„Niedersachsenmetall“-Umfrage: Azubis mangelt es an Wissen, Können und Motivation

Wieder nichts Neues unter der untergehenden Bildungssonne! Eine Umfrage bestätigt: Metallbetrieben fehlen nicht die Ausbildungsplätze, sondern die Auszubildenden – quantitativ und qualitativ. Die Ursachen werden allerdings nicht benannt: zum einen die katastrophale Schulpolitik, zum anderen das Versagen der Elternhäuser.

picture alliance / Rupert Oberhäuser | Rupert Oberhäuser
Symbolbild: Auszubildende in Metallberufen, hier beim Schweissen

Laut einer aktuellen Umfrage des Arbeitgeberverbandes „Niedersachsenmetall“ (Verband der Metallindustriellen Niedersachsens e.V.) beklagen fast zwei Drittel der 320 befragten Unternehmen, dass die Qualität der Bewerber um eine Ausbildungsstelle abnehme. Den Bewerbern mangele es an naturwissenschaftlichen und mathematischen Kenntnissen, zudem hätten sie Schwächen bei Sprache, Lesen und Schreiben. Die Betriebe sehen auch Defizite bei Motivation, Disziplin, Belastbarkeit sowie Defizite bei sozialen Kompetenzen, etwa bei Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit.

Außerdem würden knapp 30 Prozent der Bewerber noch vor Beginn der Ausbildung wieder abspringen und rund 15 Prozent den Ausbildungsvertrag während der Laufzeit auflösen. Folge: Knapp die Hälfte der Ausbildungsstellen konnte nicht besetzt werden. Zugleich ist jedes fünfte Unternehmen mittlerweile bereit, auch Bewerber ohne Schulabschluss einzustellen. Das heißt: Nicht die Zahl der freien Ausbildungsplätze ist das Problem, sondern die Qualität und die Zahl der Bewerber.

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„Niedersachsenmetall“ bestätigt damit eine Negativentwicklung, wie sie die IHK Niedersachsen vor einem Halbjahr festgestellt hatte. Im August 2025 hieß es auf der Basis einer Umfrage unter mehr als 1.500 Unternehmen seitens der IHK: Nur gut 56 Prozent der Betriebe konnten 2024 alle ihre Ausbildungsplätze besetzen. Falls überhaupt Bewerbungen eingingen, seien die Bewerber oft nicht geeignet bzw. nicht ausbildungsreif. In der Umfrage gaben das 72,6 Prozent der Unternehmen als Grund für unbesetzte Ausbildungsplätze an. 87,2 Prozent der Betriebe gaben an, regelmäßig eine mangelnde Ausbildungsreife bei Auszubildenden festzustellen. Besonders häufig fehle es Bewerbern an Ausdrucksvermögen, Mathematikkenntnissen, Belastbarkeit, Disziplin und/oder mentaler Leistungsfähigkeit. Mehr als drei Viertel der Betriebe sind deshalb dazu übergegangen, Azubis gezielt nachzuschulen.

Den Ursachen für dieses Desaster gehen aber weder „Niedersachenmetall“ noch die IHK Niedersachsen noch die Industriegewerkschaft Metall (IGM) auf den Grund. Es ist zwar richtig, was der Chef von „Niedersachsenmetall“, Volker Schmidt, sagt: Er sieht eine Ursache im zu starken Social-Media-Konsum der Heranwachsenden. Smartphones und Tiktok seien eine „zweite Pandemie für die Jugend“ geworden.

Völlig daneben indes liegt die IGM. Sie spult die alte Leier ab: Bildungschancen dürften nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen! Denn: Wer es sich leisten könne, verschaffe seinen Kindern Vorteile. Für die IG Metall ist damit das Problem gelöst. Nicht ganz. Denn die IG Metall weiß auch: „Darüber hinaus stehen wir als Gesellschaft vor gewaltigen Herausforderungen – von der Klimakrise über geopolitische Konflikte bis hin zu kollabierenden Sozialsystemen und wirtschaftlichen Umbrüchen. Diese Aufgaben lassen sich nicht allein mit klassischen Fachkompetenzen bewältigen. Wir brauchen stärker als bisher den Blick auf Zukunftskompetenzen: kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit, Selbstorganisation, Resilienz, Kreativität, Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie digitale Kompetenzen.“ Dass kritisches Denken, Resilienz, Kreativität, Kommunikations- und Teamfähigkeit und Co. erst einmal solides Wissen und Können voraussetzen, weil sonst alles zu bloßem Gelaber verkommt??? Wie sich die IG-Metaller nicht doof vorkommen mit solchen Plattitüden (deutsch: Wortfladen)!

