Der Weg in den Abnutzungskrieg

Russlands Armee könnte im Donbass ihr Minimalziel erreichen. Vielleicht ist Putin dann zur Waffenruhe bereit. Die könnte der Ukraine Zeit verschaffen, modernes Kriegsgerät in Stellung zu bringen. Doch Selenskyj kann ihr eigentlich nicht zustimmen, will er an seinem Ziel festhalten, alle Gebiete zurückzuholen.

IMAGO / ZUMA Wire
Ukrainische Soldaten in einer Verteidigungsstellung im Donbass, 20.05.2022

Es muss nicht wiederholt werden: Putins ursprünglich geplanter schneller und großer Wurf bei der Übernahme der Ukraine ist gescheitert. Nach unerwartet hohen Verlusten bei Mensch und Material kam es aufgrund der Nachschubproblematik zum Rückzug aus den zentralen Regionen bei Kiew. Die Gebiete um die zweitgrößte Stadt Charkiv konnten von der Ukraine mühsam befreit und der Vormarsch auf die Hafenstadt Odessa gestoppt werden. Vorerst. Denn dass der russische Aggressor von seinem imperialistischen Ziel der Vernichtung eines unabhängigen Staates Ukraine absieht, erscheint unwahrscheinlich. Das taktische Vorgehen hat sich geändert – nichts jedoch am strategischen Ziel.

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Die russische Armee hatte sich insofern darauf konzentriert, die im Blitzkrieg besetzte Landbrücke zwischen der Krim und den sogenannten Volksrepubliken im Donbass zu sichern und dabei die Elitetruppe in der zerstörten Stadt Mariupol auszuschalten. Lange Zeit gelang es dem Asowschen Regiment, russische Kräfte zu binden, bis die Kämpfer sich am Ende auf Gedeih und Verderb den Invasoren ausliefern mussten. Damit bekam Russland Kräfte frei, die es im Donbass gegen die Verteidiger einsetzen konnte. Verstärkung holte sich Putins Armee aus Syrien, wo es die freiwerdenden Stellungen den Terrortruppen der Mullahs aus Teheran überließ.

Mit den so verstärkten Einheiten wollte Militärchef Gerassimow in der Ostukraine einen großen Kessel bilden, in dem ein wesentlicher Teil der ukrainischen Armee von der Hauptmacht abgetrennt und so vernichtet werden sollte. Doch auch das scheiterte am Widerstand der Ukrainer, weshalb der zu bildende Kessel kontinuierlich schrumpfte. Nichtsdestotrotz deutet sich an, dass die verstärkten russischen Einheiten in der Lage sein werden, zumindest einen abgespeckten Kessel zu schaffen und die dort eingegrabenen Einheiten auszuschalten. Damit hätte Putin zumindest ein Etappenziel erreicht und die weitestgehende Kontrolle über die Provinzen Luhansk und Donezk errungen.

Einiges deutet darauf hin, dass es an der dortigen Demarkationslinie zu einem Stellungskrieg kommen wird, während Russland Teile seiner Einheiten nach Süden verlegt, um den bislang gescheiterten Vorstoß auf Odessa zu forcieren. Gleichzeitig baut Russland nach Erkenntnissen europäischer Militärbeobachter westlich des besetzten Cherson seine Stellung aus – auch dort die Voraussetzung eines langwierigen Stellungskrieges. Sollte die Übernahme Odessas misslingen, so entsteht auf breiter Front eine Situation, die mit jener des Jahres 1916 am deutsch-französischen Frontverlauf zu vergleichen ist.

Möglich, dass Putin dann sogar bereit wäre, über eine „Waffenruhe“ zu verhandeln, denn seine Invasionsarmee steht vor drei Problemen: Der Materialeinsatz hat tiefe Lücken in das Waffenarsenal Russlands gerissen, die Nachschubproblematik ist nach wie vor ungelöst und die Moral der eingesetzten Mannschaften gering. Putin könnte eine Atempause nutzen, um hier nachzurüsten für die nächste heiße Phase des Überfalls.

