CDU-Regierungschef Reiner Haseloff gibt vorzeitig auf

Die Angst bei der Union vor einem Wahlsieg der Alternative für Deutschland mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bei den Landtagswahlen im September ist riesengroß. Deswegen soll schnell noch der CDU-Bewerber Sven Schulze zum Ministerpräsidenten für sieben Monate ins Amt gehievt werden.

picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Was müssen sie für eine Angst haben vor einem großen Wahlsieg der Alternative für Deutschland bei den kommenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September dieses Jahres.
CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff will plötzlich, entgegen allen Ankündigungen, sein Amt schnell noch die restlichen Monate bis zur Wahl an seinen CDU-Bewerber für die Nachfolge Landeswirtschaftsminister Sven Schulze abgeben.

Ende Januar soll der Landtag mit Stimmen der Regierungskoalition von CDU, SPD und FDP den Haseloff-Nachfolger Schulze rasch ins Amt hieven. Schon für kommenden Montag sind Parteiführungstreffen aller drei Koalitionsparteien geplant. Die hektische Aktion bleibt dennoch ein Risiko im Landtag, denn die plötzliche MP-Wahl ist geheim.

Schon für kommenden Montag sind Parteiführungstreffen aller drei Koalitionsparteien geplant. Die hektische Aktion bleibt dennoch ein Risiko im Landtag, denn die plötzliche MP-Wahl ist geheim.

Die CDU schaltet auf Panik-Modus um, weil der 35-jährige smarte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund den selbst ernannten „demokratischen Parteien“ eine historische Niederlage bereiten könnte.

Haseloff hingegen regiert seit April 2011 als Ministerpräsident Sachsen-Anhalts und amtiert damit als dienstältester Regierungschef in Deutschland.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte den 71-jährigen Wittenberger, wie eigentlich für die Sachsen-Anhalt-Wahl geplant, nach der Bundestagswahl nicht als Ost-Kandidaten mit dem Bundeswirtschaftsministerium betraut. Das vergab Merz an die jetzt amtierende 52-jährige Brandenburgerin Katherina Reiche.

Die Berliner CDU-Zentrale wollte hingegen einen vorzeitigen Amtsverzicht Haseloffs zugunsten seines Nachfolgers. Doch dazu war der dienstälteste MP nicht bereit.

Daraufhin kündigte Haseloff im vergangenen Jahr an, seine Partei nicht noch einmal in einen Landtagswahlkampf zu führen, aber weiter amtieren zu wollen. Eine vorzeitige Amtsübergabe an Schulze kam für ihn wohl auch wegen der Ministerabsage im Bund nicht in Frage. Haseloff argumentierte intern, dass SPD und FDP einen Wechsel an der Spitze nicht mitmachen würden. Basta.

Doch jetzt geht die Angst vor einem deutlichen AfD-Sieg mit Regierungsübernahme um. In Umfragen liegt sie schon bei 40 Prozent. Auch in den meisten Ost-Ländern liegt sie kurz davor.

Zum aktuellen Panikmodus der CDU passt auch Haseloffs Drohung an sein Wahlvolk, aus Sachsen-Anhalt flüchten zu wollen, wenn die AfD an die Macht kommt. Mit Liebesentzug wollte er seine Landeskinder bei der Stange halten, damit sie nicht wegen Regierungsversagen in Bund und Land zur AfD überlaufen.

„Wenn die AfD zur Macht käme, dann wäre für mich wirklich die Grundsatzüberlegung, ob ich nach 72 Jahren meine Heimat verlassen würde,“ verkündete der potenzielle Auswanderer erst im Juni vergangenen Jahres.

Was seinen enttäuschten Landeskindern dabei sofort auffiel: Sein Heimatland hat Haseloff 1994 bei der Machtteilhabe durch die Rechtsnachfolger der SED-Täterpartei des DDR-Regimes nicht verlassen. Die Partei der Mauerbauer alias PDS errang damals durch Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung nicht einmal fünf Jahre nach dem Mauerfall wieder Macht.

Wenig später regierten die Ex-SED-Mittäter in Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit. Die Erben der Verursacher von Mauertoten, Menschenhandel und politischer Gefangenschaft waren für Haseloff also kein Grund zum Auswandern.

Angst vor einem furchtbar netten AfD-Spitzenkandidaten

Voll im Panik-Modus möchte Haseloff nun schnell die politische Bühne verlassen, und seinen eher unbekannten theoretischen Nachfolger Schulze noch sieben Amtsmonate auf Kosten des Steuerzahlers verschaffen.

