Die grüne Verbotspartei

Die Grünen attackieren mit Vorliebe die tradierte Lebensart ihrer Zeitgenossen. Das funktioniert nach derselben Methode wie das Feuerwerksverbot an Silvester. Der Staat hat sich dem grünen Verbotsdenken unterworfen und betreibt eine Transformation, die das Fundament der Freiheit beschädigt.

Die grünen Volkserzieher setzen gleich zu Beginn des Jahres zwei Verbotsdebatten auf die Agenda. Alkohol und Silvesterfeuerwerk. Es ist das alte Spiel: Mit Verboten lenken sie in maßloser Selbstüberschätzung vom eigenen Versagen ab. Mit Freiheit haben sie nur noch die eigene Freiheit im Sinn, dem Land seines Wesens zu berauben und das Individuum in den Mauern ihrer eigenen Ideologie zu kasernieren. Der starke Staat wird als grüner Büttel kostümiert.

I.

Mit dem Böllerbann reagieren die Grünen auf die Gewaltexzesse, vor allem aber nicht nur in Berlin. Bestraft werden soll die ganze Bevölkerung, weil unter keinen Umständen thematisiert werden soll, dass die Krawalle eine Folge der gescheiterten „Willkommenskultur“ sind, für die die Grünen nicht allein stehen. Die erste grüne Bundeskanzlerin Angela Merkel hat unter einer schwarzen Tarnkappe kräftig mit geschafft. Wer Parallelgesellschaften produziert, darf sich nicht wundern, dass unter den Entwurzelten und Verwahrlosten Verachtung für den Staat gedeiht, der sie aufnimmt und versorgt, aber nicht die geringste Integrationsleistung verlangt.

II.

Nein, das ist keine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, wie die Berliner Polizei wohlfeil schwadroniert, weil sie Ross und Reiter nicht nennen darf. Es ist allein die Aufgabe des politisch Verantwortlichen, der Justiz und der Polizei, für Recht und Ordnung auf den Straßen zu sorgen. Alle in der Bundeshauptstadt vorläufig Festgenommenen sind bereits wieder auf freiem Fuß. Von der Justiz haben sie kaum etwas zu befürchten. Wie das bei den gefährdeten Feuerwehrleuten, Rettungssanitätern und Polizeibeamten ankommt, ist nicht schwer nachzuempfinden. Die vom Verfassungsschutz als Delegitimierung des Staates beschworene Gefahr geht vom Staat selbst aus. Die Mehrheit der Berliner Biederfrauen und Biedermänner werden im Februar wieder die Brandstifter wählen. Da sieht sogar der Senat ein, dass einmal gründlich durchgegriffen werden muss.

III.

Also Böllerverbot! Für den Missbrauch durch eine überschaubare Minderheit soll eine harmlose Tradition geopfert werden. Alle sollen büßen. Eigenverantwortung gilt nicht mehr im Land ehemals freier Bürger. Cancel Culture liegt in der Luft. Der ebenfalls aus den Reihen der Grünen vorgeschlagene, mittels Steuererhöhung und Vertriebsrestriktionen angestrebte Alkoholbann steht – abgesehen davon, dass es naiv wäre zu glauben, Alkoholmissbrauch ließe sich mittels Prohibition verhindern – in absurdem Widerspruch zur „liberalen“ Drogenpolitik. Der Widersinn ist leicht erklärbar. Weil alkoholische Getränke seit Jahrtausenden zur europäischen Kultur gehören, sind sie nicht länger tragbar. Die Grünen attackieren mit Vorliebe die tradierte Lebensart ihrer Zeitgenossen. Das funktioniert nach derselben Methode wie das Feuerwerksverbot an Silvester.

IV.

Der Staat hat sich dem grünen Verbotsdenken unterworfen und betreibt eine Transformation, die das Fundament der Freiheit beschädigt. Dazu wären die Grünen mit einem guten Fünftel der Wählerstimmen gar nicht in der Lage, wenn sie nicht längst gewonnen hätten, was man in trauten Zeiten „Lufthoheit über den Stammtischen“ nannte. Die Stammtische gibt es nicht mehr. Wer dort die Lufthoheit besaß, hatte gegen das Debattenschmiermittel Alkohol sowieso nichts einzuwenden. Im Kirchengestühl der grünen Medien wird Moralismus ausgeschenkt. Und alle Parteien machen mehr oder weniger stillschweigend mit, die sich früher einmal den Interessen der Bevölkerung verpflichtet fühlten, keiner stumpfsinnigen Ideologie. Die liberale politische Mitte ist gefesselt vom dem Gedanken, die Bevölkerung könnte bereits angeschickert sein vom grünen Fusel, beziehungsweise Gefasel.

