Blackbox KW 31 – am Arsch der Welt? – und das in Meschede?

Siggi im Wahlkrampf, Petra Hinz assistiert beim SPD-Abwracken. McKinsey hilft beim „Wir schaffen das“. Ursula ist wieder von der Leine, und mit Juncker saufen wir uns die EU schön.

Dass er ordentlich Sonne abbekommen habe, adjustierten dem Wirtschaftsminister seine Freunde von der Presse, und sogar der Verlust einiger Pfunde wird ihm lobend bescheinigt – wenn auch letztere Anerkennung mit einem konterkarierenden Foto in der Bild-Zeitung garniert wird: Siggis Kopp auf dem Körper von Altmaier? Photoshop?

Er ist also wieder da, freut sich die Süddeutsche, sofort macht der Genosse ein bisschen Wahlkrampf in Rostock, inspiziert Polizei-Pistolen in Hannover und darf die Kanzlerin am Kabinettstisch vertreten – Madame erholt sich derweil von ihrer 9-Punkte-Rede in einem Vier-Sterne-Hotel in Südtirol.

Warum wir mit dieser harmlosen Null(-Meldung) anfangen? Weil wir endlich einmal keine Bombenanschläge und Messerattacken auflisten müssen! Selbst der IS macht – dem Himmel (?) sei Dank! – anscheinend Ferien. (Die Messermörder von London und Belgien zählen nicht, das sind nur diese Psycho-Zombies, die nichts mit Sie-wissen-schon zu tun haben.)

♦ In so entspannten Tagen dürfen wir endlich wieder den kleinen Nickeligkeiten und dem üblichen Irrsinn die wohlverdiente Aufmerksamkeit zollen. Dienstgradmäßig wollen wir mit Steinmeier beginnen, der es mit seiner Äußerung, der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump sei ein „Hassprediger“ bis in die Frankfurter Weltpresse schaffte. Da freuen wir uns schon auf Steinis besonders tiefen Diener (“I am so sorry, your Trumpness!“) beim Staatsbesuch im Februar. Nie fehlte ein Genscher mehr als heute!

♦ Steini, Schulz, als auch Sigmar und die ganze Sozenschar sind sich mit der deutschen Intelligenzpresse einig, dass der New Yorker Bauunternehmer unter allen Umständen verhindert werden muss, und so feuern sie aus allen Rohren. Trump hasst Muslime, Veteranen, Mexikaner und jetzt auch Babys, wird rauf und runter berichtet. Man könnte von einem Gipfeltreffen auf „Mount Stupid“ sprechen. Dort oben treffen sich laut den Psychologen David Dunning und Justin Kruger all die, die sich höhere Kompetenz zu einem Thema zurechnen, von dem sie wenig bis gar keine Ahnung haben.

♦ Die zahllosen auf neudeutsch pauschal „Flüchtlinge“ genannten füllen nicht nur täglich die Polizeiberichte, sie sind auch Beschäftigungsturbo für manches, was sich heute „Forschung“ nennt. Ein „Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ befragte 123 (!) Geflüchtete und 26 Experten aus der Flüchtlingsarbeit (!), damit wir endlich Klarheit erhalten, was die inzwischen 1,1 Millionen erfassten Flüchtlinge können und wollen. Kurz gefasst: Deutsch lernen und fleißig sein. Diese Art „qualitative Befragung“ begeistert die FAZ, auch wenn „erwartbarerweise tatsächlich nicht jeder Flüchtling einen Doktortitel hat.“ Was hatte die FAZ denn erwartet? Dass die sagen, wir kommen wegen Hartz IV?

♦ Näher an der Wirklichkeit ist die Erkenntnis, dass jeder vierte Hartz IV-Bezieher inzwischen Ausländer ist, Tendenz stark steigend. Wobei zahllose Eingedeutschte und Doppelstaatsbürger der letzten Jahre natürlich keine Ausländer mehr sind, und die Statistik als Deutsche bereichern.

♦ Überhaupt sollten soziale Studien, die mit Migration zu tun haben, zwingend einen Aufkleber tragen: „Diese Zahlenspielchen entstanden in einem Land, das seit mehr als dreißig Jahren keine gescheite Volkszählung mehr hinbekommen hat.“

♦ Harte Zahlen, die keiner fachmännischen Verklärung bedürfen: Zeitungsauflagen im freien Fall, massive Verluste im Boulevard. Nun, Publikumsbeschimpfungen haben sich auch im Theater nicht durchgesetzt.

♦ Das schönste an Europa sind die Meere, die Berge, die Täler und Auen, die französische und italienische Küche, für einige der Shit in Holland, der Charme der Polen und der Fleiß der Griechen.

Das schönste an der EU aber ist die Kommission. Welch’ eifrige Spinner haben dort Beschäftigung und Auskommen gefunden – bewundert von ihrer Verwandtschaft, beneidet von denen, die für ihr Geld arbeiten müssen!

Die jüngste Kapriole: Um den Migrationsdruck zu erhöhen, will die Kommission nun den Familiennachzug auf alle Verwandten ausdehnen. Zudem soll er auch „auf Familien zutreffen, die sich erst in Transit-Ländern gebildet haben“. Homo-Ehe schon mitberücksichtigt?

