Professor Ruprecht: Verbot der Atomenergie ist falsch

Professor Götz Ruprecht ist Miterfinder des Dual-Fluid-Reaktors. Das Konzept des Kernreaktors erfüllt die Anforderungen an inhärent-passive Sicherheit und macht ein geologisches Endlager überflüssig. Ruprecht kann nicht verstehen, warum die deutsche Politik die Atomkraft dogmatisch ablehnt

Bild: NRG
Symbolbild

Berlin. Das Verbot jeglicher Atomenergie in Deutschland, egal wie sicher eine Technik ist, hält der Forscher und Mitentwickler des Dual-Fluid-Reaktors, Professor Götz Ruprecht, auch mit Blick auf die Klimapolitik für vollkommen falsch. Während weltweit an neuen, ungefährlichen Reaktoren geforscht werde, habe Deutschland diese Technik einfach verboten. „Weltweit geht der Trend tatsächlich zu neuen Kernreaktortypen, und es wird auch sehr kritisch hinterfragt, ob es wirklich nötig ist, alte Reaktoren sofort abzuschalten“, erklärt der Berliner Atomforscher am Institut für Festkörper-Kernphysik, im Gespräch mit der Zeitschrift Tichys Einblick. „Auch die Lehre aus Fukushima ist international nicht unbedingt die, dass man aussteigen muss, sondern eher, dass die Kerntechnik doch recht sicher ist.“ Anders als das Ausland habe Deutschland jedoch andere Schlüsse gezogen und per Gesetz die Nutzung einer der vier Naturkräfte verboten, egal welche Technik man anwende. „Das ist wirklich absurd und entspricht eigentlich auch nicht dem freiheitlichen Gedanken, der Basis unserer Verfassung, dem Grundgesetz. Denn es gibt auch eine wirtschaftliche Freiheit, eine freie Berufswahl. Und das kann einem doch keiner verbieten, etwas zu bauen, solange es sicher ist und die Allgemeinheit nicht gefährdet.“

Ruprecht hat den Dual-Fluid-Reaktor mitentwickelt, der so konstruiert ist, dass er mit zwei verschiedenen Flüssigkeiten arbeitet und aufgrund der Verfahrenstechnik keine Gefahr darstellt. Zudem kann er vorhandenes Brennmaterial zur Energiegewinnung nutzen und macht so auch eine Endlagerung von Brennstäben überflüssig. Deshalb hält es Ruprecht für erstaunlich, dass das Bundesverfassungsgericht trotzdem in seinem letzten Urteil zur Kernenergie behauptet, dass Kerntechnik „im Prinzip nicht vergleichbar ist mit irgendwelchen anderen Risiken“, so Ruprecht. Offenbar zählten heute keine Tatsachen mehr, sondern „nur das gefühlte Risiko“.


Der ganze Beitrag in Ausgabe 11-2021 von Tichys Einblick >>>

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Kommentare ( 67 )

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Juergen Waldmann
1 Jahr her

Wenn Dummheit eine Straftat wäre , dann würden unsere Energiepolitiker alle lebenslang hinter Gittern gehören . Wenn im fernen Japan eine 15 m hohe Wasserwelle an Land flutet , dann wird in Deutschland entschieden , dass wir vorzeitig aus der Kernenergie als Stromversorgung aussteigen . Es ist nicht zu fassen , was im Land von den Erfindern von Benzinmotor , Dieselmotor und dem Elektromotor alles schief läuft !

Rob Roy
1 Jahr her

In den „Sondierungspapieren“ wird gesagt, dass 2 Prozent unserer Landesfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen werden soll. Das entspricht etwa der Hälfte von Schleswig-Holstein oder der dreifachen Größe des Saarlandes. Zur Zeit sind 0,9 Prozent unseres Landes mit Windrädern verbaut. Die Koalition will also die Zahl der Anlagen verdoppeln. Aber um allein den jetzigen Strombedarf durch Windkraft annähernd zu decken, bräuchten wir drei- bis viermal so viel Windkraftanlagen. Mindestens. Und dann müsste man beten, dass ausreichend Wind weht. Diese Anlagen müssten auch unbedingt bereits binnen der nächsten Monate errichtet werden. Zumindest müssten sie stehen, ehe wir auch nur noch ein einziges weiteres… Mehr

Mausi
1 Jahr her

D ist ein Land der Träumer. Denker hat es inzwischen nicht mehr. Das wird durch mangelnde Wissensvermittlung in den Schulen und an den Unis massivst unterstützt. Gewünscht sind bauchgesteuerte Bewohner, die sich gut in jede gewünschte Richting manipulieren lassen.

