Blackbox KW 6 – „Witterungsbedingte Störungen“

Verstehen Sie es nicht falsch, werte Leser, aber nicht einmal in den Epstein-Akten spielen unsere Politiker noch eine Rolle. Im Land geht es weiter bergab. In vier Jahren ist Schicht im Schacht.

In dieser Woche konnten die Deutschen der Presse entnehmen, dass Armin Laschet 18 Euro für einen Haarschnitt bezahlt und dass Markus Söder diesmal im Fasching nicht als König oder Kanzler, sondern eher urwüchsig als eine Mischung aus Waldschrat, Rübezahl und Hofreiter geht. Das Mitgefühl der Leser aber galt Prinz Haakon von Norwegen, dessen Gattin Mette-Marit ihm und der norwegischen Presse eine veldig vanskelig situasjon erklären muss, eine pikante wie schwierige Situation,
 in die sie sich mit dem berühmtesten Sittenstrolch der Welt Epstein gebracht hatte. Handelte es sich um en uskyldig romanse (eine unschuldige Romanze), oder doch um mehr?

♦ Nennen Sie einen Klima-Narren, einen Migrationsförderer von Rang in Europa (außer Deutschland!) oder USA – und Sie finden ihn in den Epstein-Akten. Ehemalige wie amtierende Staatschefs, buckelige Verwandtschaft in Königshäusern, Spezialdemokraten oder vermeintlich fromme Brüder – alle machten sich der Kontaktschuld mit dem Mädchenhändler und Zuhälter schuldig. Die laufenden „Enthüllungen“ folgen der Geheimdienst-Masche aus dem Kalten Krieg: Während die Russen auch das Nebensächlichste geheim halten, veröffentlichen die Amis Millionen Dokumente und wünschen viel Spaß beim Suchen der Wahrheit.

♦ Das Epstein-Theater vermochte das Publikum wenigstens ein wenig von der mangelnden Regierungskunst des Friedrich Merz abzulenken. Denn wenn auch die Tagesschau naiven Zeitgenossen mit der Meldung „Überraschendes Auftragsplus für deutsche Industrie“ Hoffnung auf eine erfreulichere Zukunft wecken mag, rechnen 81 Prozent der deutschen Mittelständler nicht mehr mit einem wirtschaftlichen Aufschwung im laufenden Jahr. 

Man muss schon ein linker Idiot oder bei der staatsnahen Presse Beschäftigter sein, um nicht zu durchschauen, dass der Auftragsschub vor allem der Aufrüstung der Pistorius-Armee zu verdanken ist. Selbst die Wirtschaftsweise Grimm gibt uns noch vier Jahre,
 bis das eintritt, was die strenge britische Gouvernante Margaret Thatcher einst als Ende des Sozialismus beschrieb: dass den Genossen „das Geld anderer Leute ausgeht“.

♦ Die vier Jahreszeiten waren nicht nur Hauptgegner der DDR, auch „unsere Demokratie“ tut sich zunehmend damit schwer, dass im Winter Schnee fällt. So musste SPD-Justizministerin Hubig samt Tross den Zug nehmen, weil ihr Flieger „nach einer witterungsbedingten Störung“ (ursächlich: Klimawandelverzögerung) am Berliner Flughafen eis- und schneebedingt nicht landen konnte. Ein langjähriger Nachrichtenvorleser namens Hofer fand nach einer sturzbedingten Gehirnerschütterung
 wenigstens seinen Humor wieder und dankte den „Umweltschützern“ von Nabu für ihr Engagement. Natürlich hätte auch das Verwaltungsgericht seinen Dank verdient. Denn pünktlich zum einsetzenden Eisregen wurde den Berlinern verboten, Streusalz auf Gehwegen einzusetzen.
 Da haben sie sich wahrscheinlich amüsiert wie Bolle, die Kläger vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und die Richter vom Verwaltungsgericht (beide vom ausrutschenden Steuerzahler finanziert).

