Karl Lauterbach steuert auf traurigen Rekord zu

Arbeit müsse billiger werden und sich mehr lohnen, verspricht die Ampel. Doch das Gegenteil passiert. Die Kosten für die Arbeit werden explodieren, warnt die DAK. Es ist die Bilanz von drei Sozialdemokraten, einer davon ist Karl Lauterbach.

IMAGO / Metodi Popow

Karl Lauterbach ist die typischste Entscheidung für Kanzler Olaf Scholz. 20 Jahre hat die SPD den Gesundheitsexperten an der Seitenlinie gehalten, weil die Sozialdemokraten um sein spezielles soziales Verhalten wussten. 20 Jahre lang hat er als Berater die Gelegenheit gehabt, ein Projekt nach dem anderen in den Sand zu setzen. Zum Beispiel die Finanzierung der Krankenhäuser, die Lauterbach jetzt selbst als mangelhaft bezeichnet hat. Trotzdem hat Scholz Lauterbach 2021 zum Minister gemacht: Der Corona-Dampfplauderer war beliebt in den Medien, Beliebtheit in den Medien hilft Scholz, also besetzt er wider besseres Wissen den Mann aus Leverkusen. Mir geht’s gut, pfeif auf das Land. Das ist das eigentliche Motto der Ampel unter Olaf Scholz.

Der Ampel geht’s gut. Ihre Minister verteilen Millionen Steuergelder an Parteifreunde in den NGOs, Vereinen und Agenturen. Sie missbrauchen Bundesbehörden, um ihre politischen Gegner zu verfolgen. Doch dem Land geht’s schlecht. Die Wirtschaft schwächelt schon jetzt – und sie wird in Folge der Ampel-Politik mit noch viel größeren Problemen klarkommen müssen. Wie das aussieht, darauf hat die DAK-Gesundheit nun einen Vorgeschmack gegeben.

Die Krankenkasse hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie sich die Abgaben für Krankenkasse, Renten- oder Pflegeversicherung künftig entwickeln. Die Antwort: Die Beiträge gehen durch die Decke. Die Ampel wird einen traurigen Rekord aufstellen, sagt die DAK voraus. Schuld daran ist die Politik von Karl Lauterbach, der sich mit absurden Beiträgen zur Pandemie ins Amt gedrängelt hat.

„Bis zum Jahr 2035 könnte der Gesamtbeitrag der Sozialversicherung um 7,5 Beitragspunkte auf 48,6 Prozent ansteigen“, teilt die DAK mit. Derzeit kämpft die Politik noch darum, die Kosten für Krankenkassen, Pflege und Rente unter 40 Prozent zu halten. Doch in der Folge der Ampel-Politik marschieren die Beiträge stark in Richtung 50 Prozent. Zahlen müssen das Arbeitnehmer und ihre Betriebe. Reguläre Arbeit wird sich damit in Deutschland noch weniger lohnen, das Bürgergeld und Schwarzarbeit noch attraktiver.

Alleine in der Krankenversicherung rechnet die DAK mit einem Sprung des Beitragssatzes von derzeit 16,3 auf 19,3 Prozent. Nur dieser Punkt kostet einen durchschnittlichen Arbeitnehmer bereits zwischen 800 und 1000 Euro im Jahr. Sein Betrieb muss für seine Arbeitskraft die gleiche Summe obendrauf legen – zu den schon jetzt weltweit höchsten Kosten. Dass die Beitragssätze in den kommenden Jahren um ganze 3 Prozentpunkte ansteigen wird, hat das Berliner IGES Institut für die DAK ausgerechnet.

Bereits zu diesem Jahreswechsel rechnet die DAK mit einem Sprung des Beitragssatzes um 0,6 Prozentpunkte auf dann 16,9 Prozent des Bruttoeinkommens. „Mit einer Steigerung um einen vollen Beitragspunkt innerhalb von vier Jahren ist das der historisch höchste Beitragsanstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung in einer Wahlperiode“, sagt DAK-Chef Andreas Storm. Ein Versagen, das komplett auf die Kappe von Karl Lauterbach geht. Aber Scholz belässt ihn im Amt. Die Medien mögen ihn doch. Mir geht’s gut, pfeif auf das Land.