Gleiches gilt jedoch auch für die Ukraine. Die militärischen Elite-Einheiten werden durch den Abnutzungskrieg verschlissen – und auch wenn in der Ukraine ein Volkskrieg gegen einen Aggressor geführt wird, bedarf die Ukraine vor allem auch für den Einsatz der modernen Waffen aus dem Westen qualifizierter Kämpfer.

Eine Waffenruhe kann insofern Russland dienen – aber auch der Ukraine die Atemluft geben, hochmodernes Kriegsgerät in Stellung zu bringen.

Hinzu kommt, dass Selenskyj einer Waffenruhe eigentlich nicht zustimmen kann, will er an seinem Ziel festhalten, alle ukrainischen Gebiete nebst der Krim zurückzuholen.

Insofern wäre bereits der Einstieg in entsprechende Gespräche das Eingeständnis beider Seiten, dass ihnen die Luft ausgeht.

Gut vorstellbar insofern auch, dass Putin zur Erholung auf kleiner Flamme weiterkocht. Die Stellungen in den bislang besetzten Gebieten ausbaut, um Befreiungserfolge der Ukraine zu verhindern oder zu teuer zu machen. Dabei aber gleichzeitig die Bombardierung der ukrainischen Logistik und Zivilbevölkerung fortzusetzen, um die Waffen aus dem Westen vor ihrem Kriegseinsatz zu zerstören und die Ukrainer zu zermürben. Russland hätte es in einer solchen Situation in der Hand, über den Zeitpunkt des aktiven Vorstoßes zu entscheiden.

Das Risiko eines solchen Vorgehens wiederum liegt vor allem in der Situation Russlands selbst. Der Unmut im eigenen Land wird zwar weitgehend erfolgreich unterdrückt, doch es mehren sich die Signale, dass er an Breite zunimmt. Zudem ist nicht absehbar, ob und wann die westlichen Sanktionen ihre Wirkung entfalten. Je länger der Überfall dauert, desto größer wird für die Kremlführung das Risiko, sich gegen interne Widerstände behaupten zu müssen.

Panzerhaubitze
Warum die Ukrainer unbedingt westliche Geschütze wollen: Artillerie ist kriegsentscheidend
Gänzlich offen ist die Frage, was an den spekulierten, gesundheitlichen Problemen Putins den Tatsachen entspricht. Erwarten manche in westlichen Geheimdienstkreisen sein natürliches Ableben spätestens im kommenden Jahr, gibt es bislang keinerlei verlässliche Informationen darüber, ob und wie krank der Leningrader tatsächlich ist. Und selbst, wenn die Gerüchte zuträfen, gibt es keine Garantie dafür, dass Putins Nachfolger weniger kriegerisch orientiert ist.

So lässt sich auch hinsichtlich der Gesamtsituation kaum eine verlässliche Prognose treffen. Die Kampfhandlungen können sich theoretisch noch über Monate und Jahre hinziehen – oder abrupt enden, wenn einer Seite die Luft ausgeht. Bis es so weit ist, werden nicht nur in den battlegrounds weiterhin Tausende sinnlos sterben – es wird auch die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Ukraine ungebremst fortgesetzt werden.

Denn das Kernproblem der Überfallenen ist und bleibt die faktische Lufthoheit der Russen über ihr Land. Die könnte nur eine schlagkräftige Luftwaffe beenden, wie die der USA. Den direkten Kriegseintritt aber will nach wie vor niemand – und auch weiterhin wirken die Anstrengungen des Westens eher unkoordiniert und unabgestimmt. Ein bisschen hiervon, ein wenig davon. Einen Teil können die Ukrainer sofort einsetzen, für einen anderen bedarf es langwieriger Schulung. Und ein Teil wird von den luftüberlegenen Russen während Transport und Lagerung am Boden zerstört.

