Das neue Jahr beginnt mit einem geopolitischen Donnerschlag. Mit der Verhaftung von Venezuelas Diktator Nicolás Maduro positionieren sich die USA als entscheidender Spieler auf dem globalen Energiemarkt. Dieser Zug hat weitreichende Konsequenzen für das Machtgefüge.
IMAGO
Blicken wir durch den dichten Nebel der Krokodilstränen der Linken nach der Verhaftung des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro, können wir schließen: Die USA haben mit ihrer Intervention in Venezuela eine wichtige Figur im geopolitischen Kräfteringen vom Schachbrett genommen (TE berichtete).
Dieser Schritt markiert einen Wendepunkt in einem Konflikt, der längst über regionale Grenzen hinausweist und die tektonischen Spannungen der internationalen Ordnung offenlegt.
Die Zäsur von Caracas
Über Nicolás Maduro ist im Grunde genommen alles gesagt. Ein kommunistischer Diktator, ein Individuum, das seine Politik mit den Mitteln systematischer Unterdrückung der Menschenrechte betrieb – im Namen und im Interesse seiner Verbündeten. Sei es der Energiehunger Chinas oder als Ressourcen-Drehkreuz Südamerikas, das über Jahre hinweg vor allem im Auftrag Pekings operierte.
Seit Mitte der 2000er Jahren besteht zudem eine militärische Kooperation zwischen dem iranischen Mullah-Regime und Venezuela, wobei Iran vor allem die Mohajer-Serie-Drohnen lieferte, die später in Venezuela als ANSU-Serie weitergeführt wurden. Diese Drohnen wurden dort montiert, gewartet und teilweise bewaffnet, wodurch das Regime in Caracas militärisch unterstützt wurde. Es bestanden vertiefende Beziehungen zu Russland, China und eben dem Iran, die nun Geschichte sind.
Entsprechend scharf fiel das Säbelrasseln Chinas und Russlands auf den militärischen Schlag der USA in den Medien aus.
Europa hingegen zeigte sich einmal mehr unsicher, zögerlich, gespalten in seiner Bewertung der Militärintervention. Doch die Nacht vom 2. auf den 3. Januar markiert eine Wende. Es war ein Wirkungstreffer – nicht nur gegen Caracas, sondern gegen alle Gegner der neuen amerikanischen Leitlinie.
Diese Leitlinie entspricht im Kern der Wiederbelebung der Monroe-Doktrin. Präsident Trump machte dies unmissverständlich klar, als er auf einer Pressekonferenz erklärte, nun müsse jedermann verstehen, dass der Einfluss fremder Mächte im Vorhof der Vereinigten Staaten hier endet.
In Kolumbien, Peru und Kuba, so der unüberhörbare Subtext, sollten entsprechende Akteure beginnen, ihre Koffer zu packen.
Die Zeit des fröhlichen Geschäfts mit der Finanzierung klandestiner Geheimdienstaktivitäten mit Drogengeld und des Handels mit China in offener Feindschaft zu den USA endet mit dieser US-Regierung. Und eines darf dabei nicht vergessen werden: Die Spuren der Drogengelder führen regelmäßig nach Europa.
Wir können an dieser Stelle nur spekulieren, doch es ist nicht unwahrscheinlich, dass Geheimdienstaktivitäten der Five Eyes bis hin zur Finanzierung linksradikaler Strukturen und Mobs in den USA, von Black Lives Matter bis zu den No-Kings-Demonstrationen, zumindest teilweise aus diesen Geldströmen gespeist wurden. Dass die Verbindung zwischen Geheimdiensten und Drogengeldern keine reine Spekulation ist, dürfte denen klar sein, die sich näher mit der Iran-Contra-Affäre, dem CIA und der Finanzierung von Contra-Rebellen in Nicaragua in den 80er Jahren auseinandergesetzt haben.
Und die tiefe Verflechtung des Maduro-Regimes mit Aktivitäten des Drogenrings „Cartel de los Soles“, in den auch hochrangige venezolanische Militärs und andere Regierungsmitglieder involviert sind, bestreitet niemand.
Die USA befinden sich mitten im Abwehrkampf gegen eine, nennen wir sie, Color Revolution, gegen die sich die neue Administration durch Maßnahmen wie die Zerstörung des NGO-Komplexes rund um USAID massiv zur Wehr setzt.