Storm schlägt eine „Zeitenwende für Gesundheit und Pflege“ vor. So müssten Lauterbach und Arbeitsminister Hubertus Heil aufhören, die Kosten für die Gesundheitsversorgung der Empfänger von Bürgergeld zu einem großen Teil von den Beiträgen der Arbeitnehmer zu bezahlen. Rund zehn Milliarden Euro fehlen dadurch im System. Arbeitnehmer zahlen dieses Geld ein, Langzeitarbeitslose geben es aus. Während Arbeitnehmer mit immer schlechterer Versorgung leben müssen, etwa weil Krankenhäuser schließen, lässt die Ampel sie für weniger Angebot mehr Geld zahlen.

Mit den Beiträgen der Arbeitnehmer finanziert die Ampel ihr Prestigeprojekt Bürgergeld. Mir geht’s gut, pfeif auf das Land. Die Zahl der Empfänger von Bürgergeld, die eigentlich arbeiten könnten, ist jüngst auf über vier Millionen Menschen gestiegen. Die Hälfte davon sind Ausländer. Ihr Anteil an arbeitsfähigen Empfängern von Bürgergeld steigt unter der Ampel permanent und stark.

Den Beitrag zur Pflegeversicherung hat Karl Lauterbach bereits im vergangenen Jahr massiv erhöht. Auch in diesem Bereich hat der Mann aus Leverkusen keine politischen Angebote zu liefern. Er selbst hat bereits durch die Blume eine weitere Beitragserhöhung angekündigt. Die DAK rechnet mit einer unmittelbaren Erhöhung um 0,2 Prozentpunkte und mit einer Erhöhung von 0,5 Prozentpunkten in den kommenden sechs Jahren. Auch hier wird die Versorgung nicht besser. Auch hier lässt die Ampel Menschen, die regulär arbeiten, mehr Geld für weniger Leistung zahlen. Mir geht’s gut, pfeif auf das Land.

Bleibt die Rentenversicherung. In der hat Arbeitsminister Heil die Erhöhung der Beiträge verschoben. Bis die Wahl vorbei ist. Dann wird aber mit drei bis vier vollen Prozentpunkten zu rechnen sein. Auch die Rentenversicherung missbraucht die Ampel, um eigene Prestigeprojekte quer zu finanzieren. Etwa die Einwanderung. Diese Einwanderung soll übrigens künftig die Rente finanzieren – verspricht die Ampel. Das Gegenteil ist der Fall, sagt bald die Gehaltsabrechnung. Und Gehaltsabrechnungen lügen nicht.

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Kommentare ( 13 )

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Fieselsteinchen
16 Tage her

In diesem Artikel wird die Zukunft vorausgenommen! Bei 48,6 % arbeitet niemand mehr! Das ergibt überhaupt keinen Sinn mehr, dazu noch Steuern. Das mit Mehrzahlung eine Verbesserung des medizinischen Systems einhergeht, ist auszuschließen. Mit der Erhöhung geht es nur um die Deckelung der Kosten, dh trotz exorbitanter Beiträge werden GKVler weiterhin wochen- bzw. monatelang auf Termine warten müssen. Die Medikamentenversorgung wird davon auch nicht besser, egal ob man auf billige Ersatzprodukte umsteigt. Denn bei diesen ist oft die Wirksamkeit nicht so gegeben wie beim Original. Also Billigprodukte mit zweifelhafter Wirksamkeit am Gesundheitskiosk von Ali empfohlen, der gleich die x-te Boosterimpfung… Mehr

wegmitdenaltparteien
16 Tage her
Antworten an  Fieselsteinchen

Applaus. Applaus. Sie gehören zu den wenigen Menschen die begriffen haben, das der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung Teil der Lohnsumme ist.

