Mit größeren Beschädigungen ist die USS Gerald R. Ford nun vor der bekannten Küstenstadt Split in Kroatien zu sehen. Die US Marine lässt das größte Kriegsschiff der Welt in der Adria reparieren.
Screenshot X / The National Independent
Der weltweit größte Flugzeugträger, die USS Gerald R. Ford, hat nach einem Zwischenfall im Einsatzgebiet in Nahost den Hafen der kroatischen Stadt Split angelaufen – die Kroaten und viele Touristen fotografieren bereits eifrig den US-Flugzeugträger. Das 13,3 Milliarden Euro teure Kriegsschiff der US-Marine soll nun in der Adria repariert werden.
Nach Angaben des Pentagon war am 12. März an Bord ein Feuer im Bereich der Bordwäscherei ausgebrochen. Ein Zusammenhang mit Kampfhandlungen oder äußeren Einwirkungen wurde ausdrücklich ausgeschlossen. Die Brandursache wird von den US-Militärs als technisch bedingt eingestuft.
Schäden und Auswirkungen an Bord
Durch das Feuer wurden mehrere Bereiche des Schiffes in Mitleidenschaft gezogen. Besonders betroffen waren Unterbringungssektionen: 600 Seeleute verloren vorübergehend ihre Schlafquartiere. Zudem mussten zwei Besatzungsmitglieder medizinisch behandelt werden, ihre Verletzungen galten jedoch als nicht lebensbedrohlich.
Strukturelle Schäden am Schiff selbst blieben nach bisherigen Angaben begrenzt. Wichtige Systeme – darunter Antrieb, Flugdeckbetrieb und Gefechtsführung – wurden nicht beeinträchtigt. Das United States Central Command (CENTCOM) bestätigte, dass der Flugzeugträger trotz des Vorfalls weiterhin einsatzfähig blieb.
Die nun in Split durchgeführten Arbeiten konzentrieren sich vor allem auf die Wiederherstellung der beschädigten Unterkunftsbereiche, sowie die Reinigung und Reparatur der betroffenen Wäscherei-Sektion. Dazu kommen weitere Sicherheitsüberprüfungen zur Vermeidung weiterer Zwischenfälle.
Vor dem Einlaufen in Split hatte die USS Gerald R. Ford bereits einen Halt nahe Kreta eingelegt. Der Aufenthalt in Kroatien dient nun gezielt der technischen Nachbereitung des Brandes.
Das größte Kriegsschiff der Welt
Mit einer Länge von 333 Metern gilt die USS Gerald R. Ford als das größte Kriegsschiff der Welt und erreicht bei voller Beladung eine Verdrängung von etwa 100.000 Tonnen. Die Flugdeckbreite beträgt 256 Fuß (78 Meter), der Tiefgang 39 Fuß (12 Meter). Zwei hochmoderne A1B-Kernreaktoren und vier Schiffssschrauben treiben den Flugzeugträger auf eine Geschwindigkeit von über 30 Knoten (56 km/h) an. Die Reaktoren liefern dreimal so viel Energie wie die Reaktoren der Vorgänger-Nimitz-Klasse und ermöglichen einen autonomen Betrieb von bis zu 25 Jahren.
Revolutionär sind die neuen Startsysteme: Statt Dampfkatapulte kommt das EMALS (Electromagnetic Aircraft Launch System) zum Einsatz – elektromagnetische Katapulte, die Flugzeuge sanfter und präziser beschleunigen. Das Advanced Arresting Gear (AAG) fängt landende Maschinen effizienter ab. Hinzu kommen elf hochautomatisierte Advanced Weapons Elevators, die Waffen schneller und sicherer an Deck bringen. Das Ergebnis: Die Ford kann theoretisch bis zu 160 Einsätze pro Tag starten – deutlich mehr als ältere Träger.
Die Besatzung ist mit 2.700 Seeleuten (Schiffspersonal) deutlich schlanker als bei Nimitz-Trägern. Mit dem kompletten Carrier Air Wing an Bord wächst die „schwimmende Stadt“ auf etwa 4.500 Personen. Die Kosten: Die reinen Baukosten für die USS Gerald R. Ford beliefen sich auf 13,3 Milliarden US-Dollar (Stand Abschluss 2018/2019). Hinzu kommen 4,7 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung der gesamten Ford-Klasse. Das Programm gilt damit als eines der teuersten militärischen Projekte der US-Geschichte – teurer als jedes einzelne Nimitz-Schiff (4,5 bis 5 Milliarden). Die hohen Kosten resultierten aus Verzögerungen, technischen Kinderkrankheiten bei EMALS und AAG sowie den völlig neuen Systemen. Die Betriebskosten liegen bei geschätzten 6 bis 8 Millionen Dollar pro Tag.
Die Flugzeuge an Bord: Die Ford ist nicht nur ein Schiff, sondern eine mobile Flugbasis für 75 bis 90 Maschinen. Derzeit ist die Carrier Air Wing 8 (CVW-8) an Bord – eine der schlagkräftigsten Luftgruppen der US-Marine. Typische Zusammensetzung (Stand 2025/2026):
• F/A-18E/F Super Hornet (Mehrzweckkampfflugzeuge) – 44 bis 48 Maschinen aus vier Staffeln (u. a. VFA-31 „Tomcatters“, VFA-37 „Ragin’ Bulls“, VFA-87 „Golden Warriors“, VFA-213 „Black Lions“)
• EA-18G Growler (Elektronische Kampfführung) – 5 bis 6 Maschinen
• E-2D Advanced Hawkeye (Luftüberwachung und Frühwarnung) – 5 bis 6 Maschinen
• MH-60R/S Seahawk (Hubschrauber für U-Boot-Jagd, Transport und Rettung) – 11 bis 12 Maschinen
• Zusätzlich möglich: F-35C Lightning II (Stealth-Kampfjet) sowie künftig unbemannte Drohnen
Die Ford ist damit die erste Trägerklasse, die von Beginn an für den Einsatz der neuesten Generation von Kampfjets und Drohnen konzipiert wurde.
Einsatzstatus
Offizielle Stellen betonen, dass die Mission des Trägers durch den Vorfall „nicht grundlegend gefährdet“ sei. Die laufenden Reparaturen sollen sicherstellen, dass das Schiff ohne Einschränkungen in den regulären Einsatz zurückkehren kann. Im Web kursieren aber auch andere Meldungen: So wird etwa auf X verbreitet, dass die USS Gerald R. Ford von einer iranischen Rakete getroffen worden sei – und der Brand nicht durch eine Unachtsamkeit oder durch einen technischen Defekt in der Bordwäscherei ausgebrochen sei.
Auf X und anderen Plattformen ist die Zahl der Gerüchte und Spekulationen zu allen Aspekten des Golfkrieges endlos, ist der Einordnung wegen hinzuzufügen.

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