Es ist offensichtlich: Keiner der mittelbar und unmittelbar Beteiligten hat bislang ein reales Ausstiegsszenario. Selbst bei der feinen Differenzierung zwischen „Russland darf den Krieg nicht gewinnen“ und „Russland muss den Krieg verlieren“ gibt es keine klare Linie. Theoretisch kann das gegenseitige Morden noch über Jahre fortgesetzt werden. Oder aber, es fällt dann doch eine Seite in sich zusammen. Wer und wann das sein wird, steht gegenwärtig in den Sternen. Die Vorstellungen beispielsweise der EU-Kommission, umgehend in den „Wiederaufbau“ der Ukraine einzusteigen, scheinen insofern absurd. Was soll aufgebaut werden, wenn es bereits morgen wieder zerbombt wird? Und wozu?

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Kommentare ( 93 )

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Eberhard
1 Monat her

Immer mehr scheint einseitige Putin Propaganda gerade auch hier aufzutauchen. Oft erkennbar nicht nur für Menschen mit Systemerfahrung. Trotzdem aber auch immer noch ein Zeichen freier Meinungsäußerung, die leider nicht überall so möglich. Dass wir auch unterschiedlichste und völlig entgegengesetzte Meinungen immer noch verkraften können, dafür sollten wir auch bei allen Gegensätzen dankbar sein.

Aljoschu
1 Monat her
Antworten an  Eberhard

Wer weiß, lieber Eberhart, schon morgen wird diese Art des großzügigen demokratischen Zugeständnisses nicht mehr tragbar sein, dann wir man auch hier gegen Menschen mit störenden Meinungen etwas konsequenter vorgehen. Freuen Sie sich!

Hannibal Murkle
1 Monat her
Antworten an  Eberhard

Seltsam, hier die angebliche Meinungsfreiheit zu loben, wenn etliche andere TE-Artikel über Mängel in dieser Hinsicht berichten. Vorgestern – ein Ägypter, der bisher für Meinungsfreiheit in seiner Heimat kämpfte, merkt, dass dies in Deutschland genauso dringend notwendig ist.

Apropos Abnutzungskrieg – Wirtschaftspresse beschreibt ähnlich den Wirtschaftskrieg des Westens gegen den Osten. Es sind aber nicht bloß Medien-Schlagzeilen – will jemand wirklich den Wettbewerb, ob wir besser Verarmung ertragen als die Russen?

R.Baehr
1 Monat her

seit 3 Monaten höre ich im Westen nur reinste Ukrainepropaganda auf allen Kanälen. Alles was der Komiker von sich gibt, wird kritiklos übernommen, geglaubt und man könnte denken, der Selenskjy ist im Alleinbesitz der Wahrheit. Wie sagte er vor ein paar Tagen noch: das Rückgrat der russischen Armee ist gebrochen. Nun, wenn ich mir täglich die Lageberichte von der Front so ansehe, wird die Ukraine jeden Tag ein bißchen kleiner und überschaubarer und die Lage für sein Oligarchenregime immer bedenklicher, da helfen scheinbar noch so viele Waffenlieferungen und auch diverse Sanktionspakete nichts. Und dieser Selenskjy ist ein Aufwiegler und Kriegstreiber… Mehr

oHenri
1 Monat her
Antworten an  R.Baehr

Die Ukraine WIRD als russische und polnische Provinz enden – und für die „normalen“ Ukrainer – also nicht das korrupte Regierungs- und Oligarchen-Pack – wird das eine gute Lösung sein.

Steve Acker
1 Monat her

Seit Wochen liest man von den Erfolgen der Ukrainer und den gravierenden Verlusten der Russen.
Selensky sagte vor ein paar Tagen , man habe der russsichen Armee das Rückgrat gebrochen.
Inzwischen sickert sogar im Mainstream langsam durch dass die Lage im Donbass für die Ukrainer sehr kritisch ist.

