Die Durchimpfung der Bevölkerung scheint Selbstzweck geworden zu sein

Früher ging es in der Corona-Debatte einmal um die allgemeine Gesundheit. Das scheint passé. Es geht offenbar nur noch darum, Methoden zu finden, wie man noch mehr Menschen impfen lassen kann - auch wenn dies epidemiologisch kontraproduktiv ist.

IMAGO / IPON

Beim Corona-Gipfel in der vergangenen Woche beschlossen die Ministerpräsidenten und die Bundesregierung, dass Schnelltests in Zukunft kostenpflichtig sein sollen – mit dem Hintergedanken, so den Druck zu erhöhen, dass sich mehr Bürger impfen lassen. Das ist nicht nur deshalb problematisch, weil das in Zusammenhang mit der ebenfalls beschlossenen Testpflicht für Ungeimpfte eine Art Impfpflicht für ärmere Bevölkerungsschichten darstellt – sondern auch, weil es epidemiologisch völlig unsinnig ist.

Kehrtwende der Ständigen Impfkommission
Stiko empfiehlt Corona-Impfung für 12- bis 17-Jährige
Denn wenn ein Instrument in dieser Pandemie funktioniert hat, dann waren es effektive Schnelltest-Konzepte. Antigen-Schnelltests sind nicht überempfindlich wie der PCR-Test, liefern in kurzer Zeit für den Alltag verlässliche Ergebnisse und ermöglichen so konkreten Schutz. Insbesondere in Altersheimen war der Einsatz von Schnelltestkonzepten eine wirksame Methode, mit vergleichsweise schwachen Restriktionen die Risikogruppe zu schützen. Die Verpflichtung, sich testen zu müssen, mag an verschiedenen Stellen übertreiben gewesen sein, die Möglichkeit zu geben, sich kostenlos testen zu lassen, war aber eine der vernünftigen Corona-Maßnahmen. Nun muss man Corona-Tests selbst zahlen – das dürfte vor allem einen Effekt haben: Ungeimpfte lassen sich nicht mehr testen. Mit entsprechenden Folgen. Eine Sache dürfte der Regierung allerdings auch zu schaffen machen: Wenn die Testzahlen zurückgehen, wird die Inzidenz logischerweise folgen. Und so könnte sich die an den Schwellenwert der Inzidenz 35 geknüpfte Testpflicht selbst abschaffen.

Die Regierung ist bereit, diese völlig kontraproduktive Maßnahme – nach dem Kriterium des Durchbrechens von Infektionsketten – zu beschließen. Es geht der Regierung offenbar gar nicht mal mehr im Ernst darum, Infektionen zu verhindern. Die hohe Impfquote scheint Selbstzweck geworden zu sein.

Die Wahl vor der Wahl ohne Wahl
Die Vor-Wahl, in der die Freiheit stirbt
Das gleiche Muster zeigt sich beim Thema Kinderimpfung. Nach wochenlangem Druck aus der Politik auf die STIKO, ist diese nun eingeknickt: Auch für Minderjährige zwischen 12 und 17 empfiehlt sie nun die Impfung. Diese Maßnahme ist angesichts von insgesamt 24 Corona-Toten unter 20 Jahren in den vergangenen anderthalb Jahren schwer zu begründen. Das Argument, man solle Kinder impfen, um Erwachsene zu schützen, ist nicht nur von Grund auf perfide, sondern auch widersinnig: Denn einerseits können Geimpfte das Virus nachträglich ebenfalls weitergeben und andererseits können sich die zu schützenden Erwachsenen schließlich selbst impfen lassen – und dadurch schützen. Warum Kinder sich jetzt unbedingt einem neuartigen, nicht abschließend überprüfbaren Impfstoff aussetzen sollten, wo sie doch kaum in Gefahr sind, bleibt schleierhaft.

Bei nüchterner Betrachtung sollte der Staat jedem Bürger mit Impfung und Tests Varianten eines potentiellen Selbstschutzes ermöglichen – die Notwendigkeit für Zwang besteht definitiv nicht mehr.

Anzeige
Unterstützung
oder

Kommentare ( 175 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

175 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Dunkelsachse
1 Monat her

Keine Tests=>keine Inzidenz.

Walter Eiden
1 Monat her

Wäre die (Durch)Impfung ein Selbstzweck ginge es ja nur darum dass jeder geimpft wird. Das ergibt keinen Sinn wenn es nicht darum ginge dass mit der Impfung irgend was erreicht werden soll. Schliesst man eine (ohnehin nicht erwirkte) Immunisierung aus geht es also um was anderes was mit dem Injizieren einer kaum erprobten, mit hohen und teils schweren Nebenwirkungen verbundenen, haftungsfreien Substanz erreicht werden soll. Und der Logik nach kann das nichts Gutes sein.
„Bei nüchterner Betrachtung“ braucht es weder Tests noch Impfung.

LiKoDe
1 Monat her

Die Behandlung möglichst der gesamten Bevölkerung mit experimentellen und per Notzulassung erlaubten mRNA-Präparaten oder Vektor-Präparaten war von Anfang an nichts als reiner Selbstzweck. Deshalb wurde der Notstand [‚Epidemie von nationaler Tragweite-‚] stets verlängert. Andernfalls müsste man nämlich die Notzulassung wiederrufen. Aus genau diesem Grunde wurde und wird der Eindruck erweckt, bei SARS-CoV-2 handele es sich um eine hochgefährliche Mischung aus Ebola, spanischer Grippe und Pest und nicht etwa um ein mit einem echten Grippevirus vergleichbares Virus.

pcn
1 Monat her

Wer sich wahrhaft informieren möchte, muss sich mit dem Buch von Prof.Dr. Wodarg beschäftigen, der die Hintergründe und die Zusammenhänge zwischen der Big Pharma, der WHO, dem RKI und letztlich der Politik aufdröselt. Ein ausgewiesener Experte, Epidemiologe und Facharzt und jemand, der auch mit der WHO zutun hatte, seinerzeit, anlässlich der verschiedenen angeblichen Pandemien.