Hairbert
15 Tage her
Antworten an  Fieselsteinchen

„Bei 48,6 % arbeitet niemand mehr!“
Das Fernhalten vom Arbeitsmarkt, und dazu gehört auch das Bürgergeld“, hält die Mär vom Fachkräftemangel aufrecht und dient mithin als Argument für die unkontrollierte Massenmigration.
Nicht in der Politik geschieht zufällig.

verblichene Rose
16 Tage her

„…Die Krankenkasse (DAK) hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie sich die Abgaben für Krankenkasse, Renten- oder Pflegeversicherung künftig entwickeln…“ Na super! So schlecht kann es der DAK dann ja wohl doch noch nicht gehen, wenn sie Gelder für Gutachten übrig hat. Jede Versicherung hat übrigens m.W. eigene Leute, sog. Versicherungsmathematiker, die die eingegangenen Risiken errechnen. Gibt es bei den KK’n etwa solche Leute nicht? Die Pandemie, der Ukrainekrieg und andere „Dinge des Lebens“ taugen dabei übrigens nur dazu zu übertünchen, dass die öffentlichen Kassen nur noch Spinnweben beherbergen. Der Grund dafür ist zwar bekannt, aber niemand mag ihn öffentlich… Mehr

humerd
16 Tage her

Lauterbach der Minister made by Talkshows. Lauterbach war schon Berater der damaligen Gesundheitsministerin Schmidt. Die Leute hättens besser wissen können, dennoch galt er mal als Gesundheitsminister der Herzen. 12% netto Bürgergelderhöhung, 6% Diätenerhöhung für Politiker, 4,57% brutto Rentenerhöhung, Rentner müssen Beiträge zur Kranken- und Pflegevericherung bezahlen und Renten müssen versteuert werden. Die Rentenerhöhung sorgt immer für einen lauten Aufschrei in den Medien und dann in der Gesellschaft. Achja, Pflegeversicherung: Lauterbach hat einen Anstieg der Pflegebedürftigen von 720% errechnet und niemand der Systempresse hat auch nur vage nachgefragt. Mit Zahlen hat ers nicht so. Nach einer Inventur bestellte er viel zu… Mehr

Last edited 16 Tage her by humerd
Fieselsteinchen
16 Tage her
Antworten an  humerd

Inventur? Auch! Nein, Lauterbach ging allen Ernstes davon aus, dass die gesetzliche Impfpflicht für alles und jeden kommt. Der hätte zur Not Breuers Truppen im Inland eingesetzt, um jeden Impfverweigerer aus seiner Höhle zu zerren. Fehlkalkulation aufgrund falscher Voraussetzungen! Das wird ihm
bis heute noch schwer im Magen liegen, dass er das Ding nicht durchbekommen hat!

elly
16 Tage her

Auch hier lässt die Ampel Menschen, die regulär arbeiten und alle die reguläre gearbeitet haben. Rentner zahlen Beiträge zur Krankenversicherung und die Beiträge zur Pflegeversicherung müssen sie dank Schröder Regierung alleine bezahlen.
Die indirekte Rentenkürzung kommt zu Stande, weil es nach dem Koalitionsbeschluss 2004 eine Rentennullrunde gibt und gleichzeitig die Ruheständler ab April den vollen Beitrag zur Pflegeversicherung zahlen müssen. Bisher tragen die Rentenversicherer die Hälfte des Beitrags von 1,7 Prozent der Bezüge. “
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/altersversorgung-eine-der-schwierigsten-entscheidungen-meiner-amtszeit-a-270499.html

Rob Roy
16 Tage her

Sie versaubeuteln alles und kommen dann mit Lösungen, die noch mehr Probleme verursachen oder schlicht abartig sind.
Allein, dass wir uns die Rente mit 67 haben gefallen lassen, spricht aber auch Bände für die Lethargie der Deutschen.
Eine weitere Erhöhung des Eintrittsalters ist ja auch schon im Gespräch. Und aktuell die Frage, ob man Rentner nicht noch zu einem Sozialen Jahr verpflichten soll.
Tagtäglich beweisen unsere Politker ihre komplette Unfähigkeit … und werden zum Dank auch noch immer wieder gewählt.

