Der tödliche Angriff linksextremer Schläger an der Lyoner Universität erschüttert das französische Parteiensystem. Das Rassemblement sieht die Stunde für eine Umwertung des „cordon sanitaire“ gekommen. Sozialisten distanzieren sich von der linksradikalen Partei La France insoumise. Aus dem Macron-Lager ruft man nach deren Reinigung.
picture alliance / MAXPPP | Julien Mattia / Le Pictorium
Wechseln die „Hörner der Verteufelung“ jetzt die Seiten? Diesen Punkt sieht das Wochenmagazin Le Point in Frankreich kommen. Gemeint ist, dass die extreme Linke auf die Anklagebank rückt, während die „Rechten“ daraus entlassen werden könnten. Marine Le Pen, Präsidentschaftskandidatin des Rassemblement national (RN), wirft sich in die Bresche und schreibt auf X: „Die Demokratie kann diejenigen, die sie zerstören wollen, nicht länger akzeptieren.“ Le Pen meint damit linke Schlägertrupps. Die Regierung müsse „aus ihrer Lethargie erwachen“ und die linksextremen Milizen auf die Liste der Terrororganisationen setzen. Das bleibt vermutlich ein frommer Wunsch, obwohl Anfänge durchaus gemacht sind. Aber vor allem an der Umsetzung hakt es.
Anlass der breiten, noch lange nicht beendeten Diskussion ist der gewaltsame Tod des 23-jährigen Mathematikstudenten Quentin Deranque unter den Schlägen und Tritten eines linksextremistischen Mobs am letzten Donnerstag an der Lyoner Universität Sciences Po. Die 2018 gegründete „Jeune Garde antifasciste“, um die es geht, wurde schon im letzten Juni aufgelöst, weil sie „zu gewalttätigen Handlungen aufruft“, auch „unter dem Deckmantel, die Verteidigung ihrer Mitglieder zu organisieren“. Zudem würden die Mitglieder „durch die Verwendung eines Vokabulars, das Gewalt gegenüber gegnerischen Gruppen provoziert oder legitimiert“, aufgestachelt. Offenbar gab es auch Kampf- und Gewaltvideos der Gruppenmitglieder mit verpixeltem Gesicht. Die Gruppe bekenne sich außerdem offen zu diesen Provokationen – sei es in eigenen Veröffentlichungen oder „denen antifaschistischer Kommunikationsorgane“ wie der Facebook-Seite „Antifa Squads-Rescue Page“. Trotz dieser teils diffusen Struktur war das Verbot der Antifa-Gruppe also umsetzbar. Frankreich kann, wo es will. Aber das hatte bislang kaum praktische Folgen. Die Gruppe scheint im Untergrund unvermindert fortzubestehen.
Die Rede ist nun auch von Festgenommenen, die „aktive Mitglieder“ in der Jeune Garde seien. Inzwischen wurden elf Personen aus diesem Feld festgenommen, darunter der Assistent des Jeune-Garde-Gründers und LFI-Abgeordneten Raphaël Arnault. Némésis wirft dem Assistenten – Jacques-Elie Favrot – vor, sich persönlich am Angriff an der Universität Lyon beteiligt zu haben. Arnault ist derweil von der politischen Bühne abgetaucht, fehlte auch bei der Schweigeminute zum Gedenken an Quentin Deranque in der Nationalversammlung. Die Regierungssprecherin Maud Bregeon fordert den „zumindest zeitweiligen“ Ausschluss Arnaults aus der LFI-Fraktion. Man will die Kraft, mit der man bei den Wahlen noch regulär zusammenarbeitete, reinigen.
Dagegen fordert der Rassemblement-Chef Jordan Bardella einen „cordon sanitaire“ um die linksradikale Partei LFI – vergleichbar der Brandmauer, die bisher seine eigene Partei umgibt. Die extreme Linke mit Mélenchon an der Spitze habe Blut an den Händen und fordert den Rücktritt Arnaults.
