Mittwoch war der Tag der Gegenspieler beim Jahrestreffen des World Economic Forum in Davos. Donald Trump und der Argentinier Javier Milei zerlegten die Agenda des WEF nach Strich und Faden. Der eine erklärte den Globalismus kurzerhand für politisch gescheitert, der andere führte ein intellektuell-ethisches Skalpell durch den debilen Körper.
picture alliance / abaca | Lafargue Raphael/ABACA
Der Norweger Børge Brende ist seit letztem Jahr Vorsitzender des World Economic Forum (WEF). Er folgte nach einer heftigen internen Personaldebatte auf den Gründer des WEF, Klaus Schwab, der über Jahrzehnte die Agenda dieses ominösen Vereins für politische Willensbildung inhaltlich dominierte.
Schwab tat dies durchaus mit großem Erfolg. Das WEF gleicht einem ideologischen Sammelbecken der europäischen Politik, aus dem sich in immer neuen Varianten jene sozialistischen Konzepte erheben, die historisch mit großem Blutzoll scheiterten, hier jedoch als moralisch erneuert und in neuem, grünem Gewand, zurückkehren.
Sei es die klimasozialistische Agenda der Europäischen Union, kuriose Ideen wie die 15-Minuten-Städte zur Einschränkung der individuellen Bewegungsfreiheit oder digitale Kontrollwährungen, die uns versteckte Kapitalkontrollen schmackhaft machen sollen – stets war das WEF Quellort zentralistischer Machtphantasien der Politik.
Nehmen wir die Vision der digitalen Identität des neuen Weltbürgers, der nicht mehr als Individuum, sondern als verwalteter Datensatz existiert – auch sie entstammt den Davoser Thinktanks. Jeder Mensch solle über eine zentrale, suprastaatlich organisierte digitale Existenz verfügen, in der Finanzverhalten, Gesundheitsstatus und politische Zuverlässigkeit zur kontrollierbaren Einheit zusammengezogen werden. Es wäre die Vollendung des gläsernen Bürgers, das Schlusskapitel individueller Würde und Freiheit.
Mobilität, Ernährung, Wohnen – alles soll zur moralischen Bewährungsprobe umfunktioniert werden. Der CO₂-Fußabdruck ersetzt das individuelle Urteil, Abweichung gilt als gesellschaftliches Fehlverhalten. Davos wuchs im Dunst seines Kontrollfetisch zum Sinnbild des Führungsanspruchs einer entkoppelten Pseudoelite.
Stunde der Antagonisten
Informelle politische Vereine wie das WEF leben von ihrer Medienarbeit. Kontinuierliche Präsenz in den Medien ist das Lebenselixier, weshalb es auch unumgänglich scheint, die mächtigsten Vertreter der Politik wie den US-Präsidenten Donald Trump oder den Shootingstar Südamerikas, den Argentinier Javier Milei, auf das Podium zu bitten.
Brende, Schwab und die rund tausend geladenen Gäste ahnten wohl, was ihnen mit dem Auftritt der beiden drohte. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Trump, außerhalb seines MAGA-Orbits nicht gerade als ciceronischer Redner kulinarisch anspruchsvoller Redekunst bekannt, erklärte die Agenda des World Economic Forum auf seine ganz eigene Weise für offiziell gescheitert.
Das waren Stiche ins Herz der Zentralplaner und erklärten Freunde des großen Staatswesens. Hauptsatzlastig und mit anschaulicher Metaphorik zerlegte Trump die Allmachtsphantasien der Davosianer, einen nach dem anderen. Planung gegen Wachstum, Moralismus gegen Wohlstand, Kontrolle gegen Dynamik – jede ihrer Gewissheiten wurde vorgeführt wie ein schräger politischer Mythos.
Den endgültigen Schachmattzug setzte er mit dem nüchternen Verweis auf die vollständige sicherheitspolitische Abhängigkeit Europas vom amerikanischen Militärapparat. Wer sich nicht selbst verteidigen kann, so die unausgesprochene Botschaft, sollte vorsichtig sein mit allgemeinen Belehrungen. Grönland lässt grüßen.
Das empörte Presseecho, das auf Trumps Rede zwangsläufig folgte, belegt vor allem eines: Er hat ins Schwarze getroffen. Und im Grunde genommen nichts weniger getan, als die Bedingungen der Kapitulation dieses Systems offen zu formulieren.
Milei liefert ethische Bankrotterklärung
Bot Trump dem Auditorium den rhetorischen Dampfhammer, so führte Javier Milei unmittelbar nach ihm das elegante intellektuelle Florett. Der Veranstalter hatte offenkundig gehofft, den Kontrapunkt zur allgemeinen Wohlfühlrunde abzuschwächen, indem man die beiden Antagonisten direkt hintereinander ans Rednerpult bat. Doch im Doppelspiel potenzierte sich die Wirkung – und mit ihr die Botschaft.
