BRD: Bananenrepublik Deutschland?

Rodellegende Georg Hackl spricht aus, was Millionen Deutsche denken und täglich erleben – die Unfähigkeit der Regierenden eines einst so erfolgreichen Landes, schnell, richtig und ehrlich zu handeln, um seine Lebensadern für die Zukunft zu erhalten.

picture alliance / foto2press | Steffen Proessdorf
Rodellegende Georg 'Schorsch' Hackl, 16.01.2026

Reisen bildet, das wusste schon unser Nationaldichter Johann Wolfgang Goethe, wenn es ihn so gern in den warmen Süden zog. Bei Olympia in Italien erlangte auch unsere deutsche Rodellegende Georg Hackl einen erstaunlichen Erkenntnisgewinn. Allen Nörgeleien und Verdrehungen der öffentlich-rechtlichen Übertragungsanstalten über Umweltsünden und Klima zum Trotz befand der Hackl Schorsch auf die Frage der Münchner Abendzeitung, wie es in Cortina war: „Natürlich toll. Olympische Spiele endlich mal wieder in einem klassischen Wintersportort!“ So etwas haben deutsche TV-Zuschauer von den Moderatoren bestenfalls nur ganz verhalten gehört.

Komplimente für die italienischen Gastgeber von Mailand/Cortina mit ihrer Regierungschefin Giorgia Meloni an der Spitze gab es ohnehin nicht, weil von den Fratelli d’Italia – zu rechts und zu konservativ.
Ganz anders Georg Hackl, der bei Olympia noch in Diensten der österreichischen Rodler stand: „Ich möchte in aller Form ein großes Kompliment an die italienische Regierung aussprechen, dass die in der Lage waren, innerhalb eines Jahres da eine Bahn hinzubauen. Sensationell, große Klasse!“, lobte der Rodelexperte im Ruhestand unsere Nachbarn für ihren modernen Eiskanal im AZ-Interview.

Einmal in Fahrt macht der weltoffene Schorsch noch Italiens Infrastrukturminister Matteo Salvini von der Lega, die so etwas wie die AfD dort ist, noch ein großes Kompliment für den schnellen Bau der Sportanlagen. „Sogar der Matteo Salvini, der ja in Italien der Zweithöchste ist, war da, getarnt in der Kleidung eines Volunteers. Aber ich hab’ sein Gesicht gleich erkannt, und er hat gesehen, dass ich ihn erkannt habe, und ich hab’ ihm ein Daumen-hoch gegeben …“, schwärmt der Hackl Schorsch von seiner Begegnung mit Konservativen an der Bobbahn.

In Deutschland würde er wegen Kontaktschuld für Daumen-hoch mit „rechts“ gebrandmarkt. Doch die Sportskanone aus Berchtesgaden liebt nicht nur den Eiskanal, sondern vor allem ehrlichen und offenen Klartext, der Politikern „unserer Demokratie“ längst abhanden gekommen ist.

„Das ist Führungsstärke, die ich in Deutschland so sehr vermisse“

Salvini setzte sich gegen Umweltkritiker einer neuen Eisschlange in Cortina wie auch Felix Neureuther kurzfristig durch: „Basta, wir bauen jetzt diese Bahn!“ Die Italiener errichteten das neue Cortina Sliding Center entgegen aller Kritik und Zweifel in Rekordzeit von nur einem Jahr über die alte Bobbahn, während die Rodelnation Deutschland jetzt schon fünf Jahre an ihrer 2021 beschädigten Bobbahn in Königsee herumwerkelt.

Obendrein loben und lieben fast alle Athleten und Funktionäre die sichere Eisrinne von Cortina, die demnächst ein fester Standort im Weltcup von Bob, Rodeln und Skeleton wird. Obendrein bildet Italien hier künftig seine Sporttalente aus – mehr Nachhaltigkeit geht nicht.

Salvinis Basta hat Georg Hackl sichtlich beeindruckt: „Das ist Führungsstärke! Und gestatten Sie mir, dass es jetzt kurz politisch wird: Das ist Führungsstärke, die ich in Deutschland so sehr vermisse, in dieser Regierung schon wieder, wie in der letzten und vorletzten.“ Wie wahr!