♦ Wer hätte gedacht, dass sie Humor haben im Bundesverfassungsgericht? Jedenfalls befand der zweite Senat – drei männlich gelesene (Peter, Thomas und Holger) und fünf weiblich gelesene Richter (inklusive der zwei „Neuen“ Sigrid Emmenegger und Ann-Katrin Kaufhold) – dass die Schrumpf-Fraktion der SPD ihren „Otto-Wels-Saal“ im Bundestag behalten dürfe. Und die Hohen Herrschaften scherzten Richtung AfD, sie habe keinen Anspruch auf eine Art „Silbermedaille“. Das mit „süffisantem Spott“
 gewürzte Urteil hat politisch ein Gschmäckle, weil Union und AfD im letzten Jahr die „umstrittene“ Besetzung von Frauke Brosius-Gersdorf als Richterin verhinderten, die ebenso „umstrittene“ Kandidatin Kaufhold kam durch. Hat sie die juristisch einwandfreie Entscheidung – wer welchen Saal bekommt, entscheiden die Mehrheiten im Bundestag – mit Spott gewürzt? Nun, die SPD, auf deren Ticket sie ins Gericht kam, wird herzlich gelacht haben.

♦ Natürlich hat Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt das „von der AfD losgetretene Misstrauensvotum überstanden“ (Welt), was dachten Sie denn? Um ein Bundesland regieren zu können, braucht es schließlich keine akademische Integrität, oder irgendeine andere, es braucht lediglich die Mehrheit der Stimmen der „demokratischen Parteien“. Capisce? Warum also überhaupt das „Schmierentheater“ (laut Regierungsparteien CDU, BSW und SPD) der AfD?
 Um das BSW bei den kommenden Landtagswahlen in MeckPomm und Sachsen-Anhalt rauszukegeln. Die SED-Abspaltung hatte als „Bündnis Sahra Wagenknecht“ Veränderungen versprochen und sich nun als „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“ erneut als eine weitere Gulaschkanonenpartei entpuppt.

♦ In Rheinland-Pfalz erschlug ein 26-Jähriger einen 36-jährigen Schaffner, weil der seinen Fahrschein kontrollieren wollte. Die neue Bahnchefin Palla meint völlig zu Recht, „Taten wie diese müssen uns alle wachrütteln“. 

Aber wie soll der wachgerüttelte Bürger, ohne die Fakten zu kennen, die Partei wählen, die Gegenmaßnahmen in ihrem Wahlprogramm hat? Vom Opfer weiß man immerhin, dass er auf den Namen Serkan hörte, der Täter bleibt anonym. Wohl um vor den Landtagswahlen kein Wasser auf die Mühlen … Für die Tagesschau war zunächst „ein Fahrgast tatverdächtig“, dann, genauer, „ein Grieche, der in Luxemburg wohnt“. Warum ist das sprachliche Herumeiern wichtig? Seit Beginn der gewollten und geförderten Massenmigration ist die Kriminalitätsrate, vor allem bei Gewaltverbrechen, explodiert, und jeder spektakuläre Fall, bei dem wieder ein im weitesten Sinne als Flüchtling bezeichneter Täter gemeldet wird, verstärkt die Verunsicherung der Bevölkerung.

♦ So wird von Politik und Presse als Gegenmaßnahme auf sprachliche Gestaltung gesetzt. Ein ARD-Hallodri mutmaßte mal, man wisse nicht, woher all die Messermänner und Totschläger kämen, „es können Flüchtlinge sein, oder ein australischer Austauschstudent“. Oder eben einer aus der guten alten EU, ein Grieche etwa. Nun sind die Leute misstrauisch, da durch zügige Einbürgerungen auch „deutsche Staatsangehörige“ die Mord- und Totschlagstatistiken bereichern. Da muss der interessierte Zeitgenosse wohl auf den Vornamen des Mörders warten, um den Zug-Fall einordnen zu können. Ein Original-Grieche würde wenigstens der hiesigen Politik weitere Vorwürfe ihrer Einwanderungspolitik ersparen.

