Sven Schulze holt Dieter Hallervorden in den CDU-Wahlkampf und überlässt ihm die Bühne für Angriffe auf die eigene Parteiführung und Israel. Der Auftritt weist den Weg: Sachsen-Anhalts CDU bereitet sich mit Hilfe der Linken auf den Machterhalt vor beziehungsweise auf das, was die Roten der CDU davon noch lassen.
picture alliance / Geisler-Fotopress | Agentur Wehnert/M. Gränzdörfer
Sven Schulze führt vor, was von der CDU nach ihrer jahrelangen freiwilligen Einweisung ins Brandmauerirrenhaus noch übrig geblieben ist. Sechs Wochen vor der Landtagswahl tourt der CDU-Spitzenkandidat gemeinsam mit Dieter Hallervorden durch Sachsen-Anhalt. „Kunst braucht Freiheit“ heißt die Veranstaltungsreihe, mit der Schulze einen prominenten Unterstützer präsentieren und die verbliebenen Machtpositionen seiner Partei retten will.
Hallervorden machte jedoch gleich klar, dass seine Unterstützung nicht der CDU gilt. Für Friedrich Merz werde er keine „Reklame“ machen, erklärte er. Bei Sven Schulze sei das etwas anderes. Auf der Leinwand erschienen Merz und Boris Pistorius, dazu Panzer, Bomben und zerstörte Städte. Hallervorden sang gegen Aufrüstung, nannte Pistorius einen „Kriegsminister“ und fragte, ob dieser selbst mitmarschiere, nachdem er seinen Sohn angeblich aufgefordert habe, im Krieg zu töten.
Schulze sitzt daneben und lächelt brav, während er den eigenen angeschlagenen Bundeskanzler sowie die Politik der Bundesregierung auf seiner Wahlkampfbühne von einem Linken vorführen lässt. Schulze ist irgendwie der Otto geworden, der er nunmal ist. Und dann für Fotos noch „Daumen gemacht“. Kann auch nicht jeder.
Der CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt ist die rotrote Generalprobe. Der CDU-Landesvorsitzende hatte Hallervorden zuvor ausdrücklich freie Hand zugesichert. Hinterher räumte er lediglich ein, manches sei vielleicht ein wenig „an der Grenze“ dessen gewesen, was man auf einer CDU-Bühne erwarten könne. Also der Steimle-Moment für die CDU.
Die Grenze verlief für Schulze offenbar auch dort noch nicht, wo Hallervorden den Israelhass auf die CDU-Bühne brachte. Hinter dem Kabarettisten erschienen Bilder einer Demonstration mit der Aufschrift „Stoppt den Völkermord in Gaza“. Hallervorden sang von „Tätern“ und davon, wegen solcher Aussagen zum Verräter und Feind erklärt zu werden. Der Mann inszenierte sich als verfolgter Wahrheitsverkünder, weil er die gegen Israel gerichtete Völkermord-Erzählung verbreitet. Schulze ließ ihn gewähren.
Hallervordens Vorgeschichte hierzu ist bekannt. Der Mann hat sein lebenslang aufgebautes Renommee selbst erfolgreich abgetragen. Im April 2024 veröffentlichte er ein Gaza-Gedicht, das er gemeinsam mit dem langjährigen Linken-Bundestagsabgeordneten Diether Dehm geschrieben hatte. Das Video arbeitete mit Material der Hamas und Ausschnitten von Al-Jazeera. Man kann genug dazu lesen.
Sachsen-Anhalts CDU spreizt sich für Linkspartei
Der Auftritt ist deshalb weit mehr als eine peinliche Wahlkampfnummer. Er zeigt, wohin Schulzes CDU marschiert. Die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP besitzt nach den derzeitigen Umfragen keine Mehrheit mehr. FDP und Grüne könnten aus dem Landtag fliegen. Die Linke liegt bei rund zwölf Prozent. Eine Minderheitsregierung unter Schulze wäre damit auf Stimmen von außen angewiesen.
In der Brandmauerordnung käme dafür praktisch nur noch die Linkspartei infrage.