Der ehemalige Präsident François Hollande sieht keine Möglichkeit mehr für ein politisches Bündnis seiner Sozialisten mit LFI. Für die Pariser Bürgermeisterkandidatin Rachida Dati (Les Républicains) ist gar die ganze Linke von der Nähe zur „Jeune Garde“ gezeichnet, darunter auch ihr sozialistischer Gegenkandidat in Paris: „Die gesamte Linke ist betroffen. Die Neue Volksfront (…), sie alle wurden mit Unterstützung der Jeune Garde gewählt. Es steht auf ihren Plakaten und auf ihrer Website.“ Zum Nouveau Front populaire (NFP) vereinten sich vor den letzten Wahlen Sozialisten, LFI und Grüne.
Staatsanwaltschaft bestätigt Video
Zum Geschehen in Lyon gibt es neue Details: Am letzten Donnerstag hatte die umstrittene EU-Abgeordnete Rima Hassan, die sich zu jedem Zeitpunkt für die Rechte der Palästinenser einsetzt, eine Konferenz am politikwissenschaftlichen Institut der Universität abgehalten. Zur gleichen Zeit fanden sich sieben junge Frauen der Gruppe Némésis auf dem Campus ein, um gegen den Auftritt der bekannten Antisemitin zu protestieren – in unbedrohlicher Ferne von der Veranstaltung.
Am selben Ort war auch rund 15 junge Studenten erschienen, die mit den Némésis-Frauen sympathisierten. Zu ihnen gehörte auch Deranque, der laut Figaro aus Patriotismus zum praktizierenden, auch missionierenden Katholiken geworden war und dessen Mutter lateinamerikanischer Herkunft sei „Am Donnerstagabend rieten mehrere Freunde aus Quentins Umfeld ihm davon ab, zum Happening der Aktivistinnen von Némésis zu gehen: zu unorganisiert, zu gefährlich“, schreibt der Figaro zu diesem Abend. „Quentins Antwort: Auf keinen Fall, man lässt junge Mädchen nicht allein.“
Und in der Tat wurde es gefährlich. Um die 20 Linksextremisten („Antifaschisten“) griff die kleinere Männergruppe anscheinend unvermittelt an, so die Nachrichten aus der Lyoner Staatsanwaltschaft. Daneben gibt es Bilder von einem Handgemenge auch mit den Frauen von Némésis. Nachdem es Nachrichten zu dem dramatischen Ausgang gab, schrieb ein Freund die scherzhafte Nachricht an Quentin: „Eine ordentliche Tracht Prügel bekommen?“ Er bekam keine Antwort mehr.
Als er bewusstlos am Boden lag, entfernten sich Quentins Angreifer. Quentin kam zu Bewusstsein und verließ, wenn auch benommen, mit der Hilfe eines Freundes den Ort des Geschehens. Wenig später verschlechterte sich sein Zustand rapide. Von heftigen Krämpfen geschüttelt musste er sich schließlich an einer Bushaltestelle hinlegen, von wo ihn der Rettungswagen abholte.
Die Videoaufnahmen des Geschehens wurden von der Lyoner Staatsanwaltschaft inzwischen als echt bestätigt. Sie zeigen laut dem Rechtsanwalt Thibault de Montbrial einen „Lynchmord mit zahlreichen Schlägen, bis das Opfer sich nicht mehr bewegt“. Es gehe mithin um „Menschen, die sehr wohl wissen, dass sie jemanden töten“ (Bericht im Figaro).
Der zuständige Staatsanwalt, Thierry Dran, bestätigt, dass die Verletzungen Deranques „jenseits aller therapeutischen Möglichkeiten“ waren und daher in kurzer Frist zum Tode führen mussten. Mindestens sechs Angreifer hatten sich auf Quentin Deranque gestürzt und traten weiter auf ihn ein, nachdem er am Boden lag. Mit diesen Mitteilungen widersprach der Staatsanwalt auch einem infamen Tweet von Rima Hassan, die behauptet, Quentin habe ja abgelehnt, ins Krankenhaus zu gehen, insofern sei unklar, woran er verstorben sei.
Gegen seine Totschläger hat die Lyoner Polizei Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung und schwerer Körperverletzung unter drei erschwerenden Umständen eingeleitet: Bildung einer kriminellen Vereinigung, Waffengebrauch und verdecktes Gesicht der Täter.
