Vinceremo!

Es gibt sie noch, die gute Nachricht. Und sie kommt ausgerechnet aus dem Failed State Berlin. Schaut auf diese Stadt! Vielleicht wird man einmal sagen, dass der Berliner Koalitionswechsel der „Kipppunkt“ war, um einen Lieblingsbegriff der Grünen zu verwenden, sich das politische Klima also unaufhaltsam wieder zu ändern beginnt.

Noch ist nicht alles verloren im Kulturkampf gegen Grün. Anlass zur Hoffnung gibt ausgerechnet die grün-rote Kampfzone Berlin.

I.

Es gibt sie noch, die gute Nachricht. Und sie kommt ausgerechnet aus dem Failed State Berlin, wo man nichts mühelos hinbekommt, nicht einmal die Veranstaltung demokratischer Wahlen. Wo sogar der frühere Regierende SPD-Bürgermeister Klaus Wowereit, Erfinder des schicken Claims „arm aber sexy“, meint: „Es gibt in Berlin so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit.“ Nun aber – nach der dank Recherchen von Tichys Einblick erzwungenen Wahlwiederholung – geradezu die Apotheose von Verantwortung: Franziska Giffey gibt lieber ihr Amt auf, als noch länger dem Treiben der Grünen unter ihrer Leitung zuzuschauen. Wer hätte gedacht, dass die Gewissensnot so groß ist.

II.

Wäre das Desaster namens Berlin tatsächliche Hauptstadt, also repräsentativ für Deutschland, müsste man sich für Deutschland schämen – oder aber befürchten, dass das systematische Verlottern Schule macht und die grünen Taliban das ganze Land unbewohnbar machen. Anzeichen dafür gibt auch in dieser Woche: etwa den geplanten Anschlag des Wirtschaftsschädigungsministers Habeck auf die mühsam ersparten Eigenheime der Bürger. Öl- und Gasheizungen sollen verboten und der Einbau sinnloser Wärmepumpen zusätzlich zu unbezahlbaren Dämmmaßnahmen befohlen werden. Also doch noch eine schlimme Nachricht aus den vergangenen Tagen. Sie könnte die unverhoffte Wende in der Stadt Berlin atmosphärisch beeinflusst haben.

III.

Die Grünen haben auch im Bund längst ihr Konto überzogen. Es ist die Tyrannei einer Minderheit, die mit Weltverbesserungspathos und Hass auf die bürgerliche Lebensform die Diskurshoheit übernommen hat. Die Klimahysterie zur Transformation der bürgerlichen Lebensform missbraucht. Dabei sitzen auch in Berlin die Grünen fest in ihrem 20-Prozent-Kiez dekadenter Wohlstandserben und intellektueller Lumpenproleten, bestimmen aber 80 Prozent der politischen Agenda. In Berlin hat ihnen die Regierungschefin in höchster Not den Stecker gezogen, im Bund schweigt weiter der Kanzler. Nichts von ihm zum haltlosen pseudofeministischen Geschwurbel seiner von Größenwahn übermannten (yes!) Außenministerdarstellerin ebenso wie zu den Dogmen der grünen Klimasekte, die vorgibt, die Welt habe außer Klima (und vielleicht vorübergehend noch Putin) keine anderen Sorgen. Wird Scholz schweigen, bis ihn die Bundestagswahlen in zweieinhalb Jahren dazu zwingen, darüber nachzudenken, warum die einstige Volkspartei der kleinen Leute ins Bedeutungslose gestürzt ist?

IV.

