Wie kriegt man einen Kanzler los – oder soll man ihn mangels Alternative im Amt belassen, bis man ihn abräumt wie schmutziges Geschirr? In diesem Glasperlenspiel geht unter: Der Mann ist am Ende. Es hat sich ausgekanzlert, er ist längst eine Belastung für sich – und das Land.
picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler
Wer Friedrich Merz in diesen Tagen beobachtet, der sieht einen Mann, der innerlich gebrochen ist. Politische Meinungsverschiedenheiten sind eine Sache. Menschlich betrachtet verdient er Mitleid. Erst war er so stolz darauf, dass er sich das Amt erkämpft hat, und danach arrogant und herrisch.
Der Anzug schlottert
Er ist ein Gefangener seiner eigenen Charakterschwäche, Opfer seiner Überforderung durch das Amt und Getriebener der brutalen Grausamkeit des politischen Geschehens. Immer häufiger schießen ihm Tränen in die Augen. Nein, das ist keine Show. Es ist ein Zeichen, dass er die emotionale Belastung nicht mehr erträgt. Der Mann ist fertig. Statt Mitleid allerdings wächst die Sorge: Wie kann jemand, der so sichtlich überfordert ist, dieses Land führen und die Verantwortung tragen? Er wirkt immer hektischer, kurzfristiger, nervöser, aggressiver, kurz: nervlich überlastet. Die Zündschnur brennt. Leider kann eine falsche Entscheidung uns alle zerschmettern.
Friedrich Merz war immer das, was man in Bayern einen Dampfplauderer nennt. Da er faktisch ohne politisches Amt durch die Lande reiste, konnte er auf jeder Veranstaltung als Redner glänzen. Er hatte lange ein Gespür dafür, was die Mittelständler von ihm hören wollten, Unternehmer verlangten, womit man die Herzen der CDU-Verbände gewann und mit schneidigen Sprüchen den Anschein eines kraftvollen Anführers erweckte. Damit hat er den Parteivorsitz errungen. Im zweiten Anlauf. Damit wurde er zum Kanzler gewählt, im zweiten Wahlgang. Beweisen musste er in allen vier Fällen nichts. Nur Versprechungen absondern wie ein Heiratsschwindler Liebeserklärungen.
Die Tücke des Hinterzimmers
Bejubelt wird er nur von Sozialisten, die ohnehin der Meinung sind, dass alles, was erwirtschaftet wird, sowieso dem Staat gehört. Einkommen wird dann zugeteilt, nach sozialistischer Huld. Unter ihm ist die Staatsquote, also der Teil der Wirtschaft, der vom Staat beansprucht wird, auf 53 Prozent gestiegen – jenseits der Grenze von 50 Prozent, die noch für Helmut Kohl die Grenze zum Sozialismus markierte. Faktisch sind es eher 60 Prozent; auch die staatliche Bundesbahn wird als „Privatunternehmen“ statistisch geschönt und jeder Beamte als Steigerung des Wohlstands in den Büchern geführt. Diese Wirtschaftsmethode hat ihm den Jubel einer neuen Gruppe gebracht, die er bis dato so nicht bedient hatte: Grüne und Rote, die endlich das Ende von Wohlstand und Wirtschaft sowie totale Kontrolle näherrücken sahen. Und der Ludwig-Erhard-Stftung, neuerdings einer Art gefällige Außenstelle der Wirtschaftsabteilung im CDU-Hauptquartier.
Dummerweise lehnt das aber immer noch ein Großteil der konservativen Wähler ab.
Versprechungen werden abgeräumt
Dumm gelaufen, das Gedächtnis der Wähler ist kurz. Aber nicht so kurz.
