Am 18. April versammeln sich Lebensrechtler auf dem Münchner Königsplatz zum Marsch fürs Leben. Die Veranstalter erwarten rege Teilnahme – in den vergangenen Jahren waren jeweils um die 6000 Menschen zusammengekommen. Feministische und linke Abtreibungsbefürworter fordern offen dazu auf, die Kundgebung zu stören.
Eduard Pröls
Zum sechsten Mal werden sich am 18. April Lebensrechtler aus dem deutschsprachigen Raum zum Marsch fürs Leben in München versammeln. In den vergangenen Jahren waren jeweils um die sechstausend Menschen zusammengekommen, eine ähnlich hohe Beteiligung erwarten die Veranstalter auch 2026.
Der Münchner Marsch fürs Leben ist eine der großen Lebensrechtsdemonstrationen im deutschsprachigen Raum, neben jenen in Köln, Berlin und der Schweiz, die parallel am dritten Samstag im September stattfinden, sowie dem Marsch fürs Leben, der jeweils Anfang Oktober in Wien veranstaltet wird.
Organisiert wird der Münchner Marsch vom Verein Stimme der Stillen e.V.
„Wir geben denen eine Stimme, die noch keine oder keine mehr haben“, erläutert die Vorsitzende des Vereins, Silja Fichtner. „Deutschland braucht nicht mehr Abtreibungskliniken, sondern mehr Unterstützung für junge Familien und insbesondere für Frauen während der Schwangerschaft“.
Europa und das Lebensrecht
Der diesjährige Marsch findet vor dem Hintergrund bedeutender politischer Weichenstellungen in Europa statt. Einerseits zeigen Kontroversen um assistierten Suizid und Euthanasie verstärkt Wirkung: Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben wurde Ende Januar 2026 vom französischen Senat vorerst abgelehnt, womit es an die Nationalversammlung zurückverwiesen wurde.
In England und Wales wurde ein Gesetz zum assistierten Suizid ebenfalls vom Unterhaus angenommen, scheitert nun aber, offiziell aus Zeitgründen, im Oberhaus. In Schottland scheiterte ein solcher Gesetzentwurf am Widerstand sowohl der Konservativen als auch der Labour-Partei.
Zugleich wird das Recht auf Leben ungeborener Kinder weiter eingeschränkt: Nachdem Frankreich einem Recht auf Abtreibung 2024 Verfassungsrang zuerkannt hat, steht die verfassungsrechtliche Verankerung von Abtreibung auch in Luxemburg kurz vor dem Abschluss. In Großbritannien entschied das Oberhaus zustimmend über einen Gesetzentwurf, der Abtreibung für die Mutter zu jeglichem Zeitpunkt straffrei stellt und damit die Fristenregelung, die Abtreibung bis zur 24. Woche ermöglicht, faktisch bis zur Geburt ausweitet.
Zugleich weitet sich die globale demografische Krise aus, die Europa und Ostasien mit voller Wucht trifft, sich allerdings auch in Ländern Afrikas mit derzeit noch hohen Geburtenraten bereits deutlich abzeichnet.
Lebensrecht: Eine globale Angelegenheit
Diesen weltweiten Zusammenhängen schenkt auch der Münchner Marsch für das Leben Beachtung: Als Rednerin ist unter anderem Obianuju Ekeocha geladen. Die nigerianische Biomedizinerin ist Gründerin der Organisation Culture of Life Africa.
Lebensrechtler kritisieren, dass Abtreibung in Ländern der Dritten Welt propagiert wird, indem sie als Maßnahme im Rahmen von Familienplanung und Armutsbekämpfung geführt wird. Auch in den USA adressieren Abtreibungsorganisationen wie Planned Parenthood ethnische Minderheiten in besonderem Maße.
