Gedrucktes Sachsen mehrheitlich jetzt in SPD-Hand

Der im sozialdemokratischen Teilbesitz befindliche Madsack-Medienkonzern aus Hannover sackt sich jetzt auch noch die Gruppe um die „Sächsische Zeitung“ vom Bertelsmann-Imperium ein. Sachsens Presse strahlt damit nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell immer rot-grüner.

IMAGO / Rust
Die SPD ist bei der Mehrheit der Bundesbürger mit Kanzler Olaf Scholz in der Ampelregierung und bei Landtagswahlen wie in Hessen mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser mit historisch schlechtestem Wahlergebnis völlig unten durch. Doch ihren Medieneinfluss will sie durch indirekte Einkäufe weiter ausbauen. Denn die SPD besitzt wie keine andere Partei in Deutschland ein Zeitungsimperium dank ihrem Unternehmensbereich der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG).

Andere Parteien, aber vor allem die Wahlbürger dürfte diese Nachricht aufhorchen lassen: Die Verlagsgesellschaft Madsack aus Hannover, an dem die SPD über die DDVG mit 23,1 Prozent und 40% der Stimmanteile (2019) beteiligt ist, will jetzt noch die DDV-Mediengruppe des Bertelsmann-Konzerns übernehmen. Geplant sei, 100 Prozent der Gesellschaftsanteile des Unternehmens aus Dresden zu erwerben, teilte Madsack mit.

Verkäufer der Anteile ist der zum Bertelsmann-Konzern gehörende Unternehmensbereich Bertelsmann Investments mit einem Anteil von 60 Prozent und die SPD-eigene DDVG mit einem Anteil von 40 Prozent. Der Erwerb stehe zwar noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung des Bundeskartellamts, hieß es. Aber das will bei einer Ampelregierung mit einem grünen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nicht viel heißen. Go, go, go.

Zur Dresdner DDV-Mediengruppe gehören unter anderem das frühere SED-Bezirksorgan „Sächsische Zeitung“, die sächsische „Morgenpost“ sowie das überregionale Boulevardportal „Tag24“. Zum SPD-Portfolio der Madsack-Mediengruppe zählen bereits gut 15 Tageszeitungen, darunter die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“, „Neue Presse“, „Kieler Nachrichten“, „Lübecker Nachrichten“, „Göttinger Tageblatt“, „Dresdner Neueste Nachrichten“ oder die früheren SED-Bezirksorgane „Leipziger Volkszeitung“, „Märkische Allgemeine Zeitung“ in Potsdam und die „Ostseezeitung“ aus Rostock sowie das überregionale politisch links ausgerichtete Zentralorgan „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ unter Medienmarke von Madsack.

Das sogenannte RND versorgt zentral aus Berlin die Regionalzeitungen mit bundespolitischen Botschaften.  Nach eigenen Angaben beliefert RND mehr als 60 Tageszeitungen mit einer täglichen Gesamtauflage von mehr als 2,3 Millionen Exemplaren und einer Reichweite von rund 6,8 Millionen Lesern am Tag. Die wenigstens Leser wissen darüber Bescheid, wer hinter diesen „Informationen“ steht und steuert.

Den Regionalblättern werden im Gegenzug für diese Politikversorgung Millionensummen abgepresst. Die Konsequenz für die Bildung des RND-Zentralorgans 2013 waren Massenentlassungen von Mitarbeitern in der Provinz. Viele Redakteure für Politik, Wirtschaft und Beilagen aber auch Kultur und Sport mussten in die Arbeitslosigkeit gehen oder Abfindungen nehmen, um die politischen Journalisten in der RND-Zentrale mit ihren üppigen Gehältern zu finanzieren.

Solidaritätsbekundungen oder gar Streiks der Berliner RND-Elite gegen diese Massenentlassungen in der Provinz hat es nicht gegeben. Mitfühlenden Journalismus erfährt nur, wer zu einer Randgruppe der Gesellschaft, etwa Flüchtlinge oder Angehörige der LGBTQ-Bewegung, gehört. Die eigenen Kollegen lässt man dagegen eiskalt links liegen.

Nun wird auch noch die „Sächsische Zeitung“ von Madsack geschluckt. Damit wird der SPD-Besitz in Hannover über die DDVG vergrößert oder besser das sächsische Blatt nur heimgeführt. Denn nach dem Untergang der DDR erfolgte 1991 die Privatisierung des SED-Bezirksorgans „Sächsische Zeitung“. Dabei meldete die SPD Restitutionsansprüche für verschiedene von den Nationalsozialisten enteigneten Verlage an und erhielt dafür 40 Prozent an dem Dresdner Blatt, dessen Anteile dem SPD-Medienunternehmen DDVG gehören. Die anderen 60 Prozent hielt bislang die DDV-Mediengruppe des Bertelsmann-Konzerns. Mit dem Verkauf an Madsack ist die „Sächsische Zeitung“ über die DDVG in Dresden im Grunde komplett in SPD-Hand.

