Die BBC steht vor ihren Trümmern. Nach dem Bekanntwerden von Manipulationen einer Trump-Rede und weiteren Skandalen treten BBC-Chef Tim Davie und Nachrichtenchefin Deborah Turness zurück – ein Dammbruch in der Geschichte des Senders, der einst für journalistische Integrität stand. Lang, lang ist's her.
picture alliance / empics | Andrew Milligan
Ein Erdbeben bei der BBC: Generaldirektor Tim Davie und die Nachrichtenchefin von BBC News, Deborah Turness, sind zurückgetreten. Der Doppelaustritt erfolgt, während sich der Sender am Montag offiziell für Verstöße gegen seine eigene Unparteilichkeit entschuldigen soll.
Davie erklärte in einer Nachricht an die Mitarbeiter, der Rücktritt sei „vollständig“ seine eigene Entscheidung. In zunehmend polarisierten Zeiten sei die BBC von „einzigartigem Wert“ – doch sie habe Fehler gemacht, für die er als Generaldirektor „die letztendliche Verantwortung“ übernehmen müsse.
Turness, Chefin von BBC News and Current Affairs, begründete ihren Schritt mit der „andauernden Kontroverse“ um die Sendung, die der BBC „Schaden zufügt“. Ah, nicht die Manipulation habe Schaden zugefügt, es war die andauernde Kontroverse. Als CEO trage sie die Verantwortung, sagte sie, und betonte zugleich: Die jüngsten Behauptungen, BBC News sei „institutionell voreingenommen“, seien falsch.
Doch das Vertrauen in den Sender ist fundamental erschüttert. Laut Daily Telegraph hatte bereits im Sommer ein ehemaliger externer Berater des BBC-Redaktionsausschusses interne Bedenken wegen politischer Voreingenommenheit geäußert. Die Führung reagierte erst, als der Skandal öffentlich wurde.
Tim Davie war 2020 angetreten, um den angeschlagenen Sender zu reformieren. Stattdessen häuften sich unter seiner Leitung immer neue Kontroversen.
Die aktuelle Affäre ist mehr als ein weiterer Imageschaden. Sie markiert einen totalen Wendepunkt. Ein Sender, der einst als Goldstandard für journalistische Unabhängigkeit galt, lang, lang ist’s her, hat seine Autorität komplett eingebüßt.
Der Blick nach Deutschland zeigt, wie vertraut dieses Muster geworden ist. Auch hier verlieren die öffentlich-rechtlichen Sender – ARD und ZDF – in rasantem Tempo an Vertrauen. Die Nähe zur Regierung, der pädagogische Ton, die Einseitigkeit bei heiklen Themen, personelle Verflechtungen mit der Hamas, zahllosen manipulativen Beiträgen und Diffamierungen statt Information: alles Symptome derselben Krankheit, die nun auch die BBC offenlegt. Die Parallelen sind unübersehbar und sie zeigen, dass das Problem nicht national, sondern strukturell ist.
Ein System, das sich einst der Wahrheit verpflichtet sah, verwechselt heute moralische Haltung mit journalistischer Arbeit. Und wie in London gilt auch in Berlin: Der Schaden ist nicht mehr kommunikativ, sondern existenziell.