Die globale Relevanz zeigt sich auch darin, dass der medial sehr präsente US-amerikanische Bischof Robert Barron dem Münchner Marsch fürs Leben ein Grußwort zusandte. In der Videobotschaft sichert er den Teilnehmern die Unterstützung der amerikanischen Katholiken und ihrer Bischöfe und Priester zu.
Der Papst lässt grüßen, die Deutsche Bischofskonferenz nicht
Papst Leo XIV. ließ den Teilnehmern durch den Apostolischen Nuntius seinen Dank überbringen. „Das menschliche Leben ist immer dann in Gefahr, wenn es Hilfe braucht, schwach und still ist“, so Erzbischof Nikola Eterović in seinem Grußwort. Die westlichen Gesellschaften seien schnell darin, das Leben alter, sterbenskranker, behinderter und ungeborener Menschen zu beenden: „Sie feiern ihre Gesetzgebung, die das Töten der Menschen erleichtert, als Fortschritt und merken nicht, dass sie einer Kultur des Todes dienen.“ Eterović ruft dazu auf, keine Angst zu haben und die Stimme für das Leben zu erheben.
Ganz anders die Deutsche Bischofskonferenz: Ihr Vorsitzender Heiner Wilmer würdigte die Lebensrechtler nicht mit einem Grußwort.
Bischöfliche Wortmeldungen
Allerdings schlossen sich zwei deutsche Bischöfe dem vatikanischen Dank an: Rainer Maria Woelki betont in einem Schreiben an die Lebensrechtler, dass das „Engagement für das bedingungslose Lebensrecht aller“ von „unschätzbarem Wert“ sei; „Politik, Gesellschaft und Kirche“ stünden gemeinsam in der Verantwortung, „für das Leben einzutreten und Menschen in schwierigen Situationen nicht allein zu lassen.“ Die Würde des Menschen sei unantastbar. Es könne und dürfe keine „Alternativen zum uneingeschränkten Recht auf Leben geben“.
Der Passauer Bischof Stefan Oster zitiert in seinem Grußwort den Papst, der den Schutz des Rechts auf Leben als „unverzichtbare Grundlage aller anderen Menschenrechte“ bezeichnet, und spricht von einer „nicht verhandelbaren“ Position. Zudem sei die Unterstützung ungewollt Schwangerer ein „wesentlicher Teil der Sorge um das Leben“, die Beachtung der Nöte von Frauen ein „selbstverständliches Anliegen“.
Der Münchner Marsch fürs Leben ist überkonfessionell und überparteilich. Wortmeldungen katholischer Würdenträger werden als bedeutsam wahrgenommen, da die Kirche Abtreibung und Euthanasie ablehnt – und damit als weltweite Institution das Anliegen der Lebensrechtler teilt.
Linke Aktivisten wollen den Marsch stören
Gegner des Marsches koordinieren indes ihren Protest gegen den Marsch fürs Leben: Das feministische Pro-Choice-Bündnis ruft dazu auf, sich gegen den Marsch fürs Leben zu versammeln, den es als „größten rechten Aufmarsch in Bayern“ bezeichnet.
Laut Pro-Choice sei der Marsch fürs Leben „zutiefst menschenfeindlich“, es ginge im Kern um die „Verbreitung misogyner, queer- und transfeindlicher Hetze: Dabei geht es nicht nur um das Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen, sondern um reaktionäre Geschlechterrollen und ein patriarchales Familienbild, das eng mit rassistischen und nationalistischen Vorstellungen verknüpft ist.“
Die Aktivisten fordern offen, den Ablauf des Marsches zu stören: Man dürfe ihm „keine ungestörte Bühne in München (…) geben. Wir werden laut sein, uns auf der Straße verbünden und zeigen, dass wir viele sind. Dafür brauchen wir euch alle, jede Stimme für einen sichtbaren und hörbaren Schulterschluss.“
Aufgrund der Aufrufe dazu, Lebensrechtsdemonstrationen zu stören oder zu verhindern, wird die genaue Route des Marsches, die vom Königsplatz in der Münchner Innenstadt ausgehen wird, noch nicht bekannt gegeben.
