ihre Gastgeberstaaten in Europa quasi darauf aufmerksam machen, dass diese einen Fehler begehen. Dabei wurde am Dienstag in Dortmund der Laden eines syrischen Imbissbesitzers mit Pflastersteinen beworfen und verwüstet. Statt 400 angesagten Kurden waren 4.000 gekommen. Das war zu viel für die Polizei. Nun gibt es Ermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, mehrfacher Körperverletzung und Sachbeschädigung. Am Freitag wurde erneut eine Demo in Dortmund angesagt – diesmal mit 3.000 bis 4.000 Teilnehmern laut Anmelder. Ob die Polizei diesmal gerüstet sein wird?

Ein ganz ähnliches Bild zeigte sich am Donnerstag im südfranzösischen Marseille. „Die Polizisten haben wir erst gesehen, als alles vorbei war“, berichtet ein Cafébesitzer aus dem sechsten Bezirk. Ein Randalierer hatte einen Pflasterstein in eines der Fenster geworfen, direkt dahinter saßen Gäste. Niemand sei verletzt worden, aber klar ist, dass alle ziemliche verängstigt von dieser Aktion waren.

Daneben waren in der Mittelmeer-Metropole Explosionen zu hören, ein dutzend Motorräder und Tretroller brannten. Die „explosive Demonstration“ (so die Presse) fand vor Gebäuden der Präfektur im sechsten Stadtbezirk von Marseille statt, aber es ist unklar, was die Départementsregierung mit dem Problem der Demonstranten zu tun hatte, geschweige denn das angegriffene Café – der Name des Besitzers Levon Hampartzoumian klingt eher armenisch. So schließt auch actu Marseille, dass es eher darum „totales Chaos“ zu stiften.

Ähnliche Bilder im ersten Bezirk an der zentralen Einkaufsstraße Canebière: Auch dort haben die Randalierer – mutmaßlich aus der kurdischen Gemeinde – alles zerschlagen. 2.500 Demonstranten hatten sich zuvor zugunsten von Syrisch-Kurdistan auf der Einkaufsstraße versammelt. Die Ordnungskräfte wurden zum Ziel von Feuerwerkskörpern und anderen Projektilen, als sie die Versammlung auflösen wollten. Man sieht daneben auch die Polizei, wie sie – quasi aus dem eigenen geschützten Graben heraus – auf die Demonstranten zielt: So kommt der Krieg in Europa an – noch auf mittellauten Pfoten.

Ebenso hatten am Dienstag Kurden in der nah gelegenen Gemeinde Marignane für den Erhalt der autonomen Kurden-Region Rojava im Norden Syriens „demonstriert“ und sich dabei Scharmützel mit der Polizei geliefert, die zu neun verletzten Polizisten führten.

Wo bleibt der Einsatz für Syrien … in Syrien?

Bei so viel Einsatz für die ferne Heimat kann man sich allerdings schon fragen: Warum eigentlich kehrt man nicht zurück, um sie an Ort und Stelle zu verteidigen? Die gleiche Frage traf ja schon äthiopisch-eritreische Randalierer, die in mehreren deutschen und europäischen Städten (Gießen, Stuttgart, Stockholm usw.) die offizielle, staatstreue eritreische Auslandsgemeinde angriffen. Dann wieder sollen Afghanen die Teilnehmer pro-iranischer Demonstrationen angegriffen haben. Und schon früher stritten sich irakische Kurden und syrische Clans, bald auch türkisch-libanesische Clans (mit ihrer bekannten OK-Affinität) um die Vorherrschaft im Ruhrgebiet – mit massiver Präsenz auf den Straßen, vor der die deutsche Polizei in Habacht-Stellung gehen musste.

Man liest zudem von „rivalisierenden Syrern und Tschetschenen in Wien“ (Jugendbanden vor allem) und „neuen Gruppen gegen arabische Clans“ in Berlin.  Die neuen sind hier „tschetschenische Banden sowie Gruppen aus Syrien, Afghanistan und kurdischen Gebieten“. Auch in der Berliner Migrantenunterkunft Tegel gab es schon Streitigkeiten zwischen arabischen Security-Männern und kurdischen Neuankömmlingen.

Diskriminiert wird so der Bürger

Das alles ist also sehr misslich, liegt aber am Ende an den Politik-Wünschen eines Großteils der Bevölkerung, die über Jahre den Import – die unerlaubte Einreise – von Personen aus den genannten Ländern unterstützt hat, immer unter der Tarnung „Asyl“. Offiziell gefragt wurden die Bürger zwar nie, vielmehr wurde ihnen eingeredet, dass es keine andere respektable Wahl gäbe. Aber gewählt haben sie dann doch selbst.

Heraus kamen bisher immer große Mehrheiten für jenes Parteienkartell, das der Übergabe des eigenen Gemeinwesens an außereuropäische Großgemeinschaften (Clans, Stämme und ähnliches) das Wort redete – und sich heute übrigens für Antidiskriminierungspolitik ausspricht. Und das, obwohl bei all dem doch am stärksten der Bürger diskriminiert wird, der für die ungewünschte Zuwanderung in die Sozial- und Kriminalsysteme am Ende auch noch bezahlen muss.

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