Die drei Chancen des Manuel Hagel: Wahlen, Farce, oder Spiele für viele?

Die CDU hätte in Baden-Württemberg alle Möglichkeiten der Welt. Eigentlich drei Elfmeter ohne Torwart. Aber die CDU wird auch diese Chancen ungenutzt lassen und weiter den unterwürfigen Erfüllungsgehilfe ökosozialistischer Ideologie spielen. Noch ist nicht alles kaputt. Diesen Rest auch noch zu vernichten, wird sich die grün-schwarze Koalition aber jetzt zur Aufgabe machen.

picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Natürlich könnte Manuel Hagel noch Ministerpräsiden werden und den grünen Zerstörungskurs beenden, auch wenn ein Drittel den Niedergang des einstigen Musterländle, das unter grüner Herrschaft zum Dekadenzländle werden wird, zu genießen scheint. Wenn man die Augen nur fest genug schließt, kann man sich einreden, dass der „Cem“ sympathisch und doch eigentlich ein guter Kerl ist und mit den Grünen so rein gar nichts zu tun hat.

Chance Nummer eins: Natürlich kann Manuel Hagen noch Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden, wenn er eine Koalition mit der AfD einginge, die einzige Koalition übrigens, die Baden-Württembergs Abstieg bremsen und nicht beschleunigen würde. Um diesen Niedergang allerdings in einen Aufstieg zu verwandeln, bedarf es des Endes der stramm rotgrünen Regierung mit schwarzen Schnürsenkeln im Bund. Doch dazu wird ihm und der durchgemerkelten Südwest-CDU die Kraft fehlen. Letztlich geht es auch in Stuttgart um Posten und nicht um Positionen.

Chance Nummer zwei: Manuel Hagel könnte sogar in den Koalitionsverhandlungen den „Cem“ entzaubern und für die CDU und für das Land ein Maximum herausholen, denn im Gegensatz zu den Grünen, zum „Cem“ hat die CDU und hat Manuel Hagel zwei Machtoptionen, die Grünen nur eine. Vergleicht man die Ergebnisse von Grünen und CDU mit der letzten Wahl, haben die Grünen Verluste, die CDU Gewinne eingefahren. D.h. Hagel könnte als Gewinner – nach außen und nach innen, auch für sich selbst – als Gewinner in die Verhandlungen gehen, und mit Cen Özdemir von der Position des Siegers wie mit einem Verlierer reden. Dazu bedarf es nicht viel, nur etwas Chuzpe, Liebe zum Land und den Willen zu Positionen statt zu Posten. Wenn die Grünen nicht der CDU weit entgegenkommen wollen, dann sollen die Grünen doch eine Minderheitsregierung aufmachen.

Chance Nummer drei: Würde Hagel standhaft bleiben und von einem Maximalprogramm nicht abgehen, klug und geschickt den „Cem“ zwingen, sich als das bloßzustellen, was er den ganzen Wahlkampf über versuchte, geschickt vermeiden, dass er durch und durch ein Grüner ist, einer von der Fraktion von Baerbock, der Ruinatorin der deutschen Außenpolitik, und von Habeck, dem Ruinator der deutschen Wirtschaft und der deutschen Familien, von Dröge und Haßelmann, den Ruinatorinnen des Niveaus des deutschen Parlamentarismus, von Michael Kellner, dem Ruinator des PCK Schwedt und letztlich von Winfried Kretschmann, dem Ruinator von Baden-Württemberg, könnte sich die Union für Neuwahlen erstklassig aufstellen. Denn was soll geschehen, wenn Cem Özdemir keine Regierung zusammenbekommt, dann muss halt noch einmal gewählt werden. Stellt es die CDU geschickt an, was eigentlich schon zu viel von ihr verlangt ist, und würde sie deutlich machen, dass ihr Positionen wichtiger als Posten und Pöstchen sind, den ernsthaften Willen demonstrieren, Baden-Württemberg aus der grünen Verwahrlosung, dem grünen Niedergang zu führen und den „Cem“ entzaubert hat, was sie im Wahlkampf verabsäumte, weil für sie die Koalition mit den Grünen auch ohne Wahlen schon feststand und feststeht, ginge sie wesentlich stärker aus Neuwahlen hervor.

