Vom Weltuntergang zur Atomkraft

Zion Lights schließt ihr neues Bekenntnis: »Jetzt ist es an der Zeit, sich auf Lösungen zu konzentrieren. Es ist entscheidend, dass Umweltaktivisten die Wahrheit über die Kernenergie sagen, anstatt dem Gruppendruck und der Angst nachzugeben.«

Screenprint: Youtube

»Viele Jahre lang stand ich der Kernenergie skeptisch gegenüber. Umgeben von Anti-Atomkraft-Aktivisten hatte ich zugelassen, dass sich die Angst vor Strahlung, Atommüll und Massenvernichtungswaffen in mein Unterbewusstsein einschleicht. Als mir ein Freund eine wissenschaftliche Abhandlung über die tatsächlichen Auswirkungen schickte, einschließlich der (sehr geringen Zahl) aller Todesfälle durch die Strahlung in Tschernobyl und Fukushima, wurde mir klar, dass ich die ganze Zeit in eine wissenschaftsfeindliche Stimmung versetzt worden war.«

Sehr erstaunliche Worte, die ausgerechnet noch von einer ehemals eisernen Aktivistin jener Extinction Rebellion (XR)-Sekte kommen, die im vergangenen Jahr in vielen Städten demonstrierten. Zion Lights ist oder besser war einer jener Vertreterinnen, die laut den Weltuntergang prophezeiten wegen menschengemachter Klimakatastrophen und so. Der englische TV-Talker Andrew Neil grillte sie spektakulär in seiner BBC-Andrew Neil Show, indem er sie mit vielen Zitaten aus dem letzten Klimareport des »Weltklimarates« IPCC konfrontierte. Sie blamierte sich bis auf die Knochen, weil sie weder Fakten aus dem Report kannte noch die Thesen, dass Milliarden von Menschen an der Klimakatastrophe sterben würden, begründen konnte.

Sie ging vermutlich in sich und kam jetzt geläutert wieder zurück und rief aus: »Liebe Umweltschützer, schließen Sie sich mir an und unterstützen sie die Kernkraft!«
Wie Kampagne geht, weiß sie: »Ich kann auf eine lange Geschichte von Kampagnen zu Umweltfragen zurückblicken, zuletzt als Sprecherin von Extinction Rebellion Großbritannien und als Gründerin der Klima-Zeitung The Hourglass.«

Sie verblüfft mit der Aussage: »Jetzt habe ich die Organisation verlassen, um eine Position als Kämpfer für die Kernenergie zu übernehmen.« Auslöser für den Meinungswandel war offenbar jene TV-Show: »Als ich im vergangenen Herbst an der Andrew Neil Show teilnahm, fragte er mich, welche Lösungen Extinction Rebellion zur Bekämpfung des Klimawandels zu bieten habe. Im Namen der Organisation achtete ich darauf, nichts zu sagen, was nicht von der erklärten Politik der Bewegung abgedeckt wird.«

Genervt von politkorrekten Statements informierte sie sich über die tatsächlichen Fakten zur Sicherheit der Kernkraft und stellte fest, »dass die nuklearen Unfälle, die sich in meinem Leben ereignet haben, auf ungewöhnliche und extreme Umstände oder auf menschliches Versagen zurückzuführen waren. Tschernobyl zum Beispiel ereignete sich aufgrund der Verwendung eines fehlerhaften Reaktordesigns, das einen Stromstoß und eine Explosion in einem der Reaktoren verursachte, und Japans Fukushima Daiichi-Katastrophe wurde durch die Folgen des Tohoku-Erdbebens und des Tsunami ausgelöst.«

»Doch«, so fährt sie fort, »selbst wenn man diese katastrophalen Ereignisse mit einbezieht, hat die wissenschaftliche Forschung festgestellt, dass die Kernenergie immer noch sicherer ist als fossile Brennstoffe, wenn Luftverschmutzung, Unfälle (bei der Energiegewinnung) und Treibhausgasemissionen berücksichtigt werden.« Sie hatte seit Jahren Wind und Sonne gelobt. »Aber«, so erkannte sie, »obwohl erneuerbare Energien ein Teil des Mixes bei der Energieversorgung Großbritanniens sein können und sollten, reicht die Technologie einfach nicht aus, um unser Land rund um die Uhr mit Energie zu versorgen.«

Das mit dem Atommüll sei auch nicht so katastrophal, wie es immer dargestellt werde. Die Abfälle seien von der Menge her gering, würden gut gelagert und haben noch nie jemanden umgebracht.

