Gesundheitsausgaben steigen auf 538 Milliarden Euro

Deutschlands Gesundheitswesen wird immer teurer: 2024 stiegen die Ausgaben um 7,6 Prozent auf 538,2 Milliarden Euro. Auch preisbereinigt bleibt ein Plus von 3,9 Prozent. Die Kosten laufen der Wirtschaftsleistung davon, die immer weiter schrumpft. Ursachen blendet Destatis weitgehend aus.

picture alliance / Caro Kadatz | Caro Kadatz

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind 2024 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beliefen sie sich auf 538,2 Milliarden Euro. Das waren 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Teil des Anstiegs geht auf höhere Preise zurück: Waren und Dienstleistungen im Gesundheitswesen verteuerten sich um 3,5 Prozent.

Doch auch preisbereinigt legten die Ausgaben um 3,9 Prozent zu. Damit hat sich die Entwicklung nach dem außergewöhnlichen Rückgang im Jahr 2023 wieder gedreht. Damals waren die realen Gesundheitsausgaben um 4,0 Prozent gesunken – zum ersten Mal seit 2004.

Zu viel Staat
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Vor der Corona-Pandemie hatten sich die preisbereinigten Ausgaben vergleichsweise gleichmäßig entwickelt. Von 2015 bis 2019 lagen die jährlichen Zuwachsraten zwischen 2,6 und 3,3 Prozent. Mit Beginn der Pandemie schossen die Kosten nach oben: 2020 stiegen sie real um 5,9 Prozent, 2021 sogar um 7,1 Prozent.

Im Jahr 2022 kehrte die Steigerungsrate mit 3,4 Prozent zunächst ungefähr auf das Niveau vor Corona zurück. Ein Jahr später folgte der starke Rückgang. Destatis führt ihn auf deutlich niedrigere nominale Gesundheitsausgaben der öffentlichen Haushalte, das Abklingen der Pandemie und die hohen Preissteigerungen infolge der Energiekrise zurück.

Auffällig bleibt das Verhältnis zur gesamten Wirtschaftsleistung. Die preisbereinigten Gesundheitsausgaben sind in den vergangenen Jahren fast immer stärker gewachsen als das Bruttoinlandsprodukt. Besonders drastisch zeigte sich die Entkopplung im ersten Corona-Jahr: Während die Wirtschaftsleistung 2020 um 4,1 Prozent einbrach, stiegen die realen Gesundheitsausgaben um 5,9 Prozent.

Als eine Ursache nennt das Statistische Bundesamt die alternde Gesellschaft. Mit ihr wächst die Nachfrage nach medizinischen Waren und Dienstleistungen – und zwar weitgehend unabhängig davon, ob die Wirtschaft wächst oder schrumpft. Die Gesundheitskosten steigen damit strukturell weiter, während die wirtschaftliche Grundlage zu ihrer Finanzierung nicht im gleichen Tempo mitwächst.

Die Elefanten dürfen im Raum bleiben
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Das ist nach mittlerweile sechs Jahren wirtschaftlicher Stagnation wenig verwunderlich. Die politisch vorangetriebene Deindustrialisierung hat deutliche Spuren hinterlassen. Im verarbeitenden Gewerbe sank die reale Wertschöpfung 2025 bereits im dritten Jahr in Folge. Setzt sich diese Entwicklung fort, erodiert die Grundlage zur Finanzierung des Gesundheitswesens weiter – während dessen Ausgaben ungebremst wachsen.

Nicht thematisiert wird in der Mitteilung des Statistischen Bundesamtes die Gesundheitsversorgung von Menschen, die keine kostendeckenden eigenen Beiträge leisten. Dazu zählen Bürgergeldempfänger und Asylbewerber. Die ungesteuerte Zuwanderung in die Sozialsysteme vergrößert die Zahl der staatlich zu versorgenden Menschen und damit grundsätzlich auch den Finanzierungsbedarf. Welchen Anteil sie am Ausgabenanstieg des Jahres 2024 hatte, weist die Statistik allerdings nicht aus.

Besonders gravierend ist die Unterfinanzierung bei Bürgergeldempfängern. Ein Bürgergeldempfänger ist über die gesetzliche Krankenversicherung versichert, zahlt aber keine eigenen Beiträge. Er verursacht Krankheitskosten, von denen der Staat den Krankenkassen aber nur einen Teil erstattet. Der Rest muss von den Beitragszahlern getragen werden, die dadurch mit rund 12 Milliarden Euro pro Jahr belastet werden. Dafür müssen die gesetzlich Versicherten und ihre Arbeitgeber mit höheren Beiträgen einstehen.