♦ Das grüne „Integrationsministerium“ in Rheinland-Pfalz will auf Sprachzertifikate bei der Einbürgerung verzichten, 
es reicht, wenn die grüne Behörde den Einzubürgernden halbwegs deutlich versteht. Es folgt dem gleichen Drehbuch. Wie ihre Vor-„Denker“ in den USA verteilen auch die Sozialisten in Europa großzügig Staatsbürgerschaften und arbeiten zudem am Wahlrecht für immigrierte Drittstaatler,
 als würden diese hauptsächlich importiert, um die rote Macht zu festigen. Bis es so weit ist, wollen die Sozialisten mit dem, was sie „politische Bildung“ nennen, auch den Kleinsten zu Leibe rücken, und mit „kindgerecht aufbereiteten“ Materialien
 die Opposition jenseits der Brandmauer verteufeln. Was eignet sich da besser als die unzähligen himmelschreienden TikTok-Videos von rotgrünen Abgeordneten? Diese würden dann im Unterricht Sinn machen, wenn ihrer Zielgruppe (Kinder bis 16 Jahre) die Nutzung von Social Media verboten wird.

♦ Überhaupt die Sprachgestaltung. Was ist nun wieder eine „deutsche non-binäre Person“? Ohne zu gugeln hätten wir keinen Schimmer. Wir wissen bei der nun in Ungarn abgeurteilten „deutschen non-binären Person“ nur, dass es sich ebenfalls um einen potentiellen Totschläger handelt, dessen Opfer immerhin das Glück hatten, zu überleben. Bei Twitter trendet die Person übrigens unter dem Hashtag „Nur8Jahre“. Empörte Kommentatoren finden die Strafe zu niedrig, des Täters Genossen hoffen, dass der seine Strafe wenigstens in Deutschland absitzen darf. Reduziert natürlich.

♦ Apropos. Eltern im Ausland, die ein Neugeborenes stolz den deutschen Behörden anzeigen wollen, müssen sich nach dem Buschmann-Gesetz entscheiden, ob die Mutter bei Geburt des Kindes womöglich „männlich“ war.
 Kann es sein, dass der Buschmann bei seiner Gesetzabfassung besoffen war?

♦ Die FDP ist konsequenterweise schon mal weg. Das führt uns zu den Grünen. Der Frage „Was treiben eigentlich die Grünen gerade?“ ist der AfD-Abgeordnete Hagen Kohl (Sachsen-Anhalt) nachgegangen. Hier sein (Zwischen-)Bericht:

 „Nehmen wir an, Sie kaufen einen Salat: Auf die Einwegverpackung zahlen Sie keine Verpackungssteuer. Nehmen Sie eine Gabel dazu, dann zahlen Sie auf den Salatbehälter und auf die Gabel Verpackungssteuer. Ist die Gabel wiederum kürzer als zehn Zentimeter, dann zahlen Sie keine Verpackungssteuer auf die Gabel, aber auf den Salatbehälter.“ Wer wählt sowas?

♦ Und jetzt zur Ostfront. Während NATO-Rutte mit militärischen Ehren (Luftalarm!) in Kiew empfangen wurde, machte unser Boris Pistorius den EU-Kriegskameraden in spe (von Macron bis Kiesewetter oder Hofreiter) Mut. Er habe bereits 40.000 Fragebögen verschicken lassen „und auch schon viele davon zurückgekriegt“. Bild nennt das Ganze bereits „Bundeswehr-Offensive“ und zitiert den Minister: „Es läuft, es geht voran.“ 
Kein Wunder, dass der Boris bei solchen Jubelpersern der beliebteste Politiker des Landes ist.

♦ Pssst. Nicht weitersagen. Die Europäische Union hat, laut Nachrichtenagentur Reuters, im Januar 2026 mehr russisches Gas importiert als im Januar des Vorjahres.

