Das Positive sehen: Langsamer Mobilfunk

Wir wollen mehr das Positive sehen. Schlechte Nachrichten gibt es zur Genüge, und wir möchten Sie, liebe Leser und Leserinnen auch an mehr guten Nachrichten teilhaben lassen. Also dann ...

Das Mobilfunknetz ist nicht schlecht, wie es in vielen Zeitungsmeldungen zu lesen stand. Deutschland lässt nur vielen anderen europäischen Ländern den Vortritt in der Rangliste der Staaten mit schnellem Mobilfunk und tritt etwas zurück.

Den Grünen ist zwischen nicht fahrenden Zügen, abgebrannten Windrädern und Stromausfällen aufgefallen, dass sie nicht immer eine gute Verbindung von ihren Smartphones in die Mobilnetze haben. Das ist schon mal positiv. Die Bundestagsfraktion der Grünen hat dann ein Beratungsunternehmen in Aachen beauftragt, wie es wirklich aussieht. Das kann man ebenfalls nicht positiv genug einschätzen. Also jene Grünen wohlgemerkt, die aus Sorge vor böser Strahlung und gefährlichem Elektrosmog den Mobilfunkunternehmen den Ausbau mit Sendern häufig genug fast unmöglich gemacht haben.

Das Ergebnis wundert den normalen Handynutzer eher weniger: Bei deutschen Netzen gibt es sowohl bei der Abdeckung als auch den Datenraten, also der Schnelligkeit, Nachholbedarf.

Selbst das beste Netz in Deutschland sei »im internationalen Vergleich weit abgeschlagen«. In den Niederlanden, Belgien und der Schweiz gibt es fast überall einen Anteil am schnellen LTE Standard von 90 Prozent. Die Telekom in Deutschland komme gerade einmal auf 75 Prozent. Vodafone sei mit einem Anteil von 57 Prozent deutlich abgeschlagen, so das Ergebnis der Studie.

Merkel betont des Öfteren, man müsse auch einmal abgeben können. Nun, hier wird abgegeben, Deutschland tritt zurück und lässt Ländern wie Polen und Albanien den Vortritt. Das ist doch lobenswert. Ebenfalls verfügen viele afrikanische Länder über schnellere und bessere Mobilfunknetze als Deutschland. Ein kleiner Ausgleich für die Schmach des kolonialen Erbes. Das ergibt schöne Pluspunkte in der Liste der Schuldigen am Elend der Welt. Das ist doch weiterhin eine positive Nachricht.

Ebenso die, dass es dadurch hierzulande weniger Elektrosmog gibt. Und es muss auch nicht an jeder Milchkanne einen super G5-Funkstandard geben, da die Bundesbildungsministerin auch Recht. So können technische und finanzielle Ressourcen statt in Deutschland in den Ländern der Dritten Welt den armen Leuten dienen. Und es ist ein weiterer netter Baustein auf dem Wege zur Deindustrialisierung und Decarbonisierung Deutschlands. Es bleibt mehr Zeit für das Soziale. Auch gut.

Einen Trost gibt es doch noch: Es gibt ein Land, das noch schlechteren Mobilfunk hat als Deutschland – Kuba.

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Kommentare ( 47 )

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Inzwischen wird schon die Forderung aufgestellt, Mobilfunk wie die Strom- und Wasserversorgung als Daseinsfürsorge zu betrachten und in staatliche Hände zu geben. Gibt es wirklich ein Recht darauf, immer und überall erreichbar zu sein und seine Selfie in Realtime mit allen auf der Welt zu teilen? Ich sage Nein. Und wenn schon mit Ländern aus der dritten Welt verglichen wird, dann bitte auch den Vergleich mit der Wasserversorgung, Krankenhaus, Müll und allen weiteren infrastrukturellen Gegebenheiten ziehen. Da steht Deutschland sogar(noch) besser da, als viele andere EU Länder mit besseren Mobilfunk. Und bitte auch erwähnen, dass es in viele der Ländern,… Mehr

Danke für den Artikel! Jetzt kann ich meinen beiden Teenagern im Haushalt wenigstens erklären, warum sie so oft kein Internet haben. Sie müssen also auch hier den armen Menschen aus anderen Ländern den Vortritt lassen und Rücksicht nehmen. Leben sie doch in einem ach so reichen Land.

Wenn der Mobilfunk doch das einzige technische Problem wäre… So manchem Milchbauern würde es genügen, wenn seine Milchkannen mit 4G funken könnten, wenn er denn in seinem heimischen Hof in einer ländlichen Gegend eine Breitbandverbindung hätte, die die 2 MBit-Schwelle übersteigt!

Afrika, ach was: Den Deutschen wurden die letzten paar Kolonien spätestens 1919 abgenommen – hauptsächlich von den Engländern. Wie ist das Netz bei denen? Und die Mikroländer BENELUX und die Schweiz, ich bitte Sie …. . Polen und Konsorten? WAS NÜTZT DAS DENEN, WENN SIE NICHTS ZU SAGEN HABEN?