Auf Grund ihres grünen Kuschelkurses verlor die CDU 80.000 Wähler an die AfD. Die FDP, die, versucht man ihr ins Gesicht zu schauen, nur die Physiognomie Strack-Zimmermanns zeigt, trieb mit großem Getöse der AfD 65.000 ihrer Wähler zu, und 35.000 Wähler von den Grünen und 35.000 Wähler von den Sozialdemokraten legten nicht erst einen Zwischenstopp bei Hagels rotgrüner CDU ein, sondern gingen gleich zur AfD. Die SPD verlor fast erdruschartig an die Grünen, was die SPD im Ländle und im Bund noch grüner und noch radikaler machen wird. Viel Vergnügen, Herr Merz. Aber auch 165.000 Wähler wandten sich von den Grünen ab und der CDU zu.

Doch Manuel Hagel als Vorsteher einer Mauerpartei wird keine der drei Chance nutzen. Seine Freunde in Magdeburg werden aller Voraussicht nach mit der SED, die sich jetzt die Linke nennt, koalieren, wenn es die Zahlen hergeben, warum soll er sich dann nicht in Stuttgart den Grünen unterordnen? Man wird mit Hilfe des öffentlich finanzierten, grünen Rundfunks und sich den geneigt fühlenden Medien eine Farce für die Öffentlichkeit aufführen, nach der der armarme „Cem“ gegen die Union und die Grünen kämpfen muss, damit eine richtige „Cem-Politik“ für Baden-Württemberg stattfinden könne. Die Südwest-CDU wird mächtig prahlen, was sie alles durchgesetzt haben will, die Grünen werden ein wenig ächzen, um die Sprenkel für die Drosseln, die Täuschung der Wähler als echt erscheinen zu lassen – und durch die Staatskanzlei schleicht wie weiland durch Helsingör das Gespenst des alten Hamlet Winfried Kretschmann.

Freunde, macht euch keine Sorgen, es geht weiter bergab. Der Löwe war immer schon ein Kätzchen.

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Kommentare ( 85 )

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85 Comments
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Mirabelle
1 Monat her

Schön wäre jetzt ein Coup wie anno 2011, als die CDU die meisten Stimmen errang und trotzdem die Roten und Gelben eine Koalition bildeten. „Das ist Demokratie“, hieß es damals. Grün gewann viele Stimmen, weil auch schon damals gelogen wurde wie heute immer noch. Fukushima war kein Atomunfall, sondern ein Tsunami mit vielen Ertrunkenen, selbst laut UNO gab es keine Atomtoten. Selbst Marc Friedrich sprach heute vom Atom-Unfall in Fukushima. Er könnte es besser wissen .Die Zweit- und Drittplatzierten hätten zusammen fast 50 %.Das wäre doch in unserem gebeutelten Bundesland einen Versuch wert!? Und wie wäre es mit einer Nachzählung,… Mehr

Mermaid
1 Monat her
Antworten an  Mirabelle

Auch Willy Brandt hat an der CDU als stärkster Kraft vorbei mit der FDP eine Koalition gebildet und ist so Bundeskanzler geworden.
Aber der Herr Hagel ist einfach noch zu jung für so eine Nummer. Cojones ist das Stichwort.
Er ist zu früh zu hoch geschossen (worden), wie so viele übrigens in der Gegenwart und auf allen Ebenen, und hat wahrscheinlich viele, denen er etwas zu verdanken hat. Und gehorchen muß. Vor allem, wenn man noch mehr will.

AlpenLady
1 Monat her

Es tut schon weh mitanzusehen was aus Lothar Späth’s Musterländle geworden ist!

Raul Gutmann
1 Monat her
Antworten an  AlpenLady

Die Schmerzen dürften sich in Grenzen halten, dürfte doch kaum jemand den Namen Lothar Späth noch kennen.

greenman
1 Monat her

Und wieder mal ist es so weit:
die CDU wird Stern Hagel grün weiter in den Abgrund fahren

wegmitdenaltparteien
1 Monat her

Ich halte es für reine Zeitverschwendung sich mit der CDU zu befassen. Das Äußere des Herrn Hagel sagt genug aus, Schwiegermutters Liebling, der nicht beißen kann. Deshalb steht er dort wo er steht.