Abtreibungsaktivisten, Antifa-Gruppierungen und andere linke und feministische Organisationen vernetzen sich regelmäßig, um gegen Lebensrechtler vorzugehen. Dabei kam es in der Vergangenheit immer wieder zu massiven Störungen. 2023 wurde der Kölner Marsch für das Leben fast vollständig blockiert, linke Aktivisten beschädigten Informationsstände von Lebensrechtlern, stahlen Material und verletzten Lebensrechtler. Beim Lebensschutzmarsch in Lissabon im März 2026 warf ein Gegendemonstrant einen Molotowcocktail in die Menge, der jedoch nicht zündete, die Teilnehmer blieben unverletzt.







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Christen nennen sich doch Christen nach Jesus Christus. Sie sollten somit für die Wahrheit eintreten, denn Christus ist die Wahrheit in Person. Wer sich Christ nennt, sollte die Wahrheit, Realitätssinn, Objektivität anstreben, alle Aspekte und Perspektiven berücksichtigen, die Voraussetzungen und die Folgen, die Bedeutung der Begriffe, Formulierungen und Aussagen, die Art und Weise, wie sie herüberkommen, jedes Missverständnis möglichst vermeiden und transparent und offen für Kritik sein. Er sollte sich in die Lage des anderen versetzen. Er sollte die Goldene Regel einhalten und die Zehn Gebote. Nach der Wahrheit in der Beurteilung anderer streben bedeutet, die Goldene… Mehr
Nach Frau Dioufs Artikeln roch es für mich schon eine Weile nach Demonstration. Jetzt ist sie da, die Gegendemonstration gleich dazu.
Nur denke ich, dass die Konfrontation beiderseits etwas verhärtet. Wir sind in der Medienwelt wie selbstverständlich darauf getrimmt, dass alles in die Öffentlichkeit muss und am Ende demokratisch – natürlich gemäß der eigenen Meinung – zu entscheiden ist. Oder überhaupt nur nach der eigenen Meinung.
Medien und Aktionisten richten sich an die Masse. Sie kennen die einzelnen Leser nicht. Etwas anderes ist es, den einzelnen Menschen zu erreichen, dort wo die Entscheidungen fallen.
Bezeichnend für diese „Lebensschützer“ ist, dass sie den Frauen das Recht und die Fähigkeit absprechen, über die Schwangerschaft und Geburt selbst zu bestimmen, sich aber überhaupt nicht mehr dafür interessieren, was mit dem Kind passiert, wenn es dann auf der Welt ist. Gerade diese hyperkonservativen – bigotten – Kreise sind es, die am liebsten das Frauenwahl und -selbstbestimmungsrecht schleifen möchten. In manchen Ländern scheint es ihnen gelungen zu sein – USA. Die Bigotterie zeigt sich darin, dass es mit der Nächstenliebe, wenn es dann um die existierende Armut geht, vorbei ist. Man keinesfalls auch nur einen Cent für die Armen… Mehr
Tja, wenn man schon nichts zu essen hat, dann geht Geschlechtsverkehr immer, oder? Für mich endet meine Solidarität da, wo die Rücksichtslosigkeit anderer anfängt!
Spricht da der Neid? Rücksichtslosigkeit, weil jemand GV hat und man selbst nicht?
Ich kenne das. Man genießt mit Verstand. Das ist so ähnlich, wie mit veganer Nahrung, oder?
Na , da spricht der richtige von Heuchelei.
Läge man dieselben Standards des Klimaschutzurteils des BVerfG beim Thema Abtreibung an, müssten Abtreibung seit dem Urteil verboten sein.
Aber das ist eben die elende Doppelmoral der neuen modernen Linken.. Es gibt „gute“ Ungeborene und es gibt „schlechte“ Ungeborene.