Endlich kapiert zu haben scheint das, weil ihr wieder mal das Wasser bis zur Unterkante Oberlippe reicht, die FDP. Auch in Berlin weg vom Fenster, droht ihr im Bund selbiges, selbst wenn sie die Ampel vorzeitig platzen ließe. Sie steckt im Dilemma zwischen Selbstverleugnung und Selbstbeschädigung. Parteichef Lindner hat als Finanzminister das falsche Ressort und ist nur für schlechte Nachrichten zuständig. Justizminister Buschmann ist ein durchgegenderter falscher Fuffziger. Nur Verkehrsminister Wissing blockiert wacker, vorläufig jedenfalls, den Irrsinn des Verbrennerverbots. Die Grünen schäumen vor Wut. Der Plan kommt aus Brüssel, was beweist, dass die vegane Variante des Mad Cow Syndroms die gesamte EU erfasst hat. Wo an der Spitze der Kommission die merkelgrüne UvdL ihr Unwesen treibt. Höchste Zeit, dass auch CSU-Mann Manfred Weber, Fraktionschef der EVP in Brüssel, ihr Grenzen aufzeigt.

V.

Ja, die Schwarzen! Die unerfüllten feuchten Träume ihrer Langzeitkanzlerin, die ein schwarz-grünes Bündnis mit Inbrunst herbei gesehnt hat, spuken noch immer in bürgerlichen Gehirnen herum. CSU-Söder zeigt Symptome von Heilung, aber bei ihm weiß man nie, wie lange das hält. Insgesamt müsste doch allmählich der Groschen gefallen und auch den Schwarzen klar geworden sein, dass die Grünen in Wahrheit die gefährlichste Partei sind – weil sie bereits an der Macht sind. Es wäre fatal, würde der grüne Schwanz nach der nächsten Bundestagswahl einen schwarzen Hund vor sich her peitschen statt einen roten. Ob Friedrich Merz standhaft bleibt und auf dem unwegsamen Pfad ins Kanzleramt nicht in die grüne Falle tappt? Franziska Giffeys Kehrtwende in Berlin ist auch ein unübersehbares Signal an ihn.

VI.

Schaut auf diese Stadt! Vielleicht wird man einmal sagen, dass der Berliner Koalitionswechsel der „Kipppunkt“ war, um einen Lieblingsbegriff der Grünen zu verwenden, sich das politische Klima also unaufhaltsam wieder zu ändern beginnt. Der geistige Bürgerkrieg, den die grünlinke Bewegung gegen die bürgerliche Welt angezettelt hat, ist noch nicht verloren. Jedenfalls besteht nicht der geringste Anlass zur bedingungslosen Kapitulation, zu der die bundesrepublikanischen Altparteien bereit sind. So liefert ausgerechnet das bisher desolat regierte Berlin ein Fanal der Hoffnung für das ganze Land.


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Kommentare ( 91 )

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H. Priess
11 Monate her

Richtig, es gibt viel zu tun!! Aber viele halten sich an den sozialistischen Spruch: Es gibt noch viel zu tun, nichts wie weg! Es gibt niemanden der den ganzen Müll noch beseitigen könnte.

H. Priess
11 Monate her

Lieber Herr Herles, so sehr ich ihre Kommentare schätze so sehr verwundern sie mich. Erst letzte Woche die Lobeshymne auf Selinsky und Komplitzen und heute ein fast Euphorisch klingender Kommentar zu den untergehenden, sich selbst noch so nennenden, bürgerlichen Parteien. Wenn knapp 50 000 Menschen für den Frieden demonstrieren aber 220 000 gegen die Klimaapokalypse ist doch jeder Kommentar zu diesen Bürgern überflüssig. Es ist doch völlig wumpe ob die Grünen an der „Macht“ sind, weil sie die Macht in allen Teilen unserer Gesellschaft incl. Medien haben. Alles ist Grün durchseucht und egal wer oder was jetzt noch regieren wird,… Mehr

Last edited 11 Monate her by H. Priess
bfwied
11 Monate her

Vielleicht!! 2008 stand in den Schultests D. noch auf einem besseren Platz (um 10.), heute ist D. auf Plätze um 20 (je nach Fachgebieten) abgesackt. Das bedeutet durchaus, dass die linken Parteien, insb. die sich fortschrittlich und woke gerierenden Grünen einen enorm hohen Anteil im polit. Spektrum haben werden. Wer von denen, die keine oder kaum Lesekompetenz oder Mathematikkompetenz haben, sollte denn durchblicken, was für das Land notwendig ist bzw. was es ins Abseits führt? Ein qualifizierter Beruf ist für die doch gar nicht erreichbar. Der Zeitgeist ist auf Seiten der Naiven und wenig Gebildeten, und Teile der Intelligenteren versteht… Mehr