♦ Und jetzt zum Sport. Vertreter der „demokratischen Parteien“ des Bundestages haben sich nach Mailand zu den Olympischen Spielen aufgemacht, „um sich vor Ort über Abläufe, Wettkampfbedingungen, Infrastruktur, zivilgesellschaftliches Engagement und Nachhaltigkeitsziele zu informieren“. Außerdem sind „in Mailand Gespräche mit ehrenamtlich Tätigen“ geplant. Auch unsere Athleten sind super drauf. Die Klamotten der Winterhilfe
 sind offenbar rechtzeitig angekommen …

Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 9 )

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Lotus
1 Stunde her

„Wer welchen Saal bekommt, entscheiden die Mehrheiten im Bundestag“ Das selbstbewusste „Wir sind mehr“ Unsererdemokraten sorgt nicht nur bei der Zuordnung von Sitzungssälen im Bundestag für politische Hygiene. An dieser Stelle die Definition eines Wirtschafts-Kartells: Zusammenschluss von Unternehmen, die rechtlich und wirtschaftlich weitgehend selbstständig bleiben, aber durch Preisabsprachen o. Ä. den Wettbewerb ausschalten. Übertragen auf die dt. Politik trifft es zu 100% zu. Deshalb wird die Verwendung des Begriffs „Kartellparteien“ von den superdemokratischen Sitzungsleitern im Bundestag auch regelmäßig mit Ordnungsrufen geahndet. Da ist es völlig klar, dass nur die Kart…parteien Richter fürs BVerfG benennen dürfen. Wo kämen wir sonst hin? Womöglich… Mehr

Kassandra
1 Stunde her

„Söder als Schotten-Rebell“ – ob das nicht als kulturelle Aneignung erkannt werden muss?
Was die Frage aufkommen lässt: als Schotte darf man gehen – als Scheich oder Indianer aber nicht mehr?
.
Glaubt auch nur einer, die Masken des Söder wären seit Jahren nicht aus Steuergeld bezahlt – so oder so?

Bernd Geiss
1 Stunde her

Der Griechische Totschläger soll Mustafa Aslan heißen. Also ein typisch Griechischer Name, oder täusche ich mich?

Stuttgarterin
1 Stunde her

Die Auswirkungen der neuen Umwelt“gesetzgeber“ in den höchsten Gerichten bringen nicht nur die Berliner Politik in eine „veldig vanskelig situasjon“. Denn wer wird schon gerne querschnittsgelähmt oder hat einen Knochenbruch nach einem umweltgerechten Einkauf zu Fuß oder mit dem Rad? Doch im grünen und noch gesunden Freundeskreis merke ich schon wieder, dass auch das relativiert wird, weil…
Auf einen realistischen Vorschlag zwischen Übersalzen und Glatteis darf man höchstrichterlich nicht einmal mehr kommen – nur, was ist die Alternative?

Haba Orwell
1 Stunde her

> Er habe bereits 40.000 Fragebögen verschicken lassen „und auch schon viele davon zurückgekriegt“.

Sanya Po Floridie zeigte gestern ein Video mit den neuesten Trends der demokratischsten Spitze westlicher Demokratie – jetzt bricht TZK in die Wohnungen ein. Darauf zerren die einen Mann aus dieser Wohnung, es geht direkt an die Ostfront, eine russische Drohne verbrauchen.

H. Hoffmeister
2 Stunden her

Ein dem Wetter entsprechender Wochenrückblick. Keine Sonne zu sehen. Und die Aussichten sind noch trüber.

humerd
2 Stunden her

 „Was treiben eigentlich die Grünen gerade?“ 
sie bereiten eine Klage vor dem BVerfG vor: die sogenannte Mütterrente stört die Grüninnen. Kurz: Kinder die vor 1992 geboren wurden sollen weiterhin weniger wert sein.

Haba Orwell
2 Stunden her

> Man muss schon ein linker Idiot oder bei der staatsnahen Presse Beschäftigter sein, um nicht zu durchschauen, dass der Auftragsschub vor allem der Aufrüstung der Pistorius-Armee zu verdanken ist.

Wer muss man sein, um nicht zu merken, dass auch der Trumpigste mit 1,5 statt 1 Billion jährlich auf Aufrüstung setzt? Zuletzt sagte AfD-Höcke in einem Interview, so etwas schaffe keine richtige produktive Wirtschaft. (Ich las es woanders, wie man so schön sagt.)

Haba Orwell
2 Stunden her

> nicht einmal in den Epstein-Akten spielen unsere Politiker noch eine Rolle

Die Michels muss man gar nicht erpressen – etwas befehligen reicht. Putins Topfpflanze ist unabhängiger.