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Kommentare ( 44 )

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Bernd Schulze sen.
22 Tage her

Moin, irgendwer muß ja Schuld sein. Es ist die älter werdene Bevölkerung, wohlgemerkt die hier schon länger lebenden. Wie wäre ist mit den steigenden Preisen von Spritzen und Impfungen die keine sind. Doch Pfizer und Co gibt es nicht umsonst. Medikamente die wirklich etwas bringen, werden künstlich knapp gehalten. Naja und nicht vergessen die alte Leiher von Merkels Gästen die nicht in die Sozialsysteme einwandern. Die bezahlen ihre Arzt Rechnungen selber sind ja “ Privatpatienten “ und von EU Bürgern und anderen Ländern, die man in Rollstuhl nachholt, damit sie hier eine neue Hüfte oder Gebiss bekommen. Nicht weil es… Mehr

Bernd Geiss
23 Tage her

Es liegt aber auch z.T. daran, dass die heutigen Ärzte zwar gut ausgebildet sind aber sie sind schlechte Diagnostiker. Dies hat zur Folge, dass immer mehr auf teure Gerätemedizin gesetzt wird. Meine Hausärzte die ich so bis 1990 hatte konnten noch recht gut Diagnosen stellen und je älter Sie waren desto besser. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass man ein ausführliches Gespräch, mit dem Artz geführt hat und der Arzt hat einem dabei angeschaut. Heute redet man und der Arzt tippt es in den PC. Das funktioniert nicht. Der Arzt muss sich ein Bild vom Patienten machen und… Mehr

Apfelmann
23 Tage her

Eine alternde Gesellschaft ohne Kinder wird immer höher Gesundheitskosten produzieren. Das ist erst der Anfang……es wird noch viel teurer.

prague
23 Tage her
Antworten an  Apfelmann

Haben sie nicht was vegessen? Ich meine nur die, die nicht einzahlen und das sind Milionen Menschen.

Michael M.
23 Tage her
Antworten an  Apfelmann

Das ist die veröffentlichte Meinung vom ÖRR, aber der wahre Grund ist ein ganz anderer, Migration, schon mal gehört?!

Peterson82
22 Tage her
Antworten an  Apfelmann

komischerweise waren die Krankenkassen vor der sogenannten Grenzöffnung für Alle ganz gut aufgestellt. Ich kann mir einfach nicht erklären was da plötzlich so ein Kostentreiber geworden ist.

Apfelmann
22 Tage her
Antworten an  Peterson82

Sicher ist das auch ein Faktor. Aber das grundlegende Problem ist eben die Demographie. Immer mehr Boomer kommen ins Pflegeheim, die Gesundheitskosten explodieren und es gibt immer weniger die dafür bezahlen weil immer weniger Kinder geboren werden. Selbst wenn der Bund die kompletten Gesundheitskosten der Migranten aus Steuermitteln bezahlen würde und so die KV damit entlasten würde, wäre kurzfristig zwar wieder mehr Luft da, aber langfristig ist der Weg eben schon vorgezeichnet.

Manfred_Hbg
23 Tage her

Zitat: „Als eine Ursache nennt das Statistische Bundesamt die alternde Gesellschaft.“ > Aber na klar; unsere Alten sind die Staatsverschulder und Bösen! Wer denn auch sonst. Warum schaffen da nicht einfach unsere Alten ab -mhh? Dass zum Beispiel nur während den letzten 11 (elf) Jahren aus den -vor allem islamischen und afrikanischen- Drittweltstaaten und islam-religiösen Shithole-Countries 5-6+ Millionen auch un(aus)gebildete Wirtschafts- und Armutsflüchtlinge in unseren Sozialsystemen geflutet sind und gar staatlich EINgeflogen wurden, und das zum Beispiel auch jeden Tag über 70 Messer-Attacken stattfinden wovon sicherlich auch ein Teil ärtzlich und Kosten verursachend behandelt werden muß oder das sich bei… Mehr

kraichtaler
23 Tage her

Was im Artikel nicht aufgeschlüsselt wird, sind die Gesundheitskosten für die gesetzlich Versicherten, die Gesundheitskosten für die privat Krankenversicherten sowie die Gesundheitskosten der Empfänger staatlicher Transferleistungen (z.B. Bürgergeldempfänger).

