200 Jahre Karl Marx und 100 Millionen Tote

Vor 200 Jahren wurde Karl Marx geboren. In den Medien ein großer Trubel, die FAZ im Feuilleton mit Riesen-Überschrift „Der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt“, zwei Seiten Marx-Zitate, wie inspirierend und aktuell er als Denker sei.

© Steffen Kugler/Getty Images

Das FAZ-Feuilleton meint, es gebe guten Grund, den 200. Geburtstag von Marx zu feiern. Wichtig sei es, dass man „Marx mit dem Kopf von heute liest und in seinem Werk weniger Begründung für ein System sucht und mehr für die Anregung für neue Gedanken“. Neue Gedanken? Ja, es ist natürlich schöner und aufbauender, sich mit über 170 Jahre alten Marx-Zitaten zu beschäftigen und sich „neue Gedanken“ auszuspinnen als damit, was seitdem im Namen der marxistischen Ideologie angerichtet wurde.

Was soll man von einer Idee sagen, in deren Namen 100 Millionen Menschen im 20. Jahrhundert getötet wurden?

Man kann über die genauen Zahlen streiten, ob es nun 100 Millionen waren oder vielleicht mehr oder weniger. Ist das entscheidend? In Wikipedia werden unter dem Stichwort „Schwarzbuch des Kommunismus“ folgende Zahlen genannt. Alle für diese Verbrechen Verantwortlichen beriefen sich auf die Lehren von Karl Marx:

  • Sowjetunion: 20 Millionen
  • Volksrepublik China: 65 Millionen
  • Vietnam: 1 Million
  • Nordkorea: 2 Millionen
  • Kambodscha: 2 Millionen
  • Osteuropa: 1 Million
  • Lateinamerika: 150.000
  • Afrika: 1,7 Millionen
  • Afghanistan: 1,5 Millionen
  • die internationale kommunistische Bewegung und kommunistische Parteien ohne Regierungsmacht: um 10.000.

Der französische Historiker Stéphane Courtois listete im „Schwarzbuch“ vor allem Massenverbrechen in der Sowjetunion und weitere auf:

  • die Exekution von zehntausenden Geiseln und Gefangenen ohne Gerichtsverfahren,
  • die Ermordung von hunderttausenden rebellischen Arbeitern und Bauern von 1918 bis 1922,
  • die Hungersnot von 1922, die 5 Millionen Tote verursacht habe,
  • die Ausrottung und Deportation der Kosaken 1920,
  • die Ermordung von Zehntausenden in Konzentrationslagern von 1918 bis 1930,
  • die Liquidierung von fast 690.000 Menschen im Großen Terrorvon 1937 bis 1938,
  • die Deportation von 2 Millionen Kulaken und so Genannten von 1930 bis 1932,
  • die Vernichtung von 4 Millionen ukrainischen und 2 Millionen russischen und anderen Bauern sowie kasachischen und kirgisischen Nomaden durch eine künstliche und systematisch verlängerte Hungersnot von 1932 bis 1933,
  • die Deportation von hunderttausenden Polen, Ukrainern, Balten, Moldawiern und Bewohnern Bessarabiens von 1939 bis 1941 und erneut 1944 bis 1945,
  • die Deportation der Wolgadeutschen 1941,
  • die vollständige Deportation der Krimtataren 1943,
  • die vollständige Deportation der Tschetschenen 1944,
  • die vollständige Deportation der Inguschen1944,
  • die Deportation und Ausrottung der Stadtbevölkerung in Kambodscha von 1975 bis 1978,
  • die langsame Vernichtung der Tibeter durch die Chinesen seit 1950.
Rechtfertigung der Verbrechen durch Linksintellektuelle

Gerechtfertigt oder verharmlost wurden all diese Verbrechen durch Intellektuelle, die mit dem Marxismus sympathisierten. Der Hass auf den Kapitalismus war bei ihnen so groß, dass viele von ihnen zu ehrfurchtsvollen Bewunderern der größten Massenmörder des 20. Jahrhunderts wurden. Ich spreche hier nicht von irgendwelchen Außenseitern oder Sonderlingen, sondern von führenden Intellektuellen ihrer Zeit. Zwei Beispiele, die für ungezählte andere stehen, sind die französischen Schriftsteller Henri Barbusse und Jean-Paul Sartre. Barbusse war durch sein 1916 erschienenes Kriegstagebuch „Das Feuer“ weltberühmt geworden. Es wurde in mehr als 60 Sprachen übersetzt, und Barbusse erhielt dafür den Prix Goncourt, den angesehensten französischen Literaturpreis. Später war er einer der fanatischsten Verehrer des sowjetischen Diktators Stalin, über den er schrieb: „Die Geschichte seines Lebens ist eine Reihe ungezählter Siege über gewaltige Schwierigkeiten. Es verging kein Jahr seit 1917, in dem er nicht große Taten vollbrachte, von denen eine einzige genügt hätte, um ewigen Ruhm zu ernten. Stalin, das ist ein eiserner Mensch. Er macht seinem Namen alle Ehre: Stalin, der Stählerne.“

