Cem Özdemir versucht alles, um den Wahlkampf in Baden-Württemberg doch noch zu drehen. Der Spitzenkandidat heiratet sogar und macht den verfemten Boris Palmer zu seinem Standesbeamten. Özdemir probiert alle Images, die den Wählern gefallen könnten.
picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
Der Valentinstag kennt zwei unterschiedliche Bedeutungen. Für die einen ist es der Tag der Verliebten. Für den anderen die Gelegenheit, mit seinen Feinden gnadenlos abzurechnen. Cem Özdemir macht den 14. Februar zu seinem zweiten Hochzeitstag. Der 60-Jährige heiratet die 40 Jahre alte Juristin Flavia Zaka. Im engsten Kreis. Nur die Stuttgarter Zeitung wusste vorab davon und die Stuttgarter Nachrichten, der SWR… – halt die besten Freunde eines grünen Politikers.
Özdemir hat den Wahlkreis Stuttgart I gewonnen. Aber er heiratet in Tübingen. Dort kann ihn Oberbürgermeister Boris Palmer als oberster Standesbeamter trauen – was der denn auch laut den einschlägig informierten Medien tun will. Aber nicht, damit es öffentlich bekannt wird. Natürlich. Nur für den engsten Familienkreis. Wie Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung, SWR… und so weiter. Es soll bloß nicht so aussehen, als ob Özdemir so verzweifelt wäre, im schlecht laufenden Wahlkampf seine Liebe instrumentalisieren zu müssen.
Nötig hat Özdemir diese Inszenierung allemal. In den Umfragen liegt seine Partei zwischen 20 und 23 Prozent, die CDU kratzt an der 30er Marke. Landen die Christdemokraten vor den Grünen, dann kommt es in der Stuttgarter Staatskanzlei zu einem Wechsel. Winfried Kretschmann zieht wie geplant aus. Doch dem ersten grünen Ministerpräsidenten in Deutschland würde dann nicht Özdemir folgen, sondern der CDU-Kandidat Manuel Hagel (37).
Als 2011 Kretschmann Ministerpräsident wurde, war das der Beginn eines grünen Jahrzehnts. Ihre Themen lagen im Zeitgeist. Allen voran Klimaschutz, aber auch gesunde Ernährung oder der Schutz sexueller Minderheiten. Der Tsunami vor Japan löste die Atomkatastrophe von Fukushima aus. Zwei Wochen vor der Wahl in Baden-Württemberg. Ideal für die Grünen. Kein halbes Jahr davor hatte Angela Merkel (CDU) die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert. Das Thema wurde in Deutschland heiß gehandelt. Jeden Montag gingen Gegner der Atomkraft in verschiedenen deutschen Städten auf die Straßen.
Özdemir ist ein weiterer Grund. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht zu verstehen ist. Als er 2008 den Vorsitz der Bundespartei übernahm, ging es erstmal nur aufwärts. Zudem konnte er als „Anatolischer Schwabe“ und einer der ersten türkisch-stämmigen Abgeordneten im Bundestag privat eine gute Geschichte erzählen. Er war sympathisch. Bis heute belegt er in Beliebtheits-Rankings gute Plätze. Nur täuscht das halt. Oben stehen in solchen Vergleichen die Politiker, die den Kopf meistens unten halten. So wie Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Doch im Wahlkampf braucht eine Partei einen, für den die Wähler sie wählen und nicht einen, an dem die Wähler sich nicht stören. Özdemir ist einer, an dem sie sich nicht stören.
Der Aufwärtstrend der Grünen erhielt 2013 einen deutlichen Bruch. Das ist die Schuld des Spitzenpersonals, zu dem Özdemir seinerzeit als Bundesvorsitzender gehörte. Zuerst stellte die Partei ein Steuerkonzept vor, das sie selbst nicht durchdacht hatte und auf dessen Resonanz in der Öffentlichkeit sie nicht vorbereitet war. Wochen vergingen, bevor die Bundesgeschäftsstelle Anfragen von Journalisten beantworten konnten, wie viel wer nach ihrem Steuermodell zahlen müsste. Dann kamen die Enthüllungen über Pädophilie unter den Grünen. Vorwürfe, auf die das Team um Cem Özdemir keine Antworten fand.
