Rekordansturm illegaler Einwanderer an US-Grenze

Biden kündigte gleich zu Beginn seiner Amtszeit etliche Maßnahmen der Trump-Administration zur Grenzsicherheit auf. Die neuen Migrantenströme bringen den Präsidenten in ein Dilemma.

IMAGO / ZUMA Press

US-Präsident Biden ist gerade zwei Monate im Amt und schon jetzt ist der Ansturm illegaler Einwanderer an der US-Südgrenze völlig außer Kontrolle geraten. Während unter der Präsidentschaft seines Vorgängers historisch niedrige Zahlen neuer illegaler Einwanderer zu vermelden waren, hat sich der Trend jetzt völlig umgekehrt.

„Wir sind auf dem besten Weg, mehr Personen an der südwestlichen Grenze anzutreffen als in den letzten 20 Jahren“, erklärte Bidens Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas kürzlich zur neuen Migrationskrise an der Grenze zu Mexiko. Mehr als 100.000 illegale Einwanderer wurden alleine im Februar von amerikanischen Grenzschützern aufgegriffen.

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Bidens Regierung hat bisher nämlich schon bedeutende Änderungen der Migrationspolitik eingeleitet. Seine Regierung beendete die “Remain-in-Mexico”-Politik von Trump, nach der Asylbewerber einen Asylantrag von Mexiko aus stellen mussten – so wurde verhindert, dass abgelehnte Asylbewerber illegal in den USA blieben. Ebenso wurden Abkommen, mit denen die Trump-Administration zentralamerikanische Durchreiseländer als “sichere Drittländer” anerkannte, von der Biden-Administration aufgekündigt. Zusätzlich schaffte man Ausnahmen für minderjährige Migranten. All das gipfelt jetzt in einer humanitären Krise, mit tausenden unbegleiteten minderjährigen illegalen Einwanderern, für die die US-Regierung kaum Unterkünfte hat.

Bemerkenswerterweise wurde Trump von Demokraten noch vor zwei Jahren genau für solch unhygienischen Zustände aufs Schärfste attackiert. Damals war die Rede von “Kindern in Käfigen”, auch wenn entsprechende Einrichtungen teilweise schon unter Obama geöffnet wurden. Anhänger des radikalen Flügels der Demokraten sprachen gar von “Konzentrationslagern”. Jetzt, wo die Biden-Regierung mit ähnlichen Problemen konfrontiert ist, klingt die Rhetorik freilich ganz anders. Die Rede ist jetzt von “Überlaufeinrichtungen”, die die jugendlichen Migranten unterbringen.

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Ein vor drei Wochen eingerichtetes “Migrant Processing Center” in Texas ist etwa jetzt schon heillos überfüllt mit einer Auslastung von 729% (!). Und all das während Corona. Nicht nur humanitär ist der Ansturm eine Belastung. Der Fraktionschef der Republikaner im Repräsentantenhaus, Minderheitsführer Kevin McCarthy, der die Biden-Regierung scharf kritisiert, wies außerdem auf die Risiken für die Nationale Sicherheit durch möglicherweise einreisende Terroristen hin. Und tatsächlich wurden wohl vier Personen an der Grenze aufgegriffen, die auf der FBI-Terror-Liste geführt werden. Drei aus dem Jemen, einer aus Serbien, das bestätigte die Grenzschutzbehörde CBP.

“Diese Krise wird durch die Politik der neuen Regierung verursacht”, lautet McCarthys Fazit nach seinem Grenzbesuch in El Paso, Texas. Die Krise im Süden könnte auch innenpolitisch immer mehr zum Problem für Biden werden. In weniger als zwei Jahren stehen die nächsten Kongresswahlen an und die republikanische Opposition ist in beiden Kongresskammern nur wenige Sitze von der Mehrheit entfernt. Ungelöst wird die Migrationsproblematik so schnell nicht von der Bühne der US-Politik verschwinden. Biden wird mit den Konsequenzen der eigenen Politik konfrontiert werden, die deutlich radikaler ist, als seine überparteiliche Rhetorik es wohl erscheinen lassen möchte.

