Galeria stellt erneut Insolvenzantrag – Gefühlt stirbt täglich ein deutscher Traditionsbetrieb

Die Warenhauskette Galeria meldet ihre vierte Insolvenz an. Pleiten und Insolvenzen sind das neue traurige Markenzeichen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Da kann sich der wankende CDU-Kanzler Friedrich Merz noch so viel übers „Schlechtreden“ beschweren. Seine Wirtschaftskrise erleben die Bürger täglich.

picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

Die Warenhauskette hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Antrag schaffe den rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen, teilte Galeria am Freitag mit. Wie es nun für die rund 12.000 Beschäftigten weitergeht und ob weitere Filialen geschlossen werden müssen, blieb zunächst unklar.

Für die Warenhauskette ist es bereits der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Bereits in den Jahren 2020, 2022 und 2024 hatte das Unternehmen Insolvenz beantragt. Damals mussten mehrere Warenhäuser schließen. Im Sommer kündigte Galeria an, etliche Filialen auf den Prüfstand zu stellen.

Ein deutscher Traditionsbetrieb nach dem anderen stirbt

Die Insolvenzwelle rollt immer weiter. Zahlreiche Familienbetrieb müssen schließen, so auch Halberstädter Würstchen. Wer im Osten zu DDR-Zeiten vor Weihnachten ein Paket für den Westen packte, der legte neben Dresdner Stollen gern auch eine Büchse Halberstädter Würstchen mit rein. Quasi als Revanche für Frankfurter Würstchen im Westpaket.

Seit 1883 stellte der Familienbetrieb von Gründer Friedrich Heine in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) leckere Wurstwaren in Büchsen und Gläsern her. Halberstädter Würstchen überstanden sogar den Sozialismus als VEB Halberstädter Wurstwaren.

Doch seit Sommer heißt es nach 143 Jahren Tradition makaber: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Die Produktion steht seit Juni still und Ende August gingen die Lichter endgültig aus. Alle 150 Beschäftigten sind gekündigt.

Auch die rund um Berlin bekannten Eberswalder Würstchen mussten ihr Werk mit 500 Beschäftigten im brandenburgischen Britz zu Jahresbeginn schließen. Die meistverkaufte Wurstmarke Ostdeutschlands wird noch ein bisschen bei der Anhalter Fleischwaren GmbH in Zerbst weiter produziert.

So wie den Halberstädtern oder Eberswaldern geht es immer mehr Traditionsbetrieben in Deutschland, die wegen zu hoher Energie-, Sprit- und Lohnkosten, Bürokratie und Vorschriften die Segel streichen müssen.

Auch der Textil-Discounter KiK schließt im Laufe des Jahres 2026 deutschlandweit rund 150 Filialen, 2.200 soll es noch weiter geben. KiK beschäftigt 19.000 Menschen in Deutschland. Derweil hat im September das bekannte Autohaus König (Peugeot) Insolvenzantrag gestellt mit 89 Standorten und 1.200 Beschäftigten bundesweit.

Noch ein großes Beispiel gefällig: Seit Mitte September läuft nach der Insolvenz von Hellweg und BayWa Bau & Garten bundesweit der Räumungsverkauf in den Baumärkten mit schauriger Superlative: „Alles muss raus!“ Betroffen sind deutschlandweit 68 Hellweg-Filialen sowie 43 Märkte von BayWa Bau & Garten mit zusammen 4.200 Mitarbeitern. Eine Rettung des Filialnetzes ist gescheitert. Finden sich keine Investoren, droht zahlreichen Märkten Ende November die Schließung. Das ist deutscher Alltag.

Noch ein kleines Beispiel aus Bayern dazu: Eine weitere deutsche Bäckerei musste Mitte September Insolvenz anmelden. Der Familienbetrieb Maier aus dem bayerischen Lupburg ist nach 157 Jahren pleite. Rund 50 Mitarbeiter der Kette bangen jetzt um ihre Jobs und Kunden um ihr leckeres Brot.
Allein 63 Bäckereien gingen im ersten Halbjahr bundesweit pleite. Der Fall des kleinen Traditionsunternehmens aus Bayern mit sechs Geschäften ist wie fast überall das Ergebnis der verfehlten Energie- und Wirtschaftspolitik dieses Landes. Hauptverantwortlich für diesen massenhaften Bankrott und Arbeitsplatzverlust sind die seit Jahrzehnten Regierenden von CDU, CSU und SPD nebst ihren Hilfstruppen von Grünen und FDP.

Nein, nein, nein: Der schlechteste Bundeskanzler aller Zeiten mag keine negativen Nachrichten über den schlimmen Zustand seines Landes hören. „Das kann doch nicht das Deutschland sein, das ich so häufig in den Medien sehe,“ beklagte er sich jüngst. Doch, werter Kanzler, Sie können es jeden Tag selbst im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hören und sehen. Dafür muss man sich nur mit dem Alltag von Unternehmen und hart arbeitenden Menschen beschäftigen. Doch Sie verweigern sich in Ihrem Kanzlerbunker aus Beton der Wirklichkeit mit Ihren peinlichen Beschwerden.

Friedrich Merz: „Diese ewige Nörgelei, diese ewige Nölerei, dieses Schlechtreden, dieses Kaputtreden unseres Landes – ich darf mir das bei solchen Gelegenheiten auch mal erlauben – ich bin es einfach leid.“

Die Einschläge kommen dagegen immer größer und schneller. So verkündete Bosch diese Woche, in seinem Nürnberger Werk 900 Arbeitsplätze bis 2029 zu streichen. Das Werk hat rund 1.800 Mitarbeiter, also die Hälfte verliert jetzt ihren Job.