Kartoffelstaerke
11 Monate her

Der geistige Bürgerkrieg, den die grünlinke Bewegung gegen die bürgerliche Welt angezettelt hat, ist noch nicht verloren. Der ist in der Tat nicht mal im Ansatz verloren…. ….wenn die Bürgerschaft endlich in der Breite überhaupt mitbekommt, daß wir/sie seit Jahren immer massiver angegriffen werden, und wenigstens konsequent aufhört mit dem Wählen der linkgrünverdrehten, bürgerverratenden Altparteien! Nicht die „Original-Grünen“ sind das Problem – es sind diejenigen Wähler, die mit der Intention den weiteren linksgrünen Zerfall zu stoppen, in Mengen immer noch die vermeintlich bürgerlichen Altparteien wählen… Da diese politische Realitätsverleugnung erst mit den kommenden, die persönliche Geldbörse direkt treffenden Maßnahmen (z.B.… Mehr

Last edited 11 Monate her by Kartoffelstaerke
R.Baehr
11 Monate her

Die Grünen haben gewonnen, kein Satz mehr in diesem Land ohne das Wort Transformation, Kimawandel bzw. Und das großteils hoffnungslose dumme Wahlvolk glaubt mittlerweile selbst das wir uns um des Klima Willens selbst abschaffen sollen.

F. Hoffmann
11 Monate her

Die Crux bei F. Merz ist, daß er auf woke Attacken mit Zurückrudern und nicht mit Zurückschlagen reagiert. Intern wie extern der CDU. Und er nicht weiß was er will, außer irgendwie bissel Macht „für umme“ (Pälzisch).
Die Crux der CDU ist, daß sie sich grün gefärbt hat, u.a., weil sie meint damit Wähler von den anderen Parteien abwerben zu können. Und übersieht dabei das größte Wählerreservoir, nämlich die Nichtwähler. Die wollen keine grüne Politik. Sonst würden sie nämlich die Grünen oder die angegrünten Parteien wählen. Dort sollten sie mal eruieren, was die wollen. Gilt auch die SPD.

bkkopp
11 Monate her

Solange nicht eine Mehrheit der politschen, medialen und wirtschaftlichen Elite – und dann erst der Bevölkerung – begriffen hat, dass die Grünen, spätestens seit dem EEG und Trittin’s Kugel-Eis, eine existentielle Bedrohung für unsere wirtschaftliche und soziale Existenz sind, solange müssen wir dem “ Gewinnen “ sehr vorsichtig sein – auch wenn die Hoffnung zum Schluß stirbt.

ilmstromer
11 Monate her

Die deutsche Parteienlandschaft erinnert an das Italien der 50er bis 80er Jahre. Und die Koalitionen auch. Fehlt nur noch mano pulite.

Biskaborn
11 Monate her

Überall wo Grüne und Rote regieren ist Niedergang Folge ihrer Politik!

Jack
11 Monate her

Die Grünen sind ein Auslaufmodell, das haben sie nur noch nicht verstanden. Das erkennt man auch in ihrem Verhalten, der Verbote und Repressionen gegen die erwirtschaftende Bevölkerung. Für die Probleme in der Geldschöpfung, des nicht mehr bezahlbaren Sozialstaats, der negativen Begleiterscheinungen einer unstrukturierten Zuwanderung, der Energieunsicherheit mit dem Verlust der wirtschaftlichen Kraft Deutschlands, haben die Grünen keine Lösung. Genau daran werden sie aber scheitern. Wahrscheinlich werden diese Probleme welche auf die breite Bevölkerung wirken überhaupt nicht erkannt. Das ist ähnlich einem Bundeskanzler der keine Spritpreise kennt, weil er nach eigener Aussage selbst nicht fährt und zudem sehr gut verdient. Politik… Mehr