Fünf Jahre Zwangsarbeit für das Bekenntnis zu Jesus Christus

Ein ägyptischer Religionswissenschaftler und Autor wurde zu fünf Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Immer wieder werden in muslimischen Ländern drakonische Strafen gegen Christen verhängt, weil sie ihren Glauben offen leben.

Screenprint: Coptic Solidarity / Instagram

Feindseligkeit gegenüber Christen bis hin zu tätlichen Angriffen und Mord nimmt in Europa stetig zu, ebenso wie Versuche, Religionsfreiheit und Religionsausübung rechtlich einzuschränken. Doch obwohl geköpfte Krippenfiguren, Brandanschläge oder zur Einschüchterung Andersdenkender vorangetriebene Prozesse ein Skandal sind: Angesichts der Situation in Teilen Asiens und Afrikas scheut man sich, überhaupt einen Vergleich anzustellen.

Was in Europa immer noch einigermaßen selten geschieht, ist anderswo traurige Normalität – und dringt doch nur selten ins Bewusstsein einer breiteren medialen Öffentlichkeit.

Erst am 3. Januar wurde der christliche Wissenschaftler und Autor Dr. Augustinos Samaan im Kairoer Vorort Maadi zu fünf Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt – wegen angeblicher „Blasphemie“. Das berichtet Coptic Solidarity, eine internationale Plattform, die über Menschenrechtsverletzungen gegenüber Kopten informiert. Auch die United States Commission on International Religious Freedom (USCIRF), eine US-Behörde zur Beobachtung der weltweiten Religionsfreiheit, listet Samaan als Opfer der Verletzung von Meinungs- und Glaubensfreiheit.

Der 37-jährige Religionswissenschaftler gehört der koptisch-orthodoxen Kirche an. Die Kopten betrachten sich als indigene Bevölkerung Ägyptens: Vor der arabisch-muslimischen Eroberung war das Land mehrheitlich christlich; der Begriff „Kopte“ leitet sich vom arabischen Wort für „Ägypter“ ab und bezeichnete ursprünglich die einheimische Bevölkerung.

Heute machen Kopten geschätzt zwischen fünf und zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung aus. Ihre Lage ist prekär. Immer wieder werden Kirchen angegriffen, es kommt zu Terroranschlägen. Christliche Mädchen und junge Frauen werden von Muslimen entführt und Zwangskonversion und Zwangsehe unterworfen. Internationale Aufmerksamkeit erregte 2015 die Ermordung von 21 koptischen Christen in Libyen durch IS-Terroristen, die die Tat propagandistisch inszenierten.

Augustinos Samaan war bereits im Oktober 2025 festgenommen und inhaftiert worden. Samaan betrieb einen Social-Media-Kanal, auf dem er christliche Inhalte verbreitete, und auf dem auch Konvertiten zu Wort kamen – wer vom Islam zum Christentum übertritt, gilt Muslimen als Apostat. Der Abfall vom Islam zieht nicht selten Lynchjustiz oder eine Verurteilung gemäß der Scharia nach sich.

Samaan war zunächst wegen „Beitritts zu einer terroristischen Vereinigung” angeklagt. Diese Anklage wurde später fallengelassen, stattdessen musste er sich wegen „Verachtung der Religion” vor Gericht verantworten.

Die Angehörigen und Anwälte Samaans hatten laut Coptic Solidarity am 6. Januar lediglich eine routinemäßige Anhörung zur Verlängerung der Untersuchungshaft erwartet. Stattdessen erfuhren sie von der bereits einige Tage zuvor erfolgten Verurteilung. Bislang wurde der Verteidigung kein Zugang zu den Akten gewährt. Die mit der Verteidigung Samaans betraute Anwaltskanzlei kritisierte dieses Vorgehen scharf, da dies einen klaren Verstoß gegen die Rechtsstaatlichkeit darstelle. Eine Berufungsverhandlung ist für Ende Januar angesetzt.

In der muslimischen Welt ist dies alles andere als ein Einzelfall. Die Menschenrechtsorganisation ADF International berichtet immer wieder von Verfahren, die gegen Konvertiten angestrengt werden, oder auch gegen Christen, die öffentlich oder im privaten Rahmen über ihren Glauben sprechen und denunziert werden. Dies droht auch Muslimen, die konfessionellen Minderheiten angehören oder sich kritisch über ihren Glauben äußern.

Insbesondere durch das Verbreiten christlicher Inhalte im Netz geraten Christen immer wieder ins Visier der Behörden. Ihnen drohen teils drakonische Strafen: So etwa entging die nigerianische Christin und fünffache Mutter Rhoda Jatau Ende Dezember 2024 der Todesstrafe. Sie hatte online ein Video geteilt, in dem der Lynchmord an einer christlichen Studentin kritisiert wurde – und fand sich selbst wegen Blasphemie vor Gericht.