U.S.
1 Monat her
Antworten an  wegmitdenaltparteien

Das wird die zig 100te Millionen analphabetische Fachkräfte in allen Armutsregionen ( Afrika und Islamischen Ländern) dieses hoffnungslos überbevölkerten Planeten Erde nicht davon abhalten, auf gepackten Koffern und Taschen auf Schleusungen durch das ASYL System nach Germoney💰💰💰zu warten, direkt hinein in lebenslange Versorgung mit Unterkunft und Geld 💰💰💰.

DuMeineGuete
1 Monat her
Antworten an  wegmitdenaltparteien

Erschwerend kam wohl noch hinzu, dass er „aktiv“ von unserem allseits beliebten Kanzler „unterstützt“ wurde, laut Focus sogar fünfmal: https://www.focus.de/politik/deutschland/merz-setzt-auf-blut-und-traenen-hagel-auf-gruenen-keile_0e9f657c-3cf7-48e5-986b-0e7b0dba550a.html

DELO
1 Monat her

Alles sehr richtig und gut beobachtet, Herr Mai. Doch sehen Sie sich die drei Gesichter auf dem Bild zum Text doch mal genau an: SO sehen Verlierer aus, nicht Gewinner. Da kann man nichts erwarten.

Montesquieu
1 Monat her
Antworten an  DELO

Physiognomie hin oder her. Die Union ist schlimmer als GRÜNE und SPD zusammen, sitzt aber überall an den Futternäpfen vorne. Ob nun als erster oder zweiter interessiert die Volkszertreter nicht. Oben ist oben. Unten ist unten.

Alf
1 Monat her

Chance Nummer eins. Doch dazu wird ihm und der durchgemerkelten Südwest-CDU die Kraft fehlen?
Abwarten.
Wer ist Merkel?
Wir schreiben 2026.
Und Merz hat nach einem Jahr nichts vorzuweisen.
Nur Mut.

Privat
1 Monat her

Sie beklatschen sich gegenseitig – so wie damals bei Erich Honecker mit der SED.
So langsam glaube ich an eine neue DDR – hier bei uns

TomSchwarzenbek
1 Monat her

Rehaugen-Hagel: Peter Maffay war 16, als er von seiner ersten Freundin verführt wurde. Sie war 31 ! Da spricht niemand drüber !

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
1 Monat her

Dass die Grünen im Spiel ein paar Ecken mehr hatten, interessiert niemanden. Gezählt wird nur, wenn der Ball im Netz ist. Und da steht es nun mal 56:56, also Unentschieden.

Was nun? Klarer Fall: Da die „Eva mit den rehbraunen Augen“ für den Spielausgang verantwortlich war, soll sie auch entscheiden, wer von den beiden jetzt das Oberkasperle spielen darf. Wo ist Eva? Wann outet sie sich?

Manuela1973
1 Monat her

Hagel wird als allerletztes den Aufstand proben. Wer ihn anschaut, hat vielleicht den idealen Schwiegersohn für Rosamund Pilcher-Gucker vor sich – aber sich keinen künftigen Ministerpräsidenten, der gegen den Meinungswind segelnd das Richtige richtig angreift.

WGreuer
1 Monat her

„Natürlich könnte Manuel Hagel noch Ministerpräsiden werden…“
Ja, er könnte mit der AfD koalieren. Aber diese Koalition würde maximal 2 Wochen halten, denn die Mainstream-Medien, das politische Berlin, die linksgrünen Parteien und die ganzen sonstige linksgrünen Spinner würde Amok laufen. Das Geschrei könnte man bis nach Sydney hören, die eigeen Parteimitglieder (Bund und andere Länder) würden maximalen Druck auf die BaWü-CDU ausüben.
Und am Ende würde ein befohlenes (siehe Merkel) Mißtrauensvotum dem Spektakel ein Ende bereiten.
Aber es wäre „lustig“ anzuschauen – eine wunderbare Show für die Bürger, sie könnten noch besser erkennen, welches böse Spiel hier gespielt wird.

Andreas Bitz
1 Monat her

Die AfD wird einen Teufel tun und mit dem Merzel-Jüngelchen / der CDU eine Koalition eingehen. Nein, eine Duldung einer Minderheitsregierung mit unverhandelbaren Konditionen anbieten, mehr nicht. Ansonsten: Sollen die 81 % hören „geliefert wie bestellt“. Bei jeder Entlassung, Stromrechnung, beim Tanken, beim Heizen, bei jeder Messerstecherei…

Der Ingenieur
1 Monat her

Seine Freunde in Magdeburg werden aller Voraussicht nach mit der SED, die sich jetzt die Linke nennt, koalieren“

Wie das?

