„Lügt“ die EU über das ungarische Gesetz gegen LGBT-Werbung für Kinder?

In einem Kommentar für 'The American Conservative' bezeichnet Rod Dreher die Stellungnahme von Ursula von der Leyen in Bezug auf das neue Gesetz Ungarns zum Schutz von Kindern gegenüber einer Werbung für Homosexualität als „Lüge“.

IMAGO / NurPhoto

Der Bestseller-Autor der „Benedikt-Option“ und leitende Redakteur des American Conservative, Rod Dreher, beklagt in einem Beitrag für das US-amerikanische Magazin die „Verleumdung“ des neuen ungarischen Gesetzes, mit dem eine Werbung für Homosexualität und Transgenderismus, die sich an Kinder und Jugendliche richtet, untersagt werden soll.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hatte am 23. Juni, dem Tag des Fußballspiels zur Europameisterschaft Ungarn gegen Deutschland, in einem Statement behauptet, dass das neue Gesetz der Europäischen Union zuwiderlaufe, in der es einem freistehe, „der zu sein, der man sein will“ und in der es einem freistehe, „zu lieben, wen man will“.

Schutz der Kinder

Doch, so kommentiert Dreher diese Aussage: „Das ungarische Gesetz verbietet nicht Homosexualität oder Transgenderismus! Es beschränkt lediglich die Befürwortung von Homosexualität und Transgenderismus gegenüber Kindern und Minderjährigen“. Dies sei etwas ganz anderes als eine Ächtung von Homosexualität und Transgenderismus. Mit ihrer Stellungnahme, so meint Rod Dreher, setze Ursula von der Leyen den Schutz von Kindern vor einer „Drag Queen Story Hour“ [Kinderveranstaltung in öffentlichen Bibliotheken, bei der Transvestiten, sogenannte „Drag Queens“, ihren kleinen Zuhörern zwischen drei und elf Jahren aus Kinderbüchern vorlesen, um – wie es in dem seit 2015 aufgelegten Programm heißt – „die Vorstellungskraft und das Spiel mit der Genderfluidität der Kindheit zu wecken und den Kindern glanzvolle, positive und ungeniert queere Rollenvorbilder zu vermitteln“] „mit einer gesetzlichen Tolerierung homosexueller Liebe von Erwachsenen gleich“. Denn auch wenn Ungarn keine gleichgeschlechtlichen „Ehen“ kenne, gebe es in dem osteuropäischen Land doch gleichgeschlechtliche „eingetragene Partnerschaften“.

Unwahrheit

Daher sei die Verlautbarung der Präsidentin der Europäischen Kommission eine „Verleumdung“. Denn es sei leichter, „die Leute über die ungarische Regierung wütend zu machen, wenn die EU-Kommission sie davon überzeugt, dass das ungarische Gesetz auf die Unterdrückung aller Homosexuellen und Transgender generell als auf eine an Kinder gerichtete Werbung abzielt“. Von der Leyen sage mit ihrem Statement indirekt aus, dass die Verteidigung von Drag Queen-Vorlesestunden für Kindergartenkinder eine Sache „fundamentaler Menschenrechte“ sei, aber nicht das Elternrecht, ihre Kinder vor dieser Art von Werbung für Homosexualität und Transgenderismus zu schützen.

Keine Lobbygruppen in Kindergärten

Dass die Präsidentin der Europäischen Kommission sich dazu entschieden hat, den Konflikt auf diese Weise zu „framen“, – kommentiert Dreher weiter -, sage alles darüber aus, was man wissen müsse, „wie die EU-Bürokratie die traditionelle Familie und religiöse Glaubensüberzeugungen betrachtet“. Ein ungarischer Regierungssprecher habe in einem Gespräch mit der BBC angeboten: „Wir sind bereit, das Gesetz mit denen zu diskutieren, die sich dagegen ausgesprochen haben“. Das Gesetz beschränke sich „auf den Schutz von Kindern. Es besagt, dass die Sexualerziehung für Minderjährige unter 18 angemessen sein muss. Was wir nicht wollen, ist das Eindringen sogenannter LGBTQ+-Lobbygruppen und Interessengruppen, die in die Kindergärten und Schulen gehen, um Kindern zu erklären, warum es eine tolle Idee ist, Hormonbehandlungen und Operationen zu bekommen, um ihr Geschlecht zu ändern, bevor sie 18 sind. Das sind keine vertretbaren Praktiken“.


Dieser Beitrag erschien zuerst in Die Tagespost. Katholische Wochenzeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur. Wir danken dem Verlag für die freundliche Genehmigung zur Übernahme.

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Kommentare ( 110 )

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Bummi
7 Tage her

Wo lügt die EU bitte denn nicht? Etwa beim Klima? Bei der Währung? Beim Thema Asyl? Bei den Beratern von Frau vdL?

Back to the roots
18 Tage her

„„Lügt“ die EU über das ungarische Gesetz gegen LGBT-Werbung für Kinder?“

Gegenfrage:
Wann haben die Repräsentanten des EU-Wasserkopfs zuletzt keine Lügen verbreitet? Ich kann mich nicht mehr erinnern, muß also mindestens vor Jean-Claude gewesen sein. Es gibt schon lange nichts mehr was von der EU kommt und ungeprüft und/oder unkommentiert im Raum stehen gelassen werden kann.