Milei legte nach. Hundertfünfzig Millionen Menschen, so seine Anklage, hätten im vergangenen Jahrhundert im Namen des Sozialismus ihr Leben verloren; die Überlebenden seien in Armut zurückgeblieben. Gerecht sei allein der Kapitalismus des freien Handels: freiwilliger Tausch, die uneingeschränkte Geltung von Eigentumsrechten, gegründet auf meritokratischen Werten. So laute die Rezeptur einer prosperierenden Zivilisation.
Diese Worte haben Gewicht. In den zwei Jahren seiner Präsidentschaft riss Milei das Ruder seines Landes buchstäblich herum: Er führte Argentinien zurück auf den Wachstumspfad, beschnitt den Staatsapparat radikal und brachte die Inflation unter Kontrolle. Wer hätte erwartet, dass eines Tages intellektueller Anspruch und ethische Fundierung Einzug in das Präsidentenamt einer bedeutenden Nation wie Argentinien halten würden?
Milei lieferte auch eine Antwort auf die entscheidende Frage unserer Zeit: Wie lässt sich die gegenwärtige kulturelle Krise überwinden? Ausschließlich durch die Rückkehr zu den Quellen, so seine Diagnose – zur griechischen Philosophie als Inspiration unseres Denkens, zum römischen Recht und zur republikanischen Gesinnung, vor allem aber zu den jüdisch‑christlichen Werten. Im Zusammenspiel bildeten diese zivilisatorischen Errungenschaften die Rezeptur für ein Comeback des Westens.
In dieser Lesart sind Merz und seine Regierung tatsächlich eine Last für all jene, die im Leben vorankommen wollen, werteorientiert leben und sich nicht in die rhetorische Falle eines übergriffigen WEF‑Sozialismus ziehen lassen.
Die Wende ist da
Trump und Milei sind dabei lediglich die populärsten Repräsentanten einer zunehmend wirkmächtigen konservativen Wende. Und auch wenn es der europäischen Presse noch immer gelingt, den amerikanischen Präsidenten zum verrückt gewordenen Unhold und Zerstörer eines eigenen sozialistischen Utopismus umzudeuten, gewinnt die von ihm wie von Milei vermittelte Botschaft spürbar an Auftrieb.
Die kulturelle und ökonomische Krise unserer Zeit erweist sich bei näherem Hinsehen vor allem als Krise des Etatismus und des Glaubens an den starken Staat. Dessen Kunst der Verführung mündet zwangsläufig in machtpolitischen Größenwahn und in Szenarien der Unterwerfung – mit dem heute offen zutage tretenden zivilisatorischen Bruch als Konsequenz.
In Argentinien und in den Vereinigten Staaten haben die Reparaturarbeiten längst begonnen. Die offene Frage lautet nicht mehr, ob ein Kurswechsel möglich ist, sondern wann sich die Europäer dazu entschließen, dem Beispiel dieser beiden zu folgen.






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Trump und Milei zerlegten die Agenda des WEF nach Strich und Faden ???Das ist keine einseitige Meinung, sondern schon regelrechte Realitätsverweigerung – Slbstbelügung und Selbsbetrug um das eigene Trugbild der Realität zu retten. „Es nicht sein kann was nicht sein darf. Milei der „ultraorthodox Kapitalist“ ? – der wird auch noch seinen Ärgerbekommen in Argentinien. Die Fakten waren doch gerade ungekehrt. Trump hat an allen Fronten kapituliert – sagen die Fakten. Gescheitert in all seinen Phantasieplänen, Ukraine, Gaza, Grönland, Iran, usw. Gegen seine ICE-Pistoleros hat nun der Guverneur von Minesotta seine Nationalgarde mobilisiert. Ex-US-Präsidenten rufen zu Protesten gegen Trump auf.… Mehr
Sehr lesenswert und aufschlussreich, nur steht zu befürchten, dass unser vor Wut schäumender politmedialer Komplex nach wie vor unbelehrbar bleiben wird, ihm steht das Wasser noch nicht hoch genug zum Hals. Frau v. d. Leyen macht in ihrer Rede klar, dass sie ihr Ziel, Kaiserin der Vereinigten Staaten von Europa nicht aus den Augen verlieren und mit allen Mitteln (das u.a.können wir fast täglich aus den „Qualitätsnachrichten aus Brüssel und Berlin entnehmen) erreichen will. Die in Hinterzimmern ausgekungelten Ergebnisse bei der Abstimmung über die Misstrauensvoten lassen unsere Ursula völlig unberührt, wir werden auch in den nächsten Tagen weitere Pläne der… Mehr