Sachsens gedruckte Presse leuchtet rot:

Auflage Leipziger Volkszeitung
DDR 1989 Gesamtverkauf 485.000 Exemplare
BRD 2023 Gesamtverkauf 113.035 Exemplare

Auflage Sächsische Zeitung
DDR 1989 Gesamtverkauf 570.000 Exemplare
BRD 2023 Gesamtverkauf 145.560 Exemplare

Auflage Chemnitzer Freie Presse
DDR 1989 Gesamtverkauf 602.000 Exemplare
BRD 2023 Gesamtverkauf 186.117 Exemplare

Fast 60 Prozent SPD-Einfluss bei sächsischen Tageszeitungen

Allerdings sind alle SED-Blätter des Ostens nach dem Mauerfall gewaltig geschrumpft (siehe oben). Vor allem die SPD-Zeitungen hat es dabei stark erwischt. So hat die verkaufte Auflage der „Leipziger Volkszeitung“ in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr abgenommen. Im Jahr 2022 ist sie sogar um 8,8 Prozent gesunken. Die verkaufte Auflage des Kaufobjekts „Sächsische Zeitung“ ist in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 4,4 Prozent pro Jahr gesunken, im Jahr 2022 sogar um 8,4 Prozent.

Durch den Kauf der Dresdner Tageszeitungsgruppe unterliegen jetzt 58 Prozent der gedruckten Blätter dem SPD-Einfluss. Einer linken Partei, die in einer jüngsten Civey-Umfrage ihrer „Sächsischen Zeitung“ nur noch lächerliche drei Prozent erreicht, wenn am Sonntag Landtagswahl in Sachsen wäre.

Wahlumfrage für Sachsen vom 01.01.2024

Denn die SPD-Blätter „Sächsische Zeitung“ und „Leipziger Volkszeitung“ kamen 2023 insgesamt auf eine Gesamtauflage von 444.752 verkauften Exemplaren. Während die „Freie Presse“ in Chemnitz, im Besitz der „Rheinpfalz“ aus Ludwigshafen, 2023 noch 186.115 Exemplare an ihre Leser verkaufte. Das entspricht etwa 42 Prozent der gedruckten Sachsen-Presse, die noch nicht dem direkten SPD-Einfluss und -Besitz unterliegen.

Wohl auch deswegen wollte die „Freie Presse“ wie die sächsischen Ermittlungsbehörden nicht die politische Lüge von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verbreiten, nach dem Messermord eines Asyleinwanderers an einem Chemnitzer während eines Volksfestes im August 2018 hätte es „Menschenjagden“ auf Flüchtlinge gegeben.

Merkel behauptete seinerzeit frech: „Wir haben Videoaufnahmen darüber, dass es Hetzjagden gab, dass es Zusammenrottungen gab, dass es Hass auf der Straße gab, und das hat mit unserem Rechtsstaat nichts zu tun“. Dabei stützte sie sich auf ein 19-sekündiges Video, das eine linksextreme Gruppe namens „Antifa Zeckenbiss“ verbreitet hatte, um ihre verfehlte Asyleinwanderungspolitik zu verteidigen. Doch die angebliche Menschenjagd hatte definitiv nicht stattgefunden, wie Reporter von Tichys Einblick exklusiv aufdeckten.

Nun also wächst das SPD-Medien-Imperium weiter, während die Kanzlerpartei umso schneller bei den Wählern schrumpft. In welch unjournalistischer Weise die SPD-Blätter Seit‘ an Seit‘ mit ARD und ZDF dieser Tage schon wieder in Mitteldeutschland und anderswo den berechtigten Protesten von Bauern, Jägern, Handwerkern, Ärzten, Spediteuren und Gastronomen eine angeblich „rechtsextreme Unterwanderung“ unterstellten, beweist Lesern und Zuschauern nur, dass es mit der vermeintlichen Pressefreiheit und Medienvielfalt in Sachsen, aber auch in ganz Deutschland immer schneller bergab geht.

Im Gegensatz dazu wachsen neue Medien behutsam, aber beständig.