bkkopp
23 Tage her

Die demographische Entwicklung, das unerbittlich weiter steigende Anspruchsdenken von Millionen, die teilweise überdurchschnittlich steigenden Kosten aller Leistungsanbieter ( Ärzte, Krankenhäuser, Medikamente ) und die strukturellen Verschiebungen bei den Anspruchsberechtigten, sind ein Bündel von Faktoren, warum das System aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das mit den Asylbewerbern und Bürgergeldempfängern, die genannten € 12 Mrd., sind ein erheblicher Teil davon, aber bei weitem nicht alles. Bei den Beitragszahlern gibt es aber auch eine erhebliche Verschiebung. Da die Zahl der Niedriglöhner insgesamt erheblich gestiegen ist, und lohnabhängig auch niedrige GKV-Beiträge zahlt, kommt von dieser Seite weniger in Kasse. Auf der Seite der durchaus… Mehr

Marcel Seiler
23 Tage her

Im Artikel nicht genannt: Die Gesundheitskosten steigen auch wegen des technisch-medizinischen Fortschritts: Wir können immer mehr Krankheiten heilen, Gebrechen kurieren, Leiden mildern als früher. Früher gab es einen Gehstock, jetzt eine Hüftoperation. Früher gab es eine Beerdigung, heute „ein Leben mit dem Krebs“.

Insofern sind die gestiegenen Gesunheitskosten auch Symptom für den Triumph der Medizin.

Innere Unruhe
23 Tage her
Antworten an  Marcel Seiler

Kann man so sehen.
Aber muss man Fatimas Kindern Zahnspangen zahlen? Oder teuere Medikamente für Asylantenkinder, die eigentlich in ein UNO Camp gehören, wo sie aus den internationalen Mittelen versorgt werden?

Marcel Seiler
23 Tage her
Antworten an  Innere Unruhe

Völlig richtig. Eine Bekannte, die im Krankenhaus arbeitet, berichtet immer wieder von irgendwie eingeflogenen Ausländern, die hier eine Krebsbehandlung bekommen, mit allem drum und dran. Ausländer, die mit Deutschland nie etwas zu tun hatten, aber sich jetzt hier auf unsere Kosten teuer behandeln lassen. Empörend.

DDRforever
23 Tage her
Antworten an  Marcel Seiler

Tja, wie gewählt so erhalten.

verblichene Rose
22 Tage her
Antworten an  Marcel Seiler

Aber wenn ich rationalisiere, dann achte ich doch darauf, dass es hinterher auf keinen Fall teurer wird..!
Können Sie mir dieses offensichtliche Missverhältnis erklären?

Europafriend
23 Tage her

„Gesundheitsausgaben“
Auch ein Aspekt: Dass Menschen richtig und permanent gesund werden und bleiben, kann nicht primäres Ziel der Hauptprofiteure (allen voran die Pharmaindustrie) sein. Es ist ein total verfaultes System, in dem zu allerletzt die wirklich Kranken und Bedürftigen Beitragszahler (!!!) profitieren.

Diogenes
23 Tage her

„Nicht thematisiert wird in der Mitteilung des Statistischen Bundesamtes die Gesundheitsversorgung von Menschen, die keine kostendeckenden eigenen Beiträge leisten.“ Das ist der Satz der alles erklärt aber der nicht einmal mehr gedacht werden darf. Und davon werden es zunehmend mehr MILLIONEN! Was, Sie sind kein Asylant und sogar in Deutschland von bundesdeutschen Eltern in die Welt gesetzt? Nun ja, wir können Ihnen einen Termin für den 18. Jan. 2031 anbieten. Falls bis dahin die „gesetzlichen Krankenkassen“ die Kosten ihrer Behandlung dann nicht übernehmen und, ja, überhaupt nicht mehr existieren, dann hätten sie noch ein wenig Zeit für eine private Liquidation… Mehr

Last edited 23 Tage her by Diogenes
Klaus D
23 Tage her

Dazu zählen Bürgergeldempfänger…..das ist zu pauschal was ist mit dem handwerker der 40 jahre eingezahlt hat und dank der politik heute in bürgergeld ist (muss). ES gibt 3 dinge die uns viel kosten 1 zu viele krankenkassen bei fast gleicher leistung da würde eine kranekkasse für eine gute grundversorgung reichen 2 viele die sich am system bereichern extrem hohe preise medikamente/geräteschaft 3 die extrem hohe zuwanderung also wo wirklich wer leistung bekommt der nicht und doer nie was eingezahlt hat. Mal so als tip ans tichy team da imme rmehrbürger ins die rabeitslosigkeit rutschen und früher oder später ins bürgergeld… Mehr