Clan-Paradies Berlin: 500 Polizisten nehmen zwei Verdächtige fest

Staatsversagen im Superwahljahr macht sich nicht besonders gut: Es kostet Stimmen. Oder umgekehrt: Auch wenn die Politik die illegale Einwanderung weiter fleißig befördert, will sie jetzt auch mal eine medienwirksame Law & Order-Aktion liefern.

picture alliance/dpa | Christophe Gateau
Großrazzia gegen Clankriminalität in Berlin und Umgebung im Februar 2021

Die Allgegenwart krimineller Clans ist nicht mehr nur zu spüren, wenn Deutschsprachige spektakuläre Diebstähle wie den einer 100 Kilo schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum oder den Raubzug im Dresdner Grünen Gewölbe als Ocean’s-Eleven-Aktionen besingen. Nein, sie ist längst auch da Thema, wo Familien- und Trauerfeiern in Zeiten der Corona-Maßnahmen sich wie selbstverständlich selbst Sondergenehmigungen erteilen, ohne dass die Berliner Polizei hier spürbar einschreiten würde. Im Gegenteil: Die Berliner Politik flankiert solche Duldungen mit der Forderung, für die Behörden der Stadt eine 35-Prozent-Quote für Leute mit Migrationshintergrund einzufordern. Mit krachendem Augenzwinkern möchte man hier eine Quote für Einheimische einfordern, was Bandenkriminalität angeht, aber für Scherze ist die Lage zu ernst. Denn wo auch Drogenhandel und Prostitution ein Thema sind, leiden Bürger unter diesem kriminellen Terror weniger Migranten.

Zeit zum Lesen
"Tichys Einblick" - so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen
Jetzt macht sich so ein Staatsversagen im Superwahljahr nicht besonders gut: Es kostet Stimmen. Oder umgekehrt: Auch wenn die Politik die illegale Einwanderung weiter fleißig befördert, will sie jetzt auch mal eine medienwirksame Law & Order-Aktion liefern. Heute in den frühen Morgenstunden war es dann soweit. Die Berliner Polizei mit Unterstützung der Einsatztruppen SEK und GSG9, des BKA, LKA, der Steuerfahndung und der Bundespolizei stürmten im Rahmen einer großangelegten Razzia Objekte, die mit der Clan-Kriminalität zusammenhängen. Der Focus beispielsweise berichtet von einer Beteiligung des Remmo-Clans, schreibt darüber, dass es um „Drogen, Kriegswaffen und Körperverletzung“ gehen soll.

Um sechs Uhr früh (bei Abschiebungen würden Anwälte und NGOs sofort gegen den frühen Termin protestieren) marschierten rund 500 Beamte auf und durchsuchten nicht weniger als 23 Objekte in Berlin und zwei in Brandenburg. Ein Auslöser für Ermittlungen hin zu dieser Großrazzia soll eine Auseinandersetzung zwischen arabischstämmigen und tschetchenischen Männern im letzten November gewesen sein. Solche Verteilungskämpfe sind das eine, TE hat ebenfalls darüber berichtet, dass auch viele der seit 2015 Zugwanderten für die etablierten kriminellen Clans perfekter Nachwuchs sind. Manchmal zu perfekt. Es gibt schon erste Kleinkriege zwischen alten und neuen Kriminellen.

Nun sollen nach diesem Einsatz von fünfhundert Beamten zwei Verdächtige festgenommen worden sein. Weiter heißt es, den Verdächtigen sei die Arbeit französischer und niederländischer Ermittler zum Verhängnis geworden. Aber wen soll die Nachricht beruhigen, auf diesem Wege obendrauf zu erfahren, wie weit vernetzt diese kriminellen Clans mittlerweile in Europa sind? Konkret war es hier wohl einer Cyber-Truppe gelungen, ein Netzwerk der Clans, eine Art „Whats-App für Gangster“ (Focus) zu knacken.