Eine solche Diskussion konnte sie jedoch mit ihren alten Anti-Atomkraft-Freunden nicht mehr führen: »Leider trennten sich unsere Wege.« Michael Shellenberger, der Gründer von environmental Progress in America, bat sie für ein Interview für sein neues Buch. »Während dieser Diskussion kamen wir auf das Thema Kernenergie zu sprechen und stellten fest, dass wir etwas gemeinsam hatten: Michael hatte auch seine Meinung darüber geändert. Jetzt hat er mich eingeladen, environmental Progress UK zu leiten: eine Kampagne, die wir durchführen werden, um die Menschen über die Wissenschaft hinter der Kernenergie aufzuklären und sicherzustellen, dass Großbritannien in die Kernenergie investiert.«

Sie schließt ihr neues Bekenntnis: »Jetzt ist es an der Zeit, sich auf Lösungen zu konzentrieren. Es ist entscheidend, dass Umweltaktivisten die Wahrheit über die Kernenergie sagen, anstatt dem Gruppendruck und der Angst nachzugeben.«
Kernenergie als »wesentlicher Bestandteil unserer verzweifelt notwendigen Versuche, die globale Erwärmung zu bekämpfen.« Gut, an dem Modell der globalen Erwärmung kann sie ja noch arbeiten und auch das Unwort der »Decarbonisierung« Großbritanniens noch einmal genauer zu reflektieren.

Unterstützung
oder

Kommentare ( 85 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

85 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
meckerfritze
5 Monate her

In Deutschland wird es niemals einen Sinneswandel bzgl Kernenergie geben. Die Bevölkerung ist zu dumm und viel zu sehr von koboldInnen, die Strom im Netz speichern wollen, indoktriniert.

November Man
5 Monate her

Deutschland ist nur wegen der Merkel und ihren Grünen so dermaßen dumm, setzt voll auf Strom und schaltet gleichzeitig seine sicher Stromversorgung ab, während andere Länder um uns herum voll auf sichere, saubere moderne und vom Verbraucher bezahlbar Atomkraft setzen. Dabei stehen uns sämtliche neuste Technologien zur Verfügung. Hoch moderne, absolut sichere, saubere und emissionsfreie Atomkraftwerke wie sie Südkorea momentan auf den ganzen Welt baut. Die neuste Dual-Fluid-Technik, eine Technik in dem im einem Reaktor der anfallende Atommüll verbraucht wird. Und der BN-800 Reaktor, der sogar den letzten Atom-Restmüll rückstandsfrei verbraucht. Nur, mit den Ideologen von den Grünen machen wir… Mehr

Peter Pascht
5 Monate her
Antworten an  November Man

„saubere moderne und vom Verbraucher bezahlbar Atomkraft“
Atomkraft ist auch nicht sauber denn sie hinterlässt radioaktiven Müll.
Vor allem wird noch immer der größte Teil des Stromes aus Verbrennung-Kraftwerken gewonnen, auf Basis von Kohle, Erdöl und Erdgas.
Wie sich an Hand der Messdaten zeigt ist CO2 nicht die Ursache des Klimawandels und es gibt bereits Techniken das CO2 aus den Abgasen der Kraftwerke zu entziehen.
Also Fazit: moderne Verbrennungskraftwerke auf Kohlebasis sind die Lösung für Deutschland. Das wird die Realität erzwingen.
Aber diese Regierung hat ja beides abgeschaltet, Kernkraft und Kohlekraft, ohne für einen Ersatz zu sorgen. Einfach nur Unverstand.

giesemann
5 Monate her
Antworten an  November Man

.. wenn es wenigstens nur die Grünen wären, @November Man.

Michael_M
5 Monate her

da ist wohl jemand erwachsen geworden 😊

Jrgen D.
5 Monate her

Wenn die Klimahysteriker es schaffen die Atomenergie wieder nach Deutschland zu bringen, dann werde ich laut in ihren Chor miteinstimmen. Merke der Zweck heiligt die Mittel. Wichtig ist was hinten rauskommt. es merkt niemand wenn die Welt nicht untergeht, aber es merkt jeder, wenn die Deutsche Wirtschaft und die deutsche Stromversorgung zerstört wird. Ein Pakt dem Teufel ist mir da allemal lieber, als einen mit Merkel.

Marco Mahlmann
5 Monate her

Wir wollen hoffen, daß Frl. Licht durch bessere Einsicht zum Sinneswandel gekommen ist und nicht durch den Vergleich ihres Kontostands vor und nach der Unterschrift.
Gleichwohl wäre sie nicht die erste, die die ewigen Vorwürfe, keine Ahnung zu haben, zu Herzen genommen hätte und der durch Bildung dann ein Licht aufgegangen wäre. Klima-Gretas Atom-Fauxpas entstammt wohl auch dem Gedanken, daß die Kernkraft alles in allem gar nicht so übel ist.