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Kommentare ( 51 )

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Rasparis
1 Monat her

Dass diese Schmierantenjournaille nach dem Aussterben der jetzt 70-80 Järigen und abgesehen von den „Pflichtabnahmemengen“ durch „staatliche“ und parastaatliche Organe kein Mensch mehr konsumieren wird und die Auflage quasi „für die [Papier-]Presse“ produziert wird (bzw. die elektronische Auflage quasi digital verdampft) dürfte die Deutschlandabwracker der „Staats“-Nettosozen nicht weiter stören. Dürfte es doch den Parteibonzen v.a. darum gehen, durch die von der kommunistischen Merkel-Putschistin eingeführte „Förderung der [Klopfer !] unabhängigen Medien“ -letztere zusehends weiter von der Partei der Arbeiterverräter konzentriert- immer weiter aufzustocken und als Querfinanzierung der Kasse der siechen Parteisekte abzugreifen. „OPM“ – „other peoole’s money“ – Unterfüttert durch ideologische… Mehr

Andreas Bitz
1 Monat her

Richten Sie Ihr Augenmerk nicht nur auf die grün-linken Postillen, sondern auch auf die Propaganda-Agenturen wie dpa, RND etc., welche auch durch ihre Meldungen selbst dem Anschein nach seriöse Zeitungen „vergiften“.

bernstedter
1 Monat her

und die Bauernverbände etc. sind alles CDU Vorfeldorganisationen. Hey TE beleuchtet doch mal sämtliche Bauernverbände und deren Parteibücher!
Alle Altparteien sind gleich, nicht nur SPD Grüne sind schlecht, sondern auch CDU CSU FDP

Boudicca
1 Monat her

Parteien sollten in einer Demokratie keine eigenen Firmen besitzen, solange Parteien sich durch Steuergelder wie in Deutschland durch Millionenhöhe finanzieren lassen.
Ein Verdacht, Steuergeld der Bürger für ihr Firmen zu veruntreuen steht damit immer im Raum.

santacroce
1 Monat her

Schön zu sehen, dass über Zeitungen der Wähler nicht mehr erreicht wird.
Aber vielleicht schaffen es die roten Redaktionen durch diesen Zukauf sogar, dass die SPD nicht ganz verschwindet, oder vielleicht sogar die Wende schaffen, 4% in Sachsen sind doch auch mal ein Erfolgserlebnis…

HavemannmitMerkelBesuch
1 Monat her

Kennzeichnungspflicht! Der Leser muß wissen dass er Parteipolitik – und hier besonders sozialistische – konsumiert. Nix unabhängig, objektiv, wahrhaftig!!!!Da muß drüber stehen: polemisch, verlogen, bevormundend, korrupt!

Bambo
1 Monat her

Die Zeitungen sind doch ein Millionengrab. Das kann nur geändert werden durch große staatliche Anzeigen wie bei Corona oder durch eine direkte staatliche Demokratieförderung.

Last edited 1 Monat her by Bambo
Igel
1 Monat her

Die Auflagenhöhe ist zudem noch durch regelmäßige Abnahmemengen staatlicher Einrichtungen subventioniert und frisiert. Aber sogar in den sächsischen Uni-Kliniken bleiben die vielen Exemplare ungelesen liegen, weil viele frühere Leser die Zeitungen nicht nur aus Preisgründen abbestellt haben. Die Organe der Bezirksleitungen der SED hatten sich nach der Wende nur kurzzeitig ein bißchen in den demokratischen Wind gelegt, um damit schnell ihre kommunistische Propagandavergangenheit äußerlich abstreifen zu können. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß die Abnahme der Online-Ausgaben zwar wächst, aber den Auflagenverlust insgesamt bei weitem nicht ausgleicht. In letzter Zeit ist zu beobachten, daß konservative Druckerzeugnisse (TE, JF) auch in… Mehr

Winston S.
1 Monat her

Ich hab jetzt wirklich lange überlegt, wann ich zuletzt eine deutsche Zeitung gekauft habe. Es fällt mir nicht ein. Aber mit Sicherheit noch weit vor der Coronazeit.
Ich vermute (!) es war unser Regionalblatt (Ableger des Münchner Merkur) wegen regionaler Fußballberichterstattung.
Da kann die SPD Zeitungen aufkaufen, wie sie will… wer kauft das noch?
Und ob da nicht ein Zusammenhang besteht, zwischen dem, was diese SPD Zeitungen so schreiben und den nur noch 3% in Sachsen?

Buntspecht
1 Monat her

Liest doch keiner mehr. Das einzig Interessante war der Regionalteil, selbst das ist mittlerweile abartig.