Özdemir durfte trotzdem noch einen Wahlkampf machen. 2017 sah es lange so aus, als ob die Grünen sogar aus dem Bundestag fliegen könnten. Zwei Effekte retteten Özdemirs Partei. Zum einen das TV-„Duell“ zwischen Merkel und Martin Schulz (SPD). Beide zeigten sich in allem einig, nur in der Frage, wer öfters mit Emmanuel Macron telefoniert habe, waren sie unterschiedlicher Meinung. Nach diesem „Duell“ stiegen die Umfragewerte der (damals noch) kleinen Parteien rasant an.
Die Lage sieht 2026 hoffnungslos für Özdemir aus. Nicht nur wegen der Umfragen. Kretschmann geht. Er konnte Stuttgart 21 nicht verhindern. Selbst in Sachen Ausbau erneuerbarer Energien, rangiert das grün regierte Land nur auf einem Mittelfeldplatz. Sein Glanz ist verblast. Im Alltag steht Kretschmann für den massiven Stellenabbau bei Bosch oder den Gewinnbruch bei Mercedes. Einst Säulen der baden-württembergischen Leistungsstärke, heute Vorboten von Ruinen – für die keiner so steht wie Habeck, der als „Wirtschaftsminister“ so schön davon schwafeln konnte, dass Unternehmen nicht in die Insolvenz müssen, wenn sie rechtzeitig aufhören zu produzieren. Dazu macht es eine Partei auch nicht gerade beliebt, wenn ihr Spitzenpersonal zu hunderten Bürgern die Polizei auf den Hals hetzt, weil sie sich despektierlich im Netz geäußert haben.
Özdemir ist 60 Jahre alt. Der Valentinstag und die Wahl zwei Wochen später sind sein letzter Schuss. Er klammert sich an alles, was die Wende bringen könnte. Wie 2017 durch ein Comeback des Themas Klima. „Aus reiner Vernunft für das Klima“ lässt Özdemir plakatieren. Aufbruch sieht anders aus. Das andere Motiv präsentiert den Slogan: „Wirtschaft und Klima retten“. Wobei „Wirtschaft“ groß geschrieben ist und „Klima“ deutlich kleiner.
Als Abgeordneter ist Özdemir groß geworden mit seiner Erzählung als türkischstämmiger Aufsteiger und mit einem Image, das im Wesentlichen niemanden störte. Für einen Wahlkampf ist das zu wenig. Also borgt sich Özdemir Images. Er lehnt sich an Kretschmann an, wenn er die Wirtschaft deutlich über das Klima stellt. Er hofft auf einen Imagetransfer durch den Einwanderungs-Kritiker Palmer, indem er diesen zu seinem Standesbeamten macht. Der Mann ohne Eigenschaften versucht mit den Eigenschaften anderer zu punkten.
Hinter den Kulissen hat Özdemir nun lanciert, Merkel könnte nächstes Jahr die Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten werden – vorgeschlagen von den Grünen. Eine Story, die der Bild für ein paar Stunden nette Klickzahlen brachte. Die ist so absurd, dass Merkel das Gerücht gleich dementieren ließ. Alles ist so absurd, dass Historiker es als erhellende Anekdote verwenden werden, wenn sie dereinst den Niedergang der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft schildern und die dazugehörigen Hintergründe erklären.
