SPD-Vorsitz: Stegner und Schwan geben ihre Verlobung bekannt

So viel Freude und Frohsinn war selten bei den verbiesterten linken Schwestern „Spiegel“ und „Zeit“, in der analogen Welt könnte man dazu sagen: Die Leser tanzen auf der Straße.

ODD ANDERSEN,JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Die „Zeit“ hatte ganz sachlich, ohne den Mund zu verziehen, also eher wie ein früher Köpcke, nicht wie ein heutiger Kleber, eine Meldung weitergegeben, die der „Spiegel“ zuvor von den SPD-Chef-Grazien Malu & Manu (und Thorsten) erfahren haben will: „Gesine Schwan und Ralf Stegner kandidieren gemeinsam für den SPD-Vorsitz.“

Da brach er los, der Sturm, begleitet von donnerndem, homerischem Gelächter. Die „Personifikation des derzeitigen sozialdemokratischen Elends“ sei zu bestaunen, schreiben „Zeit“-Leser in den Kommentarspalten, mithin zwei Kandidaten, „die den Sterbeprozess (der SPD) nicht unnötig hinauszögern“ würden. Andere führten die bisherigen Leistungen der zwei Optimisten von der Kandidatenfront auf und erinnerten daran, dass „Ralf ‘Pöbel-Ralle‘ Stegner … immerhin als Spitzenkandidat 2009 das schlechteste Wahlergebnis in der Geschichte der schleswig-holsteinischen SPD eingefahren“ habe, und Gesine Schwan mit Staatsknete „eine Hochschule gründete, welche 2014 insolvent ging und anschließend geschlossen wurde.“

The Irony Man
SPD: Der Kandidat (der Herzen)
Im Angesicht, des zu erwartenden „Abgrunds“, überwog deutlich der schwarze Humor, nur gelegentlich von Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/nn in Schach gehalten. Auf allen anderen Mainstream-Portalen das gleiche Bild. Ob es demnächst „die SPD auf Comedy Central“ gebe, will ein Leser der „Welt“ wissen, wo auch gleich die besorgte Frage folgte „Wer wird dann Kanzler“ von den beiden? Als Team-Ergänzung wurden Sawsan Chebli und Kevin Kühnert vorgeschlagen oder „Bitte auch noch den erfolgreichen Towaritsch Hessen-Gümpel dazu packen“. Den Realitätssinn der Kandidaten Ralf & Gesine hinterfragten bislang alleine die Kommentatoren.

Die Social Media Teams der SPD waren jedenfalls noch nicht im Einsatz, um die Stimmung in den Kommentarbereichen ein wenig auszutarieren. Und auch den edlen Federn des Schreibgewerbes, die meisten sind schließlich auf die eine oder andere Art der Spezialdemokratie verpflichtet, wollte noch kein tröstendes, belehrendes oder drohendes Wort gelingen, etwa in der Art „Gab’s schon immer“ „schöner Einzelfall“ oder „ich freu mich drauf“.

Am Freitag wollen sich die zwei Verlobten in Berlin öffentlich erklären, was sicherlich ein großer Spaß wird. Dann touren alle Kandidaten bis Mitte Oktober durch Deutschland und stellen sich den SPD-Mitgliedern in 23 Regionalkonferenzen vor – was ein noch größerer Spaß wird.

Die Aufmerksamkeit in Sachsen und Brandenburg mag vielleicht ab September der AfD gehören, Deutschland im Herbst aber liegt ganz im Bann der Spezialdemokratischen Partei Deutschlands.

Dabei wissen wir bislang ja nur die Hälfte! Zwar verschweigen die Herolde nicht, dass Stegner & Schwan zunächst noch die Nominierung durch einen Landesverband, einen Bezirk oder fünf Unterbezirke benötigen, um überhaupt zugelassen zu werden. Was wiederum bereits die Hürde sein dürfte, an der unsere Lustigen Zwei scheitern. Das aber sollte unsere Freude nicht trüben.