Die Kirche und Marx
Appell an Kardinal Marx: Fallen Sie nicht vor Karl Marx auf die Knie
Jean-Paul Sartre, der Dramatiker, Philosoph und Hauptvertreter des Existentialismus, wird in Wikipedia zu Recht als „Paradefigur der französischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. In seinem Aufsatz „Les Communistes et la paix“, der 1952 in Fortsetzungen veröffentlicht wurde, leugnete er die Existenz der Gulags in Stalins Sowjetunion. Nach einer Reise in die Sowjetunion 1954 verstieg Sartre sich zu der absurden Behauptung, dass in der UdSSR volle Redefreiheit herrsche. Er und seine Lebensgefährtin Simone de Beauvoir, die durch ihr feministisches Werk „Das andere Geschlecht“ zur bekanntesten Intellektuellen Frankreichs wurde, waren glühende Bewunderer von Mao Zedong und priesen die von ihm ausgeübte „revolutionäre Gewalt“ als Ausdruck höherer Moral. Sartre bewunderte oder verteidigte alle, die sich irgendwie gegen den Kapitalismus stellten, so auch den kambodschanischen Diktator Pol Pot, der zwei Millionen Landsleute und damit 20 Prozent der eignen Bevölkerung umbringen ließ. Dies tat Sartres Bewunderung und Verehrung unter Intellektuellen jedoch keinen Abbruch. Gleiches gilt für den Kapitalismuskritiker Noam Chomsky, der Pol Pots Massenmorde verharmloste oder leugnete.

„Eine gute Idee, aber schlecht ausgeführt“

Wenn man Marx-Anhänger heute mit den in seinem Namen begangenen Verbrechen konfrontiert, dann rechtfertigen sie diese in der Regel nicht mehr, sondern haben sich auf eine andere Strategie verlegt. Regelmäßig erklären sie, dies sei ja nicht der „wahre“ Sozialismus und Kommunismus gewesen. Marx sei missverstanden worden, Lenin, Stalin, Mao und alle anderen hätten sich zu unrecht auf Marx berufen.

Nehmen wir mal an, dass das so ist. Dann stellt sich jedoch die zwingende Frage: Wie gut ist denn eine Idee, die seit ihrer Entstehung (angeblich) niemals und nirgendwo zur „richtigen“ Ausführung kam? Und was soll man von Menschen sagen, die auf Basis der gleichen Idee immer wieder neue Experimente durchführen und glauben, irgendwann werde etwas ganz anderes dabei herauskommen? Albert Einstein hat einmal gesagt: „Nichts zeugt mehr von Dummheit, als immer wieder die gleichen Dinge zu machen und andere Ergebnisse zu erwarten.“

In meinem aktuellen Buch „Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung“ (http://kapitalismus-ist-nicht-das-problem.de/) schreibe ich dazu:

„Geschichte ist ein großes Experimentierfeld. Sozialistische Systeme wurden in jeder erdenklichen Form ausprobiert. Es gab den sowjetischen Sozialismus, der sich von dem in China unterschied. Das Wirtschaftssystem in Jugoslawien war ein anderes als das in Nordkorea. Das jüngste Experiment des „Sozialismus im 21. Jahrhundert“ in Venezuela war eine eigene Variante, und die Formen eines demokratischen und vergleichsweise gemäßigten Sozialismus im Großbritannien der Nachkriegszeit und im Schweden der 70er-Jahre waren wieder andere Formen. In Afrika wurden vielfältige Modelle eines ‚afrikanischen Sozialismus’ ausprobiert; funktioniert hat dies dort ebenso wenig wie die Versionen, die in Lateinamerika, Europa oder Asien entwickelt wurden. Diese Erkenntnis dürften heute viele Menschen auf der Welt teilen, auch wenn der Irrglaube weit verbreitet ist, der Sozialismus sei an sich eine gute Idee, die nur schlecht ausgeführt worden sei. Irgendwann wird man anerkennen, dass nicht die Ausführung schlecht war, sondern die Idee.“

Heute stimmen 42 Prozent der Westdeutschen (in Ostdeutschland 59 Prozent) der These zu, der „Sozialismus/Kommunismus ist eine gute Idee, die bisher nur schlecht ausgeführt wurde“. Es scheint so, dass mit dem Abstand zum Zusammenbruch der sozialistischen Systeme in der westlichen Welt manches in Vergessenheit gerät und das Bewusstsein für die Überlegenheit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung verloren zu gehen droht – insbesondere bei der jungen Generation, die im Geschichtsunterricht meist nur am Rande über die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in sozialistischen Ländern informiert wurde.

