Blackbox KW 11 – Panik auf der Titanic

Jetzt sind sie da, die Transformationen von gigantischem historischem Ausmaß, die die Kanzlerin schon vor Monaten ankündigte, und das Narrenschiff fährt im Kreis ...

Alle Schulen stehen still, wenn dein starker Arm es will, besang der Münchner Merkur seinen bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Außerdem habe Söder als erster alle Großveranstaltungen abgesagt und damit der „verunsicherten Bevölkerung das Vertrauen in die Tatkraft des Staates zurückzugeben – „so wie Helmut Schmidt bei der legendären Hamburger Sturmflut oder Gerhard Schröder beim großen Elbhochwasser“. Schmidt – Schröder – Söder: der Merkur malt schon drei Kanzlerbilder an den Kyffhäuser.

♦ Kein Wunder, denn die Dr. Merkel Spezial Dragees (Geschmacksrichtungen von „Jetzt sind sie halt da!“ bis „Wir schaffen das!“) haben ihre therapeutische Wirkung lange verloren. Trotzdem rief die Merkelbegleitpresse verzweifelt nach einem öffentlichen Auftritt ihrer Kanzlerin: Sprich nur ein Wort, so wird unsere Seele gesund! An Merkels Mut machenden Worten „Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander schon auf eine Probe gestellt, von der ich mir wünsche, dass wir diese Probe auch bestehen“, können sie nun ein wenig herumkauen. Der Bürger versteht nur „Gute Besserung!“ und begibt sich lieber auf den Hamsterkauf.

♦ Weil nun „auch der Staat gefordert ist, Lösungen zu finden“, kündigte Merkel die Einführung eines „zusätzlichen Kabinettsausschusses“ an, dem neben ihr selbst auch Olaf Scholz, Horst Seehofer, Heiko Maas, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn angehören. Na, dann kann ja wirklich nichts mehr schiefgehen.

♦ Wir wissen zwar nicht, was Merkel in Davos mit „Transformationen von gigantischem historischen Ausmaß“ gemeint hatte, die sie auf den Weg bringen wollte, aber das könnte passen: Fußball wird zur Geisterliga, Schulen und Kindergärten werden dicht gemacht, Messen abgesagt, jedes Bundesland überbietet sich mit Maßnahmen. Das Saarland schließt Schwimmbäder, Discos und Bordelle, im Homeland NRW hat man wenigstens bis nach Karneval von strengen Maßnahmen abgesehen (das Virus soll ja keinen Alkohol mögen), Hessen beschließt Besuchseinschränkungen in Kliniken und Altenheimen. Lässt aber wenigstens den Flughafen offen, vielleicht verlässt das Virus ja so das Land.

♦ In der Krise schlägt auch die Stunde des findigen Individuums. Verkehrsminister Scheuer wirft in den Raum, die Bundeswehr könnte Supermärkte beliefern (mit Kommissbrot und Gulaschkanone?). Die Grüne Göring-Eckardt will „bis Ende 2020 eine Gehaltszulage für alle, die Corona-Patienten behandeln“. Hier müsste der Gesundheitssprecher der Gerechtigkeitspartei Karl „die Fliege“ Lauterbach eigentlich sofort widersprechen, denn die OP-Schwester und alle anderen, die sich im Gesundheitswesen abarbeiten, würden diskriminiert – aber Karl hat sich längst in Quarantäne begeben. 

♦ Des Weiteren fordern die Grünen einen Hilfsfonds für Kulturschaffende (also im Wesentlichen ihre eigenen Propagandaabteilungen), die SED verlangt konkret 1.500 Euro im Monat ein halbes Jahr lang für Musiker, DJs, Schauspieler oder Comedians, die auf der linken Seite stehen.

♦ Bislang weiß man, dass das Covid-19 die Lunge befällt, von einem Angriff aufs Hirn ist offiziell nichts bekannt. Dennoch ist das Verhalten von Stephan Pusch, Landrat von Heinsberg im Homeland NRW, doch recht auffällig. Der CDU-Landrat hat ausgerechnet den 73-jährigen (die Alten sind besonders gefährdet!) Udo Lindenberg aufgefordert, in sein Hochrisikogebiet zu kommen, um „den Menschen Mut zu machen“. Pusch hat sogar eine Liederliste zusammengestellt (u.a. „Durch die schweren Zeiten“), die der Barde vortragen könne. 