Dann versuchte er es mit Außenpolitik. Sicherlich, sie entscheidet über das Leben oder Sterben von Menschen und Völkern. Aufgeblasen und im satten Wohlgefühl wegen der Ja-Sager, die Kanzler umkreisen und liebedienerisch bestätigen, eingebettet in die komfortablen Strukturen eines Amts und mit jederzeitigem Zugriff auf die Airbusse und sonstigen Fluggeräte, reiste er durch die Welt. Traf auf Donald Trump, der nun wirklich einer der härtesten und abgefeimtesten Politiker dieses Planeten ist. Versprach ihm Hilfe im Iran – nur um das Versprechen unmittelbar nach Rückkehr in einem Gymnasium im Sauerland zu widerrufen.
Dummerweise hat das die Weltpolitik genau mitgehört, insbesondere Donald Trump mit den langen Ohren seiner diversen Dienste. Friedrich Merz hat beim wichtigsten Verbündeten, tja, erlauben Sie mir, etwas vulgär zu werden: Er hat ausgeschissen. Aber so richtig. Jetzt lassen ihn, und leider uns alle, die USA so richtig zappeln. Nun hängt er am Fliegenfänger. Wir Bürger leider mit. Trump will die Benzin- und Dieselreserven freigeben, um bei den Mid-Terms gut dazustehen: Aber bitte doch. Trump hat den Finger an der Gasversorgung Deutschlands, weil wir auf sein Fracking-Gas angewiesen sind mangels Alternativen? Noch nie in den letzten Jahrzehnten war Deutschland so abhängig. Auch weil Merz unfähig ist zu dem, was man die Ökonomie der Konflikte nennen kann: Die Klugheit verlangt, sich nicht nur Feinde zu machen, jedenfalls nicht mehr, als man bewältigen kann. Russland ist böseböseböse, China ist auch böseböse, weil es Russland unterstützt. Nun, man hat auch Freunde. Die Ukraine. Der teuerste Freund seit Erfindung der Addiermaschine.
Die Außenpolitik entscheidet über das Schicksal der Völker. Und gegen Deutschland.
Merz hat zwei Freunde: Selenskyj und Klingbeil
Man könnte die Liste fast endlos fortsetzen. Die Bevölkerung beginnt zu meutern. Eine gewaltige Gerechtigkeitslücke klafft immer weiter auf. Die, die arbeiten und Beiträge und Steuern zahlen, sollen noch mehr bezahlen und weniger Leistungen er- und/oder in der Tasche behalten. Dafür ziehen Menschen ins Land, die nie Beiträge bezahlt haben und doch vollversorgt werden. Vielleicht sogar besser ohne Arbeit, als die, die dafür arbeiten müssen, weil sie ja nur Deutsche sind. Die Spaltung, wer auf wessen Kosten leben darf und wer die Spesen bezahlt, müsste mehr als dringend thematisiert werden. Auch Merz hat die Gerechtigkeitsfrage als wesentliche Frage erkannt – aber beantwortet sie mit einer sozialdemokratischen Idee: Abschaffung der Privaten Krankenversicherung. Und ohnehin: Die, die arbeiten, sind zu faul und sollen mehr arbeiten.
Es kommt zu absurden Feiern, die verdammt an Schloss Versailles erinnern: Die Kapelle spielt lauter, um die Rufe der Revolutionäre zu überhören. In Münster wird der Preis des Westfälischen vergeben, ausgerechnet an die Nato. Man muss kein Pazifist sein, um das mehr als seltsam zu finden. Noch dazu in einer Zeit, in der für einheimische Jugendliche wieder Einberufungsbefehle vorbereitet werden, während die Millionen Doppelpässler sich dem genüsslich entziehen können. Eine mörderische Gerechtigkeitslücke. Friedrich Merz steht mit anderen Promis seiner Gehaltsklasse auf dem Balkon zu Münster, will gnädig wie ein wahrer Fürst den Untertanen huldvoll zuwinken. Die allerdings pfeifen, schreien, protestieren. Merz wirkt erkennbar angefasst.