Politkaetzchen
5 Monate her

Die Frage ist wer sich heutzutage für die Wahrheit interessiert. Die Deutschen sind es jedenfalls nicht. Mein Schatz ist jedenfalls ganz begeistert von dem E Auto die seine Firma spendiert hat. Ist so leise und energiesparend usw. Dass er ohne der Schnellladesäule vorm Firmengebäude ziemlich aufgeschmissen wäre und sich die ersten Wehwechen des Akkus zeigten, ist kein Grund das ganze zu hinterfragen für ihn. Meine „rechten Verschwörungstheorien“ findet er bestenfalls nur witzig. TE ist für ihn eine böse rechte Seite, von dem ich Gehirn gewaschen sei usw. Tja… Jz weiß ich, dass Adolf Hitler recht hatte mit der Aussage, dass… Mehr

Bernd Geiss
5 Monate her
Antworten an  Politkaetzchen

Ich glaube, dass die Aussage von Napoleon und nicht von Butler ist.

Budgie
5 Monate her
Antworten an  Politkaetzchen

Hallo Frau Politkaetzchen, zuerst möchte ich bezüglich der Batterien auf die totale Umweltzerstörung und Kinderarbeit bei der Förderung von Kobalt (nicht Baerbocksche Kobolde) im Kongo hinweisen (siehe https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/saubere-autos-schmutzige-batterien-kobaltabbau-im-kongo–100.html). Zweitens: In den Anden geschieht das Gleiche beim Abbau von Lithium für die Batterien (siehe https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-der-wahre-preis-der-elektroautos-100.html). Drittens: Die CO2 Bilanz bei Herstellung und Fahrleistung ist nicht wirklich besser als bei herkömmlichen Autos (siehe https://www.autozeitung.de/elektroautos-hybridantrieb-umwelt-studie-gutachten-40981.html). Zusammengefasst kann man sagen, dass E-Autos der Ökologie unseres Planeten wesentlich mehr schaden als ein Diesel bzw. Benzinfahrzeug.

RMPetersen
5 Monate her
Antworten an  Politkaetzchen

Bewundernswert, dass trotz der so unterschiedlichen politischen Positionen das Zusammenleben noch gut läuft. („… Mein Schatz …“)

Hoffen wir, dass diese Regierung Ihren konformen Schatz nicht irgendwann nachdrücklich zur Trennung von der Renegatin auffordert.

Hoffnungslos
5 Monate her

Diese ganzen Angstfantasien haben sicherlich Gründe.Viele junge Menschen scheinen verunsichert, wissen nicht, was sie tun sollen, tun können. Die Haltegriffe fehlen. Jeder für sich, aber kein Gott, kein Ziel für uns alle. Eine künstliche Welt voller scheinbarer Superstars, ohne Sinn. Medien, die genutzt werden, die aber nicht mehr vom Nutzer kontrolliert werden können. Leistungen nur noch im Sport. Unterhaltung und Spass rund um die Uhr, die den Bezug zur Realität des Lebens blockiert. Verunsicherte Menschen lassen sich leichter lenken. So werden die Menschen von einer Katastrophe in die nächste getrieben.

Julian Schneider
5 Monate her

Die allermeisten Menschen sind suchtgefährdet. Dazu zähle ich auch Ideologien und Religionen. Derzeit habe ich das Gefühl fast alle Menschen sind – aufgeputscht durch die Medien – in Sekten gelandet: in der Klimasekte, der Antirassismus-Sekte, der Sozialisten-Sekte, der Willkommen-liebe-Migranten-Sekte, der Vegan-Sekte, der Windrad-Sekte, der Wir-werden-alle-an-Corona-sterben-Sekte. Man will dazu gehören, man will als guter Mensch posen. Merke: Ohne unverstellten Blick auf die Dinge gibt es keinen Fortschritt und keine Lösungen

Peter Pascht
5 Monate her

Einmal „Sekretärin für Ideologie und Propaganda“,
immer „Sekretärin für Ideologie und Propaganda“
Was soll man denn auch machen wenn man nichts gelernt hat in der Schule,
aber blos mit Schulnoten und Titeln hausieren geht.

Klaus Kabel
5 Monate her

Windkrafträder zerstören die deutsche Kulturlandschaft und das ist so gewollt. Fusionskraftwerke, die ausreichen kontinuierlich Strom liefern, sind für diese Regierung und ihren Anhängseln nicht zielführend