Der nächste geopolitische Zug der USA
Mit der Rückkehr US-amerikanischer Förderkonzerne wie Chevron, ExxonMobil, oder ConocoPhilips in die von früheren venezolanischen Regierungen annullierten Förderverträge eröffnet sich für die Vereinigten Staaten auf dem geopolitischen Schachbrett ein neuer, entscheidender Spielraum.
Venezuela verfügt über gewaltige Ölreserven von über 300 Milliarden Barrel – schwer zu fördern, schwer zu raffinieren, aber strategisch von enormem Wert. Mit dem erneuten Eintritt US-amerikanischer Konzerne in die Förderung gewinnen die USA künftig faktisch Einfluss auf den Abfluss dieses Rohöls. Damit rückt insbesondere der Export nach China unter US-Kontrolle.
China war zeitweise der wichtigste Abnehmer venezolanischen Öls. Für Washington bedeutet dies nun ein zusätzliches Druckmittel: Zum einen lässt sich so möglicherweise die Subventionsmaschine des chinesischen Exportsektors weiter drosseln, um der eigenen Industrie Luft verschaffen. Zum anderen entsteht ein weiterer Hebel, um Peking in den laufenden Auseinandersetzungen – etwa um Mikrochips und seltene Erden – zu Zugeständnissen zu bewegen.
Parallel dazu können die Raffinerien an der US-Golfküste, die speziell auf die Verarbeitung schweren Rohöls aus Venezuela und Kanada ausgelegt sind, künftig wieder aus dem Süden beliefert werden. Damit ist ein weiterer geopolitischer Akteur partiell zum Rückzug gezwungen, der den USA feindlich gegenübersteht.
Kanada, das sich zuletzt offen an die Seite der EU-Kommission gestellt hat – bei der Sanktionierung US-amerikanischer Digitalkonzerne, in Fragen der Zensurpolitik und das im Ukraine-Krieg zunehmend auch gegen die Interessen der USA operiert –, wird gezwungen sein, neue Abnehmer für sein eigenes schweres Rohöl zu suchen.
Für die Regierung von Mark Carney, dem ehemaligen Gouverneur der Bank of England, dürfte dies problematisch werden. Sein globalistisch geprägtes ideologisches Projekt, eine direkte Erbschaft seines Vorgängers Justin Trudeau, verliert damit weiter an wirtschaftlicher und politischer Durchschlagskraft.
Nicht zu vergessen: An ihrer Nordgrenze sind die USA ohne Frage mit einem ideologischen Gegenspieler konfrontiert. Mit der Neuordnung der Energieflüsse wird diesem Akteur nun Schritt für Schritt das Geschäft erschwert.
Europa am Scheideweg
Das neue Jahr begann also mit einem Knall, und uns stehen entscheidende Wochen und Monate bevor, in denen die einzelnen Spieler auf diesem Feld der Macht zu Zügen gezwungen sind. Während die USA mit einem einzigen Schritt gleich mehrere Figuren vom Feld genommen beziehungsweise neutralisiert haben, stellt sich die Sachlage in Europa anders dar.
Hier versucht die Allianz aus Brüssel, London, Berlin und Paris nach wie vor, ihre Ressourcenprobleme über eine Eskalation des Ukraine-Konflikts zu lösen. Über allem schwebt weiterhin die, stellvertretend für die Allianz von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas geäußerte Hoffnung, über einen militärischen Erfolg den russischen Staat zu schwächen – und, so lässt sich folgern, Einfluss auf die Verfügungsgewalt über den gigantischen Ressourcenkomplex zu erlangen.
Zur Erinnerung: Europa besitzt keine nennenswerten Rohstoffvorkommen, ist mit einem Anteil von rund 60 Prozent Netto-Energieimporteur und steht nun angesichts der Tatsache, dass die großen Spieler – USA und China – Schritt für Schritt ihre Züge vornehmen und ihre machtvollen Hebel über den Ressourcenkomplex ausspielen, weitgehend nackt da.
