Soja-Milch und Flucht auf die Inseln

Als BundeskanzlerIn Anton Hofreiter vor der Bundestagswahl 2017 versprochen hatte, das Prinzip des Null-Energiehauses auf die ganze Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland auszuweiten, wurde diese Vision von den reaktionären neoliberalen Kräften in diesem Land noch bekämpft. Viele hielten den Versuch, den CO2-Ausstoß in Deutschland bis 2021 auf Null zu reduzieren, schon aus wissenschaftlichen Gründen für unmöglich. Allein das Atmen verursache bekanntlich CO2, meinten sie.

Doch das ist nur ein vorgeschobenes Argument der Wirtschaftslobby. Wo ein politischer Wille ist, ist auch ein Weg. Das Primat der Politik gilt auch für den Einzelnen und seine Lebensweise. Wir müssen unseren persönlichen CO2-Ausstoß massiv reduzieren, wenn wir die Klimakatastrophe verhindern wollen. Wir sind jetzt in einem Dilemma.

Wer braucht schon Milch?

Nach dem Tomatenerlass von Claudia Roth haben wir unsere Tomaten untergepflügt und eine Kuh angeschafft, die uns täglich frische Milch liefert. Doch der Gesamtplan der Regierung zum Null-Energie-Deutschland sieht vor, dass wiederkäuende Kühe wegen ihrer ausscheidenden Treibhausgase künftig nicht mehr zugelassen sind. Vielleicht versuchen wir es jetzt mal mit Sojamilch.

Inzwischen haben sich alle großen Wirtschaftsverbände mit der neuen grün-linken Regierung auf eine konzertierte Aktion aller gesellschaftlich relevanten Kräfte verständigt, um das Null-Energie-Deutschland umzusetzen. Dass die Wirtschaftslobby sich mit der neuen grün-linken Regierung arrangierte, lag sicherlich auch daran, dass sie nicht unerheblich von den staatlichen Investitionsmitteln profitieren wird. Am Ende half auch, dass BundeskanzlerIn Hofreiter damit drohte, die Wirtschaftsbosse nicht auf seine Auslandsreise nach Nordkorea und Venezuela mitzunehmen.

Gewerkschaften, Verbraucher- und Umweltverbände sowie alle Gleichstellungsbeauftragten des Landes unterstützen ebenfalls den Kurs unserer Regierung. Geschickt band WirtschaftsministerIn Wagenknecht diese wichtigen gesellschaftlich relevanten Gruppen zur Umsetzung einer alte Idee aus Sowjetzeiten ein. Mit dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) konnten die entsprechenden Investitionsmittel endlich bereitgestellt werden. Um den Solidaritätsfonds mit den notwendigen Mitteln auszustatten, hat die neue Regierung gerade die Vermögensteuer wieder eingeführt. Einige reiche Unternehmer fanden den Steuersatz von 10 Prozent pro Jahr zwar existenzgefährdend für ihre Betriebe, doch so schlimm wird es sicherlich nicht werden. Auf die eine oder andere Motoryacht oder den neuesten Sportwagen müssen die Kapitalisten jedoch wohl verzichten.

Mit der Yacht auf griechische Inseln

Nicht jeder Unternehmer setzt jedoch den Willen der gesellschaftlichen Mehrheit in diesem Land um. Das ist zutiefst undemokratisch und ein großes Ärgernis. Es kann nicht richtig sein, dass die egoistischen Interessen Einzelner das große solidarische Ziel der Null-Energiewende verhindern. Schon im Grundgesetz steht doch, dass Eigentum verpflichtet. Die neue Regierung hat daher bereits die Verfassung konkretisiert, die dem Staat ermöglicht, Unternehmen zu vergesellschaften. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass aufgrund dieses Umstandes einige Großkapitalisten ihr Unternehmen geschlossen und verlassen haben. In der Not sprang die Regierung sofort ein und besetzte die Unternehmensführung mit verdienten Parteikadern. Vielleicht ergibt sich da ja noch etwas für meinen Vetter Klaus, der gerade sein Soziologiestudium nach 37 Semester abgebrochen hat und nun als Taxifahrer unterwegs ist. Immerhin engagierte er sich schon zu Beginn seines Studiums im Kommunistischen Hochschulbund und er ist jetzt eigentlich auch mal dran. Von den Unternehmern war nichts mehr zu sehen. Sie haben sich der Besteuerung ihres Welteinkommens durch Republikflucht entzogen. Viele vermuten, dass sie auf ihren Motoryachten auf den Weltmeeren herumirren oder eine griechische Insel gekauft haben. Interpol und die Bundesmarine sind inzwischen auf der Suche, um die Steuerflüchtlinge zu fassen und ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Die Politik der neuen Regierung wirkt. Der CO2-Ausstoß ist merklich reduziert. Dies wurde auch erreicht, weil die Produktion an Autos, Fleisch und Milch untersagt werden konnte.

Jetzt produzieren die vergesellschafteten Betriebe ökologisch und sozial gerechte Produkte, die von einer demokratischen Mehrheit entschieden werden. Besonders beliebt sind aktuell Norwegerpullis, Tofu und stilles Wasser. Prost Mahlzeit!

 

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