Denn, munkelt der Spiegel: „Aus der Partei heißt es, dass es zwar gleich mehrere führende Männer gebe, die sich den Job des Vorsitzenden vorstellen können. Doch alle haben ein gemeinsames Problem: Sie finden keine Frau.“ Die letzten Tage von Sodom haben gerade erst begonnen.


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Kommentare ( 194 )

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Ich kann die Häme und den Spott verstehen, der über die SPD völlig zu Recht ausgekippt wird. Verdient haben es die Genossen allemal. Trotzdem finde ich es total unangebracht, hier in Freude zu verfallen. Sieht denn niemand die Gefahr, die damit verbunden ist? Die SPD wird sich nämlich nicht einfach auflösen, sondern mit der Partei „Die Linke“ fusionieren zur „linken SPD“ oder was auch immer. Vorschläge für die neue Partei sind willkommen. Für die Demokratie in D ist das aber feuergefährlich, denn z.B. die von der SPD beherrscht Madsack Gruppe ( Redaktionsnetzwerk D) und damit eine geballte Medienmacht , mitsamt… Mehr

Selbstmordattentat?

… am besten den Münte noch dazupacken, dann steht im neuen Parteiprogramm der SPD: Rente schon mit 80 damit die Deutschen Sozialleistungen für die ganze Welt auch bezahlt werden können – die SPD-Realität übertrifft wirklich jede Satire ….

Sehen wir das ganze doch mal von der Musischen Seite. Nehmen wir, sehr naheliegend, das Theater. Bevor der letzte Vorhang fällt, kommen alle mitwirkenden Darsteller nochmals auf die Bühne, winken und verbeugen sich. War es ein Erfolg, gibt es mehrere letzte Vorhänge. War es ein Debakel, eben nur einen, definitiv letzten. So ist es gerade auch beim Hoftheater der S chrägsten P artei D eutschlands. Also nochmal ‚Let me see your hands in the air- waving around like you just don’t care!“ rappt uns Ralle noch zu, bevor er und die Seinen sich in die Reihen der ‚Gewesten‘ ( Monthy… Mehr

Wie man alles, was über Stegner und Schwan zu sagen wäre, mit nur sechs Buchstaben auf den Punkt bringt: Hahaha!

Jetzt mal ernsthaft, was passiert wenn die SPD verschwindet, einerseits politisch und vor allem mit den parteinahen Institutionen Willy Brandt Haus, Böckler Stiftung, Antonio Amedeo Stiftung, den ganzen NGOs, den Zeitungen der SPD, den Sitzen bei den Rundfunk und Fernsehgesellschaften, den Aufsichtsratsmandaten bei Flughäfen, Bundesbahn oder Atlantic Brücke, Deutsche Bundesstiftung Umwelt……………..was ist, wenn man die braven und erfolglosen Parteisoldaten nicht mehr bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit platzieren kann, wenn all die SPDler auf den freien Arbeitsmarkt kämen?

Die Partei wandelt sich in eine NGO um.

In einem Wort: Entzückend!! ;D

Hallo geschätzter Hr. Paetow, wollen Sie diesen kleinen Ausrutscher hier vllt. noch korrigieren?

„Im Angesicht, des zu erwartenden „Abgrunds“, überwog deutlich der schwarze Humor, nur gelegentlich von Entfernt.“

😉

Bei diesem dream team wundert mich nichts mehr, offenbar soll getestet werden, wie schnell man die 5% Hürde nach unten durchbrechen kann. Oder es soll die Mitglieder so schockieren, dass sie jeden (!) nachfolgenden Kandidaten annehmen. Ich wette auf Heiner Lauterbach mit ……….

Es soll ja vorkommen, daß Ratten wieder zum sinkenden Schiff zurückschwimmen. Die nennt man dann „kontraphobisch“.