R6
1 Monat her

Damit wir nicht nur die Propaganda des Westens hören, möchte ich auch mal die Propaganda vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichen. Stand 25.05.2022.
Militärische Verluste der ukrainischen Streitkräfte seit Beginn des Konfliktes:
178 Flugzeuge
126 Hubschrauber
1006 UAV´s
322 FlaRak-Systeme
3258 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge
430 Raketenwerfer
1661 Artilleriegeschütze (darunter auch M777)
3155 Militärfahrzeuge

Son of Bezzerk
1 Monat her

Ich für meinen Teil bin ganz klar auf der Seite Russlands lange genug hat Putin gewarnt hat versucht mit den USA und der EU zu Reden das diese Art von Aufrüstung in der Ukraine nicht so weitergehen kann. und hat es hier irgendjemanden Interessiert ? man hat Russland die ganzen Jahre nur Rumgeschubst und als billigen Rohstofflieferanten gesehen und jetzt dieses erbärmliche Moralinsaure Geschrei von diesen ganzen Witzfiguren die Kriege die der Westen so angezettelt hat sind gut, Russlands Reaktion BÖSE BÖSE BÖSE Sehr geehrte Damen und Herren wie Viel Verlogenheit hätten sie den Gerne 10%30% Oder heute als Sonderangebot… Mehr

Eberhard
1 Monat her
Antworten an  Son of Bezzerk

Wenn ich Ihnen folge, dass eine militärische Aufrüstung in einem UN-Staat, der ohne Atombewaffnung, bereits ein Kriegsgrund, dann müsste die immer weiter aufrüstende Welt in zig Kriegen inzwischen bereits auf dem Weg in die endgültige Vernichtung geraten sein. Oder warum ist eine weitere atomare Aufrüstung eines Atomstaates oder sogar die zu einem neuen Atomstaat in dieser zerrissenen harten Welt weniger gefährlich? Zum Glück gibt es noch genügend Menschen, die nicht grundsätzlich auf einer Seite stehen und versuchen, die Welt zumindest annähernd real zu sehen. Im bösen Wertewesten ist das immer noch uneingeschränkt möglich. Eigentlich ist jeder Krieg, warum auch immer,… Mehr

bkkopp
1 Monat her

Der amerikanische General (ret.) Ben Hodges hat schon vor Wochen vorhergesagt, dass den russischen Streitkräften im Donbas im Spätsommer etwas die Luft ausgehen könnte. Darauf gründet auch der relative Optimismus, dass die Ukrainer doch noch die Oberhand gewinnen könnten, auch wenn es nicht jeden Tag und jede Woche so aussieht. Heute ist Hodges mit der gleichen Aussage in der FAZ. Wenn die Ukrainer in den nächsten 2-3 Monaten nicht so gut durchhalten, teilweise auch weil die physische Infrastruktur für den Nachschub an Waffen und Munition zerstört ist, dann könnte die Situation ca. Ende September weniger gut sein. In einer eindeutig… Mehr

Weiss
1 Monat her
Antworten an  bkkopp

Im Moment sehe ich schon, dass die Russen im Osten der Ukraine zunehmend die Oberhand gewinnen. Gerade am Propasna-Frontabschnitt konnte die ukrainische Tiefenverteidigung zuletzt erfolgreich durchbrochen werden ( mehrere Verteidigungslinien hintereinander ). Vom Ex-Marine Jakob Dreisin wird das hier näher erklärt: The Snowball Effect – Ukraine War & Aftermath (thedreizinreport.com) Herr Dreisin sieht schon aktuell das Momentum bei den Russen. Im Mariupol-Kessel wurde zuletzt deutlich, dass die ukrainische Armee ihre Asow-Miliz nicht aus der Umlagerung befreien konnte. Die Asow-Soldaten waren also den Russen mehr oder weniger ausgeliefert… Genau das sehen auch aktuell tausende ukrainische Soldaten im Osten des Landes. Die… Mehr