Das Lamento greift zu kurz

An die Tatsache, dass die defizitäre Ausbildungsreife der Heranwachsenden mit einer katastrophalen Schulpolitik und einem Versagen der Elternhäuser zu tun haben könnte, traut sich niemand heran.

Beispiel Schulpolitik
TE hat Ende 2025 darüber berichtet, dass Niedersachsen in der Grundschule das schriftliche Dividieren ab Schuljahr 2026/2027 abschafft. Begründung unter anderem der niedersächsischen Schulministerin Julia Willie Hamburg (Grüne; 39), die selbst keine abgeschlossene Berufsausbildung, nach vier Jahren Studium auch kein abgeschlossenes Studium hat: Diese Rechenoperation sei die komplexeste und deshalb besonders fehleranfällig. Noch Fragen?

Was sonst noch alles schulisch schiefläuft (Absenkung der Ansprüche, mehr Studienanfänger als Auszubildende pro Jahr – 2025: 492.000 versus 476.000, immer bessere Noten, importierter Analphabetismus) lassen wir hier außen vor. Siehe dazu TE vom 2. Januar 2026: „Bildungsnation“ Deutschland auf dem Weg zum Schwellenland?

Stichwort Eltern
In Artikel 6, Abs. 2, des Grundgesetzes steht: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“ „Pflicht“! Viele Eltern kommen dieser Pflicht nicht nach. Sie sind zufrieden mit geschönten Noten, halten ihre Kinder aber nicht konsequent zu Fleiß und Anstrengung an. Das sei Job der Schule. Diese Eltern übersehen aber, dass Wissensdurst und Lernmotivation zu Hause zu Grunde gelegt werden … oder eben nicht. Das dümmliche Gerede von linken Gewerkschaften (siehe oben) über „ungerechte Bildung“ ist für sie bequeme Ausflucht. Indes gilt: Der Schulbesuch in Deutschland schlägt nicht auf den Geldbeutel. Das vorhandene Bildungsangebot muss man nicht kaufen, sondern einfach nur abholen und fleißig nutzen.

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Kommentare ( 87 )

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Endlich Frei
16 Stunden her

…dafür haben wir jetzt etliche motivierte Jugendliche in D, die sich für eine Karrire als Gangster-Rapper begeistern können.

Greif
18 Stunden her

Wenn Volker Schmitt eine Ursache im zu starken Social-Media-Konsum der Heranwachsenden vermutet liegt er sicher nicht daneben. Tatsächlich steht die zeitliche Möglichkeit zu dessen Konsum aber mit den seit den 70gern erlittenen unzähligen Bildungsreformen in direktem Zusammenhang; die allesamt mit einer Herabsetzung von Anforderungen verbunden waren; die Abschaffung des schriftliche Dividierens steht als letzte Beispiel. Hier eine Umkehr bewirken zu wollen, die mehr Anstrengung und weniger Freizeit zum Vertrödeln am Telefon bedeutete, dürfte, solange der seit den 70gern dominierende sozialistische Zeitgeist fortbesteht, der in jeder Hinsicht für laissez-faire steht, unmöglich sein. Mich erinnert die Situation an H. G. Wells „The… Mehr

Raul Gutmann
19 Stunden her

Es gibt den Aphorismus, nach dem die Jugend wie die Zeit sei. Sollte dies zutreffen und man die Wirklichkeitswahrnehmung derjenigen hinzunimmt, von denen es heißt, sie ständen in den „besten Jahren“, dann erschließt sich das groteskte Handeln der Regierung.
Komprimiert: mindestens drei Viertel der Deutschen haben ein pathologisches Verhältnis zur Wirklichkeit (Klima, Energie, Rußland uam), was das Verhalten der Regierung erklärt.
Insofern rufen Zukunftsprognosen wenig Zuversicht hervor.