V.

Alkoholverbot? Reinen Wein einzuschenken statt grüner Brühe, wäre das Gebot der Stunde.

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Kommentare ( 65 )

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kb
1 Jahr her

Der Bürger selbst acht doch mit und fühlt sich unheimlich gut auf der „richtigen“ Seite zusehen. Wir werden es dieses Jahr bei den Wahlen – nicht nur in Berlin – sehen. Da bleibt nur Frust. Besser keine Hoffnung machen – dann wird man wenigsten nicht enttäuscht.

chino15
1 Jahr her

„Wie das bei den gefährdeten Feuerwehrleuten, Rettungssanitätern und Polizeibeamten ankommt, ist nicht schwer nachzuempfinden.“
Schau’n wir mal. Die Opfer der Silvesternacht in Berlin und ihre Familien haben am 12. Februar die Chance, ihren Frust an der Wahlurne auszudrücken. Ob sie sie nutzen werden? Nach den Erfahrungen in Köln und im Ahrtal bezweifle ich es.

AnSi
1 Jahr her

Warum darüber aufregen? Alle machen doch brav mit! Gibt es irgendwo spontane Großdemos? Streiks? Aufstände? Also bitte! Alles in bester Ordnung in Absurdistan. So lange die breite Masse sich still verhält und fügt, so lange machen sie weiter und weiter und weiter.
Machen wir uns also nichts vor. Es wird sich nichts ändern, es wird eher noch schlimmer. Nur 16 direkt gewählte Grüne im BT knechten mit ihrem Gefolge ein ganzes bräsiges Volk.

Jan
1 Jahr her

Die Grünen sind durch SPD und CDU gesellschaftsfähig gemacht worden. Zunächst durch Koalitionen mit der SPD (80er/90er), danach durch Koalitionen mit der CDU (00er/10er). Aber, und das ist entscheidender: Spätestens ab 1998 sind die Grünen auch für das globale Finanzkapital und US-amerikanische Think Tanks interessant geworden. Die steile Karriere eines gewissen Josef Fischer steht exemplarisch dafür. Seitdem wurden grüne Ideen von Jahr zu Jahr stärker befeuert. Ab 2018/19 dann der endgültige gesamtgesellschaftliche Durchbruch mit FFF, Greta, Wokismus usw. Die Macht der Grünen über die gesamtgesellschaftlichen Debatten in Deutschland wäre ohne mächtige Kreise aus dem WEF mit ihren Visionen vom Great… Mehr

Kassandra
1 Jahr her

Wenn man sich die Monatsheftchen von Aldi über Edeka bis zu DM, von „Schrot und Korn“ ganz zu schweigen für diesen Monat betrachtet, geht hinsichtlich des „nudgens“ über Vegetarisch und Vegan gar nichts mehr. Was bei der „bunten Presse“ oder Frauenzeitschriften dahingehend läuft, kann ich nicht sagen, da ignorierend. Sollte sich das durchsetzen, braucht man von „(Schweine-)Fleischverbot gar nicht zu reden – denn das verschwindet klammheimlich aus den Regalen und wird mit längst vorhandenen „Surrogaten“ ersetzt – wie einst der richtige Kaffee durch Muckefuck. Untersucht ist vollumfänglich jedoch noch nicht, was das Ersatzzeug in Körpern anrichten wird – und inwieweit… Mehr

Hoffnungslos
1 Jahr her
Antworten an  Kassandra

Richtig, die großen Lebensmittelkonzerne sind voll auf bunter und veganer Linie. Ich habe überhaupt nichts gegen andere Hautfarben und Vegetarier, aber ich mag es überhaupt nicht, wenn man mir die Leute und den Früchtebrei geradezu aufdrängt.

imapact
1 Jahr her

Der Staat hat sich dem grünen Verbotsdenken unterworfen und betreibt eine Transformation, die das Fundament der Freiheit beschädigt.“ Es ist umgekehrt: das grüne Verbotsdenken, grün-woke Ideologie hat sich den Staat und sämtliche Institutionen unterworfen, nicht nur diejenigen, die unmittelbar zum Staatsapparat gehören. Diese Ideologie ist wie ein Krebs, der den gesamten gesellschaftlichen Organismus befallen hat. Ein Fünftel der Wählerstimmen haben die Grünen nur, was die tatsächlich abgegebenen Stimmen anbelangt. Es ist kaum davon auszugehen, daß die Mehrheit der Nicht-Wähler aus Grünsympathisanten besteht, denn letztere gehen zuverlässig zur Wahl. Tatsächlich also dürfte der Anteil der Grünen um einiges unter den 20… Mehr