Reisen bildet in der Tat. Ob Merkel, Ampel oder Merz – in Deutschland gilt nur das Weiter-so in die falsche Richtung. In Italien wird hingegen gehandelt. „Früher haben wir Deutschen die Italiener belächelt – heute sind wir die Bananenrepublik, die nichts mehr auf die Reihe kriegt. Keinen Stuttgarter Bahnhof, einen viel zu spät fertig gewordenen Berliner Flughafen, die Brücke in Dresden ist immer noch nicht repariert, wie auch nicht die Königseer Rodelbahn. Da muss man nicht die ganze Bahn neu bauen, da geht es um ein, zwei Kurven, die durch die Überschwemmung in Mitleidenschaft gezogen wurden – und nach fünf Jahren rodeln wir immer noch nicht!“ Basta – befindet der Hackl Schorsch und Recht hat er.

BRD steht inzwischen für Bananenrepublik Deutschland, diese Erkenntnis haben nicht nur Georg Hackl, sondern auch viele Millionen Deutsche gewonnen, wenn sie über den Tellerrand hinaus ins Ausland blicken.

Denn Deutschland ist ein Fall für die Abrissbirne. Allein der Blick auf die Bundeshauptstadt mit ihrem „failed state“ Berlin reicht, um die sich in der Welt verbreitende Unfähigkeit Deutschlands, schnell zu entscheiden, handeln und bauen, zu dokumentieren.

Es ist kein Berliner Treppenwitz, aber im noch modernen Hauptbahnhof sind nach 20 Jahren 35 von 52 Rolltreppen seit Wochen nicht in Betrieb, weil kaputt. Die Fahrgäste schleppen schimpfend ihre Koffer über Treppen. Deutsche Wertarbeit taugt wohl nichts mehr: defekte Getriebe und fehlende Ersatzteile – Zustände wie am Ende in der untergegangenen DDR. Selbst der bei Berlins Stromausfall lieber Tennis spielende Regierende Bürgermeister Kai Wegner von der CDU musste sich mal einschalten, weil seine Hauptstadt sich erneut blamiert.

Die ersten von 35 defekten Rolltreppen im Berliner Hauptbahnhof sind wieder in Betrieb, jubelt der Lokalsender rbb, als ob der Mount Everest erstmals erstiegen wurde. Bis Ende nächster Woche sollen weitere Rolltreppen repariert sein, damit alle Ebenen durchgehend stufenlos erreichbar sind, teilte auch noch die Deutsche Bummelbahn jetzt mit.

Wie viele Anlagen wieder funktionieren, weiß natürlich keiner so genau. Jedenfalls seien die Techniker der Bahn und des Herstellers Kone vor Ort, um nach und nach alle Rolltreppen wieder zum Laufen zu bringen. Kaputtes Ding will halt Weile haben. Was für ein Treppenwitz.

Den gibt es übrigens auch in Leipzig bei den Rolltreppen des City-Tunnels. Doch hier geben die vermeintlichen Qualitätsprodukte aus deutschen Landen (ThyssenKrupp) im Untergrund schon 13 Jahre nach Eröffnung auf mindestens drei tiefgelegenen Bahnhöfen des City-Tunnels den Geist auf. Die vielen Treppen mit Gepäck zu erklimmen, hält eben fit im besten Deutschland aller Zeiten.

Brücken in Deutschland geraten zum Jahrhundertbau

Ebenfalls in Sachsen, wo noch keiner genau weiß, wann in der Landeshauptstadt Dresden die von Hackl Schorsch erwähnte Carola-Brücke jemals als Ersatzneubau die Elbe queren wird. Feixte Deutschland früher über Italien – Stichwort: Fehler in allen Teilen (FIAT) –, so können die Italianos heute laut über den deutschen Niedergang der Infrastruktur dank grüner Klimaideologie lachen, und die Unfähigkeit, lebenswichtige Bauprojekte überhaupt noch zeitnah umzusetzen.

Deutsche Baufirmen brauchten allein über ein Jahr nach dem Einsturz am 11. September 2024 für den Abriss der Carola-Brücke bis kurz vor  Winter 2025. Kostenpunkt: 29,5 Millionen Euro.

Eine geforderte Zustandsprüfung der Carola-Brücke hatte ja, wie Tichys Einblick exklusiv berichtete, der rot-rot-grün dominierte Dresdner Stadtrat den Freien Wählern im Juni 2024 verweigert.