Carlossos
18 Tage her

Das kann ich nur bestätigen, genau so habe ich das wunderschöne Budapest 2018 auch erlebt. Man sieht Polizeistreifen zu Zweit durch die Stadt gehen, obwohl ich dort eine sehr entspannte Atmosphäre genossen habe. Kein Islam weit und breit, da haben die Ungarn nämlich überhaupt keinen Bock mehr drauf. Hier in Hannover lasse ich mir inzwischen hinten Augen wachsen. Und die Präsenz der Polizei in der niedersächsischen Landeshauptstadt? Ab und zu fährt mal ein Streifenwagen vorbei oder eine Reiterstaffel aus den nahe gelegenen Stallungen trabt durch die Straßen.

Boris G
18 Tage her

„Drag Queen-Vorlesestunden für Kindergartenkinder“ – Ähnliches wurde in Deutschland spätestens mit den Aktionen der Kasseler Professorin Elizabeth Tuider Realität. Wir leben in einem spätdekadenten Europa. Zahl der unehelichen Geburten in Deutschland: 33%. Zahl der unehelichen Geburten in Japan 2%.
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/experten-warnen-vor-zu-frueher-aufklaerung-von-kindern-13203307.html

John Beaufort
18 Tage her

Man muss m.E. klar unterscheiden: Einerseits sollte man die e m o t i o n a l e Gleichwertigkeit einer homosexuellen oder transsexuellen Beziehung anerkennen und als Liebesbeziehung respektieren. Andererseits sollte man die g e s e l l s c h a f t l i c h e Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Beziehungen n i c h t anstreben. Denn die heterosexuelle Paarbeziehung ist diejenige Lebensform, die Kinder selbst hervorbringt und dann die eigenen Kinder mit sowohl männlichem als auch weiblichem Rollenvorbild erziehen kann. Sie ist die Keimzelle der Familie. Und damit sollte sie einen gesellschaftlichen… Mehr

Mausi
18 Tage her

Eigentlich müssten Journalisten mal bei der Kommission anfragen, ob Uschi sich als Privatperson oder – wie in der Presse nahegelegt – als Präsident der Kommission geäußert hat oder vielleicht nur als Mitglied einer Partei. Bei einer Äußerung als Präsident wäre es interessant zu erfahren, ob „die Kommission“ den Gesetzestext kennt. Wo die Kommissionsdiskussion über dieses Gesetz zu finden ist, mitsamt Übersetzung in die Amtssprachen (hier deutsch), und wann die Abstimmung erfolgt ist, die Uschi zu einer solchen offiziellen Äußerung ermächtigte.

Es wird dringend Zeit, dass mehr Transparenz bei der Kommission eintritt.

Last edited 18 Tage her by Mausi
olympos
18 Tage her

Die Ungarn wollen keine Verhaeltnisse wie in Deutschland, Frankreich, Schweden, GB. Nur darum steht Ungarn an den Pranger, weil es nicht Arabien werden will. Das Regime aus Berlin sollte sich still verhalten.

Gottfried
18 Tage her

Lieber Victor Orban, es gibt in Deutschland auch viele Menschen, die es gut finden, was sie machen. Ich halte sie genauso für einen Demokraten wie mich selbst. Die Leute, die sie und viele Ungarn als Rechtsextreme diffamieren, haben vergessen, was wir Ungarn verdanken.

H.-J.P.
19 Tage her

Ich bin mir sicher, dass dieses Gesetz herausgegriffen wurde, um endlich einen entscheidenden Schlag gegen V. Orban auszuführen. Gäbe es dieses Gesetz nicht, hätte man etwas anderes gefunden. Der Anlass ist zweitrangig – das Ergebnis zählt. Mich würde einmal interessieren, wer von dieser geifernden und hetzenden Meute das Gesetz gelesen hat. Bei privaten Diskussionen, die ich anlässlich des Ungarnspiel geführt habe, war das Ergebnis eindeutig. Wir haben sehr gute Freunde in Ungarn. Mich betrübt es außerordentlich, wenn das ehemals gefestigte positive Bild über die Deutschen bei ihnen immer mehr bröckelt. Für sie ist diese ganze Kampagne nicht nur gegen Orban,… Mehr

Dominik R
18 Tage her
Antworten an  H.-J.P.

Habe meinen 2.Wohnsitz in Ungarn und schäme mich für ein Land, das schon wieder beweist, dass es den „Rest“ Europas in Haft nehmen möchte. Manche in Ungarn denken, dass der linke deutsche Mainstream die Macht in Brüssel übernimmt, Berlin aber dafür die Macht über den eigenen Haushalt abgetreten hat. Ich denke und fühle wie die Ungarn. Sie würden so oder so bestraft. Ob es Orbán die Beine weghaut, wenn sich die Oppositionsparteien gemeinsam hinter dem Bankrotteur und Wahlbetrüger Ferenc Gyurcsány und seiner Dobrev versammeln, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Mausi
18 Tage her
Antworten an  Dominik R

Ja, die Ungarn werden natürlich auch heftig in Richtung Brüssel beeinflusst. Orban = Diktator.

JamesBond
19 Tage her

Egal um welches Thema es geht, diese EU mit der überbordenden Bürokratie, dem völlig überforderten „Spitzenpersonal“ und dem Pseudoparlament benötigen wir nicht. Das einzig Positive war die Reisefreiheit und mit Corona ist auch die Perdu, also weg mit der EU !

josefine
18 Tage her
Antworten an  JamesBond

Das Parlament ist meiner Meinung nach nicht nur überfordert“, es ist eben kein „Spitzenpersonal“, es sind nur beschränkt fähige Leute, die von ihren Ländern zur EU geschickt werden.
Ein Spitzenpersonal würde anders handeln und verhandeln. Aber hier rächt sich die alte Tour, „abgehalfterte“ Politiker nach Brüssel zu entsorgen.