In der Logik des Cem Özdemirs ergibt es aber Sinn. Es ist ihm egal, ob die Leute ihn für einen zweiten Kretschmann halten. Für einen zweiten Palmer oder eine neue Merkel. So lange sie ihn nur deshalb wählen. Die Grünen wollten eine LKW-Maut auf Landstraßen, er will es nun nicht, weil gerade Wirtschaft über Klima steht. Aber das ist keine Überzeugung. Nichts ist bei Cem Özdemir Überzeugung. Alles Kalkül. Wer es als Kalkül betrachtet, sieht den Sinn dahinter – nur in der realen Politik bleibt es danach absurdes Gemurkse. Klappt es aber bei der Wahl. Dann ist alles gut für Özdemir. Klappt es nicht, werden seine Freunde in der Partei nicht bis zum nächsten Valentinstag warten, bevor sie mit ihm abrechnen.





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Egal ob Grüne oder CDU mehr Wählerstimmen bekommen, Angela Merkel gewinnt immer.
Auch die CDU ist grün. Sie wird mit der grünen Bruderpartei grün weiter an der Macht sein wie bisher.
Es wird keine Zeitenwende geben. Baden-Württemberg ist grün und bleibt grün. Erst mit Autos, dann mit E-Autos, dann ohne Autos.
Das Volk will es genau so. Und nicht nur das. Es möchte Ramadanbeleuchtung und Ukraine-Endsieg.
Geld ist immer da. Geld ist ja auch nicht weg, es heißt dann nur eben Insolvenzgeld.
Bezüglich Özdemir und seinen Grünen bringt Sahra Wagenknecht die Sache auf den Punkt und kritisiert die Grünen zu Recht scharf. Es sei die „inkompetenteste, heuchlerischste, verlogendste und, bezogen an dem realen Schaden, den sie anrichten, aktuell die gefährlichste Partei, die wir im Bundestag haben“. Die Politikerin kritisiert unter anderem die „unendliche Arroganz, auch gegenüber den sozialen Problemen der Menschen“. Menschen auf dem Dorf könnten beispielsweise nicht aufs Auto verzichten, nicht jeder könne in seinem Haus eine Wärmepumpe einbauen. Auch in der Außenpolitik sieht Wagenknecht keine Grundlage für eine Zusammenarbeit. „Die Grünen sind ja inzwischen auch die kriegerischste Partei, die wir haben“, sagt sie in einem… Mehr
Der grüne Özdemir ist von Beruf Erzieher. Und so meint er auch Politik gegenüber den mündigen Bürger machen zu müssen. Ansonsten war Özdemir ein Landwirtschaftsminister der Quote, der von seinem Job, wie der frühere Wirtschaftsminister und die frühere Außenministerin und viele andere der Grünen, keine Ahnung haben. Alles komplette Versager wie es im Buche steht. Ein normaler Mensch wird diesen linken Blender nie wählen.
Bin wirklich gespannt.
Die Folgen der zügellosen Einwanderung sind nun in jedem mittelgrossen BW Kaff zu spüren und unüberseh- und hörbar.
Özdemir als Beobachter von Außen weiß um die Dämlichkeit meiner Mitschwaben und nutzt dieses Wissen geschickt aus. Die sind am Ende noch so blöd und machen ihn zum MP. Aber so oder so: Grün-Schwarz oder Schwarz-Grün, es macht keinen großen Unterschied.
Den roten und grünen Stammwählern mache ich dabei keinen Vorwurf – von denen ist nix anderes zu erwarten.
Die grüne Oberblase hält das deutsche Wahlvolk für leicht beeinflussbar und dumm. Und damit haben die auch vollkommen recht. Wenn es anders wäre, wäre der Niedergang Deutschlands niemals so möglich gewesen, wie er sich heute präsentiert. Wenn die Alternative dazu die cdu sein soll, bestätigt sich der erste Satz zur Genüge, was übrigens genauso auf die spd zutrifft. Badem-Württemberg wird mit dem zu erwartenden Wahlausgang nicht gesunden können – denn es ist schlicht ausgeschlossen, dass die Menschen im Ländle nach echten Erkenntnissen aus der Vergangenheit wählen. Sie wählen gehorsam das, was man ihnen aufdrückt. Und das ist ein „weiter so“… Mehr
Dann müssen sie aber auch zufrieden sein, wenn es per Dekret von Ö. nur noch einmal in der Woche Fleisch gibt. Wahlweise Schaf oder Ziege.