Maréchal: Ganzes „System der Gefälligkeit und Komplizenschaft“
Die feministische Gruppe Némésis setzt sich für die Rechte von Frauen im neuen Frankreich ein, vor allem in Bezug auf Gewalt gegen Frauen, die von Migranten und Muslimen ausgeht. Es geht laut der Gründerin Alice Cordier (ein angenommener Name) um die Gewaltopfer, die sich bisher „aus ideologischen Gründen nicht gehört fühlen“. Nemesis ist bekanntlich die Rachegöttin der griechischen Mythologie. Zur Geschichte der Gruppe sagt Cordier: „Wir haben ohne jede Unterstützung angefangen, niemand kannte uns, einige Aktivistinnen mussten ihre Arbeit aufgeben.“ 300 Mitglieder soll die Gruppe zählen, aber in den sozialen Netzwerken hat sie deutlich größere Follower-Zahlen. Immer wieder wurde die Frauen-Gruppe zum Opfer von Angriffen. Nun ruft sie in einer Petition zum Rücktritt des Abgeordneten Raphaël Arnault auf.
Marion Maréchal, französische EU-Abgeordnete in der EKR-Fraktion, sagte im Fernsehsender BFM TV: „Quentin wurde nicht nur von einer Bande von Feiglingen getötet, sondern auch von einem System der Gefälligkeit und Komplizenschaft.“ Nicht nur aus der Partei LFI heraus, mit der die Jeune Garde auch organisatorisch vereint sei. Auch die Grüne Marine Tondelier habe die Schlägertruppe in einem Gastbeitrag als notwendig bezeichnet. Maréchal verweist auch auf die Komplizenschaft von Medien (etwa der linken Zeitung Libération), auf die Laxheit der Justiz, auf die Straflosigkeit für linksextreme Milizen, schließlich auf die Rolle der Universitäten, die ihre Fakultäten zu linksextremen autonomen Zonen („zone à défendre“, ZAD) verkommen ließen.
Bombendrohung gegen LFI?
Nun haben auch Justizminister Gérald Darmanin und Innenminister Laurent Nunez linksextremistische Gruppen aus dem Umfeld der „Jeune Garde antifasciste“ für den Angriff verantwortlich gemacht. Die Festnahmen deuten in dieselbe Richtung.
Die Diskussion ist noch lange nicht an ihr Ende gelangt. Auf CNews erhielt eine sicher nicht repräsentative Umfrage 95 Prozent Ja-Stimmen. Die gestellte Frage: „Sollten Politiker, die sich antisemitischer Handlungen oder Äußerungen schuldig gemacht haben, systematisch mit einem Wahlverbot belegt werden?“ Das bezieht sich offenbar auf Rima Hassan.
Zuletzt gab es anscheinend eine Bombendrohung gegen die Partei LFI, deren Pariser Hauptquartier geräumt wurde. Ob das eine gewollte Dramatisierung ist, darf man sich fragen. Man präsentiert sich als Opfer, obwohl doch alle einig scheinen, dass LFI mit den gewalttätigen Antifa-Gruppen tief innerlich verwachsen ist. Eine Gruppe anderer etablierter Parteien bediente sich bisher dieses Druckmittels von der Straße, duldete es mindestens. Dieser Zug des politischen Systems könnte in Frankreich nun immerhin zurückgehen.

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Wir haben Platz. Die sozialistische BRD muss hier sofort Asyl anbieten. Wenn jetzt schon die Antifa angegriffen wird ist es nicht mehr unser Europa.
Unser Europa heißt Faschismus durch die Linken .
Herr Nikolaidis hegt, mit Verlaub, eine naive Sichtweise: Die sogenannte „Antifa“ wird keineswegs verurteilt, da sie wie in der Bundesrepublik Deutschland auch in der französischen Republik eine tragende Rolle für das System dahingehend darstellt (https://old.bitchute.com/video/yQLSFgCc3E5S/),dass sie das französische Volk wie das Deutsche Volke unterjochen, jegliche Nationalbewegung unterbinden soll, da gemäß der dortigen Agenda ebenso dessen Ausrottung verfolgt wird (siehe unter anderem den ehemaligen „französischen“ Präsidenten Sarkozy https://www.youtube.com/watch?v=wlfBBrrUHrc); solange kein Verständnis für den Umstand entwickelt wird, dass gegenwärtig Krieg gegen die weiße Rasse tobt (https://archive.org/stream/Rabbi-Rabinovich-Rede-zur-Ausrottung-der-Weissen/Rabbi-Rabinovich-Rede-zur-Ausrottung-der-Wei%C3%9Fen_djvu.txt — https://www.youtube.com/watch?v=L0q3FpyNzqI), solange werden unter anderem Franzosen, Deutsche außerstande sein, sich dagegen zur Wehr zu setzen!