♦ Unser Kommissions-Liebling aber ist und bleibt Jean-Claude Juncker, der feucht-fröhliche Geselle aus seinem Steuerparadies Luxemburg. Der leutselige Claude lässt Le Soir wissen, dass Kritik an ihm und der Kommission weder erwünscht noch vorgesehen ist. Zudem sei falsch, dass er „die ganze Welt küsst oder Alkoholiker“ sei. Darauf einen Dujardin!

♦ Aus dem Essener SPD-Saustall: Frau Hinz legt alle Parteiämter nieder! Das lukrative Bundestagsmandat behält sie natürlich. Sie mag zwar jetzt ein armes Schwein sein, aber ein dummes ist sie nicht. Es wäre natürlich psychologisch interessant, warum Petra Hinz sich ihre Biographie zurechtlog. Denn spätestens mit dem Einzug der Grünen in die Parlamente wird Bildung ja eindeutig überschätzt. Andererseits: Selbst der gänzlich ungelernte Joseph Fischer nahm stolz einen Ehrendoktor aus Haifa entgegen und Claudia Roth nennt sich gerne „Dramaturgin“, nach zwei Semestern Theaterwissenschaft und ein paar Jobs als Dramaturgie-Assistentin. Der schöne Schein bestimmt halt bei manchen das Bewusstsein. Da muss man mal Horst Seehofer loben. Von solchen Minderwertigkeitskomplexen ist der Bayer frei. Der gelernte Amtsinspektor nennt sich nur im Scherz gern „Erfahrungsjurist“.

♦ Für alles irgendwie überqualifiziert ist nur unsere Ursula von der Leine. Was dazu führt, dass sie überall unterfordert ist und das wiederum mit Aktionismus verarbeiten muss. Begann sie vor zwei Jahren als Militärexpertin noch mit der Lösung von Möblierungsproblemen in Kasernen und der Schaffung von Kindertagesstätten, will sie nun den IS bekämpfen. In Stuttgart, München oder Düsseldorf. Nun wartet sie nur noch auf ein „Ereignis von katastrophischen Dimensionen“. Das muss laut BVerfG vorliegen, damit die Demokratie nicht nur am Hindukusch, sondern auch am Rhein von der Bundeswehr verteidigt werden darf.

Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Was ist schlimmer? Minister, die ihr Amt nebenbei als Hobby betreiben (Schwesig, Maas, Siggi) und stattdessen ihr Hobby (Kampf gegen Rechts) als Berufung? Oder umgekehrt?

♦ Da hat er nun, ach! Wirtschaft studiert, als Controller gewirkt, als Vorstandschef. Die Agentur für Arbeit geleitet mit heißem Bemühn. Und doch steht er da, der arme Tor! Und ist so klug als wie zuvor, der Oberst der Reserve Frank-Jürgen Weise, Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Aber er macht das Beste aus seiner Ahnungslosigkeit und heuert nun für eineinhalb Millionen Euro McKinsey an. Die Berater können ihm mit vielen Charts und PowerPoint-Präsentationen sicherlich ein ordentliches Argumentationspolster liefern, damit Weise später belegen kann: Seine Schuld war‘s nicht, dass wir „das“ nicht geschafft haben.

♦ Saudi Arabien bietet Hilfe bei Terror-Ermittlungen? Kann das von Nutzen sein? Zwar kennt man da wohl viele Hassprediger, die in Alemania wirken, aber haben die auch Erfahrung mit psychisch verwirrten Einzeltätern?

♦ Krieg und Tod – oder Meschede? Vierzig Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak antworteten eindeutig: Lieber in Bagdad und Damaskus versauern als in Meschede überdauern. Wir wussten gar nicht, dass es im Sauerland so furchtbar ist. Und wie heißt „Am Arsch der Welt“ auf arabisch?

♦ Wenn sich schon Flüchtlinge nicht mehr helfen lassen wollen, müssen halt andere wieder aufgerichtet werden. Absurdistan erhält seinen ersten Männerbeauftragten! In Nürnberg. Was für ein herrliches Land! Die großen Probleme werden mit links gelöst, und auch die kleinen mit Links.

♦ Und nun zum Sport! Brasilien stoppte Dopingtests bei Top-Athleten. Verständlich. Entdeckte Dopingverstöße bringen nur politischen Ärger!

Heiko der Woche

Potztausend! Jetzt müssen wir schon einen leibhaftigen Professor mit dem „Heiko der Woche“ auszeichnen! Mitglied einer christlichen Studentenverbindung und Bundestagsabgeordneter ist er noch dazu. Matthias Zimmer, glühender Verehrer Merkelscher Asylpolitik, geriet sich mit einem Partei“freund“ über dessen Merkel-kritische Worte in die Haare. Und drohte dem mit den Worten: „Ja, dann werde ich ihren Arbeitgeber mal fragen, ob das denn betriebstypisch ist, was Sie da absondern.“

Nun ist unser postmoderner Diederich Heßling kein Jurist, sondern Politik-Professor, aber ein Blick in Art. 5 Abs. 1 Grundgesetz ist auch Politologen zu empfehlen!

P.S.: Heiko Maas, die schlimmste politische Heimsuchung aus dem Saarland seit Erich Honecker, hat dem Spiegel ein Interview gegeben, und auf SPON wollen sie allen Ernstes 0,39 Cent für den Käse. Sorry, nicht in diesem Theater.

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