Brexit – am Ende außer Spesen nichts gewesen?

Was tut man, wenn man etwas überhaupt nicht will – aber in der Pflicht steht, genau dieses zu tun?

Emanuel Durand/AFP/Getty Images

Man könnte die Pflicht abgeben, den ungeliebten Job jemand anderes machen lassen. Nur wäre damit fast schon gewährleistet, dass genau das geschehen wird, was man um jeden Preis verhindern möchte. Damit fällt diese Möglichkeit aus. Und man bleibt in der Funktion, die einem einzig und allein die Chance bietet, das zu verhindern, was man von Amts wegen eigentlich tun muss.

Denken wir weiter. Ließe man jene, die davon ausgehen, dass man das tut, was die Pflicht gebietet, wissen, dass man eben genau dieses nicht will, wäre die Chance sofort vertan. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als nach Außen möglichst energisch genau das zu vertreten, was man um jeden Preis verhindern will. Und eine Situation zu schaffen, in der am Ende der einzige Weg bleibt, genau das, was getan werden soll, nicht tun zu müssen. Jene, die erwarten, dass jenes, was die Pflicht gebietet, getan wird, müssen in eine Position gebracht werden, in der sie eben genau dieses nicht mehr durchsetzen können. Es folgen die Krokodilstränen derjenigen, die das Ergebnis dieser Pflicht nie gewollt haben – doch sie wissen: Genau dieses in der Weise, wie es geschehen ist, konnte nur geschehen, weil immer der Eindruck erweckt wurde, dass das tatsächliche Ziel jenes war, welches nun als nicht mehr möglich existiert.

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Bereits im Juni 2016 wies ich darauf hin: Die Queen kann den Ausstieg ihres noch vereinigten Königreichs nicht wollen. Die ohnehin immer etwas rebellischen Schotten hatten mit großer Mehrheit gegen den Brexit gestimmt – das Verlangen nach einer neuen Abstimmung über den Verbleib im Königreich könnte im Ausstiegsfall zu tiefgreifenden Verwürfnissen führen. Noch dramatischer ist die Situation im englisch besetzten Nordirland. Der dortige Krieg zwischen Katholiken und Protestanten konnte erst befriedet werden, als die Grenze zur Republik Irland fiel und damit der Konflikt scheinbar überwunden war. Wird diese Grenze, die heute nur noch eine gedachte Linie auf der grünen Insel ist, zur EU-Außengrenze, wird der nordirische Konflikt mit allen Konsequenzen wieder aufflammen.

Das wusste die Queen bereits, als die Hitzköpfe Farage und Johnson für sie überraschend beim Referendum zum EU-Ausstieg eine knappe Mehrheit holten. Und Theresa May wusste es auch – und durfte nun das auslöffeln, was ihr der stets schwächlich wirkende David Cameron eingebrockt hatte.

Verbürgt ist ein Gespräch zwischen Queen und May, dessen Inhalt offiziell verborgen blieb – auch darüber schrieb ich im Juni 2016.

Die Zeit wird eng

Zwischenzeitlich sind zwei Jahre ins Land gegangen. May hat mit ihren „Brexit means Brexit“-Rufen nach Außen den Hardliner gegeben – und derweil mit der EU-Kommission einen Ausstiegsvertrag gezimmert, der weder den Aussteigern noch den Drinnenbleibern gefällt. Das hat der britischen Premierministerin in der zweiten Dezemberwoche ein Misstrauensvotum ihrer eigenen Fraktion eingebracht – welches sie jedoch mit deutlicher Mehrheit für sich entschied. Mit der Folge, dass sie nun ein Jahr lang Ruhe hat vor ähnlichen Avancen aus dem eigenen Lager.

Die Brexit-Kuh ist damit jedoch noch lange nicht vom Eis. Der vorgebliche Versuch, noch in aller Schnelle ein paar Zugeständnisse der EU einzuheimsen, verlief erwartungsgemäß im Sande. Derweil hatte May bereits eine zuvor fest eingeplante Parlamentsabstimmung über das Vertragswerk vertagt. Ende Januar nun soll das Parlament abstimmen. Höchste Zeit, denn das Ausstiegs-Fallbeil fällt im März.