Der Ersatzneubau für mindestens 200 Millionen Euro (also viel mehr), der vier Fahrspuren sowie Platz für Straßenbahn, Rad und Fußgänger bietet, ist zwar beschlossen, aber der Baubeginn erfolgt bestenfalls erst 2028 – also fast vier Jahre nach dem Einsturz. Wann die nur 375 Meter lange Brücke fertig wird, erleben viele ältere Dresdner wohl nicht mehr, irgendwann so bis 2033. Da sind dann gut neun Jahre ins Land gegangen.

In dieser Zeit errichten Ingenieure und Bauarbeiter in Italien gut vier dreimal so große Brücken. Nur zum Vergleich: Das früher von Deutschen so belächelte Italien baute seine im August 2018 eingestürzte Autobahnbrücke von Genua in architektonischer wie technischer Meisterleistung ruckzuck neu: 1067 Meter Morandi-Brücke in nur 310 Arbeitstagen. Die Wiedereröffnung erfolgte inklusive Abriss, Planung und Bau in nur knapp zwei Jahren nach dem Einsturz am 3. August 2020.

Bananenrepublik Deutschland? Si, si, si!

Zurück in die Bundeshauptstadt, die ein Spiegelbild für öffentliches Regierungsversagen in Deutschland ist. Ein rotes Banner prangt heute an Berlins einst modernsten Kongresscentrum ICC, dem stillgelegten Panzerkreuzer Charlottenburg.

„ICC: DAUERT NOCH EIN BISSCHEN – ABER WIRD MEGA!“

Mit so einem dreisten Spruchband kündigt Berlins Ex-Regierende Bürgermeisterin und heutige Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey von der SPD einen neuen Anlauf (den wievielten?) zur Wiederinbetriebnahme des Kongresszentrums an. Dabei steht das ICC seit 2014 leer. Investoren fanden sich seither nicht. Jetzt soll die Ruine durch Wettbewerb in private Hände für einen symbolischen Euro und 99 Jahre Erbbaupacht gelegt werden. Obendrein steht das ICC seit 2019 auch noch unter Denkmalschutz. Jedes Detail muss also der künftige Bauherr im Stil der 70er-Jahre erhalten oder nachbauen und darf das Gebäude deswegen auch nicht entkernen. Welcher Investor mit Verstand tut sich das wohl an? Insofern wirkt Giffeys Spruchband „WIRD MEGA“ wie eine Verhöhnung des Volkes.

Vor allem Ostdeutsche können wegen ihrer Diktaturerfahrung Lügen von Regierenden mit ihrem hintergründigen Humor ganz einfach bloßstellen wie des nackten Kaisers neue Kleider. So leben wir laut Hackl Schorsch aus Bayern inzwischen in einer Bananenrepublik. Ossis erkennen in Propagandasprüchen wie die von Giffey hingegen die BRD als Buratino Republik Deutschland. Warum? Na, auf Pinocchio reagiere ja Rekordschuldenkanzler Friedrich Merz von der CDU empfindlich, da komme gleich die Polizei ins Haus. Aber den östlichen Bruder des Hölzernen mit der langen Lügennase, den Buratino, kenne der Verfassungsschutz aufgrund von Bildungslücken ohnehin nicht. Und im Zweifel stamme Buratino nur aus dem Reiche Putins.

Wie zum Beweis explodiert dieser Tage selbst die Kanzlerlegende vom wirksamen „Sondervermögen“ – von Politikern mit gesundem Menschenverstand ehrlich Schulden genannt. Jetzt entlarven Studien des Münchner Ifo-Instituts die Bundesregierung: Bis zu 95 Prozent des „Sondervermögens“ (500 Milliarden Euro) für Infrastruktur würden bislang für andere Zwecke ausgegeben. „Wir haben ​festgestellt, dass die Politik die schuldenfinanzierten Mittel nahezu vollständig für andere Zwecke, also zum Stopfen von Haushaltslöchern, genutzt hat“, berichtet ifo-Präsident Clemens Fuest.
„Die XXL-Schuldensauerei“, titelt selbst die sonst so regierungstreue Bild. Was soll man dazu noch sagen, als „was zu beweisen war“ (q.e.d.)?

Ob nun Bananenrepublik Deutschland oder Buratino Republik Deutschland ist fast egal. In der neuen BRD werden offensichtlich von den Regierenden in Bund und Ländern gerne die Balken verbogen und das Blaue vom Himmel gelogen. Si, si, si!

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