„Udo,“ redete Pusch den Lindenberg von der Seite an wie ein Antifa-Mädchen, „auch die ganze rechte Scheiße, die wir im Augenblick in Deutschland haben, die kommt ja hauptsächlich durch das Thema Angst machen.“ Der alte Sängerknabe beließ es dann aber vorsichtshalber bei Beileidsbekundungen und Mut machenden Grüßen. 

♦ Die deutsche Börse hatte die letzten Jahre vor gar nichts Angst, weder vor großen politischen Eseln oder Rindviechern (Namen bitte nach politischer Vorliebe selber einsetzen), noch vor Bilanzen und Statistiken. In dem unsichtbaren Covid-19 aber erkannten die Händler plötzlich das einzige Tier, vor dem sie wirklich erschauern: den Schwarzen Schwan. 30% stürzten die Kurse ab.

Der Ex-Chef der besonders betroffenen Deutschen Bank, Josef Ackermann („Peanuts Joe“), der 2009, als Merkel noch in der Kanzlerausbildung steckte, seinen 60sten Geburtstag bei Angie im Kanzlerbunker feierte, ist direkt wieder vorstellig geworden: „Die Regierungen werden auch der Finanzwirtschaft beistehen müssen.“ 

♦ Hat bei Ihnen am Freitag auch der Computerbildschirm geflackert? Das könnten die auf der heimischen Tastatur hüpfenden Klimakinder gewesen sein, denn Greta von Schölefrö hatte wegen Corona zum digitalen Klimastreik aufgerufen. Überhaupt gehen die Klimageschäfte gerade nicht so gut. Schulen nicht wegen Klima, sondern wegen Virus geschlossen (Alleinstellungsmerkmal in Gefahr!), Versammlungsverbot, und dann hat noch ein Berliner Anwalt namens Stelter die Firma „Fridays for Stelter… äh Future“ gegründet, ohne Greta oder Luisa zu fragen…

♦ Es mag sie überraschen, verehrte Leser, aber es ist doch nicht alles schlecht mit diesem Corona. So trafen sich die EU-Staats- und Regierungschefs zum Thema Corona und aus Furcht vor demselben auf einer virtuellen Sitzung, der ersten Video-Konferenz in der Geschichte des Europäischen Rates. Wow!

♦ Aus China wird von der Corona-Front gemeldet, „die Schlacht gehe weiter, aber der Sieg sei nahe“. Wie ist das möglich, fragen Sie sich? Nun, durch die „brillante Führung von Partei- und Staatschef Xi Jinping“, wodurch sonst? Die Partei ist inzwischen sogar zum Propaganda-Angriff übergegangen. Covid-19 sei kein Chinese, sondern ein Amerikaner. Das dürfte unseren Linken gefallen.

♦ Trump hat die USA für einreisewillige Europäer gesperrt – obwohl unser Heiko die Einladungen zur Mitreise schon an seine Pressefreunde zum G7-Gipfel in Pittsburgh verschickt hatte! Und zwar „einseitig und ohne Beratung“, wie die stets gut von diversen Firmen beratene Ursula von der Leyen entrüstet hinzufügte. Schweinerei! Auf einer Video-Konferenz gibt es doch nicht mal halb so schöne Bilder.

Nun müssen wir zugeben, nicht einmal, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider nicht einmal Theologie studiert zu haben, mit heißem Bemüh´n, und doch stehen wir vor dem Corona-Virus wie ein armer Tor, und sind nach viel Lektüre so klug als wie zuvor. 

