Bigotterie: Donalds Trumps peinliche Prahlereien

Wenn jeder Mensch dieser Welt die peinlichsten Momente seines Lebens via Video offen legen müsste, dann würde nur noch Karl Marx helfen, der freimütig bekannte, dass ihm nichts „Menschliches“, gemeint ist, nichts Unmenschliches „fremd wäre“.

Donald Trump war in der Silvesternacht 2015/2016 nicht auf dem Kölner Domplatz. Das darf man inzwischen als erwiesen ansehen. Es gab immer Plausibilitäten, die Zweifel an Trumps Teilnahme an der Kölner Silvesterparty sehr nahe legten. Schließlich, auch das wurde von den Medien sorgsam unter den Deckel gehalten, fanden die Kölner „Ereignisse“ gleichzeitig auch in Hamburg, Bielefeld, Stuttgart und an ganz vielen anderen Orten statt.

Also dass Trump überall gleichzeitig war und überall gleichzeitig zur Tat geschritten wäre, ist dann doch endgültig mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von vorne herein ausgeschlossen, und eines kommt noch hinzu: Wäre Trump tatsächlich der Übeltäter von Köln, hätten die Medien weltweit noch Stunden vor „Bekanntwerden“ dieser „Tatsache“ Alarm geschlagen: Trump, das Schwein, der Hund (Robert de Niro), der Sexist.

Auf dem Kölner Domplatz prahlten allerdings nicht Männer mit ihrer Manneskraft voreinander und auch nicht mit ihren sexuellen Chancen. Sie schritten stattdessen dumpf, gewalttätig, menschenverachtend, ausgehungert, brutal und nicht sehr potent erscheinend massenhaft zur Tat.

Also nochmal zurück zu den Ereignissen in Echtzeit: Dass Politik, Polizei und Medien die Kölner Silvestereignisse 4 Tage lang verschwiegen und hunderte von weiblichen Opfern, zumeist autochthoner Provenienz, im Stich ließen und nach Strich und Faden verarschten, war im Nachhinein eine peinliche Vorsichtsmaßnahme: Alles nur, weil man noch nicht sicher war, ob nicht doch Trump himself womöglich die Ursache für die Katastrophen der Silvesternacht war und natürlich ist es verständlich, dass es in Politik, Polizei und Medien eine große Hemmschwelle gibt, einen möglichen US-Präsidenten in die Sache hinein zu ziehen, zu bemakeln und internationale diplomatische Verwicklungen zu provozieren.

Die Unschuldsvermutung, die zweifelsfrei nicht auf jeden Bürger angewandt wird, gilt bis zur rechtskräftigen Verurteilung eines Menschen. Das kam aus damaliger Sicht natürlich erschwerend hinzu. Insofern gibt es vielleicht ein kleines Verständnis für das Versagen von Politik, Polizei und Medien, das mit Hinblick auf die Person Trump die exorbitante kriminelle Entladung sexueller Energien dem Rest der Welt zunächst vier Tage lang verschwiegen wurde.

Außerdem wollte ja Niemand „Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen“ gießen. Heute sind wir alle miteinander schlauer als in der Silvesternacht. Klar, der WDR residiert in Rufweite von der Kölner Domplatte entfernt. Klar, haben sehr sehr viele Politiker, Polizisten und Medienleute in Echtzeit mitbekommen, was abging, aber es musste ja mit Hinblick auf die Putativ-Nothilfe für Donald Trump alles unternommen werden, dass die mögliche Täterschaft des Herrn Trump auf keinen Fall publik wird.

Alles Quatsch! Ja, natürlich alles Quatsch

Politik, Polizei und Medien haben was die Kölner „Ereignisse“ anbelangt, nicht einfach nur versagt, sondern sie haben mindestens dem Geist der Verfassung frontal ins Gesicht geschlagen. Donald Trump ist hier natürlich nicht Thema. Aber die widerwärtige Verlogenheit der gesamten Weltöffentlichkeit, der gesamten Öffentlichkeit des Westens, offenbart sich am gerade ablaufenden Fall Trump in geradezu exemplarischer Weise.

Wenn jeder Mensch dieser Welt die peinlichsten Momente seines Lebens via Video offen legen müsste, dann würde nur noch Karl Marx helfen, der freimütig bekannte, dass ihm nichts Menschliches, gemeint ist nichts Unmenschliches fremd wäre. Der Westen ist eine Therapie-Gesellschaft, eine Egomanen-Gesellschaft, eine kranke Gesellschaft. Zuviel Freizeit treibt die Menschen in alle möglichen, irgendwie esoterischen, ursprünglich baghwanesisch beeinflusste Erleuchtungs-Selbstfindungs-Manager-und Weltheilungsseminare.