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Auf 1.000 Millionen US$ wird Trump die BBC verklagen – schreiben sie hier: „Donald Trump threatens to sue the BBC for $1 billion over edited speech scandal Donald Trump has threatened to sue the BBC for $1 billion, accusing the broadcaster of manipulating his speech. The BBC confirmed it received a letter from Trump’s lawyer, Alejandro Brito. The scandal erupted after BBC Director-General Tim Davie and BBC News head Deborah Turness announced their resignations following revelations that Trump’s January 6, 2021, speech had been edited in a Panorama broadcast. A leaked 19-page report showed that producers spliced together parts of… Mehr
Noch immer wird bei uns die Lüge verbreitet Mr. Trump hätte damals zur Gewalt aufgerufen. Die Twitter-Files von Elon Musk, die, die Ehre gebührt ihm, von Alexander Wallasch veröffentlicht wurden, belegen eindeutig die Verschörung gegen Mr. Trump. Seine Tweets bei Twitter zeigen, daß er mehrmals an seine Anhänger „no Violence“ sagte und ihnen riet, friedlich nach Hause zu gehen. Nie gab es eine Richtigstellung in den Medien oder gar eine Entschuldigung für die falsche Darstellung der Tatsachen. In den Propagandaorganen, diesich öffentlich Rechtliche schimpfen, gleich gar nicht. Bei uns haben Falschdarstellungen oder gleich drastische Lügen keinerlei Auswirkungen auf die Schmierfinken… Mehr
Hörte man damals die Originalrede war sofort klar, dass sie sich gegen ihn verschworen hatten. Seitdem versuche ich, alles was hier ins falsche Licht gestellt wird, im Original zu hören. Die Reden Trumps findet man über den youtube Kanal des white house – zumeist über „live“: https://www.youtube.com/@WhiteHouse/streams Über die gesamte erste Amtszeit hinweg war das „ein Fehler“ aller Journalisten – und ist es geblieben – denn sie legen ihm alles mögliche in den Mund – nur zumeist nicht das, was er wirklich sagt. Nur so kann das „schiefe Bild“ Trumps hier seit seinem ersten Wahlkampf bei der Masse der Deutschen… Mehr
„Ein System, das sich einst der Wahrheit verpflichtet sah, verwechselt heute moralische Haltung mit journalistischer Arbeit.“ – Da ist nichts „verwechselt“ worden – einfach nur ersetzt – nach akribischer Planung.
Klasse – ein Foto, wo er noch lacht. Sollten sich viele seiner Kumpane einprägen.
Und wann treten Teveßen und Hayali wegen ihrer üblen Hetze gegen Trump zurück ??
Warum vergessen sie Himmler, der als Schutzpatron über seine linken und grünlinken Figuren wacht? Böhmermann ist da so ein Beispiel.
Na klar, BBC News sei nicht „institutionell voreingenommen“.
Es gibt nur zwei Bauernopfer, die wahrscheinlich gute Abfindungen bekommen, und dann wird genauso weiter gemacht, wetten?
Bauernopfer? Sprechen wir doch von tausenden Kinder die perversen Moslems vorwiegend aus Pakistan überlassen wurden… von der Polizei, den Politikern und auch den Medien. Die BBC war und ist das Schlachtschiff der Britischen Medien-Meute. Und die BBC schwieg.
In Deutschland hätte er vom Bundespräsident das Verdienstkreuz für die Stärkung der Demokratie bekommen.
„Ein System, das sich einst der Wahrheit verpflichtet sah,…“ Das ist ein Mythos, den sich die Journalisten selbst erdacht haben und der von nur ganz, ganz wenigen ehrlichen und aufrechten Anhängern diese Überzeugung getragen wurde (z.B. hier). Die Medien haben tatsächlich aber schon immer in der überwältigenden Mehrheit für ihre Eigentümer gearbeitet. „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert Leuten, ihre Meinung zu sagen.“ Paul Sethe, 1965 „So etwas wie eine unabhängige Presse gibt es in Amerika nicht […] Wir sind Werkzeuge und Dienstleute reicher Männer hinter der Bühne.“ John Swinton, 1883 Und bei der staatlich zwangsfinanzierten Presse setzt sich bei… Mehr
Genau!
2025 in Davos hat Zensursula von der Leyen die Meinungsfreiheit als ihr Hauptproblem bezeichnet und ihr den Kampf der EU angesagt.
Langsam werden die Spitznamen origineller: Zensursula, Klabauterbach, Walter der Spalter – klasse.
„Die jüngsten Behauptungen, BBC News sei „institutionell voreingenommen“, seien falsch.“
Dumm nur, dass es eben keine Behauptung ist – es ist eine nachgewiesene Tatsache, Mrs. Turness! – In Deutschland sieht es keinen Deut besser aus.