Neun Tote in Deutschland, etwa 3.100 in China, Italien besonders betroffen (italienische Zeitungen haben schon die Sweatshops der italienischen Modeindustrie als Virenschleudern im Verdacht, in denen tausende unterbezahlte Chinesen versteckt in Milano, etc. schuften) – aber viele Maßnahmen unserer Partei- und Staatsführung kommen uns doch recht widersinnig vor. Fußball verboten, aber Flughäfen ohne besondere Kontrollen offen? Von Grenzmaßnahmen ganz zu schweigen. Und uns geht der Juncker-Satz nicht aus dem Ohr: Wenn es ernst wird, muss man lügen. 

♦ So ernst kann es gar nicht sein, wenn der Staatsfunk seinen ganz speziellen Umweltsau-Humor ungerührt weiter pflegt. Dass vor allem Ältere daran sterben, sei „nur gerecht“. Schließlich habe diese Generation den „Planeten voll gegen die Wand gefahren“.

♦ Und sonst so? Friedrich Merz gab dem „heute-journal“ ein Interview, wobei im Hintergrund Prosecco-Flaschen der Marke Valdo Marca Oro (3 L. Flasche 60,-) zu sehen waren. Merke und lerne, „Millionär“ Merz! Wenn Du im Staatsfunk sprichst, solltest Du darauf achten, dass im Hintergrund immer ein paar volle Aldi-Tüten zu sehen sind und auf dem Tisch vielleicht einige Bierflaschen (Achtung, kein Markenbier, sondern Discounterplörre!).

♦ Antifa Zeckenbiss (googeln Sie „Chemnitz“) hatte ein Lied von Xavier Naidoo hochgeladen und schon wird dem Sänger mit Migrationshintergrund Rassismus vorgeworfen. RTL „zieht die Konsequenzen“ aus der Zeckenbiss-Aktion und entlässt den Juror bei DSDS. Läuft.

♦ Der „Afrika“-Keks von Bahlsen wird umbenannt. Der Name sei rassistisch, finden linke Twitterer. Noch steht der neue Name nicht fest: Merkel-Mampf-Keks? Das Gute-Ramelow-Gebäck oder Leckerer-Restle-Knacker?


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Kommentare ( 114 )

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114 Kommentare auf "Blackbox KW 11 – Panik auf der Titanic"

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„Wir wissen zwar nicht, was Merkel in Davos mit „Transformationen von gigantischem historischen Ausmaß“ gemeint hatte“ Was Merkel damit „meinte“ erschließt sich aus einem ihrer Sätze den sie bei vorheriger Gelegenheit äußerte: „die Deutschen haben ja bisher 3oo Jahre lang gut gelebt“ Also nicht „wir haben“, sondern „die Deutschen“, „die Anderen“, haben. Das Sprachmerkmal eines autistischen Gemüts. Wie aus der Medizin bekannt, das nicht fähig ist Emotionen anderer Menschen wahrzunehmen und zu verstehen, weswegen sie sich selber, zu anderen Menschen nicht zugehörig fühlen, eine Welteinteilung nach dem Motto: „ich und die anderen“. Narzisstischer Autismus ist ein Gemütsmerkmal, aller Zeiten, vieler… Mehr

Niedrig bezahlte selbstständige Musiker und Sänger können tatsächlich ohne die ohnehin wenigen öffentliche Konzerte ihre Familie nicht mehr ernähren. Das ist existenziell.

„Wir wissen zwar nicht, was Merkel in Davos mit „Transformationen von gigantischem historischen Ausmaß“ gemeint hatte“

So wie fast jeder ihrer Sätze beginnt mit „ich meine …“ oder Steigerung „also ich meine“. **
Wie der Volksmund meint 😉 : „Man meint ja blos, man sagt ja nix“
Das „Meinen“ ist keine hohe rhetorische Kunst, sondern sprachliche Unfähigkeit.
Die Sinnleere ihrer „geleerten Meinung“ ist die Nacktheit der Kaiserin ohne Kleider,
denn die Verwirrung der Sprache ist die Verwirrung der Gedanken.

„Meine nie gemeint zu haben,
denn das meinen einer Meinung,
ist blos meinungslose Meinung“

Jetzt bin ich aber wirklich beruhigt! Merkel bildet einen zusätzlichen Kabinettsausschuss! Da kann ja wirklich nichts mehr schief gehen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass auch Herr Scheuer bei diesem Ausschuss mitmacht, er könnte sich um die Frage kümmern, wie man maximale Kompatibilität zwischen Elektromobilität und Corona Bekämpfung herstellt.