Gurus, selbsternannte Therapeuten, Sex-Experten, Psycho-Fritzen und erleuchtete Privatfuzzies, die sich mit der Ablehnung, Gurus genannt zu werden befassen und viele mehr aus dem Genre der Lebensoptimierer beschäftigen den westlichen Mittelständler und Bessergestellten. Irgendwelche Antworten sucht jeder, besonders an Wochenende, im Bildungsurlaub, im Familie-Workout. Irgendeine Meise hat jeder, irgendein Luxusproblem auch. Lassen Sie die Sau am Wochenende raus, wenn sie nicht gerade auf dem Schulhof, im Bundeswehrgrundkurs, im Sportverein, im Knast, im Brennpunkt, in der Disco, Backstage, in der Stammkneipe, im Kaninchenzüchterverein ist, wo die Sau ganz von allein macht, was sie will.

Klar, wir sind alle ein bisschen Gender, wir sind politische Korrektis und da weiß man, was sich gehört. Man ist öffentlich entsetzt, wenn Frau Frau ist und Mann Mann. Ja, wo käme man denn da hin, wenn wir uns so benehmen würden, als sei die Genderideologie der größte Blödsinn der Gegenwart? Das geht ja nun gar nicht.
Aber außerhalb des Westens regt man sich nicht einmal über Gender auf, man hält es nicht einmal für Blödsinn. Man weiß schlicht, wenn man sich überhaupt Gedanken darüber macht, dass es Mann und Frau gibt und Basta.

Niemand soll diskriminiert werden, außer die Männer, die sich politisch korrekt selbst diskriminieren. Allerdings sind die lautstärksten männlichen Diskriminierer der Männer zumeist selber die übelsten Machos: Gendern als besonders effektive Methode des Baggerns. Das bringt zwar Niemandem, auch keiner Frau, irgendetwas, ist aber zeitgeistig. Ist so: Männer, die als Feministen auf Akquise gehen, sind regelmäßig die blödesten Männer.

Je öffentlicher der Raum desto brutaler der Zeitgeist, das war schon immer so
Ob man nun seine Bibeltreue, seine Führertreue, seine Sektentreue, seine Gendertreue oder seine Treue zur politischen Korrektheit oder sonst eine ähnliche Treue demonstriert, macht keinen großen Unterschied. In jedem Falle, in jeder Zeit, in jedem Zeitgeist geht es um das Abschöpfen des Wir-Vorteils gegenüber den Ausgestoßenen.

Was Trump anbelangt, hat man es ja nicht einfach nur mit einem Ausgestoßenen, sondern offenbar mit einem Aussätzigen zu tun, sonst würde ja nicht besagter Robert de Niro derart korrekt ausrutschen und zu Tiervergleichen greifen. Es ist amüsant zu beobachten, wenn Journalistenkollegen, von denen man den einen oder anderen auch etwas genauer beurteilen kann, jetzt öffentlich wütend aufstampfen und den sogenannten „Sexismus“, was immer das genau sein könnte, heute eines Donald Trump und morgen irgendeines anderen armen Wichtes rauf und runter voller Abscheu durchdeklinieren. Manche hübschen den Exzess ihrer Verlogenheit mit Sätzen wie, dass sie den Sexismus eines solchen Mannes wie Trump ihren Kindern und ihrem heranwachsenen Nachwuchs nicht zumuten könnten, auf.

Wie wäre es mal in der eigenen Biographie zu graben, in den eigenen Phantasien und in den eigenen peinlichen Momenten. Ja, klar, wenn es um eine Therapie geht, dann lässt man schon mal was von seinen schmutzigen Phantasien durchblicken, triefend vor Schuldbewusstsein, Hilfe zur Besserung suchend und regelmäßig nur Bruchteile der Wahrheit, die zugleich um Fiktionen ergänzt wird, herauslassend.
Getreu dem Motto, wer keine Sünde auf sich geladen hat, werfe den ersten Stein, wer noch nie seinen Partner (im Geiste oder realiter) betrogen hat, noch nie seinem Feind den Teufel und den Tod gewünscht hat, wer noch nie geflucht hat, wer noch nie von einem Dreier geträumt hat, wer noch nie seinen Vorteil gesucht hat, selbst wenn er einem anderen dafür schaden musste, wen noch nie wilde sexuelle Phantasien überkommen haben, ist ein armer Wicht, denn er kennt Dich nicht. Mein St. Pauli Nachts um halb 1 Uhr. Wer seine sexuellen Bedürfnisse und Träume sublimiert, über dessen moralische Qualitäten reden wir gar nicht erst.

Aber Phantasien und peinliche Prahlereien sind etwas anderes als Betrug, Ehebruch, Prostitution, das Schwängern junger Mädchen mit anschließender Leugnung der Vaterschaft und vieles mehr. All dies sind unterschiedliche Erscheinungsformen sexuell motivierter Betätigungen, die weithin geduldet werden, die aber weit über bloße Prahlereien hinausgehen.

Stars und ihre Groupies

Gelegenheit macht Diebe, das ist wohl so. Menschen, denen andere Menschen in irgendeiner Form sexualisiert entgegenkommen, halten sich gern für die Größten. Stars sind Menschen, die regelmäßig von anderen Menschen, nicht von allen, ziemlich freizügig umringt werden. Der Starprofessor wird vielleicht eher von einer bescheidenen Zahl von Assistentinnen angehimmelt und geht, wie einst Theodor Adorno, der Held der politischen Korrektheit, das eine oder andere Verhältnis mit jungen Studentinnen ein. Rockstars werden ganz direkt und sehr eindeutig von Groupies umringt, die sich regelmäßig für die Nächte anbieten. Vielleicht führten Ausnahmetalente wie Mick Jagger ein enthaltsames Leben, aber gewiss nicht alle waren so willensstark.