Als was ist das einzuordnen wenn Welche eine Demonstration verhindern und stören wollen weil Sie anderer Meinung sind, eine Ideologie vertreten und die Meinungskundgebung der Anderen verhindern wollen oder deren WillenL; Meinung gar unter Strafe stellen wollen, wenn diese nicht der IHRIGEN ENTSPRICHT
Hier zeigt es sich wieder, daß die Jünger des linksGRÜNEN A(!)Sozialismus einen unstillbaren Todestrieb in sich „ausleben“. GRÜNE sehen sich im Gleichklang wie der gestrandete Wal, der als „Timmy“ vermenschlicht wird, der strandete um zu sterben. Daß die „woken“ehemals. Katholsichen Bischöfe sich nicht mehr für das ungeborene, erkrankte & vergehende Leben einsetzen wollen, haben sie auch schon in der inszenierten“Corona-Pandemie“ aufs widerlichste & grausamste bezeugt. Sie stehen NICHT mehr für GOTT, JESUS seinen wiederauferstandenen Sohn & den HEILIGEN GEIST, sondern für den Antichrist & TOD Es brauch wohl wieder jemanden in der Tradition des „Löwen von Münster“, Bischof Clemens Graf… Mehr
Warum heißt das nicht – „Der Marsch für Deutsche“ – für Menschen die dieses Land – die dieses Irrenhaus – verlassen müssen und denen Ihre Heimat durch die Invasoren gestohlen wurde.
Wenn in der Rechtsprechung EIN Standard gelten würde und keine Doppelmoral, wären Abtreibungen seit dem sog. Klimaschutzurteil des BVerfG verboten. In der Begründung zum Urteil war von Grundrechten zukünftiger Generationen die Rede. Aber es ist wie immer in D. Doppelmoral in Perfektion.
Guter Punkt.
Das Klima für Ungeborene auf Biegen & Brechen einklagen, dann aber dieSELBEN Ungeborenen MASSENHAFT & sogar mit ZUSTIMMUNG auch der „woken“ Bischöfe & Priester der ehem. katholischen Regenbogen“-Kirchen-steuerkirchen.
Mehr Satanismus geht nicht.
„Dies irae;
Dies illa…..
Quando tremor est futturus;
Quanto IUDEX est venturus,
Cuncta stricte disussurus…“
-aus dem Requiem-
Es scheint so, als wollen die Klima-Apologeten unter sich bleiben. Da greift man dann auch schon mal im Einklang mit der Justiz zu „selektiven“ Mitteln.
Ich ertrage dieses links-grüne Gesocks nicht mehr.
Hoffentlich wird bald das erste Kalifat in Deutschland gegründet.
Ich verstehe die ganze Aufregung um des assistierten Suizid nicht.
Meine Gesundheit verschlechtert sich derzeit rapide.
Für mich ist der asstierte Suizid eine Option aus vielerlei Gründen.
Es ist MEINE Entscheidung und da lasse ich mir von niemandem reinreden.
Denken Sie bitte an eine Spende Ihrer Organe, am besten vor dem letzten Hauch entnommen. Reiche Ölscheichs möchten gerne weiterleben.
Man sehe sich die verhärmten, runzligen, teils alkoholisierten, manisch depressiven und/oder fresssüchtigen, bar jeden aufrechten Gangs vor sich hin lebenden Frauen ab deren Klimakterium an, voller Neid zerfressen in Bezug auf ihre ehemaligen Kommilitoninnen, die sich im Gegensatz zu ihnen für das Leben, insbesondere für die Weitergabe von Leben starkmachten, stolz auf ihren Nachwuchs waren und sind, gern für ihn sorgten, und späterhin die Erfahrung von aufstrebenden jungen Erwachsenen miterlebten, noch viel später mit viel Liebe ihre Enkelkinder auf deren Lebensweg mit begleiten. Konkret: die im Kopf normalen säten mit hohem zeitlichen und finanziellen Einsatz die Saat, die später aufgeht,… Mehr