ntv: So beschreibt sich korrekt, was in Frankreich geschehen ist: „Ein rechter Aktivist stirbt am Rande einer linken Veranstaltung.“, https://www.n-tv.de/politik/Zentrale-der-franzoesischen-Linken-erhaelt-Bombendrohung-id30377130.html
Wie reagierten noch die USA auf ihren erschossenen, die Republikaner unterstützenden Aktivisten?
Linke sind Täter. IMMER UND ÜBERALL!!!
„System aus Gefälligkeit und Komplizenschaft“ – das dürfte auch die Situation in Deutschland, was das Verhältnis zwischen politmedialen „Eliten“ , Justiz etc. zu den linksradikalen Schlägerbanden zutreffend beschreiben. Die ZEIT bspw schrieb, Quentin sei „gestorben“, ganz so, als habe es sich nicht um einen brutalen Mord gehandelt.
Die französischen Regierungen erzählen immer gern viel und laut. Passieren wird gar nichts, weil Kulturmarxismus genau wie im Rest von Europa Staatsraison ist.
Mein tiefstes Mitgefühl gilt Quentin Deranque, seiner Familie & Freunde. Er ist nun das erste „offizielle“ Mordopfer des linksGRÜNschwarzen internationalen SAntifa-TERRORmobs, der nicht nur in Europa sein Mordwerk verrichtet, auch in den USA ua. Ländern. Genau DAS hat der -nicht mein!- Buntpräsident Steineimer eben in/direkt gefordert, als er die AfD als „Rattenfänger“ & ihre Wähler in/direkt als RATTEN & „Unseredemokratieverächter“ bezeichnete die man „bekämpfen“ müsse „um Unseredemokratie zu schützen“, auch unter dem frenetischen Applaus & Gejole von „c“DU/SU-€liten. Meine tiefste Verachtung gilt nicht nur diesen unsäglichen og. „personen“, sondern auch an den „politmedialen Komplex“ & die sekundierenden protestantischen & SCHEINkatholischen… Mehr
Erinnert mich an die Auseinandersetzungen zwischen zwei linksradikalen Gruppen in DE, die sich wegen der Thematik „Israel-Gaza-Hamas“ die Köpfe einschlagen und bei Compact schon als „antiimperialistische Linke“ versus „antideutsche Linke“ tituliert wurden.
Bei diesem Gedanken fühle ich mich zugleich auch jeweils an die „Judäische Volksfront“ und die „Volksfront Judäa“ aus Monty Pythons „Leben des Brian“ erinnert. Monty Pythons war seiner Zeit offenbar weit voraus…
Die Regierung müsse „aus ihrer Lethargie erwachen“ und die linksextremen Milizen auf die Liste der Terrororganisationen setzen…und dann? Die werden deswegen doch nicht aufhören wie die rechtsextremisten auch nicht – die man verboten hat. Frankreich tickt da doch was anders so haben dortige rechte (Marine Le Pen) ja die AfD abgelehnt weil diese für französische verhältnisse zu extrem (rechts) ist zb will die AfD ganz raus aus der EU Marine Le Pen will das aber nicht für frankreich.
Man sollte nicht jeden Mist glauben, den Medien und Politiker von sich geben. Le Pen hat die Aussage von Krah nur genutzt, um sich künstlich in die Mitte zu rücken. Und was soll daran rechtsextrem sein, wenn er „nie sagen wird, dass jeder, der eine SS‑Uniform trug, automatisch ein Verbrecher war“?
Das ist nichts weiter als linke Kontaktschuld.
Es müssen Meldestellen für kriminelle Linksextreme und Linksradikale Nazis entstehen, die sofort verhaftet werden müssen, irgendwas mit Terrorismus und Umsturz!