Last edited 1 Monat her by Weiss
bkkopp
1 Monat her
Antworten an  Weiss

Das ist ziemlich nahe an dem was ich auch für möglich halte – einen für die Ukrainer negativen Verlauf in den nächsten Wochen und Monaten. Wegen der Zerstörung der Transportinfratruktur in die Ostukraine könnten die Nachschubprobleme auch größer werden, was sich immer auch negativ auf die Moral der Truppen auswirkt, und auf die Abwehreffektivität. Auch wenn man nicht wissen kann wie es laufen wird, man sollte beide Möglichkeiten durchdenken. Wenn es also für die Ukrainer im Donbas schlecht läuft, dann könnte genau das eintreten was ich oben skizziert habe. Selenskyi könnte wahrscheinlich nicht hinnehmen, dass die Russen Odessa so zerstören… Mehr

Monika Vogel
1 Monat her

Man kann zwar über so manches streiten, ob der Schwerpunkt nicht doch besser auf mehr Diplomatie als auf weitere Eskalation zu setzen ist. So wird Russland insbesondere die Krim aufgrund der Historie, der militärischen Bedeutung und nicht zuletzt aufgrund des dortigen eindeutigen Wahlergebnisses nicht zurückgeben. Womit man aber keinesfalls einverstanden sein kann Herr Spahn, ist die verharmlosende Bezeichnung des Asowregiments als „Elitegruppe“. Diese Gruppe ist nachweislich durchsetzt mit Anhängern einer faschistischen Ideologie, die ethnische Minderheiten diskriminiert. Die Augen davor zu verschließen gehört zur heute üblichen Strategie der Herrschenden, das Böse nur beim politischen Gegner zu sehen.

Alrik
1 Monat her
Antworten an  Monika Vogel

„Durchsetzt mit Anhängern einer faschistischen Ideologie“ ist laut Medienberichten von taz, Spiegel, Monitor, Panorama & Co. auch die deutsche Bundeswehr.

hoho
1 Monat her
Antworten an  Monika Vogel

na ja das mit Minderheiten ist wichtig nur wenn es die richtigen sind. Das wissen Sie schon oder?
Man spricht ja auch schon von „Befreiung“ der Krim. Ich frage mich, was mit den Russen, die dort leben, passieren wird? Das gleiche wie mit Serben in Krajina ? Es ist in Ordnung wenn wir oder unsere Helden es tun.

Renz
1 Monat her
Antworten an  Monika Vogel

Auf Diplomatie setzen? Das ist augenblicklich so, al wenn man einen Wolf und ein Schaf in ein Gehege sperrt und eine schöne Zeit wünscht. Ach ja – wie würden sie die Truppe um Leonidas beschreiben? Faschismus gab es damals noch nicht.

Walter Eiden
1 Monat her

Der Krieg könnte noch Jahre gehen, oder schnell vorbei sein. Es könnte zu einer Waffenruhe kommen, oder der Krieg geht weiter. Putin könnte krank sein, oder gesund. Die russische Bevölkerung könnte kriegsmüde werden, oder nicht. Die russische Armee könnte demoralisiert sein, oder hochmotiviert.

Man könnte den nicht vorhandenen Informationsgehalt dieses Beitrages kritisieren,oder es positiv bewerten dass er nicht mit „gefestigten Informationen“ gespickt ist.
Man sollte aber zur Kenntnis nehmen das wir alle über den aktuellen „Zustand“ des Krieges nur Bruchstücke und über die wirkliche Angriffsmotivation und Gesamtsstrategie Russlands gar nichts wissen.

Alrik
1 Monat her
Antworten an  Walter Eiden

Warum wissen wir nichts über Angriffsmotivation und Gesamtstrategie von Russland? Es ist doch alles offensichtlich, und folgt Putins meisterlicher Strategie: vor dem Einmarsch: es ist kein Einmarsch geplant, nur Manöver, das mit dem Einmarsch ist alles nur NATO Propaganda. nach dem Einmarsch: es ist kein Krieg, es ist eine militärische Spezialoperation mit dem Ziel die Ukraine zu entnazifizieren und den drogensüchtigen Staatschef zu entfernen und die Volksrepubliken im Donbass zu schützen. nachdem sich Russland nach Verlusten aus der Umgebung von Kiev zurückgezogen hat: das war nur ein Ablenkungsangriff, außerdem geht es um die Biowaffenlabore der Amis in der Ukraine, wir… Mehr