Übrigens: Bei Umfragen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Westdeutschland vertraten auch 55% der Befragten die abwegige Meinung, der Nationalsozialismus sei eine „gute Idee, die nur schlecht ausgeführt wurde“.

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Kommentare ( 131 )

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So ist es. Letztlich genügt dieses EINE Argument um absolut Alles was – direkt oder indirekt – auf „links“ auch nur hindeutet ein für alle Male „in die Tonne zu hauen“. Warum sich „links“ trotzdem so beharrlich hält? Es ist – prinzipiell – dasselbe wie mit der Kirche. Der Traum des/der Menschen von „ewiger Glückseligkeit“ vom Paradies, möglichst sogar „auf Erden“ ist unausrottbar. Damit die beste Marketing-Idee in Richtung M A C H T aller Zeiten! Für deren „Verkäufer“. Der alte „Kampf“ zwischen schillerndem Traum und harter Wirklichkeit wird weiter toben solange es Menschen gibt die träumen können. Bei denen… Mehr

„Nichts zeugt mehr von Dummheit, als immer wieder die gleichen Dinge zu machen und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Mit diesem Ausspruch meinte Albert Einstein wohl eher den Kapitalismus und eine konservative Grundeinstellung, so viel ist klar.

@ Fritz: So, woher wissen Sie Genie denn das? Von Ihrem Staatsbürgerkundelehrer? Haben Sie je eine Schrift von Einstein gelesen? Ich könnte Ihnen ja eine empfehlen. Albert Einstein „Mein Weltbild“, erschienen 1949 in Zürich. Da schreibt er, was er von „menschenverachtenden Systemen wie jenem in Rußland“ hält. Herrschte da in den 40er Jahren ein „Kapitalist“?

So ein Quatsch.
Als ob man ernsthaft Karl Marx oder/Engels verantwortlich machen kann fuere das was aus ihren Ideen abgeleitet wurde.

Es wuerde sich keiner hinstellen und die gleichen Vorwuerfe gegen die Autoren der Bibel zu erheben.

Soweit ich gelesen habe, macht Zitelmann auch nicht den Autor, also Marx, verantwortlich, sondern seine „Idee“. Und auch die Bibel sollte man nicht in die Tat umsetzen. Wie sähe das aus, wenn wir Christen meinen, wir sollten eine Arche bauen und alle nicht Gläubigen ausrotten? Der Rest darf Pärchenweise die Arche betreten… Und noch viele andere Beispiele…

Abwarten: Genau auf dieses Argument gehe ich in meinem nächsten Artikel ein – liegt schon bei TICHY. Danach bin ich neugierig auf Ihre Gegenrede. 🙂

Die Toten sagen uns mit John Maynard Keynes: In the long run you are all dead. Egal, welche Ideologie. Früher oder später. Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod. Was ist der älteste Beruf der Welt? Und kommt mir itzt nicht mit den Hürchen, nein, sondern es sind: Die Schamanen, Druiden, Brahmanen, Rebbes, Priester, Popen, Mullahs etc. Die haben erkannt: Alle haben sie Angst vor Ritter, Tod, Teufel und Ideologen – sie selbst zwar auch, aber bis es mit ihnen so weit ist, kann sich der Ideologe doch ein bequemes Leben auf Kosten der Beschissenen machen, nach dem OPM-Prinzip… Mehr

„Es gibt auch eine Kultur des Neinsagens …“ – Danke, dass Sie darauf hinweisen aber leider ist sie nicht weit verbreitet.

Ist es eigentlich nicht müßig, aufzurechnen, welche Ideologie, die ohnehin nur ein Glaubensgebäude ist wie jede „normale“ Religion, mehr Tote und Verheerungen angerichtet hat? Ich denke ja, es ist müßig! Jedes Lebewesen beansprucht einen Lebensraum, in den einzudringen nicht ratsam ist, weil der Besitzer ihn verteidigt. Die gesamte Menschheitsgeschichte ist eine einzige Abfolge von Morden und Diebstählen, Okkupationen. Der Mensch ist so geprägt wie die gesamte Natur. Es geht immer nur um bessere Lebensbedingungen, darum, anderen etwas wegzunehmen und es selbst zu benützen. Hitler ist ein klares Beispiel mit „Volk ohne Raum“! Der Marxismus begründete ebenfalls den Kampf, es war… Mehr

Zum bereits fortgeschrittenen imperium paternale, passt die Marx Statue exakt. Der neue väterliche Staat wird die bisher „schlecht ausgeführte“ Heilslehre endlich gut und erfolgreich ausführen.