Fälle wie diese zeigen, wie essentiell das Eintreten für Rechtsstaatlichkeit, Menschen- und Freiheitsrechte ist: Religionsfreiheit, die gerade in Westeuropa und im globalen Westen oft als sekundär betrachtet wird, ist ein wichtiger Maßstab, um zu bewerten, wie es um die bürgerlichen Freiheiten und die Freiheit des Individuums bestellt ist. Europa ist von Zuständen wie in Ägypten und vielen Teilen der Welt weit entfernt – aber das ist keine Selbstverständlichkeit.

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Kommentare ( 20 )

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Werner Geiselhart
7 Stunden her

Was wird dem deutschen Michel und Tagesschaugucker täglich eingebläut: Wir haben es hier mit einer Religion des Friedens und der Toleranz zu tun, und wer was anderes behauptet, macht sich des antimuslimischen Rassismus oder der Volksverhetzung für schuldig. Vollkommene Verdrängung der Realität durch offizielle Stellen und die Medien, Ausblenden von Gewalt gegen die christlichen Kirchen auch bei uns, kurz gesagt, totale Unterwerfung unter eine mittelalterliche, aggressive Religion incl. Frauenverachtung, Bestrafung von Homosexualität und absoluter Intoleranz gegenüber anderen Religionen. Das Ganze ist natürlich nur zu erklären mit dem linksgrünen Marsch durch die Institutionen, der Beherrschung aller für die Meinungsbildung maßgeblichen Institutionen… Mehr

Melly
8 Stunden her

und wieder hören sie, dass dröhnende Schweigen der Amtskirchen

Manfred_Hbg
10 Stunden her

Mhh, und was sagt vor allem mit Blick nach Berlin und EU-Brüssel der soo gelobte „Werte-Westen“ hierzu?

Konservativer2
10 Stunden her

Und wieder einmal liest man nur hier davon…

Karl Hammer
11 Stunden her

Vielen Dank Frau Diouf für Ihre wertvolle Berichterstattung.

Man kann nicht genug auf diese Thematik hinweisen. Dass unsere derzeitige Situation gesamtgesellschaftlich (noch) nicht der ägyptischen entspricht, bedeutet nicht, dass gerade viele Frauen unter eben jener im Islam angelegten Mentalität, nicht massiv leiden.
Ich empfehle jedem, der des englischen mächtig ist, sich die Geschichte von
Sabatina James anzuhören:

https://youtu.be/EG_ZsBLyAkw

alex0130
11 Stunden her

Es ist eine Schande wie das einstmals christliche Europa verfolgte Christen in aller Welt im Stich lässt. An vorderster Front die die deutschen Kirchen, die sich Sorgen machen, das christliche Feste die Gefühle von Muslimen verletzen könnten. Und Berlin führt einen Tag gegen „Muslimfeindlichkeit“ ein. Es gibt allen Grund den Islam in Europa abzulehnen.

fatherted
12 Stunden her

Wer in einem islamischen Land „für das Christentum missioniert“ muss sich nicht wundern….sorry. Das sollt aber nun wirklich weltweit bekannt sein. Schon die Einführung einer Bibel als Buch, kann in einigen „islamisch orientierten“ Ländern, Haft ja sogar den Tod bedeuten. Man wähnt sich zurück in die Zeiten von Karl May und seinen Wüstenromanen…der genau diese Verhältnisse und Einstellungen damals schon gelungen darstellte. Es wird über kurz oder lang auch hier so sein wenn eine ausreichende Bevölkerungsmehrheit erreicht ist. Das wird auch ganz offen, in Deutscher Sprache, von den Apologeten dieser Religion auf social media so angekündigt…keiner kann sagen, dass er… Mehr

Deutscher
12 Stunden her

Der Islam attackiert alles, was nicht Islam ist. Gerade hier in Europa.

luxlimbus
12 Stunden her

Die 5. Kolonne dieses Unrechts (aka „Unsereelite“) besetzt in Deutschland und West-Europa alle Schaltstellen. Selbst gewonnene Wahlen, der verbleibenden Opposition, können hieran nichts ändern! Ein Wahrnehmungsfehler, ein alter geistiger Virus, der uns zur Oberflächlichkeit verdammt, bringt uns alle zu Fall.

Zack
13 Stunden her

Ich persönlich brauche keine Religion um an Gott zu glauben! Religion scheint wirklich Opium für das Volk zu sein , denn viele (Religionen) haben mit Gott nur dahingehend zu tun , den jeweiligen Anhängern Regeln und Strafen aufzuerlegen, an die sie sich zu halten haben. Sie zwingen oder wollen Menschen dazu zwingen , andere entweder zu „bekehren“ oder sogar umzubringen, sie bereichern sich an den Gläubigen mit dubiosen Ritualen und nicht selten leben ihre irdischen Oberhäupter in Saus und Braus! Deswegen sind Religionen eine Pest. Für die schon Millionen Menschen sterben mussten! Jeder sollte für sich selber entscheiden ob er… Mehr

Last edited 12 Stunden her by Zack