Doch der blasse CDU-Spitzenkandidat hat es trotz allem weiter sehr schwer, sich gegen den intelligenten AfD-Kontrahenten Ulrich Siegmund zu profilieren, der selbst von den Leitmedien als höchst talentiert und daher gefährlich eingestuft wird.

Selbst dem Spiegel fallen nur solche Zeilen ein wie: „Ein furchtbar netter Verfassungsfeind“. Wobei der „Verfassungsfeind“ eine übliche Medien-Unterstellung gegenüber dem Familienvater aus Tangermünde ist.

Obendrein durchschauen Sachsen-Anhalts Bürger dieses Verzweiflungsmanöver und Postengeschiebe schnell.

Allerdings werden sich die staatstragenden Medien in Funk und Fernsehen größte Mühe geben, den Bekanntheitsgrad des blassen CDU-Mannes zu heben und den smarten AfD-Bewerber zu diskreditieren. Immer nach dem bewährten Einheitspressemotto: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

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Kommentare ( 29 )

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Landgraf Hermann
4 Stunden her

Wenigstens ein unfähiger Phrasendrescher weniger. Woidke wird hoffentlich auch noch drankommen.

Privat
4 Stunden her

Auswandern will der, wenn die AFD die Wahl gewinnt.
Wünsche dem Haseloff eine gute Reise.

Privat
4 Stunden her

Der CDU Heini H. will nach eigenen Worten Deutschland verlassen, wenn die demokratische Partei AFD die kommenden Wahlen gewinnt.
Ich möchte den Heini H. beim Wort gerne nehmen, wann er Deutschland verlässt.
Wenn Sachsen-Anhalt mit der AFD wieder normal wird.

Sonny
5 Stunden her

Auf Sachsen-Anhalt liegt alle Hoffnung.
Wird das mit dem Regimewechsel, aus welchen Gründen auch immer, scheitern, ist eine Gesundung Deutschlands nicht mehr wahrscheinlich.

heinrich hein
5 Stunden her

Ich finde immer hr haseloff hat das Charisma einer Büroklammer und sein Lebenslauf ist als sehr überschaubar zu bezeichnen. Habe nie verstanden, warum man eine solche Person wählt. Nun isser eben weg.

Nibelung
7 Stunden her

In einer auswegslosen Lage, die ihm die eigene Partei beschert hat ist es eine vernunftsbegabte Entscheidung und einen gewissen Respekt davor, wenn auch mit einem schrägen Touch versehen, aber immer noch besser, als sich für eine Partei zu verdingen, die keine Chance mehr hat, weil sie vom Ostwähler als das erkannt wurden, was sie 1989 verlassen haben und mit diesem Deja vous versehen ist kein Staat mehr zu machen und dann lieber die Kurve kratzen, als mit ihnen gemeinsam unterzugehen.

Buck Fiden
14 Stunden her

Haselhoff will schön den schlanken Fuss machen, damit er nicht mit einer Niederlage gegen die AfD in Zusammenhang gebracht werden kann.
Falsch gedacht.

Mikmi
15 Stunden her

Er hinterlässt einen Scherbenhaufen, oder nach mir die Sintflut, ein schäbiger Abgang. 14 Jahre Misswirtschaft und dann auch noch solche Ankündigungen. Ein schlechter Verlierer, Hr. Schulze hätte besser abgelehnt, da war kein Bonus mehr, nur noch Kopfschütteln.

Last edited 15 Stunden her by Mikmi
Teiresias
16 Stunden her

Vielleicht MÜSSEN sie dann schnellstmöglich fliehen, weil alle Akten, die krumme Machenschaften belegen könnten, gar nicht schnell genug zu identifizieren und beseitigen wären – Stichwort Corona, Antifa-Finanzierung, Finanzierung von sog. „Klima-Projekten“, et c..

Ich traue denen nicht weiter, als meine Mutter sie werfen könnte!

Last edited 16 Stunden her by Teiresias
cernunnos
16 Stunden her

Wohin will der gute Mann denn auswandern. Muss ja dann wohin sein wo es so läuft wie er es gerne hat. Berlin, Hamburg? Freiburg, Göttingen? Oder vielleicht eine WG in Connewitz? Davon ab: ich weiß nicht was solche Typen erwarten. Die Gründe warum Menschen die AfD wählen werden nicht bearbeitet, sondern noch verschärft. Das heißt, die Zahlen für die AfD müssen unweigerlich steigen. Es geht gar nicht anders. Der Austausch der Wählerschaft geht nicht schnell genug um das aufzufangen. Noch eine Partei gründen um denen das Wasser abzugraben? Hat nicht funktioniert. Bleiben nur 2 Lösungen. Verbot AfD oder Kriegsfall, weil… Mehr