„Wir wissen zwar nicht, was Merkel in Davos mit „Transformationen von gigantischem historischen Ausmaß“ gemeint hatte“

Woher soll man den meinen, was Merkel meinte , wenn sie selber nie meint was sie meinte zu meinen?

Da ja hier auch dem „Prosecco“ gefrönt wurde- Ich hoffe doch mal, daß von diesem Stoff oder ähnlich Prickelndem noch genügend in den Regalen der Discounter steht- wäre ja geradezu beschämend, wenn es bei einem zu erwartenden Corona-Mißmanagement-bedingten Abdanken der großen Führerin zu Engpässen bei der Bereitstellung von flüssigen Glückshormonen kommen würde.Dann zu erwartende „Tanzlustbarkeiten“ (©Senat v. Berlin)auf den Straßen und Plätzen werden spontan organisiert und bedürfen ausnahmsweise mal nicht der „coronaren“ Direktive von einem Reker Abstand zum nächsten Niesenden !!!Alkohol und große (Reibungs)Hitze meidet das CoVID-19 wie das Mörkel Grenzschließungen!!!

Was nützt es, die Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen zu schließen, wenn sich Kinder und Jugendliche in großer Zahl auf Spielplätzen, Bolzplätzen oder zum gemeinsamen Spielen wieder treffen, um sich die Zeit zu vertreiben. Wenn das von Eltern geduldet wird und nicht unterbunden werden kann, sind Schließungen von Betreuungseinrichtungen und Schulen eigentlich ohne Sinn.

Wie sollte man das unterbinden und wieso? Kinder und Jugendliche sind ja nicht gefährdet. Eher sollte man die Cafe-Kränzchen der Omas unterbinden. Genauso schwierig.

Ja wenn das so ist, dann kann man Schule und KiTas auch wieder öffnen. Ich befürchte, daß in diesem Zusammenhang nicht begriffen worden ist, daß auch Kinder Virenträger und damit auch Multiplikatoren sein können. Und so sorgen auch diese Sozialkontakte für die Weiterverbreitung der Corona-Viren.
Nur darum geht es.
Mal die jüngsten Regelungen des Freistaates Bayern bzw. Österreichs nachlesen.

„Achtung, kein Markenbier, sondern Discounterplörre!“

Da schreibt einer mit Null Ahnung.
Das mit Anstand wohl beste Bier im Breitsegment (also abseits eher exotischer Klostermarken etc.) ist das bei Edeka et. al. erhältliche „Ratskrone“, Kostenpunkt 29 Cent + Pfand, somit preislich gleich wie in der Kategorie angebotenen Marktsegmente bei Aldi oder Lidl. Wobei Ratskrone im schicken Bleckmantel daherkommt, 100% recyclierfähig, hormonell unverdächtig.

Leben Journalisten mittlerweile alle auf dem Planet Rotwein, oder woher kommt solcher Stuß?

Schade.

Ist wohl eher eine Geschmacksfrage. Für mich ist Ratskrone ungeniessbar.

„Wir sind so klug als wie zuvor“ – so ist es, lieber Herr Paetow, grad so wie auch im Hobellied: „am Ende weiß keiner nix“. Zwei, drei Dinge würde ich aber doch noch gerne unterbringen, anmerkeln sozusagen. Als da wären…z.B. der Udo. Sollte der sich wirklich entscheiden, nach NRW zu migrieren, dann wäre wohl nur der Song: „In diese hohle Gasse muß ich kommen“ angemessen, oder? Vielleicht noch Bahlsen. Wie wäre es, wenn man „Afrika“ in Zukunft „entwicklungsgeholfenes Leckerli“ nennen würde? Auch bei einem anderen Erzeugnis ging man ja optimistisch, d.h. ohne schwarz zu sehen, an die Namenstransformation heran. Die… Mehr

bei all den merkelkonnotierten (hohlen) phrasen bleibt mir nur noch ein schweigegelübde….