Es wäre an der Zeit, sich zu entscheiden. Entweder folgt man weiter dem Pfad der klimasozialistischen Destruktion und damit in den sicheren Kollaps der Europäischen Union, oder man akzeptiert die strategische Führungskraft der USA, folgt dem Regelwerk Washingtons – das im Wesentlichen einen Rückbau des Zensurapparates und des klimasozialistischen Kontrollkomplexes implizierte – und kehrt zurück zu einem Europa der Regionen: einem vielversprechenden Konzept, das auf den Wettbewerbsprinzipien freier Märkte und der Bewahrung regionaler kultureller Traditionen aufbaut.


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Die versammelte Dritte Welt ist extrem empört. Nicht weil dort Respekt für internationales Recht hoch im Kurs steht sondern weil Amerika tut was Drittweltisten gern selbst täten.
Die EUdSSR mit Kalkas und v d L und ihren Henkershelfern in Berlin, Madrid, Paris werden den Karren weiter gegen die Wand fahren, denn sie wollen ihre Verantwortung nie anerkennen.
Im Frühjahr 2018 betrug die Ölförderung in Venezuela um 1,5 Mio. Fass pro Tag, rund die Hälfte der Förderung des Jahres 2005; ein weiterer Rückgang wurde erwartet und würde eine Ölförderrate auf dem Niveau der späten 1940er-Jahre bedeuten.[7] Im März 2019 lag die Förderung unter einer Million Fass pro Tag, während durch Stromausfälle und Pannen bei der für den Transport nötigen Aufbereitung des zähflüssigen venezolanischen Öls Exporte im Monat April gänzlich unwahrscheinlich wurden.
Welche Qualität hat venezolanisches Öl?
Laut Rapier bestehen Venezuelas Ölreserven größtenteils aus „extra-schwerem Rohöl“, dessen Förderung unter bestimmten Marktbedingungen „unwirtschaftlich sein könnte“.
Vielleicht fällt dem Autor aber auch der Widerspruch auf: Wenn es stimmt (ich meine, das tut es) dass Europa, nach der weitgehenden Abräumung der Kohle und Erschöpfung der Öl- und Gasfelder unter der Nordsee, über keine nennenswerten fossilen Energieressourcen mehr verfügt, dann wäre der logische Schluss aber genau der nicht, die Abhängigkeit weiter zu verfolgen oder gar auszubauen. Die übliche Volte hier ist, sich Zugriff auf fossile Energieträger durch Vasallentum gegenüber einem hegemonialen Monopolisten zu sichern, dabei ist es in der Wirkung einerlei, ob es sich dabei um Russland oder Amerika handelt. Die Abhängigkeit und der Souveränitätsverlust sind gleichermaßen. … Mehr
Bravo, die erste realpolitisch nüchterne Analyse in einem deutschen Medium! Was die weitere Entwicklung betrifft muss man auch sehen, dass Venezuela, nicht das Maduro-Regime, den genannten amerikanischen Energieriesen zig Milliarden Dollar schuldet, insgesamt Summen, welche das auch anderweitig hochgradig verschuldete, sozialistisch heruntergewirtschaftete und faktisch bankrotte Land kaum je wird aufbringen können. Daran würde auch die Einsetzung einer Regierung der „demokratischen Opposition“, von welcher die Brüsseler Junta derzeit fantasiert, wenig ändern. Das einstmals reiche Venezuela ist als Klient der chinesischen KP zum failed state heruntergekommen und früher oder später wird allein eine Inkorporation in die USA, etwa als US Territory, zu… Mehr
Mit der derzeitigen Machtelite wird es kein Zurück geben. Die gehen geschlossen ihrem Untergang entgegen
Die Dummerchen erzählen mal wieder die Dummenmärchen die man ihnen erzählt. Heute Venezuela, morgen Grönland, dann noch die Ukraine und dann die ganze Welt. Der mit Nasenbärtchen wäre stolz auf Trump. Es geht ganz offensichtlich nur um skrupelosesten amerikanischen Imperialismus – wie die Forderung nach Aneignung von Grönland belegt. Bisher war aber die Venezuela Aktion ein Reinfall, ein Flopp, der die gewünschte Wirkung nicht gebracht hat. Es geht auch ohne Maduro, ohne die USA weiter. Wie dumm muss man sein sich solche US Verblödungslügen zu eigen zu machen? Es sind aber die gleichen die auch auf Putins Verblödungslügen reinfallen. Was… Mehr
Es ist immer wieder erheiternd zu sehen, wie die Reichsbürger-Armee-Fraktion der AfD im Grundsätzlichen stets mit den grünsten Grünen, den rotesten Sozen und chrislamischsten Schwarzen auf einer Linie tanzt. Ganz besonders wenn es um für das Wohl und Wehe Deutschlands superzentrale Fragen geht, allen voran solchen des Pekinger Völkersonderrechtes auf Souveränität und Unantastbarkeit von der Kommunistischen Partei Chinas eingesetzter Gangsterregimes in rohstoffreichen Ländern.