Wettlauf gegen die Demokratie
Aber schon Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord, der berühmteste Diplomat und gewissenloseste Politiker vieler Zeiten, soll seinem Fürsten zugerufen haben: „Sire, auf Bajonetten ist nicht gut sitzen!“
Und so befinden sich Merz und die seinen im Wettlauf: Kann der Abbau demokratischer und bürgerlicher Rechte schnell genug gehen, um bis zu den nächsten Wahlen den Widerstand zu ersticken? Klappt das mit dem Verbot der AfD – für die allerdings nach den heutigen Umfragen 30 Prozent der Wähler stimmen wollen, während die CDU (ohne CSU) auf jämmerliche 14 bis 15 Prozent schrumpft? Was er irgendwie spürt: Das waren mal seine Wähler. Das waren mal CDU-Wähler. Er kämpft gegen die frühere Anhängerschaft. Das ist geradezu absurd. Die Kraft für eine totale Kehrtwende, eine Politik, die er versprochen hatte, die fehlt ihm völlig. Sie fehlt, um diese Wähler wieder anzusprechen und mit der AfD ins Geschäft zu kommen. Die wird teils aus Überzeugung, teils aber auch aus schierer Not gewählt, nicht immer aus Überzeugung. In der eigenen Fraktion wächst die Unzufriedenheit wöchentlich.
Parteivorsitzende sind wie Häuptlinge von Räuberbanden. Sie müssen für Beute sorgen. Beute in Form von Mandaten, Präsidentensesseln, Dienstwägen, und all den komplizierten Dingen, die den früher eher primitiven Raub, Brandschatzung und Vergewaltigung der Beutefrauen formal zivilisiert haben.
Aber Merz kann keine Beute mehr organisieren.
Das hat Alice Weidel in der Haushaltsdebatte schonungslos offengelegt und jedem einzelnen CDU-Abgeordneten zugerufen: Gut umsehen, der Sitznachbar werde nach den kommenden Wahlen nicht mehr dabei sein im feinen Sitzungssaal. Mecklenburg-Vorpommern kommt schon ganz ohne CDU aus. Die einst mächtige Partei hat den Status Volkspartei verloren.
Der Anzug schlottert
Um Friedrich Merz schlottert der zu große Anzug. Die Politik läuft an ihm vorbei. Seine geliebte Außenpolitik mittlerweile ebenso sehr wie die im Land. Immer mehr Granden der CDU politisieren auf eigene Rechnung. Ministerpräsidenten verstecken den Dolch im Jacket. Die Zukunft dieser Bundesregierung mit oder ohne Friedrich Merz wird jedenfalls ohne Friedrich Merz verhandelt. Seine starken Sprüche wie: „Wegtreten“, an alle Kritiker gerichtet, verhallen. Die Kritiker hören nicht mehr zu. Er geistert nur noch über einen verlassenen Kasernenhof, während die Soldaten schon ihre eigenen Putsch-Pläne schmieden.
Friedrich Merz weiß das. Er ist längst Friedrich, der Jämmerliche, und irgendwohin werden sie ihn schon wegparken. Da kann er dann gut versorgt noch ein Buch schreiben: „Wie ich Deutschland gerettet habe – leider hat es keiner gemerkt“.








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Ein langjähriger Weggefährte von Merz hat angeblich mal behauptet, der sei früher noch viel arroganter gewesen. Mitleid mit einem, der ohne jede Gefühlsregung ein ganzes Land belügt, die Bürger leiden und die Wirtschaft untergehen läßt? Eine krebskranke Frau eiskalt niederbügelt? Herr Merz hat als Erster das konsequent durchgezogen, was Brecht damals seiner, mit dem Volk sichtlich unzufriedenen Regierung empfohlen hatte: Er hat sich ein neues Volk, nämlich die Ukrainer gewählt, die einzigen, die noch nett zu ihm sind, aber auch nur, so lange er dort die aus Deutschland gestohlenen Milliarden verteilt. Nee. Der Typ hat schon genug Mitleid mit sich… Mehr
Bisher mauerte die Brandmauer die CDU auf der linken Seite ein.