Dabei jedoch geht gegenwärtig jeder davon aus, dass der vom May abgesegnete Vertrag im Parlament abgelehnt werden wird. Labour muss aus Prinzip dagegen sein und wird der Tory-May nicht das Amt retten. Die nordirischen Protestanten, die May vorübergehend als Stimmvieh eingekauft hatte, werden ebenfalls dagegen stimmen. Sie erkennen völlig zu recht, dass der Vertrag eher über kurz als über lang darauf hinauslaufen muss, dass sich Nordirland vom Königreich abkoppelt. Damit gerieten die Nachkommen protestantischer Migranten im Auftrag der Unterwerfung des irischen Katholizismus auf der Insel ins Hintertreffen – Konsequenzen unabsehbar. Hinzu kommt ein Teil der Konservativen: Mays Partei und Fraktion sind zutiefst gespalten in Hard-Brexiter und Non-Brexiter. Insofern: Der hübsch durchdachte Vertrag, der das Königreich in der EU halten sollte, ohne es in der EU zu halten, dürfte spätestens Ende Januar das Papier nicht wert sein, auf dem er geschrieben steht.

Die Wirtschaft auf dem Sprung

Und dann? Hard-Brexit? Das große Britannien im selbstverursachten Chaos aus fluchtartig das Land verlassenden Wirtschaftsunternehmen und Separatismus?

Das könnte geschehen, wenn tatsächlich der Vertrag vom Parlament abgelehnt ist und das Königreich ohne Vereinbarung aus der EU ausscheidet. Denn längst schon haben sich zahlreiche auch Mittelständler auf den Weg gemacht, ihren Londoner oder Birminghamer Firmensitz vorzugsweise nach Deutschland zu verlegen. Sie brauchen den europäischen Binnenmarkt, weil auf die ersatzweise Hoffnung, ganz eng mit den USA zu gehen, unter Trump nicht zu setzen ist. Die Folge eines harten Brexits könnte daher ein Zusammenbruch der britischen Wirtschaft mit ungeahnten Folgen sein. Zumindest befürchten dieses jene Akteure, die eng mit dem Kontinent verzahnt sind.

Andere Varianten

Doch es gibt auch andere Varianten.

Schafft es das Parlament nicht, sich für den Vertrag auszusprechen – wovon mittlerweile nicht nur May ausgeht – dann steht das Vereinigte Königreich Ende Januar vor einem Notstand. Wie kann May den in den Griff bekommen – und kann sie es überhaupt?

Schauen wir noch einmal auf ihre Regierungsführung. Nachdem sie anfangs den Versuch unternahm, die Brexiter über Ministerämter einzubinden, haben sich zwischenzeitlich alle Brexit-Befürworter aus denselben verabschiedet. Trifft sich May mit ihren Ministern, dürfte dort eine Stimmung für den Exit aus dem Brexit vorherrschen.

May wird sich daher darauf verlassen können, bei entsprechenden Beschlüssen das Kabinett weitgehend geschlossen hinter sich zu haben.

Dennoch wäre sie schlecht beraten, nunmehr am Parlament vorbei das seinerzeit knappe Votum für den Ausstieg außer Kraft zu setzen. Das gäbe jenen Brexitern, die mittlerweile deutlich an Boden verloren haben, den Schub, den sie bräuchten, um ihre Kampagne neu zu starten.

Geschickter wäre es daher, sie wartet den Parlamentsentscheid ab, stellt dort den ausgehandelten Vertrag zur Abstimmung und verliert diese erwartungsgemäß.

Daraufhin könnte May zweierlei tun.

Den Auftraggeber erneut befragen

Sie könnte feststellen, dass es für einen Ausstieg aus der EU im Parlament keine Mehrheit gibt und den Brexit absagen. Das allerdings wäre in der öffentlichen Kommunikation problematisch, da immer noch jener damalige Mehrheitsentschluss und ein früherer Ausstiegsbeschluss der Abgeordneten im Raum steht.

Also wäre sie gut beraten, nicht die Ablehnung des Brexits durch das Parlament zu behaupten, sondern dessen Unfähigkeit zur entsprechenden Beschlussfassung zu konstatieren. Doch da sie sich nicht anmaßen will, nun allein zu entscheiden, läge es gleichsam auf der Hand, das Mandat an jene zurück zu geben, die es seinerzeit beauftragt hatten. Kurz: Die Großbriten werden ein weiteres Mal gebeten, ihre Stellungnahme zum Brexit abzugeben.

