Berlin am Tag Eins nach Chamenei: Jubel auf den Straßen, Trauer in den Moscheen

Ali Chamenei ist Geschichte. Auslandsiraner feiern das, doch in Neukölln trafen sich Schiiten zur Trauerfeier – wie einst bei Soleimani, erneut in der Moschee der Hisbollah-Fans. Das Stadt-Land Berlin spricht derweil von einem „Hauch Orient“ in seinen Mauern – und bleibt ohne eine Idee, was in den Moscheen passiert. Wann wacht der Senat endlich auf?

IMAGO / ZUMA Press Wire

Die Trauer hat das Lager gewechselt. In den vergangenen Wochen hatten die Familien iranischer Demonstranten zahlreiche ungerechtfertigte Opfer zu beklagen. Die Bilder wurden über Starlink und X aus dem Land herausgeschmuggelt: dutzende Leichensäcke auf den Straßen, die Angehörigen darum herum. Nun sind es staatlich angestellte Nachrichtensprecher und Politiker, die öffentlich den Tod des obersten Führers Ali Chamenei beweinen.

Von anderen wurde der Tod Chameneis mit Genugtuung begrüßt und als gerechtfertigt betrachtet. Sicher hatte der Revolutionsführer Tausende und Abertausende seiner Landsleute auf dem Gewissen, von den Opfern des iranisch finanzierten Terrors im Ausland ganz zu schweigen. Daneben bleibt die Frage, ob es eine gerechtfertigte Tötung gibt, am Ende gar noch mit Drohnen, die ihre Opfer mit tausend Klingen zerschneiden, wie Fernseh-Kommentatoren hierzulande ausmalten. Man kann nur sagen, dass die Tötung des iranischen Anführers geschehen ist.

Chamenei ist damit Geschichte, und die Rede ist von der Dummheit des Iraners, der an seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort verblieb, obwohl er wissen konnte, dass derselbe perfekt ausspioniert worden war. CIA und Mossad wussten sogar, dass sich Chamenei am Samstagmorgen einem Treffen hochrangiger Regierungsbeamten im eigenen Kommandokomplex vorsitzen würde. Mit 30 bunkerbrechenden Bomben zerstörten israelische Kampfjets den Gebäudekomplex. Dabei kamen neben Chamenei zahlreiche Regierungsbeamte um, außerdem die Tochter Chameneis, sein Schwiegersohn und seine Enkelin ums Leben.

Man könnte nun zu dem Schluss kommen, Chamenei habe bewusst das Martyrium gewählt, und das vielleicht, weil er es für unausweichlich hielt. In diesem Fall hätte er mit seinem Tod ganz bewusst den Startschuss zu weltweiten Trauerbekundungen gegeben. Und die ließen in der Tat nicht auf sich warten. Am Samstag war die Nachricht vom Tode Chameneis erst von Trump geteilt, dann vom iranischen Regime bestätigt worden. Am Sonntagabend fanden sich Gläubige in der Neuköllner Imam-Riza-Moschee ein, um ihn zu betrauern.

Berlin: Eigenwerbung mit „Hauch Orient“

Chamenei hatte das „Korps der islamischen Revolutionsgarde“, das nicht auf das Gemeinwohl, sondern auf die islamische Herrscherkaste eingeschworen ist, zur führenden bewaffneten Einheit des Landes gemacht, vielleicht sogar zur „mächtigsten Institution“ im Iran, wie die Journalistin Natalie Amiri formulierte. Erst kürzlich haben sich die Staaten der EU dazu bereit gesehen, die Revolutionsgarden auf die Liste der Terrororganisationen zu setzen. Nun wird befürchtet, dass es zu aus dem Iran inspirierten Terrortaten kommen könnte. Vor allem jüdische Einrichtungen sollen dabei im Fokus stehen.

Der israelische Botschafter in Berlin, Ron Prosor, verweist darauf, dass das iranische Regime seit Jahrzehnten darauf hingearbeitet hat, Israel von der Landkarte zu streichen. Dazu hat das Regime Krieg und Terror eingesetzt. Man muss das nicht mehr erklären. Ist Europa nun auch bedroht von den übrigbleibenden Agenten der Mullahs? Oder von einer schiitischen Bevölkerung, die sich entfremdet von der hiesigen Gesellschaft abwendet und in einen inneren Bürgerkrieg eintritt?