Schulze versichert, es werde mit ihm keine Minister der AfD und keine Minister der Linken am Kabinettstisch geben. Das klingt entschlossener, als es ist. Und was kümmert einen CDUler überhaupt noch sein Geschwätz vor einer Wahl nach der Wahl? Rein gar nichts. Eine Duldung seiner Regierung durch die Linke braucht keinen Ministerposten. Auch eine Wahl Schulzes mit Stimmen der Linkspartei lässt sich hinterher als unbestellte Hilfe verkaufen. Der MDR bezeichnet eine Tolerierung durch die Linke bereits ausdrücklich als mögliche Konstruktion. Die Linkspartei selbst hat ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit angeboten, um eine AfD-Regierung zu verhindern. Also legt man sich mit der antisemitischen Partei der Mauermörder ins Bett.
Für die CDU wäre es die logische Fortsetzung ihres Abstiegsweges. Sie hat kein eigenes politisches Programm mehr. Ihre verbliebene Aufgabe besteht nur noch im Erhalt der Posten und des winzigen Abstellraums, die ihr die linken Parteien innerhalb der morschen Brandmauerwände noch zugestehen. Sie liefert die Stimmen für linke Projekte und erhält dafür einige Ministerien. Dafür vollzieht sie die Politik ihrer ehemaligen politischen Gegner und darf im Gegenzug den Regierungschef stellen. Der Wähler soll diese organisierte Selbstentkernung weiterhin für bürgerliche Politik halten. Hin und wieder bisschen vermeintliches Streit-Theater für Medien und Dummdeutsche, die sich gerne an der Nase rumführen lassen, und im direkten Anschluss am Abend gemeinsamer Krabbencocktail und Champagner auf Kosten der Steuerzahler.
Rüdiger, Du bringst mich noch ins Grab
Die passende Rollenverteilung hat Hallervorden bereits 1985 in „Didi und die Rache der Enterbten“ vorgeführt. Nach dem Tod des Privatbankiers Gustav Böllemann streitet eine groteske Verwandtschaft um dessen Millionen. Hallervorden spielt gleich mehrere Angehörige, darunter Florentine Böllemann, eine geizige ehemalige Kellnerin, die ihren erfolglosen Ehemann Rüdiger herumkommandiert. Ihr ständig wiederholter Satz lautet: „Rüdiger, du bringst mich noch ins Grab.“
Vier Jahrzehnte später wird der Film in Sachsen-Anhalt Realität. Hallervorden übernimmt erneut die Rolle der Florentine, nun als Verkörperung des linken Lagers. Sven Schulze spielt den fügsamen, hochdevoten Rüdiger. Er darf nominell Ministerpräsident sein, hat innerhalb der Brandmauer-Ehe aber nichts zu bestimmen. Florentine entscheidet, welche Parteien als gesellschaftsfähig gelten, welche Positionen geäußert werden dürfen und mit wem der Rüdiger nach der Wahl zusammenleben muss.
Die Hosen trägt in dieser Beziehung die rote Florentine. Der enteierte CDU-Rüdiger stellt ihr die Wahlkampfbühne hin, lässt dort den eigenen Bundeskanzler vorführen und schweigt, wenn Israel als Völkermörder angeklagt wird. Anschließend beruft er sich auf die Freiheit der Kunst und freut sich über Hallervordens persönliche Wahlempfehlung. Als Staubsauger-Vertreter Rüdiger sammelt die Schulze-CDU die Stimmen des bürgerlichen Lagers mit dem Staubsauger ein und liefert den Beutel anschließend bei Florentine ab.
Hallervorden muss Schulze nicht einmal mehr herumkommandieren. Rüdiger hat verstanden, was von ihm erwartet wird und auch, wo sein Platz ist. Die CDU Sachsen-Anhalts übernimmt die Feindbilder des linken Milieus und hält sich weiterhin für den Hausherrn, weil sein Name noch am Klingelschild steht. Sollte er doch einmal einen Rest eigener Haltung zeigen, dürfte es wieder aus der roten Ecke schallen: „Rüdiger, du bringst mich noch ins Grab.“ Das gilt demnächst auch für die CDU im Bund.
Vom einem politischen Markenkern der CDU ist rein gar nichts geblieben. Nur noch die unbedingte Bereitschaft, sich jedem Linken wie eine abgeranzte Hafendirne anzudienen, die man auf der schäbbigen Matratze der Brandmauer-WG durchknallt wie eine straffgezogene Heilsarmeepauke.


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Diddi Hallervorden – Mein Gott, wie kann man so ehrlos abtreten! Da kommen einem echt die Tränen.