Kryptpbetrug mit Hilfe des ach so tollen und hochgelobten Argentinischen Präsident Milei! Die Argentinische Präsidentenmarionette Milei hat auf X ein Krypto-Schneeballsystem mit dem Coin $-LIBRA beworben und es ist dann zusammengebrochen. Präsident Javier Milei ist in einen Skandal verwickelt, nachdem er über sein X-Konto eine Kryptowährung namens $-LIBRA beworben hatte, die sich dann als ein Betrug herausstellte. Der Schaden liegt zwischen 70 und 100 Millionen Dollar und betrifft rund 40.000 Wallets. Über X kündigte Milei den Start von LIBRA an, einem Token im Solana-Netzwerk, das als privates Investitionsprojekt in argentinische Unternehmen vorgestellt wurde. LIBRA wurde als ernsthafte Initiative gefördert. Die… Mehr
Millei:
„Ich habe zunächst ein vermeintliches Privatunternehmen unterstützt, mit dem ich nichts zu tun habe. Nachdem ich mir der Details bewusst wurde, beschloss ich, die Nachricht nicht mehr zu verbreiten.“
Milei der „ultraorthodox Kapitalist“ des „Finanz-Kartells“ – der wird auch noch seinen Ärger bekommen in Argentinien.
Was die Medien, Journalisten und dadurch die Öffentlichkeit von der WEF-Veranstaltung erfahren, ist nicht das, was dort tatsächlich passiert. Die Journalisten bekommen nur Show-Veranstaltungen präsentiert, die extra für die Verbreitung in der Öffentlichkeit produziert werden.
Bei dem WEF wird in zahlreichen kleineren Gesprächskreisen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – diskutiert und abgestimmt, wie gemeinsam die Erdbevölkerung beherrscht werden soll und welche lukrativen Geschäfte die Politiker für die Kaste, die das Geld hat und die damit das Sagen auf dieser Erde haben, über die politische Ebene initiieren sollen.
Die Einschätzung von Milei teile ich, nicht die von Trump. Seine Politik ist in jeder Hinsicht ambivalent. Seine Schläge gegen den Wokismus und die schwachsinnige Energiewende sind großartig, seine eigne wirtschaftsinterventionistische Politik und die erpresserische Zollpolitik, die den globalen Handel stört, zersetzend. Sein Politikstil ebenfalls. Natürlich freue ich mich auch, wenn unsere Dilettanten wegen Trump wie aufgescheuchte Hühner ängstlich herumkreischen, aber das allein führt nicht zur Lösung unserer Probleme in Europa und Trump ist da eben nicht in jeder Hinsicht hilfreich.
Ohne einen solchen Disruptor wie Trump würde sich gar nichts Bewegen. Er muss daran denken, dass Vance auch die nächsten Wahlen gewinnen kann, sonst war alles umsonst. In Argentinien ist/war die Lage anders: das Land war so am Boden, dass die Mehrheit für ein totales Gegenmodell bereit war. In den USA ist das noch nicht so. Deshalb ist Trump auch für Europa hilfreich. Es kann nicht so weitermachen, wie bisher, und in dem anstehenden Reformprozeß werden ganz schnell Dämme brechen. Wenn die Herrschenden sich zurückziehen bzw. Fehler eingestehen, ob implizit oder explizit, kommt der Tritt hinterher in ihren Hintern meist… Mehr
„Gerecht sei allein der Kapitalismus des freien Handels: freiwilliger Tausch, die uneingeschränkte Geltung von Eigentumsrechten, gegründet auf meritokratischen Werten. So laute die Rezeptur einer prosperierenden Zivilisation.“
Inwiefern soll das die Trumpsche Außen- und Wirtschaftspolitik potenzierend verstärken?
„Reich wie ein Argentinier“ – sollen sie, bin gespannt. Hatten hundert Jahre Zeit, das wieder zu werden, also auf geht’s! Alles andere ¡afuera! – zum Teufel damit.
Die können ruhig auch mal zeigen, dass sie was können, warum immer bloß wir? Wir lernen inzwischen spanisch, für den Fall, dass Milei wirklich was reißt.