Bezüglich der LINKE gibt es genauso einen Unvereinbarkeitsbeschluss wie mit der AfD.

Harry Hirsch
1 Monat her

Warum glaubt man hier eigentlich immer noch, dass die CDU irgendwie anders wäre, als die Grünen? Die CDU passt zu den Grünen wie Arsch auf Eimer. Es gibt sie nur noch, um dem konservativen Wähler vorzugaukeln, es gäbe eine konservative Alternative zur AfD, dabei ist die CDU im Grunde genommen nur ein Ableger der Grünen. Es ist die perfekte Symbiose zur Abwrackung des Landes. Aber der schlaue Schwabe wird schon sehen, was er davon hat. Die ersten Hiobsbotschaften in puncto weiteren Niedergang der Industrie kam ja heute zufällig pünktlich einen Tag nach der Wahl. Da hat man wohl am Wochenende… Mehr

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
1 Monat her
Antworten an  Harry Hirsch

Nanana, mein lieber Hirsch. Auf die ersten vier Sätze habe ich aber das Copyright. Allerdings will ich großzügig sein und Ihnen das Abkupfern mal durchgehen lassen. Ich spendiere Ihnen sogar einen grünen Daumen dafür, mich zitiert zu haben.

Fieselsteinchen
1 Monat her

Özdemir wird (und muss) primär Politik für seine Klientel machen, das nennt man auch Tribalismus. Ansonsten kann es ihm nicht grün genug werden, letztendlich ist es dem falschen Spätzle auch egal. Hauptsache für ihn springt was raus, denn für die Bundespolitik hat es nur zum Landwirtschaftsminister mit Hühnerwarnweste gereicht und das war schon das Höchste der Gefühle. Zu Hagel braucht man nichts mehr zu sagen, eine farblose Technokratenmolluske, die nach oben schielt, ob ja der warme Wind aus Berlin auch ihm noch um die Nase weht. Demokratisch wäre es, mit der AfD Abstimmungen zur Sache zuzulassen, ohne viel Worte und… Mehr

Deutscher
1 Monat her

Ich will gar nicht, dass der MP wird. Die Union setzt auf die Brandmauer, also muß sie mit den Konsequenzen leben.

Ich bin selber ein Verfechter der Brandmauer – zum Schutz der AfD! Wer mit der Union koaliert, kann auch gleich mit den Grünen koalieren.

Wer heute noch ernsthaft konservative oder auch nur seriöse Politik von der Union erwartet, muß die letzten 20 Jahre im Dauerschlaf verbracht haben.

Die Unionswähler wussten, dass sie mit ⚫️ auch 🟢 wählen. Nun sollen sie auch haben, was sie wollten. Das ist Demokratie.

Last edited 1 Monat her by Deutscher
Phil
1 Monat her

Das Jüngelchen ist noch grün hinter den Ohren und kauft den Grünen jeden Scheiss ab, die werden mit dem Buben ordentlich Schlitten fahren. Des Weiteren wird der auf Parteilinie getrimmt sein und es niemals wagen dem Lügenkanzler in die von den Kommunisten und Sozialisten teuer erkaufte Parade zu fahren. Man stelle sich mal vor, wenigstens einer dieser CDU-Adlaten hätte einen Arsch in der Hose und hätte bei dem Fernsehauftritt in der Schule einen auf Trump gemacht und gesagt: „Klimaschutz kostet nur Geld und bringt nichts, er schadet nur unserer Wirtschaft insbesondere in BW wo die Industrie und eure Zukunft gerade… Mehr

Fieselsteinchen
1 Monat her
Antworten an  Phil

Jemanden, den die CDU für irgendeine Position aufstellt, darf doch keinen Ar… mehr in der Hose haben! Wie kann es sein, dass ein Niederrangiger mehr Charakter zeigen würde, als Fritze – also werden immer mehr Loser auf der Versagerline durchgereicht. Dann würde der Berliner Thron aber sehr schnell ins Wackeln kommen, wenn ein richtiger Knaller plötzlich auf Landesebene erscheint. Das braucht einen schwäbelnden Franz-Josef Strauss, aber doch nicht so einen Weichspüler, der wohl allen Ernstes nicht mit der Hinterfotzigkeit der Grünen gerechnet hat. Himmel noch eins!