Tausende demonstrieren beim Marsch fürs Leben in München

Tausende Menschen haben am 18. April in der Münchner Innenstadt für das Lebensrecht demonstriert. Bereits im Vorfeld hatten linke Gruppen gegen die Kundgebung mobilisiert. Über 300 Polizisten sicherten die Veranstaltung gegen die Gegendemonstranten ab. Dennoch gelang es diesen zeitweise, den Marsch zu blockieren.

Marsch fürs Leben / Deger

Am 18. April versammelten sich tausende Lebensrechtler in München zum Marsch fürs Leben. Während die Veranstalter von bis zu 7.000 Teilnehmern sprechen, geht die Polizei von rund 4.500 Demonstranten aus.

Der Verein Stille der Stimmen e.V., der den Münchner Marsch fürs Leben organisiert, sprach von einem „eindrucksvollen und friedlichen Zeichen für den Schutz und die Würde jedes menschlichen Lebens“.

Über 300 Polizeibeamte schützten die Veranstaltung. Dennoch wurden die Kundgebung und der anschließende Marsch von Gegendemonstranten teils massiv gestört und behindert. Zeitweise gelang es den Gegnern der Lebensrechtler, den Marsch zu blockieren. Er konnte erst nach 45 Minuten weitergeführt werden.

Bereits am Vortag hatten mutmaßliche Abtreibungsbefürworter an der Marschroute Schmierschriften auf die Straße geschrieben. Während des Demonstrationszugs wurden Lebensrechtler beleidigt, auch Körperverletzungen wurden zur Anzeige gebracht.

In der Spitze sollen sich laut Polizeiangaben um die 4.000 Menschen zu Gegenprotesten versammelt haben. Feministische und linke Gruppierungen hatten bereits seit Monaten Anhänger mobilisiert und dazu aufgerufen, den Marsch fürs Leben zu stören.

Im Rahmen der Kundgebung warben der Publizist und Aktivist Mathias von Gersdorff und die nigerianische Biomedizinerin Obianuju Ekeocha für eine „Kultur des Lebens“.

Ekeocha erläuterte, dass westliche Staaten Druck auf afrikanische Regierungen ausüben, um Abtreibung zu liberalisieren, während sich zahlreiche afrikanische Länder diesem Kurs bewusst widersetzen.

Diese globale Dimension der Lebensrechtsproblematik wurde unterstrichen durch das Grußwort des US-amerikanischen Bischofs Robert Barron, der sich in einer Videobotschaft bereits im Vorfeld an die deutschen Lebensrechtler gewandt hatte, und diese der Unterstützung durch die US-amerikanischen Katholiken versicherte.

Der scheidende Apostolische Nuntius, Nikola Eterović, hatte die Lebensrechtler ebenfalls in einem Grußwort ermutigt und ihnen den Dank des Papstes überbracht; zudem wurden Grußworte des Erzbischofs von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, und des Passauer Bischofs Stefan Oster verlesen.

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, hatte es abgelehnt, sich mit einem Grußwort an den Münchner Marsch für das Leben zu wenden, mit der Begründung, es handele sich lediglich um eine Veranstaltung von regionaler Bedeutung.

Auch der Münchner Erzbischof meldete sich nicht zu Wort. Das Erzbistum München-Freising teilte dem Magazin Corrigenda auf Anfrage lediglich mit, dass sich das Erzbistum „dazu nicht äußern“ werde. Kardinal Reinhard Marx hatte während seiner Amtszeit als Vorsitzender der DBK durchaus Grußworte an Lebensrechtsveranstaltungen gerichtet.

Der Münchner Marsch für das Leben findet jedes Jahr am zweiten Samstag nach Ostern statt. Im deutschsprachigen Raum finden neben kleineren Demonstrationen vier weitere große Lebenschutzmärsche statt, im September zeitgleich in Berlin, Köln und der Schweiz, sowie ebenfalls im Herbst in Wien.

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Kommentare ( 24 )

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giesemann
29 Tage her

Weibergedöns. Aber bei einem Wal genauso, anstatt den als Strandgut willkommen zu heißen wie früher und zu zerlegen, bevor er anfängt zu stinken. Oh heilige Einfalt.

Wolfgang Schuckmann
29 Tage her

Die Deutschen haben eine lange Geschichte und Beziehung zum Tod. Wenn ein Volk gewisse Dinge auf dem Kernholz hat und der zeitliche Abstand zu den Verfehlungen trägt nicht dazu bei, die Einstellung zu solchen Dingen zu überdenken und zu bereinigen, dann muss man davon ausgehen, dass diese Nähe zum Äußersten eine genetische Ursache hat. Wie kann man, egal aus welcher politischen Richtung kommend, ein Mensch einem anderen Menschen das Recht zum Leben absprechen. Nicht daß ich nicht wüßte, welche große Not ein ungeplantes, auch so ein Ausdruck, Kind verursachen kann. Aber dies weiß man in der Regel vor dem Akt.… Mehr

Jan Usko
29 Tage her

Für das Leben zu demonstrieren wird immer gefährlicher! Und die Kirchen machen sich einen schlanken Fuß!

giesemann
29 Tage her

Was haben Abtreibung und Sterbehilfe miteinander zu tun?

na sowas
29 Tage her

Typisch linkes Gesocks, können die Meinung anderer, nicht akzeptieren. Wie blöd würden diese schauen, wenn hinter ihren „Schrei-Reihen“, plötzlich „aktive“ Demonstranten auftauchen, die ihr linkes Gequatsche nicht mögen