„Von einem politischen Markenkern der CDU ist rein gar nichts geblieben. Nur noch die unbedingte Bereitschaft, sich jedem Linken wie eine abgeranzte Hafendirne anzudienen, die man auf der schäbbigen Matratze der Brandmauer-WG durchknallt wie eine straffgezogene Heilsarmeepauke.“
Respekt, viel deutlicher kann man meine Verachtung der inzwischen erbärmlichen CDU kaum in Worte fassen!
Ich verstehe auch nicht, warum in manchen Medien immer noch die Hoffnung/Illusion durchschimmert, dass die CDU überhaupt zu ihrem politischen Markenkern zurückkehren will.
Ich glaube, die CDU wundert sich nur noch über eines: dass ihre jahrzehntelange Wählerverachtung jetzt gespiegelt wird.
Die CDU sollte sich umbenennen in KPD.
Komiker Partei Deutschlands.
Man sollte Schauspieler und Kabarettisten nicht zu Polit-Veranstaltungen zulassen. Steimle, den ich sonst durchaus schätze, war für die AFD-Nummer kein Lichtblick und Hallervorden scheint auch – um es mal „respektvoll auszudrücken – ein wenig Tribut an sein Alter zu zollen. Wirre Auftritte bieten die Politiker schon zu Genüge. Da braucht es keine „Kulturschaffende“…
Hallervorden ist halt doch kein John Cleese. Eigentlich könnten sich Kerkeling, Grölemeyer, Fischer, Campino und Hallervorden zu einer „Malefiz“-Gala zusammen tun und gemeinsam unter Regenbogen – und Hamaslappen gegen die AfD und Israel hetzen. Es ist allerdings unwahrscheinlich, daß sie auch nur einen AfD – Wähler „bekehren“.
Für mich ist es einfach ein Disaster ,
wie sich ein ehemals hoch angesehener Entertainer komplett zerlegt …
wo ist die Frau , die ihn noch leitet ?
Die Lamento über die sich anbahnende Koalition (ob formell oder informell) in Magdeburg zwischen CDU und Linkspartei ist langweilig und reflexhaft. Diese Zusammenarbeit gibt es längst, in Thüringen und Brandenburg sogar ganz offiziell. Die beiden BSW-Minister in Erfurt waren immer U-Boote der Linkspartei, sie machen Politik wie unter Ramelow, und Voigt grinst dazu durch seine unvorteilhafte Brille. Und hat es ihm und der CDU geschadet? Nein. Hat es nicht. Die Frage, die hier im Forum tabu ist: Warum erzeugt Heidi Reichinnek (auch Sachsen-Anhatinerin) bei ostdeutschen CDU-Wählern offenbar weniger Abneigung als Uwe Steimle? Der Tag in Dessau war der, als die… Mehr
früher hat Hallervorden für die FDP Werbung gemacht.. heute ist die FDP weg.. hat aber vorher viel Schaden angerichtet.. Dinge wiederholen sich nun mal. Eines macht wirklich traurig, dass die Wähler in Sachsen-Anhalt auf diesen Schwindel reinfallen, obwohl es doch so eindeutig ist, wie fast nichts auf der Welt: Der Schulze ist ein Parteisoldat und so blass und langweilig wie selten jemand. So was wäre früher nie Ministerpräsident geworden.. der Siegmund strengt sich echt an, geht sogar offen auf die Antifa und die Linken Demonstraten zu, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. So viel Mut muss man erstmal haben.… Mehr
Warum machen jetzt lauter Komiker Parteiwerbung? Aber gut. Meine nächsten Vorschläge wären: Helge Schneider für die PARTEI, Harald Schmidt für das BSW und Annalena Baerbock für die Grünen.
Und wenn es nötig wird, sprengen diese Lügner und Betrüger der CDU auch die Brandmauer. Machterhalt um jeden Preis. Was ist die CDU denn noch wert, wenn sie Unvereinbarkeitsbeschlüsse mit einem Federstrich beseitigt, wenn die Macht wackelt.
Der Bürger muss wissen, jede Stimme für die Altparteien ist ein Sargnagel für Deutschland und uns Deutschen.
Die Täter stecken so Ziel in der Schei…., dass sie gar nicht mehr anders können, als bis zum Knall durchzuhalten, wie auch immer. Danach ist eh alles verloren.
Hallervorden zertrümmert sein Denkmal eigenhändig.
Kann auch weg.