Verfassungsbeschwerde
Berliner Richter: Coronakrise ist "die größte Krise für das Grundgesetz"
Es ist kaum zu fassen, aber 60.000 Gangster sollen hier eine Kommunikationsplattform aufgebaut haben, um sich kriminell immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Wer in anderem Zusammenhang von einem Darknet spricht, der dürfte hier wohl einen besonders fetten Kopf der Hydra erkennen. Die Kriminellen sollen sich hier absolut sicher gefühlt, ihre Kommunikation für nicht entschlüssbar gehalten haben. Nun ist es dennoch gelungen. Fraglich hier allerdings, warum bei angeblichen 60.000 Teilnehmern V-Leute nicht die einfachere Alternative der Informationsgewinnung gewesen wären (politisch nicht erlaubt oder zu viel Angst?). Man darf sich vorstellen, welcher Aufwand hier alleine mit der Übersetzung der heimlichen Tonaufnahmen aus den geknackten Kanälen betrieben werden musste. Im EU-Ausland kam es in diesem Zusammenhang schon viel früher zu hunderten Festnahmen und der Beschlagnahme von großen Drogenmengen und Millionen von Euro. Die in Deutschland ihr Unwesen treibenden Kriminellen waren also offensichtlich bereits vorgewarnt.

Irgendwann wurden Chatprotokolle an das Bundeskriminalamt weitergeleitet. So unter Druck gesetzt, hatte dann der Berliner Innensenator kaum noch Gelegenheit, sich in gewohnter Vogel-Strauß-Manier wegzuducken. Der Kurier schreibt, der festgenommene Hauptbeschuldigte „hätte bereits 1996 aus Deutschland abgeschoben werden sollen.“ Und rbb24 erinnert daran, dass es quasi unter den Augen der Berliner Polizei nach dem Aufeinanderprall der Araber und Tschetchenen „Schlichtungsgespräche“ zwischen den Gruppen gegeben hätte. Kommentar der Polizei damals: Man sehe das noch „nicht als Garantie für eine Beilegung der Differenzen.“

Ja, das klingt wie ein schlechter Scherz, wie düsterste anti-deutsche Comedy. Denn wie sollen denn die Schlichtungen hier ausgesehen haben? Dabei kann es ja nur um eine Neuverteilung der kriminellen Betätigungsfelder in Deutschland gehen. Berlin spielt verrückt, aber die Behörden sind selbst schuld dran. Berlin greift hart durch? Nein, es ist Superwahljahr. 500 Polizisten nehmen zwei Verdächtige fest. Wow! Für wie lange müssen die beiden im Polizeigewahrsam bleiben? Wird es zum Prozess kommen, sind das zwei Bauernopfer? Razzia morgens um sechs in Berlin – wieder guter Stoff für die nächsten Rap-Songs mit weitreichender Vorbildfunktion.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 67 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

67 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
daldner
2 Monate her

dabei brauchte es nur drei Beamte, um die Stürmung des Reichstages zu verhindern… oder waren die drei gerade nicht available?

WeltbegaffenderRumReisender
2 Monate her

…ich glaube jetzt verstehen zu koennen, warum Clan-Mitglieder Deutschland juengst vorgeworfen haben, in D wuerde mit ihnen umgegangen, wie mit den Juden zur Nazi-Zeit. Denn, siehe auch oben: 500 PolizistInnen nehmen gleich gar zwei Verdaechtige fest! Hier muss zunaechst eingehend ueberprueft werden, ob da nicht evtl. gegen die Menschenrechte der vermutlich Kriminellen verstossen wurde! Bis das nicht erstmal seitens Fachanwaelte und Gericht eingehend geklaert ist, Untersuchungshaft auszusetzten, sofort die beiden freilassen (und am besten gar nicht mehr ausruecken, weil das „Nazi“ ist).

country boy
2 Monate her

Berichten unsere Medien eigentlich auch einmal über die Drogenopfer der Clans? Oder nur darüber, wie dringend notwendig es ist, weitere Einwanderer ins Land zu lassen?