Es scheint mir nicht angemessen die MAGA-Illuminati und Trump-Verehrer als “ dumm “ zu bezeichnen. Sie sind es nicht. Sie denken nur anders. Staatsphilosophisch sind sie, mehr oder weniger bewußt oder unbewußt, Anhänger der autoritären Staatstheorie, die ganz früher einmal die Herrschaft von Gottes Gnaden war, und im 20. Jhdt. von Mussolini in Italien, Hitler in Deutschland, and dann auch anderswo aus dem Chaos nach den Zusammenbrüchen nach dem 1. Weltkrieg einen Weg zu Ordnung aber gegen die Demokratie gesucht und teilweise, mit bekannt katastrophalen Ergebnissen, eben auch gefunden haben. Auf akademischer Seite gab es dann Carl Schmitt und Leo… Mehr
Trump hat zugeschlagen. Er bricht dabei nationales Recht (der Kongress befindet über Krieg, nicht der Präsident) wie internationales Recht. Daraus folgt: Die Trump-Regierung hat Hand in Hand mit dem Pentagon den Boden jeder Legalität verlassen. Machtverlust kann für die Protagonisten der Trump-Regierug leicht im Gefängnis enden. Dadurch ist die USA in diesem Moment eine Militärdiktatur. Es gilt nur noch und ausschliesslich das Recht des Stärkeren. Europas Zerstörung ist in mehrerlei Hinsicht im Interesse der USA: Die „neue Seidenstrasse“ der Chinesen wird dadurch neutralisiert, den Chinesen Wachstumsmöglichkeiten genommen, die sie brauchen, um aus ihrer Immobilienblase herauszuwachsen, und Russland steht vor der… Mehr
Noch ein alternativgrüner Völkerrechtsexperte der hier die altbekannten, aus dem Stürmer kopierten Nazifantasien über die bösen Angloamerikaner (die, Geheimnis der Geheimnisse, wiederum von den „Weisen von Zion“ beherrscht werden) dampfnachplaudert. Angereichert mit tieffliegendem Insiderwissen aus der Strategieabteilung der KPC. Solange bei den Alternativdeutschen solcher Unsinn in den Köpfen herumgeistert wird sich hierzulande leider nichts ändern, ausser dass es noch weiter und rasanter bergab geht.
Russland ist Europa, schon gemerkt? Es ist im Interesse Europas insgesamt, das auch den Russen klarzumachen. Nicht ganz vergessen: Deutsche sind wichtigste ethnische Gruppe in USA – Zahl wächst – WELT. Anti-Amerikanismus ist schiere Dummheit. Win-win, denn: Es gibt keine gute Zukunft für Europa ohne Russland. Und umgekehrt.
Durchaus auch als gesundes Gegengewicht zu den USA – nicht in Gegnerschaft, sondern in Kooperation.
Sagte ich das eventuell schon? Sorry. Immer wieder gerne.
!00% Zustimmung zu ihrer Darlegung der Fakten.
Die Fakten sind auf ihrer Seite.
Machen sie sich nichts draus, aus den Pöbelkommentaren gegen sie.
Weil die keine Argumente haben starten sie Angriffe auf ihre Person.
Was wird Europa tun? Weitermachen wie bisher, denn korrupte Eliten gehen nie freiwillig, erst nach Zusammenbruch kann eine externe Kraft diese austauschen, wieder einmal, oder?
Europa schweigt, weil es ohnehin nichts zu sagen hat! Und Außenkanzler Merz spielt die Marionette auf der politischen Weltbühne, die ihn nur als kleinen Nebendarsteller braucht!