May könnte dieses, um Kritikern entgegen zu treten, neu verpacken. Sie könnte beispielsweise den Vertrag zur Abstimmung stellen.

Allerdings wäre es dabei mit einem bloßen Ja-Nein nicht getan. Denn sollte das „Nein“ eine Mehrheit bekommen, weiß damit niemand: Bedeutet dieses Nein nun ein Ja für einen harten Brexit oder ein Ja zum EU-Verbleib?

Also könnte sie drei Abstimmungsmöglichkeiten anbieten: Ja für den ausgehandelten Vertrag (bekäme voraussichtlich keine Mehrheit), Ja für einen Hard Brexit als EU-Ausstieg ohne jeglichen Vertrag (bekäme voraussichtlich allein schon deshalb keine Mehrheit, weil ein Teil der Brexiter für den Vertrag stimmen würde), und ein Nein gegen den Brexit egal unter welchen Bedingungen. Diese letztere Variante könnte in der aktuellen Situation bei dieser Fragestellung durchaus eine relative Mehrheit bekommen. Dann bliebe die Situation zwar vorerst ungeklärt, da auch der Souverän zu einer klaren Entscheidung außerstande ist – doch eine Mehrheit für einen harten Brexit gäbe es auch nicht.

Für diesen Fall hat der EuGH bereits per Urteil einen Weg aufgezeigt. Kommt der britische Bürger bei einer wie oben beschriebenen Abfrage nicht zu klaren Ergebnissen, könnte May dieses nutzen, um „erst einmal“ bei der EU den Abschied abzusagen. Es hätte keinerlei Konsequenzen – weder für einen Verbleib noch für einen späteren Ausstieg.

Damit bliebe für das Königreich in Sachen EU erst einmal alles beim Alten – und die britische Politik könnte nun den Kopf neu rauchen lassen darüber, ob in mehr oder weniger absehbarer Zeit erneut die Kündigung über den Kanal geschickt werden soll – oder ob man das gesamte Abenteuer als einen Akt nationaler Selbstdemontage abhakt und den Brexit ruhen lässt.

Wenn eine absolute Mehrheit Nein sagt

Noch komfortabler wäre es für May, entschiede sich bei einer solchen Abstimmung eine absolute Mehrheit zusammen weder für den harten noch für den weichen Brexit, sondern schlicht für ein Nein zu jeglichem EU-Ausstieg. Dann hätte May quasi das offizielle Mandat, den Exit vom Brexit als Volkes Willen zu verkünden. In Brüssel flattert die Rücknahme der Kündigung auf den Tisch und die Briten bleiben zu bestehenden Konditionen Mitglied der EU.

Ich erlaube mir an dieser Stelle den Hinweis: Ich gehe seit über zwei Jahren davon aus, dass May in Absprache mit der Queen einen solchen Weg von vornherein geplant hatte. Nur durfte sie ihn niemals offenkundig zeigen, sondern musste immer die harte Aussteigerin geben.

Torschlusspanik erleichtert die Abläufe

Warum aber, wenn das alles geplant gewesen sein soll, dann die Verschiebung der Parlamentsabstimmung? Nun, auch dafür liegen die Gründe auf der Hand. Je näher am Endtermin März die Ablehnung des Vertragswerkes durch das Parlament stattfindet, desto größer der Handlungsbedarf der Regierung und desto kürzer die Mobilisierungszeit der EU-Gegner. Bei denen hat sich Nigel Farage ohnehin zwischenzeitlich selbst versenkt – und Boris Johnson kann sich immer noch nicht entscheiden, oder mehr zu seriöser Politiker oder Pausenclown tendiert.

Sagt also nun das Parlament Ende Januar Nein zum auf dem Tisch liegenden Vertrag, müsste in aller Eile die Abstimmung über das weitere Vorgehen organisiert werden – Volkes Wille wäre gefragt; ganz demokratisch.

Die Abstimmung müsste bis Anfang März vom Tisch sein. Das verhindert langwierige Debatten über das Ob, das Wie, das Weshalb, des Warum oder auch Warum nicht – der Zeitdruck wirkt wie in einem Teilchenbeschleuniger und schafft sich Raum durch eine kurzfristig angesetzte Volksbefragung.