Das hatte ich von Mario Thurnes nicht erwartet, dass er Fukushima eine Atomkatastrophe nennt. Herr Thurnes, Sie wissen doch bestimmt so gut wie die UNO, dass es die Toten nur wegen des Tsunamis gab und nicht wegen irgendwelcher nicht ausgetretenen Atomgefahr. Schade für diese weitere Fehlmeldung. Schade, dass diese falsche Meinung sich in D weiter hält und viele falsche Folgen zeitigt.
Es war reines Glück, dass die Strahlung aufs Meer trieb, wo sie sich fein säuberlich verteilte. Also was genau wollen Sie jetzt sagen? Dass der GAU kein Problem war, weil der Wind günstig stand?
Sie wollen den Vorkommentator missverstehen oder?! Es war kein eigentlicher Atomunfall (Tschernobyl hingegen war ein solcher), sondern die Folge einer Naturkatastrophe und dass man deswegen hierzulande die Kernenergie abgeschafft hat (die Tsunami-Gefahr ist beispielsweise in Landshut eher gering) ist einfach nur dumm gewesen und zeigt eindeutig, dass es beim Klimatheater nicht um die Natur, bzw. ums CO2 (wenn CO2 so schlimm wäre hätte man doch die Kernenergie ausbauen müssen, noch dazu wenn künftig auch noch alle mit Strom heizen und Autofahren sollen ‼️), geht, sondern einzig allein ums Geld. Die Kernenergie ist sicher und beherrschbar wenn die Rahmenbedingungen eingehalten werden,… Mehr
10 x Daumen hoch. Trump zeigt jetzt allen links-grün Verstrahlten was die Realität bzgl. dem Umweltblödsinn ist. Aber die zur Zeit Regierenden schnallen das bis jetzt nicht. Milliarden sind für diesen Unsinn rausgeworfen worden, die eigentlich dem deutschen Volk zu Gute kommen sollten. Schluss damit und alternativ wählen.
Naja, ein bisschen inkonsequent ist es ja schon, von dem Herrn Palmer. Oder muß er von Amts wegen den Standesbeamten mimen?
Palmer war seit jeher nur in einem Punkt konsequent: „I bin dr Palmer!“. In allen anderen Fragen ein reiner Opportunist. So war schon sein Vater, der „Remstalrebell“: Immer laut und großmäulig, aber ohne inhaltliche Substanz und politisch unzuverlässig.
Ich wünsche den Ländle-Bewohnern, dass er gewinnt. Nach einem grünen Maoist als MB macht sich doch ein grüner veganer Moslem sehr gut als Nachfolger. Gute altdeutsche Tradition eben.
Mal sehen, ob mein Beitrag diesmal veröffentlicht wird.
Man muss es gleich direkt so sagen, dies funktioniert nur deshalb, weil der Michel in höchstem Maße zu mindestens etwas mehr als zwei Dritteln völlig degeneriert ist. Eine derart vertrottelte und geistig verrottete Wählerschaft findet man außer in meiner Heimat Österreich sonst wohl kaum wo. Wenn man bedenkt, wie sorglos man bis vor wenigen Jahren in Baden Würtemberg arbeiten und leben konnte, und plötzlich aufgrund einer völlig verbrecherischen linksversifften Politik vor dem Nichts steht, dann sollte man die Parteien und deren Politiker abwählen und neue Kräfte ans Ruder lassen. Dazu ist, sieht man auf aktuelle Umfragen, offenbar der deutsche Michel… Mehr
Stimme Ihnen zu , um “ dieses“ Deutschland nicht .