Andreas aus E.
1 Jahr her
Antworten an  imapact

Ganz sicher dürften die Nichtwähler keine Grünsympathisanten sein, denn die „Grünen“ bekommen ihr Stimmvieh immer an den Wahlurnentrog. Das muß man denen lassen: Die Linksextremisten haben stets solides Mobilisierungspotential. Es sind eher die Behaglichen, die Gemütlichen, die Konservativen, als eigentlich die angenehmeren Mitmenschen, die wegen Trägheit und/oder Desillusion am Wahltag im Sessel kleben bleiben.

Mancher wird sich auch von den „Wählen-bringt-nichts-Schwätzern“ einlullen lassen, massenhaft zu finden in „rechten“ Foren aber auch im tatsächlichen Leben, von denen ich gern wüßte, ob die ihren Schwachsinn tatsächlich glauben oder ob die dafür Zeilengeld bekommen.

lauterbachleugner
1 Jahr her

Es war nicht nur Angela Merkel, die für die oekofaschistische Politik verantwortlich ist, sondern fast die gesamte CDU. Man kann das nicht auf eine Person reduzieren. Warum haben alle mitgemacht? Weil es längst nicht mehr um Politik geht, sondern um Posten und Geld. Das sieht man jetzt bei der FDP, die sich an der Zerstörung der Wirtschaft beteiligt.

Franz Grossmann
1 Jahr her

Sarah Wagenknecht hat vollkommen Recht. Die grünen sind die gefährlichste Partei im Nachkriegsdeutschland. Die Politik der Grünen kann man mittlerweile ohne weiteres als kriminell bezeichnen, so wie man die EU und ihre diversen Organisationen wie EZB etc. ebenfalls als kriminelle Vereine zu Lasten Deutschlands bezeichnen kann.
Die Polizei bekämpft mit 3000 schwerbewaffneten Kriegern eine kleine Gruppe von altersschwachen „Reichsbürgern“. Wo waren diese schwerbewaffneten Polizisten in der Silvesternacht? Sie können und wollen diese Frage nicht beantworten und lassen sich von ihren linksgrünen Innenministern das Wort verbieten, was für Helden sind das.

Kassandra
1 Jahr her
Antworten an  Franz Grossmann

Journalisten waren auch nicht unterwegs – obwohl Krawalle zu erwarten waren. Die Clips und Videos, die im Netz kursieren, sind von Laien da eingestellt! War in der Stuttgarter Krawallnacht ähnlich. Und auch in Köln, obwohl der WDR nur ein paar Schritte weiter stationiert ist, ebenso.
Wie kommts?

Lotus
1 Jahr her

Hinsichtlich Unterwerfung unter grünes Verbotsdenken möchte ich nochmals auf die Aussagen von Feuerwehrgewerkschafter Manuel Barth am Mittwoch Mittag im DLF-Gespräch zu den Silvesterkrawallen verweisen. Barth fordert zunächst das „Brechen des ein oder anderen Diskussionstabus“. Es ist klar, was er meint, trotzdem folgt im DLF natürlich eine entsprechende Nachfrage (im DLF stellt man sich bzgl. des Offensichtlichen naiv und dumm). Barth antwortet lang und gewunden, Worte wie „Migranten“ oder „Einwanderer“ kommen ihm dabei nicht über die Lippen. Das äußerste Wagnis ist „Problembezirke“, die unbenannt bleiben. Sekunden nach seiner Aussage zu Diskussionstabus hält sich Barth vorbildlich an genau diese! Das ist Selbstzensur und… Mehr

hansgunther
1 Jahr her

….Ursache der Misere „grün“ ist die „Ergrünung aller Anderen, weil Sie am Speckessen teilnehmen wollen. Dabei aber vergessen haben wo sie herkommen, wofür sie gewählt wurden. Es gibt Mehrheiten jenseits von „grün“! Doch der dauernde Verfassungsbruch und Nötigung des eigenen Volkes und Wählerstammes macht die Schaffung einer rechten Fatamorgana nötig, nach der Devise es gibt heute mehr Nazis als zwischen 1933 und 1945. Vielmehr. Was die einzigen, die noch eine politische Agenda mit Grundgesetzbezug und mehr Bürger- und Wahlrechten, dringend von der „Macht“ fernhalten soll durch anhaltende Verschwefelung. Sozusagen „Teufelswerk“ gegen die aufrechten „Demokraten“, also der Kerntruppe der Zerstörung dieses… Mehr