Senni
2 Monate her

Die besseren Änwälte, Steuerfachleute haben ohnehin die Clans. Dagegen sind Staatsanwälte und Finanzamt machtlos ! AMG Benz und Eigentumswohnung gehören Onkel in „Lummerland“ – die lachen sich doch tot über den deutschen Staat und den doofen Michel. Im September 2021wird man es wieder sehen……

Zimmerlinde
2 Monate her

…Die Berliner Politik flankiert solche Duldungen mit der Forderung, für die Behörden der Stadt eine 35-Prozent-Quote für Leute mit Migrationshintergrund einzufordern….
Mich wundert nichts mehr. Mittlerweile sind ja Begriffe wie „deutsch mich nicht voll“ Kunstinstallationen https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/a-z/deutsch-mich-nicht-voll/
Das bestätigt das 2010 erschienene Buch „Deutschland schafft sich ab“. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen.
Volià.

Manfred_Hbg
2 Monate her

Zitat: „. 500 Polizisten nehmen zwei Verdächtige fest. Wow!“

> Genau auch das ging mir beim lesen durch’n Kopf: Wow!

Mehr gibt es zu dieser Aktion unserer Behörden, zu den roten SED-Geisel und zu das bunte u. bereichernde Shithole-Berlin nicht zu sagen.

Konservativer2
2 Monate her

Wow. Hunderte von Polizisten, viele davon schwerbewaffnete Spezialkräfte, nehmen 2 (zwei) von hunderten Schwerkriminellen fest. Als Nachrichtensprecher, der das mit todernster Miene als Erfolg hinausposaunen soll, würde ich wahlweise (a) hysterisch lachen oder (b) vor Scham im Boden versinken. Na, ok, die sind ja Angehörige des Senders, die merken’s nicht. Bei der letzten Großrazzia vor wenigen Monaten wurden zwei illegale Spielhöllen in Hinterzimmern ausgehoben; das war der größte Erfolg. Boa, ey. Was soll das, lasst es, tut doch gar nicht erst so, hört doch auf; ihr wollt uns doch nur vera….en und findet uns Bürger saub..d und minderbemittelt. Echt. Wahrscheinlich… Mehr

Wilhelm Roepke
2 Monate her

Ich frage mich, ob es Zufall ist, dass linke Parteien fast immer wohlwollend gegenüber Clans sind und gleichzeitig ihre Parteiprogramme Drogen legalisieren wollen. Vielleicht ist es ja viel einfacher als ich immer dachte: manche Herrschaften brauchen einfach einen zuverlässigen Dealer, bei dem sie ohne Angst vor Entdeckung einkaufen können, und setzen sich in ihrem politischen Job dann auch genau dafür ein.

Oblongfitzoblong
2 Monate her

Da war in Detmold die Polizei viel tapferer. Es waren nur sieben Polizist*innen, die eine 70 jährige Dame schließlich in Handschellen angeführt haben, weil die Dame einen groben Verstoß gegen die Maskenpflicht gegangen hatte!

Aletheia
2 Monate her

Andreas Geisel, der wie eine in einen Anzug von Molly-Moden gepresste Leberwurst wirkt und dessen Manschettenknöpfe aussehen, als hätte er sie persönlich von Honecker zur Jugendweihe geschenkt bekommen, plustert sich mit solchen Aktionen als der große Macher auf, weil Wahlen anstehen.
Rauskommen wird dabei kaum etwas, weil die beschlagnahmten Dinge vor Gericht wie üblich keinen Beweiswert haben werden.

daldner
2 Monate her
Antworten an  Aletheia

Herrlich…. auch das Äußere zählt… kriegt jeder Bewerber auf eine Lehrstelle als Bäckereifachverkäufer erzählt…