Wenn May die Kündigung kündigt

Angesichts des zu erwartenden Scheiterns der Hard- wie der Soft-Brexiter, die beide keine absolute Mehrheit bekommen werden, müsste May dann umgehend in Brüssel vorstellig werden und die Kündigung zurückziehen. Das gilt auch dann, wenn die Exiter nur eine relative Mehrheit haben sollten. Denn für den nun an sich unausweichlichen harten Brexit gibt es erkennbar ebenfalls keine Mehrheit.

Insofern: Vermutlich liegt das Kündigungsschreiben zur Kündigung des Brexits bereits längst bei May im Safe. Vielleicht liegt es auch schon bei Jean-Claude Juncker in einem versiegelten Umschlag, der nur noch darauf wartet, auf Zuruf von May geöffnet zu werden. Dann bleiben die Briten in der EU – früheres Referendum hin oder her.

Selbstverständlich könnten die harten Brexiter bei einem solchen Vorgehen den Versuch unternehmen, auf die politischen Barrikaden zu gehen. Doch das Abstimmungsverhalten in Parlament und Volksbefragung hätte sie eines der wichtigsten Argumente beraubt: Ihr harter Brexit ist durchgefallen.

May würde diesen Sturm im Wasserglas überstehen und den Exit vom Brexit abwickeln. Anschließend könnte sie dann Neuwahlen einleiten – und sich selbst zurückziehen, falls ihre Partei das erwartet. Sie könnte es aus ihrer Sicht mit besten Gewissen tun, denn sie hätte – trotz all des Schadens, den die Brexit-Agonie bereits angerichtet hat – das geschrumpfte Empire vor noch Schlimmerem bewahrt.

Warten auf die Weihnachtsansprache

Das wäre dann vielleicht die Gelegenheit für die Queen, ihre Vertraute und Retterin des Vereinigten Königreichs in absehbarer Zeit zum Ritter zu schlagen. Ein Grund sollte sich finden lassen.

Vielleicht aber hören wir sogar schon früher von Elisabeth II. So könnte sie beispielsweise in ihrer traditionellen Weihnachtsansprache mit einem blassblauen Kostüm mit gelben Applikationen auftreten und – selbstverständlich gänzlich neutral und ohne sich in die Politik einzumischen – an die Vernunft der Bürger appellieren, sich allen Diskussionen zum Trotz auch in der Zukunft eng an den Kontinent zu binden selbst dann, wenn nun der Brexit kommt. Wohl wissend, dass dieser mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht kommen wird – und dass auch deshalb, weil nicht nur manchem Briten mittlerweile klar geworden ist, dass die Verzahnungen mit den bürgerfernen Administratoren in Brüssel längst zu eng geworden sind, um sie abbrechen zu können. Mehr noch aber, weil die meisten Briten nach zwei Jahren öffentlicher Brexit-Dramaturgie die Nase vom Politiktheater mehr als gestrichen voll haben und lieber die EU in Kauf nehmen, als den nächsten Aufzug des Trauerspiels zu erleben.

Sollte es so kommen, wären die anderen EU-Staaten gut beraten, einfach so zu tun, als wäre nichts gewesen. Die Verwerfungen im Königreich, die der Brexit bereits angerichtet hat, werden auch beim Verbleib in der EU noch manchen Schmerz verursachen. Aber immerhin ist es dann noch ein Königreich, in dem Engländer, Waliser, Schotten und Iren vereint sind und auf Separatismus oder gar Bürgerkrieg verzichten können. Und das allein ist es, worum es Queen und May seit über zwei Jahren geht. Um nicht mehr – und um nicht weniger.

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Kommentare ( 70 )

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Moege es in Der tat so kommen. …klasse Artikel. …

Sehr geehrter Herr Spahn, was wollen Sie uns mit Ihrem Artikel sagen? Es besteht keine Hoffnung, dem Elend zu entrinnen, wegen der Verzahnung und so? Oder ist die EU doch die strahlende Zukunft? Wem soll das Kaffeesatzgelese über eventuelle oder schon vorliegende Schreiben helfen, sich besser zurechtzufinden? Ein Kollege von Ihnen schrieb einmal, in TE würde beschrieben WAS IST!