Juergen P. Schneider
29 Tage her

In unserem Land der moralischen Wichtigtuer gibt es nur noch die Guten und die Bösen. Vernünftige und respektvolle Auseinandersetzungen selbst über die essentiellen Fragen unseres Daseins sind offenkundig nicht mehr möglich. Früher gab es einen Konsens, gestiftet durch ein höchstrichterliches Urteil zum § 218 StGB, von dem man sich offenkundig wieder verabschieden will. Das links-grüne Parteienkartell will diesen mühselig erkämpften gesellschaftlichen Frieden aufkündigen. Vor nicht allzu langer Zeit haben die linken Kräfte im Land gezeigt, dass sie diesen Frieden nicht mehr wollen, indem sie eine Befürworterin von Abtreibungen bis kurz vor der Geburt ins Bundesverfassungsgericht einschleusen wollten. Als dies nicht… Mehr

verblichene Rose
29 Tage her
Antworten an  Juergen P. Schneider

Das sind alles Nichtskönner*innen. Und das ist eigentlich auch sehr einfach erklärt. Denn etwas zu erhalten ist deutlich schwieriger, als einfach mal etwas vermeintlich Neues zu machen. Hauptsache es sieht „praktisch“ und nebenbei auch noch „menschenfreundlich“ aus. Und ohne den Frauen auf den Schlips treten zu wollen ist das leider typisch weiblich…!
Was ich nicht verstehe ist, daß die deutsche „Männlichkeit“ sich das so gefallen läßt. Aber das erinnert mich auch an einen Spruch aus „die Blechtrommel“:
„Kein Arsch, kein Gnick, ein Jahr zurück!“ 😩

giesemann
29 Tage her
Antworten an  verblichene Rose

Der verständige junge Mann lässt sich sterilisieren, sagt aber nichts und schert sich nicht um die Weiber. Schnackseln kann er dann ohne Ende, ohne in deren Kinderfalle zu rumsen. Sterili geht inzwischen auch bei Männern reversibel, falls es ihn doch noch reißt. Mit zunehmender Vernunft&zunehmendem Alter wird das aber immer unwahrscheinlicher. Er kann sein Zeugs auch einfrieren lassen, dann steht es nicht so ab. Ohne Kinder ist er jedenfalls nicht erpressbar, von keiner Seite. Lektüre: Esther Vilar, „Der dressierte Mann“, (1971). Esther Vilar, bekannt durch ihr Buch „Der dressierte Mann“ (1971), feierte im September 2025 ihren 90. Geburtstag. Sie lebt zurückgezogen… Mehr

dabovobis
29 Tage her

Sehr mutig, die Leute ganz vorne, die meisten sehr jung, sie bekennen sich ohne wenn und aber zum Lebensschutz noch Ungeborener. In diesen Mitmenschen liegt unsere Hoffnung und unsere Zukunft. Die deutschen Bischöfe müssten geschlossen mitgehen, ebenfalls weit vorne – statt dessen disqualifiziert der neue Vorsitzende der DBK den Marsch für das Leben als regionale Veranstaltung ab, und bleibt ihr fern. Ja, das war es dann wohl mit seiner Chance, den deutschen Klerus wieder in ein katholisches Licht zu rücken. Feige und verantwortungslos – kurzfristig hatte ich den Eindruck, dass Bischof Wilmer sich doch als etwas mehr Katholisches entpuppt. Dieser… Mehr

Nicolai94
29 Tage her

Schön wars. Nächstes Jahr wieder.

Jan Usko
29 Tage her
Antworten an  Nicolai94

Spott, Resignation oder Hoffnung?

humerd
29 Tage her

in Deutschland steigen die Zahlen von Vergewaltigungen. Es wird also auch vergewaltigten Frauen abverlangt, eine Schwangerschaft und Geburt auszuhalten und täglich an die Vergewaltigung erinnert zu werden. Danach soll die Frau als Alleinerziehende das Kind aufziehen, die Unterstützung ist nicht gerade üppig. Dem Kinder wir zugemutet als ungeliebtes Kind aufzuwachsen.
Ja, das kann alles sozialromantisch verklärt werden, die Realität sieht anders aus. Einfach mal bei den Nachkriegskindern nachfragen.
Nein zur Sterbehilfe heißt den Menschen nicht nur Schmerzen, sondern noch viel mehr abverlangen in einem Pflegeheim verwahrt zu werden. Nein, die Umstände in den meisten Pflegeheimen sind keineswegs „liebevoll“.

Eddy08
29 Tage her
Antworten an  humerd

ist ja schon mal interessant wer da alles so gegendemonstiert. Ich denke mal viele von denen gehören der Gruppe an, die sich erst vor kurzem dazu entschieden haben, selbst keine Kinder zu bekommen, da das ja so böse für den Fußabdruck und das Klima ist. Ist schon irre wie sich Menschen so erdreisten über anderer Leben zu entscheiden. Aber das ist eigentlich wie immer. Der Natur mal freien Lauf zu lassen, geht einfach nicht….SIEHE die Leidensgeschichte von diesem Waal Timmy. Diese Menschen denken sie wären so schlau, dabei gehören sie einer Spezies an die sich weder mit der Natur arrangieren… Mehr

Jens Frisch
1 Monat her

„Gegner von Lebensrechtlern“ – mmmh, das müssten der Logik nach „Lebensfeinde“ sein, aber sie erzählen uns ernsthaft, daß das „die Guten“ sind.

verblichene Rose
29 Tage her
Antworten an  Jens Frisch

Das müssen Sie so verstehen: gegen ihr eigenes Leben haben diese Gegner von Lebensrechtlern absolut nichts einzuwenden. Und natürlich auch nichts gegen den Spaß beim Geschlechtsakt. Und wenn dann doch mal ein „Unfall“ passiert, geht man in die „Werkstatt“ und läßt den „mein Bauch gehört mir“ ausbeulen…