Nun gut, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) oder Kanzler Merz könnten dazu sagen: Was wollt ihr denn, die Hälfte behält doch ihren Job. Das wäre Satire, aber passt im Grunde in ihre abgeschlossene Welt.

Der Stellenabbau in Nürnberg soll übrigens zusätzlich zur bereits angekündigten Streichung von konzernweit 22.000 Mitarbeitern erfolgen. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 hatte Bosch bereits rund 6.500 Beschäftigte weniger als Ende 2025.

Damit nicht genug: Auch der Job-Abbau beim Sportwagenhersteller Porsche hält weiter an: Weitere 4.000 Arbeitsplätze könnten beim Automobilunternehmen wegfallen, berichten Medien. Eine Vorlage zum berüchtigten Aufsichtsratsbeschluss bei Volkswagen sähe für die Markengruppe Sport Luxury, zu der Porsche gehört, eine Reduktion um rund 4.100 Mitarbeiter vor. Bereits im Juli hatte Porsche beschlossen, bis 2035 weitere 5.000 Stellen zu streichen.

Ein deutscher Autozulieferer nach dem anderen verschwindet. Tausende verlieren ihren Job und für Familien bricht die berufliche wie private Zukunft weg. So wird jetzt in Sachsen-Anhalt nach mehr als 150 Jahren Industriegeschichte das Bohai-Werk in Harzgerode bald geschlossen. Gut 550 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit. Sie produzierten Teile für Getriebe, Fahrwerk und Karosserie. Gleichzeitig fallen beim Aluminiumteile Hersteller Schlote in Harzgerode zudem auch noch 180 Jobs weg. 730 auf einen Streich, was in Sachsen-Anhalt wirkt wie eine Entlassungswelle von 4.000 Leuten im Ruhrgebiet.

Kein Wunder, dass AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mit rund 44 Prozent die Landtagswahl am 6. September haushoch gewann.

Pleiten und Insolvenzen sind das neue traurige Markenzeichen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Doch die Bürger schauen dabei meist nur noch zu. Warum eigentlich?

Dabei geht ein Traditionsbetrieb nach dem anderen unter, meldet Insolvenz an oder schließt seine Pforten, wie Quelle, Karstadt, Weck, Kettler, Grundig, Praktiker, Air Berlin, FTI Touristik, Görtz und jetzt Tupperware, Varta, Bohai oder Hellweg sowie viele mehr.

Propagandazahlen: Deutschlands „Aufschwung“ ist auf Pump finanziert,
nicht dauerhaft und nur ein kurzes Strohfeuer

Viele ältere Bürger glauben jedoch noch der Dauerbestrahlung durch ARD, ZDF und RTL. Denn der vermeintliche kleine Aufschwung, den sie oberflächlich vermelden, ist nur durch Schulden finanziert und stützt sich im Wesentlichen auf die neue Kriegswirtschaft. Doch Spezialgranaten für die Haubitze 2.000 kann man nicht essen und bestimmte Drohnen liefern keine Waren aus, sondern bringen nur den Tod.

Stattdessen hat die grünausgerichtete Regierungspolitik von CDU, CSU, SPD, Grünen und FDP im Bund in den vergangenen 20 Jahren zu einer Kernschmelze von Deutschlands traditioneller Automobilindustrie geführt. Erst machte grüne Politik die weltweit führende Dieseltechnologie kaputt, dann kamen Benzin-Verbrenner dran und jetzt droht den Stromern in Deutschland noch das Aus, weil Asiaten billiger produzieren.

So will der VW-Vorstand die Fahrzeugproduktion am historischen Automobilstandort von Horch Zwickau und Trabant bis 2031 beenden. Dabei baute Volkswagen sein Werk in Zwickau erst für rund 1,2 Milliarden Euro als modernsten und reinen Standort für Elektroautos innerhalb des VW-Konzerns in Deutschland um.

Die staatlich verordnete Anti-Verbrennerpolitik der EU wie Deutschlands und die ideologische Elektroauto-Forcierung fordert große Opfer. Rund 8.000 VW-Mitarbeiter sind in Sachsen vom Jobverlust bedroht. Schlimmer noch: Die Schließungspläne betreffen direkt und indirekt wohl bis zu 60.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern und Kooperationspartnern, wobei sich der wirtschaftliche Gesamteffekt auf die Region sogar auf rund 100.000 Menschen ausweiten könnte. In dieser sächsischen Region leben rund 1,5 Millionen Menschen.

Sachsens Minderheits-Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wollte die VW-Beschlüsse zunächst nicht wahrhaben und beklagte „bedrückende Gerüchte“. Dann versuchte er die Fakten zu beschwichtigen: „Wir müssen entlang unseres Erfolgskonzepts für unseren Standort werben.“

Doch das ist nur das einsame Pfeifen im Walde. Im Herbst 2029 stehen in Sachsen Landtagswahlen an, dann wird Kretschmer, der mit linken Parteien wie Ex-SED und Grünen für seine CDU/SPD-Minderheitsregierung paktiert, die Quittung für eine staatlich verordnete grüne Autopolitik des Untergangs bekommen. Die Volkspartei AfD, mit derzeit 42 Prozent in Sachsens Umfragen, freut sich jetzt schon auf die nächsten Rekordergebnisse bei der kommenden Landtagswahl in drei Jahren.

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