Riffelblech
20 Stunden her

Wer sich Gedanken über Sinn und Unsinn der Ausbildung an den Schulen in diesem Lande macht sollte mal R.D. Precht „ Anna ,die Schule und der liebe Gott „ lesen . Probleme in in und mit der Schule sind nicht neu . Allerdings sind die Politiker der letzten 20 Jahre das Bildungsfernste was eine Generation nur hervorbringen kann. Ist schon dieSchulleistung schwach gewesen ,kommt keine oder eine abgebrochene Lehre/ Studium hinzu ist man in diesem Lande befähigt in der Politik leitende Posten einzunehmen . Ist man dazu noch grün oder rot in seiner Gesinnung kann man in diesem Land die… Mehr

OJ
15 Stunden her
Antworten an  Riffelblech

Ist das nicht der Philosoph, dessen Bücher von den Studienabbrechern gelesen werden ❓

Last edited 15 Stunden her by OJ
Ronald Henss
20 Stunden her

Deutschland hat keine Bildungskrise, sondern eine Migrationskrise.   Die meisten Kommentare sind von einer grundlegenden Unkenntnis geprägt. Die großangelegten nationalen und internationalen Bildungsstudien zeigen ein ganz anderes Bild. Hier nur ein paar Ergebnisse aus PIAAC 2023 (Programme for the International Assessment of Adult Competencies. = „PISA für Erwachsene“).   Die jüngeren Altersgruppen sich nicht schlechter, sondern besser als die älteren Altersgruppen. Das gilt sowohl für die Lesekompetenz als auch für die mathematische Kompetenz.   „In den meisten Ländern, so auch in Deutschland, weisen die beiden jüngsten Altersgruppen (16–24 J., 25–34 J.) die höchste mittlere Lesekompetenz auf, während die älteste Altersgruppe… Mehr

MartinKienzle
21 Stunden her

Herr Kraus, Ihre Kritik mag gerechtfertigt sein, die allerdings keineswegs zielführend ist: Junge (männliche) Menschen streben nach Wissen, da jenes mit Selbstermächtigung einhergeht, das man allerdings mit einem verweiblichten sogenannten „Schulsystem“ vorsätzlich zerstörte (https://de.statista.com/infografik/30255/anteil-der-weiblichen-lehrkraefte-an-allgemeinbildenden-schulen-in-deutschland/), das unter anderem sogenanntes „Wissen“ über sogenannten „Rassismus“ „vermittelt“ (https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/es-gibt-keine-schule-ohne-rassismus/)!

Last edited 21 Stunden her by MartinKienzle
humerd
21 Stunden her

die Ursache für mangelnde Motivation zur Arbeit ist auch dem permanenten Weltuntergangsgeplärre sowie der Hetze gegen die Rentner im Lande geschuldet. Es wird den Kleinsten eingeredet, die „gierigen“ Rentner würden ihnen die Zukunft „rauben“.
Die Eltern: links, grün, woke würden Kinder am liebsten sofort nach der Geburt dem Einfluss der Eltern entziehen. Die Bildungsschwachen mit Sprach, Lese und Mathematikdefiziten kommen meist aus Elternhäuser, die für ihre Sprösslinge einen Bürgergeldkarriere vorsehen oder aus Kulturkreise stammen, in denen kostenlose Angebote nichts wert sind.

albert deutsch
21 Stunden her

Schon Sokrates ,Platon ,Aristoteles ließ an der Jugend keinen guten Faden .Azubis durch Regierung ersetzen und es stimmt .Nur ,vorzeitig aussteigen tut hier Keiner ! Von 630 Bundestagsabgeordneten haben 6 (sechs) den Titel Handwerksmeister ,der Rest ist Schweigen oder Politologen ,Philosophen ,12 Monatslehrgang in England bezahlt usw.
Nachbars Mädchen ,12Jahre, möchte zu den Grünen ,Mama hat sie sofort in der Schule abgemeldet ,um ihr nicht die Kariere zu versauen .

LiKoDe
1 Tag her

Für duale Ausbildungen muss man sich passende Kandidaten aussuchen. Das ist anspruchsvoll und aufwendig. Für heutige technische duale Ausbildungen in modernen Unternehmen benötigt man Kenntnisse, Wissen und Fertigkeiten eines guten Realschulabschlusses. Wer solche Voraussetzungen erfüllt, kann örtlich, regional oder überregional vergleichen und aussuchen. Manch einer sagt einen angebotenen Ausbildungsvertrag deshalb zu spät oder gar nicht ab. Wer nach Ausbildungsbeginn Mängel im Ausbildungsbetrieb feststellt [fehlende qualifizierte Ausbilder (Meister/Techniker/Ingenieure/Betriebswirte) und/oder fehlende technische Einrichtungen und/oder öde und nicht qualifizierende Routinetätigkeiten …] bricht die Ausbildung ab. Wer über eine solide Fachhochschulreife oder ein Abitur verfügt, hat zudem ‚Abiturientenausbildungen‘ oder ein mögliches Studium zur Auswahl.… Mehr

OJ
1 Tag her

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