Dann kannsu nicht nur in die USA auswandern, sondern auch nach Argentina. Die Welt der Reichen wird größer, prima. https://www.youtube.com/watch?v=fx2xS_B2pz4&list=RDfx2xS_B2pz4&start_radio=1
Herr Kolbe, es scheint, dass Sie in einigem recht haben, aber wenn ich bedenke, dass Sie Trump positiv bewerten, dann kann ich das nicht nachvollziehen. Anfänglich war ich froh, dass Trump in den USA gewählt wurde. Er schien mir eine gute Alternative zu Biden zu sein. Ich habe mich getäuscht! Trump ist das Bild eines Kapitalisten/Imperialisten. Früher war es ein dickbäuchiger, Zigarre rauchender Mann, heute sehe ich nur den Donald, den Dealmaker und Rüpel. Das ist zu wenig für Symphatie!
Wo betrachten Sie ihn denn, den POTUS und seine Politik?
Nutzte ich deutsche wie amerikanische msm wie den örr hier käme ich wohl zu einer ähnlichen Einschätzung wie Sie?
U.a. hier im Original:
https://x.com/Whitehouse
https://x.com/RapidResponse47
Auch hier:
https://www.youtube.com/@WhiteHouse/streams
Ich sehe in seinem Erscheinen eine Chance für die europäischen Nationen in ihrem Unabhängigkeitskampf. Denn bereits seine schiere Präsenz treibt die klimasozialistische und islamunterwürfige EU-Elite zu wütenden, unbedachten Handlungen, die unweigerlich in Fehler führen werden.
Kapitalisten und Klartextredner genießen meine volle Sympathie. Wir brauchen dringend selber welche in EUropa – gern mit Bauch und Zigarre wie einst Ludwig Erhard…
Die Zusammenkünfte in Davos sind der beste Beweis dafür, dass das „einfache Volk“ für die dort Versammelten nur Ramschware ist. Durch die Flutung mit archaischen Armutsmigranten reiben sich die Menschen im Alltag auf und so ist das auch gewollt. Wer sich dem täglichen Überlebenskampf ausgesetzt sieht, hat keine Zeit mehr, gegen immer schlimmere Restriktionen, Vorgaben, Steuern und Meinungsvorschriften vorzugehen. Derweil Berufspolitik in Ruhe seine Ära als neue Adelskaste der Länder ausbauen kann, in der kein normaler Wähler in Wirklichkeit auch nur noch ein Fitzelchen Mitspracherecht oder Einfluss hat. Die Folge sind rasant steigende Armut und immer mehr Despotismus. Trump und… Mehr
Während sie uns „postfaktisch“ (engl. posttruth) beschwafeln schaffen sie hinterrücks seit Obama/Merkel Fakten für unseren Untergang.
Trump unterbricht das Muster – wie Milei auch.
Was durch Angriffe auf die Person hier in D, auch gegen Politiker der Alternativen, in Politik wie msm weiter verschleiert werden soll.
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George Orwell schreibt in seinem dystopischen Roman „1984“:
„Die Partei lehrte einen, der Erkenntnis seiner Augen und Ohren nicht zu trauen. Das war ihr entscheidendes, wichtigstes Gebot.“
Genau, darum wird die Lüge zur Wahrheit erklärt, Männer zu Frauen und die Sprache wird politisch „korrekt“ gegendert oder anders manipuliert.
An jeder Ecke ist ein Gessler-Hut aufgebaut, vor dem man sich verneigen soll – und viel zu viele machen das auch noch.
Ich konnte einmal live miterleben, mit welchen extremen, ja extrem überzogenen Sicherheitsmaßnahmen die Teilnehmer der WEF bewacht werden.
Wo man hinschaut: Bis an die Zähne bewaffnete Soldaten mit Maschinengewehren im Anschlag.
Einerseits fragte ich mich: Was haben diese WEF-Leute angestellt, dass sie solche Angst haben?
Andererseits denke ich diese Bewachungspräsenz soll den Bürgern deutlich zeigen: Seht nur, wo wir sind, da ist oben.
Test
Wie viel Macht haben die Staaten und wie viel Macht der Digital-Finanzielle Komplex? BlackRock, BIZ und das WEF: Die neuen Frontorganisationen der Hochfinanz – Expresszeitung 51 Bei allen Unterschieden beim Informationsstand: Klar dürfte sein, das Billionen-Geschäfte wie die Corona-Agenda, an der so gut wie alle ca. 200 Staaten mitgemacht haben, und der Klimawandel und die Vorbereitung und Einführung von totalitären Zentralbankgeldsystemen (CBDC oder Stablecoins) und anderen Kontrollsystemen nicht von einem oder einzelnen Staaten geplant und durchgezogen wurden und werden. Beim Klimawandel wurde zwar international agiert, aber tatsächlich konsequent die eigene Wirtschaft wurde vor allem in Deutschland und in Europa für… Mehr