hoho
1 Monat her
Antworten an  Walter Eiden

Das stimmt. Man weiß nur bisschen. Man kann sich bemühen und manchmal Fragmente für sich zu entzifern aber eben nur Fragmente. Mir ist zB aufgefallen dass die ukrainischen Zivilisten ziemlich gut mit dem Kriegsgerät umgehen können, die sie von Russen erkämpft haben. Solche Berichte habe ich in der deutsche Medien schon gesehen. Ist interessant oder? Ich meine wissen sie wie man mit der Panzerkanone umzugehen ist? Ich nicht. Die heldenhaften Zivilisten in Ukraine aber schon. Was mir auch aufgefallen ist: die Zahl der Massaker und zufälligen Opfer der Militärangriffen der Russkis ist irgendwie ziemlich niedrig. Entweder können es Ruskis nicht… Mehr

Alrik
1 Monat her
Antworten an  hoho

Die Ukraine und Russland sind beide Sowjetrepubliken gewesen, und nach dem Ende der Sowjetunion haben beide auch Waffen aus den Beständen der Sowjetarmee übernommen. Zudem sind in der Ukraine auch große Rüstungsbetriebe aus Sowjetzeiten noch vorhanden. Die Ukraine hat wie Russland Wehrpflicht, und anders als Russland auch schon die Mobilmachung angeordnet. Können Sie mir erklären warum ein ukrainischer Soldat der als Wehrpflichtiger an einem ukrainischen T-72 Panzer ausgebildet wurde nicht mit der Panzerkanone eines erbeuteten russischen T-72 Panzers umgehen kann? Ich kann zwar nicht mit einer Panzerkanone umgehen, aber das liegt daran das ich als Wehrpflichtiger an anderen Waffen ausgebildet… Mehr

bani
1 Monat her

Gut das die Russen jetzt vorankommen. Dieser Krieg endet erst wenn beide Seiten entweder ihre Ziele erreicht haben oder total erschöpft verhandeln. Selensky als Mationette ist ein Megaproblem für die Ukraine, verhandlungsunwillig werden immer mehr Soldaten verheizt. Für was eigentlich? Um ein paar Landstiche in der Verwaltungshoheit der Ukraine oder von Russland zu haben. Ist es für die Menschen dort wirklich wichtig wie der Oligarch heißt? Hiier findet Machtpolitik der Großmächte USA und Russland auf dem Rücken der ukrainischen Bevölkerung statt.

Evero
1 Monat her

Der zentrale Punkt in diesem Konflikt ist: dem Westen fehlt ein realistisches Ausstiegsszenario. Das Ziel von Selenskj, die Atommacht Russland durch eine Niederlage zu demütigen, würde direkt den Eintritt in einen dritten Weltkrieg provozieren.

Wo, wo sind im Westen die Realisten und Friedensapostel, die es dringend bräuchte? Ich sehe weit und breit nur transatlantische Denkblockaden bei den EU-Größen. Viel unbegabtes, uniform abgerichtetes Sprechblasenpersonal. Wehe uns.

Hannibal Murkle
1 Monat her
Antworten an  Evero

Das Szenario wäre einfach – Waffenlieferungen sofort stoppen, dann soll Selensky zusehen, wie er mit den Russen zurecht kommt. Gerne könnten westliche Länder Initiative für eine faire Lösung entwickeln – mit Referenden in umstrittenen Regionen, die korrekt ablaufen und dafür vom Westen anerkannt werden sollten. Ich würde lediglich Odessa rausnehmen (derzeit noch ohne russische Truppen) und die Krim (längst in russischer Hand, ein Referendum gab es – für Russland entschieden), das würde es vereinfachen. Dann von Cherson bis Charkov – wenn aber Selensky weiter zögert und die Russen bis Odessa kommen, sollte auch in der Oblast Odessa abgestimmt werden. War… Mehr

Last edited 1 Monat her by Hannibal Murkle