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Kommentare ( 31 )

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giesemann
3 Jahre her

Aber wenn sie doch ihre menschlichen Überschüsse los werden wollen … . Mit dem schlagenden Argument: Wir sind arm und wir haben viele Kinder – mach was, du reiches, weißes, altes … . Du toxisches.

country boy
3 Jahre her

Früher haben sich auch noch Journalisten bei ARD und ZDF für die kleinen Leute eingesetzt. Heute setzen sie sich für deren Abschaffung ein.

Anna Log
3 Jahre her

Und das Traurige daran ist, sie merken es nichtmal.

country boy
3 Jahre her

Trump hatte sich ja eindeutig gegen Einwanderung ausgesprochen und das den Migranten auch so signalisiert. Dafür wurde er dann von den Demokraten und den mit ihnen verfilzten Medien massiv kritisiert. Diese einwandererfreundliche Haltung der Dems hat sich auch in Lateinamerika herumgesprochen. Der Wahlsieg Bidens muss demnach auf die aktuellen Einwanderer wie ein Startsignal gewirkt haben. Sie machten sich also quasi auf Einladung der Demokraten und ihres großen Meisters Joe Biden auf den Weg. Wenn er sie jetzt plötzlich nicht hereinlassen würde, wäre das ziemlich schäbig.

Deutscher
3 Jahre her

Die Amerikaner bekommen Menschen geschenkt 🙂

imapact
3 Jahre her
Antworten an  Deutscher

Diese „Geschenke“ kommen die Amerikaner allerdings nicht so teuer zu stehen wie die Deutschen. Die müssen sich schon zur Decke strecken.

Deutscher
3 Jahre her
Antworten an  imapact

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Onan der Barbar
3 Jahre her

Egal wie zynisch das Kalkül sein mag – was erwarten die Dems eigentlich von dieser forcierten Zuwanderung? Der Niedriglohnsektor in den USA ist schon komplett übersättigt; noch mehr Zuwanderung von Unqualifizierten senkt die Löhne nicht noch weiter, sondern steigert direkt die Kriminalität: Wenn zwei Leute um eine Stelle am Existenzminimum konkurrieren, gibt es eben keine weitere Lohnsekung, sondern einen Mindestlöhner und einen, der entweder verhungert oder stiehlt… oder alle beide tun es.

giesemann
3 Jahre her
Antworten an  Onan der Barbar

Paar Mindestlöhner totschlagen? Bev.-dichte in den USA: 33 Einwohner pro km²; DE: 230/km². Bangladesh: 1200/km², NRW 530. Malta: 1400/km². Verstehe gar nicht, warum die Amis jammern.

Deutscher
3 Jahre her
Antworten an  Onan der Barbar

Genau das ist der Punkt, wo „linkes“ und „rechtes“ Denken zu gesundem Menschenverstand verschmelzen.

imapact
3 Jahre her

Biden war ja vom ersten Tag an unermüdlich dabei, irgendwelche Dekrete zu unterschreiben. Was ihm halt so vorgelegt wurde; angesichts seiner angeschlagenen Verfassung vielleicht nicht weiter verwunderlich.
Sollte ihm und seinem Umfeld wirklich nicht klar sein, daß wir im Zeitalter der face-book-Parties leben, sich also Nachrichten viral verbreiten, mit entsprechenden Folgen, die man in Deutschland im Jahre 2015 ff bestens besichtigen konnte.
Aber natürlich werden die Medien da weit zurückhaltender in ihrer Darstellung als beim Gott-sei-bei-uns-Trump, auch wenn Biden nun erst recht „unschöne Bilder“ produziert.

Luke
3 Jahre her

„Nein!“ – „Doch!“ – „Oooh!“
(Louis de Funès)

Bahl Renate
3 Jahre her

Wenn ich ehrlich bin empfinde ich so etwas wie Schadenfreude. Man kann ja zu Trump stehen wie man will, aber er hat viele gute Entscheidungen zum Wohle der USA getroffen. Und Grenzsicherung um illegalen Zutritt zu verhindern ist doch wohl eine Selbstverständlichkeit, sollte es zumindest sein. Und „merkwürdigerweise“ huellen sich unsere MSM und das Staatsfernsehen in Schweigen. Was gab es tagein tagaus Trumpbashing auch zu diesem Thema. Nun scheint das nicht erwähnenswert.

Jens Frisch
3 Jahre her

Die libertäre Ayn Rand hat es ihnen schon prophezeit:
“We can ignore reality, but we cannot ignore the consequences of ignoring reality.”