Da warten wir mal gespannt, wie lange die CDU sich noch von der Brandmauer auf der linken Seite einmauern (einseifen) läßt.
Wenn ich so an 1990 denke: irgendwie lebt Deutschland vom Mauerfall und vom Schleifen der Mauern. Slogan seinerzeit: „Die Mauer muss weg.“
Weg also 2026 auch mit der Brandmauer?
Muss auch die Brandmauer weg?
Slogan 2026: „Die Brandmauer muss weg.“
Tja, die erwartete Spaltung der CDU und CSU scheint nun unvermeidlich. Diejenigen, die meinen, diese könnten mit der AfD zusammengehen oder -arbeiten, und meinen es brauche keine Brandmauer haben den Grund warum es sie gibt nicht verstanden. Die Brandmauer dient dazu, diese Spaltung zu verhindern und das Projekt Union, das nach dem zweiten Weltkrieg diese Volkspartei schuf, zu erhalten. Die Anfänge der Spaltung sehen wir jetzt in Sachsen Anhalt. Die liberalen / christlichen Kräfte spalten sich ab. Damit verliert die Union vermutlich mehr als ein Drittel bis zur Hälfte ihrer Mandatsträger und Wähler. Das ist unvermeidlich, wenn die rechtsnationalen Kräfte… Mehr
Das muss man der Merkel lassen: Sie hat das schon vor Jahrzehnten erkannt.
Sanches in Spanien hat es begriffen, dass er versagt hat und hat Neuwahlen ausgerufen.
Wann begreift Friedrich Merz es? – Er hat es schon begriffen.
Aber in seiner Merkel-Sturheit verweigert er sich die Realität gelten zu lassen – wie Merkel auch schon – Bauchnalbelshow des neudeutschen Autismus.
Ein sonst harmloses Tier, welches angeschossen wurde, wird auch für einen Jäger gefährlich. Dieser Mann zieht Deutschland zum Abgrund. Wie ein Lemming wird er mitstürzen. Warum hat er keinen Überlebenswillen?
Nun Merz ist kein Tier- nur weil er tierisch oft voll daneben liegt. Er ist auch nicht harmlos – nur weil er seine wenig guten Erkenntnisse sofort widerruft. Er ist auch noch nicht angeschossen- weil kein Mensch einen Abiturienten aus NRW mit dem Schnitt 3,8 als Ratte, Wolf oder Pinscher erkennen würde sondern sofort als Bundeskanzler oder BR-Chef oder zukünftigen UN-Chef. In jeder dieser Positionen hat man ein verbrieftes Recht geschützt zu werden, weil man auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten steht. Selbst wenn er sich in den Abgrund stürzt muss er von seinen Body-Guards daran gehindert… Mehr
Wäre Merz nicht der Bundeskanzler, man müsste jeden dafür schlagen, der seine kostbare Lebenszeit für ein vermeintliches Rätsel opfert, welches in Wahrheit lediglich einen relativ unspektakulären Ausbund an mangelnder Selbstreflektion darstellt.
Wie so jemand allerdings in diese Position überhaupt gelangen konnte, ist das nicht kleinere Fanal. Die gesamte Funktionselite in Deutschland ist nicht nur überfällig – sie ist so, gefährlich für das Bestehen dieses Landes!
Erinnert auch an die seltsamen Zitter- und Schlotteranfälle der einstigen Kanzlerin.
Damals war der strafbewehrte § der Anzettelung und Vorbereitung eines Krieges noch nicht abgeschafft.
Oder ist er gar nich so jämmerlich und dumm, sondern einfach Friedrich der Fremdbestimmte ?
Sollte es in Berlin zu der Islamregierung kommen, ist er überfällig. Merz merkt nicht einmal, wie er von der linksextremen SPD vorgeführt wird und alles zulässt, was unserem Land richtig schadet.
Noch vor Weihnachten wird der das Handtuch schmeißen und sich vom Acker machen.