Lieber Herr Kunz, in den meisten Punkten folge ich Ihrer Sicht. Da Sie das Thema ansprechen, ob der NS eine linke Ideologie war – das wäre in der Tat etwas einfach, ebenso wie man es sich zu einfach macht, ihn als rechts zu bezeichnen. Hier ein Aufsatz von mir zu diesem Thema: War Hitler rechts? Von Dr. Dr. Rainer Zitelmann Kann es überhaupt einen Zweifel daran geben, dass Hitler ein Rechter war? War er nicht geradezu der Prototyp des ultrarechten Politikers und aus Sicht der politischen Linken zugleich ein Kapitalistenknecht und Arbeiterfeind? Zweifel sind begründet. „Hitler ist keineswegs so leicht… Mehr

@Dr. Dr. Zitelmann:
Danke für Ihre Antwort und das, was Sie in dem Auszug aus Ihrem Buch, sagen – teile ich/sehe ich auch so.
Mich stört ja nur die eindeutige und ausschliessliche Verortung des NS nach links (Was Sie ja nicht getan haben), denn das ist unredlich und wissenschaftlich nicht haltbar.
Gerade hier auf TE wird das ja gerne so gesehen … ex falso, quodlibet.

Danke. Auch wenn es etwas unbescheiden klingen mag, glaube ich nicht, dass sich ein Historiker so intensiv gerade mit diesem Thema auseinandergesetzt hat wie ich in meiner Diss über Hitler, den ich weder als links noch als rechts einordnen würde.

Wenn ich mich in den Diskurs einmischen darf: Die Frage der Gemeinsamkeiten von sehr weit „linken“ und sehr weit „rechten“ Positionen ist nicht nur aus geschichtlicher Sicht aktuell. Was ist denn der Front National unter Marine Le Pen? Als „rechte“ Organisation unter Vater Le Pen, der ja noch dazu offen antisemitisch ist, gestartet. Und heute; unter der Regentschaft seiner Tochter? Das Wirtschaftsprogramm des FN entspricht nahezu 1:1 dem der französischen Kommunisten. Und die anti- „kapitalistische“ und -„globalistische“ Rhetorik entspricht jener von Superlinken wie Melenchon und Varoufakis. Von ähnlichen Parallelen zwischen zwei Parteien in Deutschland ganz zu schweigen….

Ob Fleißig oder Fauel,alle 6,30 (Mark der DDR).

Im Gegensatz zur Marktwirtschaft ist der Sozialismus ein per se instabiles System. Weder die vernünftige Allokation von Gütern und Dienstleistungen über eine frei Preisgestaltung noch Anreize für Fleiß und ordentliches Wirtschaften lassen sich im Sozialismus realisieren. Dieser Mangel an Selbstorganisation und positiven Anreizen führt immer zum wirtschaftlichen Niedergang. Diesen Niedergang versuchen die meisten sozialistischen Länder durch all umfassende Planung und staatlichen Verordnungen entgegen zu wirken. Staatliche Vorgaben die schließlich in Diktatur und Zwangsmaßnahmen münden die aber trotzdem nichts am eigentlichen Problem Ändern, dem Mangel an Selbstorganisation und positive Anreizen.

Der weltweit mit Abstand wichtigste Markt, der Finanzmarkt, gilt auch als Muster Beispiel venünftiger Ressourcen Allokation.

Und zudem ist er eine unverzichtbare Waffe im Kampf gegen monetäre Übel wie bspw Monetarisierung von Staatsschulden durch Geld
drucken, weshalb es voll gerechtfertigt erscheint dass Staaten 1/3 ihres Haushalts für den Schulden Dienst aufbringen

[Ironie aus …]

Tja, vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass es zwei Bereiche der Wirtschaft gibt, die am meisten reguliert sind und in denen es am wenigsten Markt gibt: Das Finanzsystem sowie das Gesundheitssystem. „Zufällig“ sind das die beiden, die am schlechtesten funktionieren.

Mit dem Finanzsystem mögen Sie ja recht haben, lieber Herr Zitelmann, aber bedenken wir doch bitte die „Massenvernichtungswaffen“ nach Warren Buffet (er meinte insbesondere die CDS, also Wechsel zu Kreditausfällen). Die werden naturgemäß sofort fällig, wenn’s brennt – und schon haben wir eine Finanzkrise wie erlebt. Zu viel oder zu wenig Regulierung? Beim Gesundheitswesen ist das so eine Sache mit dem Markt, der Deregulierung, wenn’s im Ränzlein zwickt, gelle? Wenn der Arzt sagt: Erst Kohle, sonst nix raus mite Blinddarm. Ich sehe, Sie sind weder Naturwissenschaftler noch Arzt, da lässt es sich leichter daherreden. Sollen doch die Anderen zusehen, dass… Mehr

In der Aufzählung fehlt die Vertreibung von 12 Millionen Deutschen aus ihrer seit Jahrhunderten angestammten Heimat. Dabei sind 3 Millionen umgekommen.