Flaneur
16 Tage her

Also, den Niedergang persönlich an Karl L. festzumachen, greift viel zu kurz.
Er ist für viele Fehlentscheidungen verantwortlich, aber:

  1. er hat NICHT seit 2015 die Grenzen für Millionen Leistungsempfänger aus aller herren Länder geöffnet
  2. er hat NICHT das Ende der AKWs beschlossen
  3. er trägt – von allem im Kabinett sitzenden – nur eine Nebenrolle bei der Zugrunderichtung der Wirtschaft

Dass die Leistungsempfänger die Kranken- und Pflegekassen ausnehmen wie eine Weihnachtsgans, ist doch kein Geheimnis. Sein größter Beitrag ist wohl daran, dass er – wie es von ihm verlangt wird – die wahren Gründe für die höheren Beiträge nicht nennt.

Delegro
16 Tage her
Antworten an  Flaneur

Streichen Sie gerne Lauterbach uns setzen Sie SPD ein. Passt. Auch wenn die (Scholz) auch noch so dämlich sind und die aktuellen Probleme Merkel und Ihrer CDU in die Schuhe schieben. Wer war den Koalitionspartner. Wer war den Vizekanzler? Nicht falsch verstehen, Merkel war und ist für mich die grandioseste Fehlbesetzung, die die CDU je vorgenommen hat. Madam hat die ganzen Probleme, die unser Land erdrücken werden, auf den Weg gebracht. Anbiederung an links/grün. Aus reinem Willen zum Machterhalt!

Harry Charles
16 Tage her

DIE WERFEN UNSER STEUERGELD RAUS, wie ein Besoffener, der sämtliche Kneipen einer Großstadt frei hält, obwohl er längst blank ist. Und dann fehlt es für das Notwendigste. Und das ist ja wohl die medizinische Versorgung. Ich bin weiß Gott kein Befürworter einer (sozialistischen) Kommandowirtschaft, sondern Anhänger der Marktwirtschaft und des Grundsatzes „so wenig Staat wie möglich, so viel wie nötig.“ Aber bei der medizinischen Versorgung darf unter gar keinen Umständen gespart werden. Selbst wenn ein Krankenhaus mal nicht „profitabel“ arbeitet, dann muss es eben bezuschusst statt geschlossen werden. Aber ich kenne Fälle, wo Krankenhäuser, die über den Anschlag hinaus profitabel… Mehr

Last edited 16 Tage her by Harry Charles
Montesquieu
16 Tage her

Dass die Sozialversicherungssysteme in der Form irgendwann nicht mehr bezahlbar sind, ist seit Jahrzehnten bekannt. Das liegt an der demographischen Entwicklung und dem Geburtsfehler unserer Sozialsysteme, der darin lag, dass man von einer unabänderbaren Demographie ausging. Was die Sozialsysteme aber in derartigem Tempo an die Wand fahren lässt, ist die massenhafte Einwanderung von Menschen, die nie in unser Sozialsystem eingezahlt haben und nie (netto) in unsere Sozialsysteme einzahlen werden. Die hierdurch für die Krankenkassen und die Sozialsicherung generierten Kosten belaufen sich aktuell auf > 40 000 000 000 Euro jährlich. Es kann nur unkontrollierte Zuwanderung oder aber einen Sozialstaat geben,.… Mehr

Last edited 16 Tage her by Montesquieu
Fieselsteinchen
16 Tage her
Antworten an  Montesquieu

Ein Sozialsystem funktionierte nur unter der Prämisse des solidarischen Handelns aller, Politiker, Bürger. Wer einzahlt, erhält Leistung. Wer nicht (mehr) einzahlen kann, erhält Hilfe. Aber dieser positive Grundgedanke wurde allerspätestens 2015 ad absurdum geführt. (Vorher auch, aber es konnte innerhalb des Systems aufgefangen werde ). Heute zahlt der Bürger für Politiker und deren Schäfchen mit. Die beiden letzteren erheben den Anspruch auf Leistungen, die die erste Gruppe (zwangsweise) einzahlt, deren Leistungen allerdings gekürzt werden, um sich selbst und ihre Interessensgruppen mit allem Vorhandenen versorgen zu können. Das nennt man Raub!