Merkel wird am Ende alle verraten haben. Sollten die Briten reexitieren (Variante 3), und die Gefahr ist groß, da stimme ich dem Beitrag von Herrn Spahn zu, dann sind sie verraten und verkauft. Wer keinen kommunistisch-islamischen Zentralstaat möchte, der kann nur gegen Brüssel bzw. für einen Brexit votieren. Witzfiguren wie der ** Junker sind da nur Spektakel fürs Volk. Die eigentliche Gefahr geht von den immer stärker werdenden Grünen, sowie insbesondere von den langsam in die Parlamente eindiffundierenden islamischen Verbänden aus. Ich befürchte das die Grünen auch zur Europawahl überdurchschnittlich mobilisieren und abschneiden werden. Am Ende wird es zwischen linksgrün… Mehr

Herr Juncker was Sie da treiben ist unangemessen. Nicht jede/r möchte sich von einem älteren weißen Politiker befingern und ablutschen lassen. Also halten Sie Ihre Hände und Ihren Mund im Zaum auch wenn es offensichtlich schwer fällt. Wo sind eigentlich die ganzen Feministinnen?

Man stelle sich vor, Trump würde sich sowas wagen. Der ÖRR würde das in Dauerschleife bringen inkl. Brennpunkt und Geschwafel bei Anne Will und Co.

Als Deutscher stehe ich dem Brexit ambivalent gegenüber. Einerseits ist es mir am Ende egal, ob die Briten in der Ever-Closer-Union mit dabei sind, oder nicht. GB hat zweifellos alle Probleme, die die Nationen des Westens sonst auch haben; die EU gehörte immer schon zu seinen geringeren. Es hat nach wie vor eine eigene Währung, eine brauchbare Armee mit Atomwaffen, eine vernünftige Diplomatie und ist, neben Kalifornien, eines der Sehnsuchtsziele weltweiter gutgebildeter High-Potential-Migranten. Die Präsenz des Islams und Afrikas, die auf der Insel noch augenfälliger ist als in Deutschland, ist ein Fall-Out der Kolonialzeit, und Neueinwanderung von Armen aus Indien,… Mehr

Sehr guter Kommentar, Herr Hellerberger!

Tja, Herr Hellerberger, was soll ich dazu antworten? Sie wie ich leben offensichtlich in derselben, inneren Zerrissenheit, was die EU betrifft. Ich war früher überzeugter Befürworter der Idee, dass die europäischen Brudervölker unter einem Dach zusammenkommen. Nicht, um ein europäisches Einheitsvolk zu werden, sondern um in der Vielheit der Kulturen in einer europäischen Zivilisation gemeinsam die Zukunft zu meistern. Den positiven Nebeneffekt, dass damit die elend langen Staus an der Brennergrenze wegfielen, nahm ich als willkommene Zugabe. Wenn ich mir aber anschaue, was die Bürokratenpolitiker aus dieser Idee gemacht haben – und was sie daraus noch machen wollen – dann… Mehr

Auf den Punkt getroffen, sehr guter Kommentar.

Einspruch, Herr Spahn. Sie vergessen einen Aspekt: Die stolzen Briten sollen sich der Juncker (hic) – und Merkel – EU unterwerfen? Glaub ich nicht.

Werden die Briten auch nicht. Die haben kein Mitsprache Recht mehr in der EU…auch nehmen die schon lange an keinen Sitzungen mehr Teil…wurden von der EU ausgeschlossen. An der EU Wahl im Mai 2019 werden die Briten auch nicht mehr teilnehmen. Und ein Britannien ohne Stimmrecht in der EU oder in irgendeinem anderen Club zu halten… vergessen sie es.