Es ist doch auch einmal gut, ein Fleckchen der Ruhe zu finden, wo einem keiner mit Anrufen, SMSen oder Sozialen Netzwerken auf den „Sack“ geht! Und das neue 5-G brauchen wir schon mal gar nicht. Eh alles nur Gesundheitsschädlich, sei es durch den Streß wenn man ständig und überall erreichbar ist oder durch die Strahlung besonders beim neuen 5-G Netz!

Tja, und in Deutschland mit schlechtesten Netz weltweit darf leider ein ** Wirtschaftsminister, der seit fast vierzehn Jahren in der Aera Merkel stets an exponierter Stelle am Kabinettstisch sitzt, öffentlich vor Selbstmitleid über das katastrophale Mobilfunknetz im wahrsten Sinne des Wortes zerfliessen, und niemand wagt es, diesen besonders famosen CDU- ‚Spitzenpolitiker‘ ganz massiv daran zu erinnern, dass im Regierungskabinett, und nur dort, die Weichen auch für die Digitalisierung und Mobilfunknetz in Deutschland gestellt werden. Solange wir uns eine Kanzlerin leisten können, für die Internet und Digitalisierung anscheinend immer noch „Neuland“ ist, solange wir uns eine Frau Karliczek als Bundesbildungsministerin halten,… Mehr
Gibt es nichts wichtigeres als die dauernde Erreichbarkeit? Ich erinnere mich an Zeiten, da brauchte man zwei Groschen und eine Telefonzelle, wenn man unterwegs jemanden anrufen wollte. Ging auch! Heute meint man, zu jeder Zeit jedem allen möglichen Mist mitteilen zu müssen, Geburtstags- und Weihnachtsgrüße kommen per WhatsApp. Man meint, jederzeit ins Internet kommen zu müssen, verbringt Wartezeiten mit irgendwelchen Daddelspielen. Man meint, man muss auf seinem Smartphone fernsehen oder Musik hören. Ich kenne Menschen, die werden nervös, wenn sie mal 1 Stunden keine Nachricht bekommen. Nee, mich stört es überhaupt nicht, wenn ich mal nicht erreichbar bin. Nutze mein… Mehr
Und warum müssen Sie Ihren Kommentar dann hier rein schreiben? Reicht nicht ein Leserbrief, mit Feder und Tinte, an die Redaktion? Sorry, aber Ihre Argumentation ist absoluter Quatsch. Früher hat man auch Bücher als unnötig bezeichnet, später Radios und Fernseher… Weil Sie das Ganze nicht stört, heißt es nicht das der Rest der Welt stillzustehen hat. Ich persönlich erledige 95% meiner Arbeit über moderne Kommunikationswege. Und da ist es essentiell das überall Netz ist. Irgendwelche sozialen Netzwerke hier anzuführen, ist Nonsens. Natürlich sind 99% der Kommunikation überflüssig. Das heißt aber nicht das sie deswegen nicht ermöglicht werden sollte. Zeiten verändern… Mehr
@John Farson Die Argumentation von Userin Jasmin ist eben ganz und gar kein Quatsch. Man muss nicht überall Mobilfunk ausbauen nur weil Leute wie Sie 95% ihrer Arbeit über moderne Kommunikationsmittel erledigen, was an sich ja völlig ok und nicht zu kritisieren ist. Diese 95% müssen eben nicht zwangsläufig an jedem beliebigen Ort in Deutschland realisierbar sein und wenn Mobilfunkanbieter auf ihre Rendite schauen ist das genauso legitim wie bei allen anderen Firmen auch. Anders wäre es, wenn es eine Art öffentliches Mobilfunknetz, z.B. mit einer Zwangsabgabe wie beim Fernsehen (die GEZ lässt grüßen, wollen Sie das wirklich?), geben würde.… Mehr
Deutschland läßt anderen Ländern den Vortritt und das ist gut so. Das passt zu unserer neuen Bescheidenheit gegenüber der restlichen Welt. Nicht mehr der streberischer, findige, arbeitsame Deutsche ist unser Maß nein, es zählt nur der hypermoralische, für die Sorgen dieser Welt verständige, wohltatenverteilende deutsche Bürger. Man muss nicht überall vorne mit dabei sein, was ist denn schon vorne, wenn Merkel sagt, ich stehe vorne, auch wenn sie maximal im Abseits steht so ist das eben vorne. So kleinlich darf man nicht sein wenn man sich die Rettung der Welt zur Aufgabe gemacht hat. Sie bewegt sich immer noch im… Mehr

„Es gibt ein Land, das noch schlechteren……….“
Das wollen wir doch erstmal sehen ! Wir können noch viel schlechter.

Ich sehe das auch durchaus positiv. Im Urlaub fange ich an zu arbeiten (Mobilfunknetz hervorragend), zum Glück dauert der Urlaub nicht allzu lange. Und zu Hause (Mobilfunknetz besch…) kann ich mich endlich wieder in Ruhe zurücklehnen. Prima.

Ja klar, Sie arbeiten im Urlaub. Ganz ehrlich, dann sind sie selber schuld und wirklich bemitleidenswert.

Zwischen den Zeilen zu lesen ist anscheinend nicht jedem gegeben… :-))