Auch Hollywoodstars, mein lieber Robert de Niro, sind Groupiestars und haben regelmäßig die Wahl, welche sie sich aussuchen. Und selbst linksradikale terroristische Stars, wie einst Bommi Baumann, gaben unter Beifall des gesamten linken korrekten Lagers, bei vielen Neid erweckend, Einblicke in ihr Sexualleben und prahlten über ihre Maschen und ihre Tricks, sich selbst anbietende Mädchen abzuschöpfen. Wie sie mit ihren langen Haaren und ihrer linken Hippiemasche die Mädels reihenweise dazu brachten, sich bei ihnen ins Bett zu legen. Prahlereien über Prahlereien. Und eine sexuelle Welt, die in der Realität, anders als im öffentlich gesprochenen Wort glücklicherweise nichts mit Gender zu tun hat.

Auch Psycho-Gurus, kann man den Eindruck gewinnen, haben ihren Beruf regelmäßig unter anderem auch ganz unaltruistisch wegen der vielen Damen ergriffen, die sich ihnen anbieten.

Und man muss nicht nach St. Tropez reisen oder in den einstigen Billionärsclub auf Sardinien, es reicht eine Reise in den Dauerbrenner Kampen auf Sylt, um zu sehen wie der Maybach oder der Ferrari plötzlich magnetische Kräfte auf die eine oder andere Frau ausüben. Und wenn eine „Prominenz“ an den Strand geht und zu einer kleinen Festlichkeit einlädt, dann ist eine noch ziemlich wenig internationale deutsche Gesellschaft angesexelt und außer Rand und Band. Und am besten kommen zum Beispiel die Männer an, die am offensten darüber reden.

Nur der Bösewicht aus Amerika, der aktiviert auf eine geradezu widerwärtige Art den Spießer und den Moralinen, der sich über die sexistischen und albernen, jetzt zum Weltthema gewordenen privaten Worte eines gewissen Trump inbrünstig entrüstet. In Köln und an all den anderen Orten, ging (und geht) es um Taten, nicht um Worte. Taten sind strafbar, Phantasien und Prahlereien sind, wenn nichts Weiteres hinzutritt, zu Recht straffrei. Bigotterie und biedermeierische Konventionen haben mit Moral nicht das Mindeste zu tun

Arnold Schwarzenegger, der sich jetzt über Trumps peinliche Prahlereien erhebt, hat selber, wenn man den Klagen manch einer weiblichen Journalistenkollegin glauben darf, seine Hände nicht immer im Griff gehabt. Und das wurde oft gar nicht so ungern gesehen, weil es ja schließlich Arnie war. Mag sein, dass auch dem stärksten Mann der Welt irgendwann die Kräfte schwinden und er dann zur „Moral“ als letztem Anker greift. Prüderie fällt unguten Geistern immer dann ein, wenn sie sexmäßig aus welchem Grund auch immer nicht mithalten können oder glaube, nicht mithalten zu können.

Trump hat sich wie ein Volltrottel auf einem Video aufnehmen lassen. Mike Tyson wäre niemals Mike Tyson geworden, wenn er nicht außer Boxweltmeister zu sein, auch noch geprahlt hätte, dass er 24 Mal am Tag könnte. Dafür haben ihn die Leute geliebt, diesen schrecklichen Tyson, der ihnen Angst machte. Bill Clinton konnte seine Finger nicht von Monika Lewinsky lassen, die sich ihm an den Hals warf. Wohl dem Land, dem ein Mensch als Präsident vorsteht und kein asexueller Roboter. Trump politisch mit allen Mitteln zu attackieren und auf den Prüfstand zu stellen, das ist das normale demokratische Spiel. Aber die oberpeinlichen Entrüster und Moralapostel, die sich jetzt in der Weltpresse die Bälle gegenseitig zuwerfen, sind in Sachen Moral das allerletzte.

Die katholische Kirche hat für solche Verfehlungen, wie Trump sie jetzt zu vertreten hat, die Beichte erfunden. Und im Karneval ist weltweit sehr viel mehr, und das jedes Jahr aufs Neue, erlaubt.

Trump wird nach jetzigem Stand wahrscheinlich ein gutes Ergebnis einfahren, aber die Wahl nicht gewinnen. Dann wird er Geschichte sein. Aber die jetzt sichtbar gewordene hasszerfressene Hetze gegen den guten Mann wegen „sexistischer“ Äußerungen, die vor allem bekunden, dass er Lust auf Frauen hat und davon träumt sie sonstwo anzufassen, zeigt gesellschaftliche Verwerfungen, die Bedeutung über den Tag hinaus haben.

Die abgrundtiefe Verlogenheit, die hier sichtbar wird, zeigt, wie verderbt der politisch korrekte Mainstream ist. Diese Verlogenheit und auch dieser hemmungslose Hass sind eins der größten Probleme der Zeit.

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