Im spätabendlichen und nächtlichen Fernsehprogramm kann der geneigte Schlaflose dem Treiben des WW II in all seinen Guido-Knopp-Facetten quasi in Dauerschleife ansichtig werden, bis die leere Chipstüte vom Bauch rutscht und einer selig unter dem Donner von Stalinorgel und Kampfgetöse einpennt. Manchmal aber gibt es auch dort einigen Erkenntnisgewinn, der zur heutigen EU Politik passt, wie die Granate in die dicke Bertha. Da kann man etwa lernen, wie die Alliierten die deutschen täuschten, indem sie aufblasbare Kampfeinheiten, vorzugsweise Panzerflotten in die Wiesen stellten, um die Luftaufklärung der Nazis zu täuschen. Es hat nicht immer funktioniert, aber meistens. So ähnlich kommt… Mehr
Natürlich wird „ bei der EU“ alles seinen gewohnten Gang gehen. Obwohl der größte Handelspartner und nicht zuletzt der Brückenkopf zur USA ausfällt, wird in der kostspieligen EU – Brüssel- keiner von den hochbezahlten Jongleuren entlassen. In Anbetracht der Konjunkturverschlechterung die wir zu erwarten haben fehlt dann dazu ein sehr wichtiger Abnehmer deutscher Produkte. Und wir leisten uns wo schon die dunklen Wolken aufziehen, Debatten über Kitas, Genderkram, Klimaforschung und laden uns über die Migranten weitere Probleme auf. Sollte GB die EU verlassen, kann sie nur gewinnen. Denn niemand kann sich z. B. vorstellen, das GB irgendwann das Pfund gegen… Mehr

Da liege dann doch lieber schlaflos im Bett und versuche es mit Schäfchen zählen.

dass die EU in der jetzigen Form nicht mehr lange hält, ist weder Hell- noch Schwarzseherei.
Die Briten sind dann nicht von, sondern nur vor uns gegangen. Vielleicht werden wir sie noch darum beneiden.
Sollten die Briten tatsächlich bleiben, dann müssen sie umgehend als Ersatz Luxemburg und Griechenland rausschmeissen. Das könnte das Siechtum verlängern.

Jedes Mal, wenn ich wieder über diese unendliche Geschichte lese, denke ich, ob das das größte englische Problem ist. Bekannt ist z.B.: In den letzten 15 Jahren wurden in Großbritannien 423 Moscheen eröffnet und etwa 500 Kirchen geschlossen. In vielen Londonern Unis müssen Frauen und Männer auf Wunsch muslimischer Organisationen während des Unterrichts getrennt sitzen. An der High School Queen Mary (ein Zweig der University of London) müssen Frauen den Auditorium über einen separaten Eingang betreten und dürfen keine Fragen an die Lehrer stellen. Inzwischen sind bereits mehr als 100 Scharia-Gerichte im Land tätig, und ihre Anzahl dürfte in naher… Mehr

Und da ist er wieder, der große rosa Elefant mitten im Europäischen Haus, den alle sehen, aber niemand darüber reden will oder darf.

Und nicht vergessen, die vielen minderjährigen, meist nicht-muslimischen Mädchen, die von meist muslimischen Männern zu Sexsklavinnen abgerichtet wurden, während Polizei und Behörden wegsahen. Ich denke der Brexit hat viel mit der Islamisierungsproblematik zu tun. Unter dem Diktat der EU könnte GB doch gar nichts an der Islamisierung ändern, denn die EU arbeitet aktiv an der Islamisierung Europas. Nach dem Brexit eröffnet sich wenigstens eine theoretische Chance dazu. Aber ehrlich gesagt: ich denke BG, F, S, D, NL, das sind für die aufgeklärte Welt verlorene Territorien. Innerhalb maximal einer Generation werden diese Länder dem Libanon gleichen und innerhalb von zwei Generationen… Mehr

Was London angeht, ist die Sache bereits entschieden, das stimmt. Doch das eigentliche England lebt und pulsiert auf dem Land. Dort leben auch die meisten Brexiteers, weil sie wissen, wie sehr ihre englische Identität von den Bonzen in Brüssel bedroht ist…

Daher der Brexit….logisch!

Meine Geschäftsfreunde auf der britischen Insel würden dem werten Herrn Spahn widersprechen. Die treffender Weise als “ bürgerfernen Administratoren in Brüssel“ bezeichneten Leute sind Ihnen nicht nur suspekt, sie fühlen sich von denen in ihrer Identität bedroht und das werden sie keinesfalls länger hinnehmen. Laut deren Aussagen, sind sich dabei fast alle Briten einig. Natürlich sind meine Bekanntschaften nicht repräsentativ. Aber wenn ich die Stimmen in einem Wort zusammen fassen sollte, dass das Hauptmotiv der Briten zum Brexit am präzisesten trifft, lautete es: Identität, Identität und nochmals Identität. Sie sind in erster Linie Briten und das wollen sie auch unter… Mehr