Momentan siegt Schutz und Plan über Freiheit und Eigenverantwortung. Grün/roter Sozialismus. Keine Industrie und alle gleich arm. Womit am besten zu erreichen? „Mit ohne“ Energie.

fory63
1 Jahr her

Die Klimahysteriker sind alle besoffen von ihrem Weltrettungsplan. Und wie jeder Alkoholiker werden sie erst beim vollständigen Crash ihren Wahn erkennen. Leider wird es so sein wie im Leben: sie werden die Partner, Familienangehörigen (uns alle) mit ins Chaos reißen und nach der Leuterung geht es nur wieder ganz langsam bergauf. Dieser vorhersehbare Weg ist jedoch für ein Land inakzeptabel. Daher wird es Zeit, den Widerstand auf die Straße zu bringen. Er ist Bürgerpflicht, da es um die Existenz unserer Gesellschaft geht.

Milton Friedman
1 Jahr her

So geht deutscher Umweltschutz:

– Wälder roden
– Vögel häckseln
– pro Windrad 2000 Tonnen schwere Betonfüße in den Boden rammen
– damit den Boden großflächig für immer versiegeln da keiner die Füße hinterher entfernen muss oder könnte
– Windräder aufstellen, die von Anfang an hässlich sind, zur Lebenszeit meist still stehen und nach Verbrauch auf den Sondermüll müssen
– Bei jedem Wetterumschwung das Stromnetz zum europaweiten Nahtod führen
– die mehrmals im Jahr stattfindenden Not-Stromverklappungen (bei denen man den Strom zum Negativpreis an Nachbarn verramscht, damit das deutsche Netz nicht hopps geht) als Beweis anführen man sei Stromexportweltmeister

Kaltverformer
1 Jahr her

Wenn man sich einen Hofreiter, eine Baerbock, Habeck, Trittin, Roth, Künast nur ansieht, dann braucht man sich nicht mehr wundern.

Nur über die Wähler, über die muss man sich schon wundern.

Axel Fachtan
1 Jahr her

Die Atomkraft ist sicher – aber nur, wenn sie aus dem Ausland kommt. Fukushima, Three Mile Island und Tschernobyl liefern den sicheren Beweis. „Wir“ kaufen ein in allen Nachbarländern. Die haben die technische Kompetenz, die unserer um ein Vielfaches überlegen ist. Cattenom ist sicher. Bedroht weder Luxemburg noch das Saarland. Aber wehe, wenn solche Meiler in Deutschland stehen. Was da alles passieren kann … Da könnten von Deutschland aus ja Luxemburg und Cattenom in Frankreich verstrahlt werden. Das geht aber nur von Deutschland nach Luxemburg und Cattenom. In die andere Richtung ist das physikalisch und technisch unmöglich. Das weiss man… Mehr

LenaR
1 Jahr her

Das kommt davon, wenn man Gefühle stets über Fakten stellt. Es zählt die gefühlte Diskriminierung, die gefühlte Ungleichheit und natürlich auch die gefühlte Gefahr. Ist es bei Covid nicht ähnlich gelaufen? Was man nicht versteht, macht erst einmal Angst. Und Deutschland hat einen Haufen Dilettanten gewählt. Wer von nichts Ahnung hat, muss nun mal vor allem Angst haben. Witzig eigentlich, dass die gleichen Pappenheimer so gar keine Angst vor fremden Kulturen zu haben scheinen.

Rosalinde
1 Jahr her

Wenn die künftigen Tankstellen keinen Strom mehr haben, dann wird es eng. Denn nicht jeder hat dann noch genug Strom um nach Hause zu fahren um dort allerdings auch nicht tanken zu können.

Gjergj Kastrioti
1 Jahr her

Diese Kernkraftgegner werden mitverantwortlich für alle zukünftigen „Blackouts“ hier im Land sein und ich will mir lieber nicht vorstellen, was dann hier abgeht, wenn alle mal für 2 Wochen keinen Strom haben!