Rob Roy
1 Monat her

24 junge Menschen sind gestorben – an oder mit Corona. Vor allem mit erheblichen Vorerkrankungen bei den meisten. Natürlich ist es so oder so traurig. Aber jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 1.000 Kinder und Jugendliche an Krebs. Von anderen Krankheiten ganz zu schweigen.
Ein Bruchteil dessen, was uns Pandemie, Lockdown und Impfungen kosten, könnte die Krebsforschung mit Sicherheit ein großes Stück voranbringen. Aber mit Massenimfpungen lassen sich Milliarden verdienen, mit Kinderkrebs halt nicht.

Last edited 1 Monat her by Rob Roy
Tobler ohne X
1 Monat her

Es ist aus Rechthaberei und der Unfähigkeit, Fehler einzugestehen.
Die haben sich in eine Hysterie versetzt und dazu verleugnet, dass der Mensch ein Immunsystem hat. Der Impfstoff / Gentherapie stärkt nur das Immunsystem der Hochbetagten.
Bekanntlich haben Hochbetagte altersbedingt eine Immunschwäche (Immunoseneszenz), weswegen für diese Corona, Grippe etc. gefährlich ist und nur bei diesen macht eine solche / Gentherapie einen Sinn.
=> Der Coronawahn hat immer noch Hochkonjuktur.

Andy Malinski
1 Monat her
Antworten an  Tobler ohne X

Wenn viele Hochbetagte ein nur noch schwaches Immunsystem haben, ist die „Impfung“ sinnfrei, weil damit keine Antikörper gespritzt werden, sondern ein Agens, das zuerst den Organismus zwingt, für ihn schädliche Spikeproteine herzustellen … auf dass dieser dann, so das Immunsystem arbeiteten würde, die Antikörper produziert. Da das aber kaum mehr funktioniert … nix mit Antikörper, dafür wenigstens Spikeproteine: Gestorben mit Corona(impfung).

Franz Guenter
1 Monat her

Solche „Großversuche“ benötigen eigentlich eine Kontrollgruppe, damit man den Erfolg überprüfen kann. Eine Gruppe, die keine „Impfung“ erhalten hat. Warum also möchte man diese Kontrollgruppe zum Verschwinden bringen? Hat man Gewissensbisse?

Andy Malinski
1 Monat her
Antworten an  Franz Guenter

Wo nix iss, kann auch nix beißen! Oder haben Sie Umsatzsteigerung schon mal beißen sehen?

Kokoschka
1 Monat her

Allein wenn ich den Begriff „Durchimpfung“ für Menschen lese, läuft mir ein Schauder über den Rücken. Durchimpfung! Das würde ich in Bezug auf einen Viehbestand benutzen, nicht aber für Menschen, wo doch ein jeder diese Entscheidung individuell und wohlüberlegt treffen sollte. „Durchimpfung“ klingt für mich nach: „Nummer 71439, vortreten, Sie sind an der Reihe“. Dass Alt-Maoist Kretschmann diesen Begriff benutzt, passt. Genau so funktioniert das anscheinend, wenn jetzt beim Discounter um die Ecke geimpft wird. Das ist nichts anderes als eine Erosion unseres Rechtsstaates. Denn juristisch gilt Folgendes: JEDER medizinische Heileingriff ist tatbestandlich eine Körperverletzung. Diese ist nur dann gerechtfertigt,… Mehr

Last edited 1 Monat her by Kokoschka
HGV
1 Monat her

Egal, wie auch immer! Ob nun geimpft oder ungeimpft, die Regeln AHA, 3G, … (was auch immer noch so gedacht wird) lähmt die Gesellschaft und ihr Brauchtum. Veranstaltungen werden immer noch abgesagt oder die Termine verschoben. Arbeitgeber versteigen sich in der Drohung, Mitarbeiter nur noch in die Gebäude zu lassen, wenn sie geimpft sind – wir sind ja keine amerikanischen Arbeitgeber, aber …! Wenn man weder in der Außenpolitik, Finanzpolitik, Europapolitik oder Migration und Klima was gescheites auf die Beine gestellt bekommt, so muss man wenigsten den Bürger drangsalieren.

haasel
1 Monat her

Aufgepaßt Herr Spahn:
https://youtu.be/6iLgrGDTCjg
Und wenn Sie unsere Verfassung noch nicht kennen, und ihr Volk mit Füßen treten-bitte Nachhilfeunterricht, bevor Sie wieder ein Amt bekleiden! Ein dickes Dankeschön an solche Juristen, die ihren Job noch machen im Gegensatz zu unseren Politikern!

Julischka
1 Monat her
Antworten an  haasel

Habs mir angehört, aber sorry, „ZUM JETZTIGEN ZEITPUNKT verfassungswidrig“!° Wenn ich das schon wieder höre. Jeder Polizist, jeder Arzt hat mal einen Eid geschworen, aber nur „zum jetztigen Zeitpunkt“! Das ist einige Zeit später nichts mehr wert!