Die Trauerveranstaltung in der Berliner Imam-Riza-Moschee lässt noch nicht darauf schließen, wohl aber darauf, dass nicht alle in Berlin mit den gleichen Augen auf den Konflikt blicken. Der Großteil der iranischen Diaspora in Deutschland gehört dem entgegengesetzten Lager an. Sie feierten den Tod Chameneis auch auf Berlins Straßen und hielten eine Gegendemonstration vor der Moschee ab. Auf Dauer können sich aus solchen Unterschieden durchaus Konflikte zwischen den verschiedenen Auslandsdiasporen entwickeln. Andere Gruppen aus Syrien, dem Irak und der Türkei machen es vor, wo es immer wieder um die ethnischen Unterschiede zwischen Arabern und Kurden geht.

Das Land Berlin verklärt derweil den Islam innerhalb der Stadtmauern mit Worten wie: „Moscheen in Berlin: Ein Hauch Orient im Stadtbild“ – so ein „Insidertipp“ des offiziellen Stadtmarketings. Was in diesen Moscheen vorgeht, das wissen die Berliner Regierenden allerdings in den seltensten Fällen. Und auch das könnte sich irgendwann rächen.

Amoklauf in Texas – hierzulande wird ausdauernd beobachtet

In Texas gab es indes schon weitere Tote an diesem Wochenende. Am frühen Sonntagmorgen eröffnete der 53-jährige gebürtige Senegalese Ndiaga Diagne das Feuer in einem Biergarten in Austin das Feuer. Auf seinem hellen Kapuzensweatshirt war zu lesen: „Property of Allah“. Laut FBI gibt es weitere Hinweise auf Terrorismus rund um den Mann, der auch „ein Shirt mit einer iranischen Flagge“ bei sich gehabt habe. Man kann das unter der Überschrift des Quartalsirren abhandeln. Aber ein Bezug zum Iran-Krieg scheint zu bestehen. Zwei Besucher des Ausgehviertels von Austin kamen so ums Leben, 14 wurden verletzt. Der Schütze, der ein Gewehr und eine Pistole bei sich trug, wurde von Polizisten erschossen.

Solche Amokläufe oder was sie auch immer sein mögen, kann es heute zu jeder Zeit, an fast jedem Ort geben. In Berlin hat die Polizei die Trauerfeier der Chamenei-Anhänger beobachtet. Denn in dieser Moschee treffen sich anscheinend auch sonst gewöhnlich Anhänger der schiitischen Terrormiliz Hisbollah und palästinensischer Kampf- und Terrortruppen. Schon vor sechs Jahren hatte es hier eine Trauerfeier für den von US-Streitkräften im Irak getöteten iranischen Revolutionsgardisten und Anführer der Al-Quds-Brigaden Qasem Soleimani gegeben.

Nach dem Terror-Angriff vom 7. Oktober 2023 boykottierte die Imam-Riza-Moschee einen Friedensaufruf. Das müsste ja eigentlich einmal reichen, um solch einen Verein aufzulösen. Aber die Berliner Hauptstadtpolizei genügt sich im Beobachten. Dann weiß man ja – wie bei den Drogendealern – zumindest, wo die bösen Buben sitzen, und kann vermutlich im Gefahrenfall blitzschnell zugreifen. Wenn es dann nur nicht zu spät ist.

Derweil tut sich der Senat anscheinend auch schwer damit, eine weitere Schiitenmoschee mit engen Banden in den Nahen Osten – diesmal in den Irak – am Bau eines Gemeindezentrums mit Kita zu hindern, diesmal in der Harzer Straße, wiederum in Neukölln. Hier hat zuletzt das Bundesamt für Verfassungsschutz Zweifel geäußert an der Eignung des Bauträgers, wie TE in Erfahrung bringen konnte. Seitdem will der Senat die schon gegebene Förderzusage überprüfen. Dass radikale Schiiten oder Muslime allgemein in Berlin so einfach eine Erlaubnis für eine Kindertagesstätte und sogar staatliche Fördermittel dafür erhalten, muss einen nicht baff machen. Es war zu erwarten bei einem Staat, der kaum irgendwo die Gefahr durch die radikalen Unterwanderer erkannt zu haben scheint.

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Kommentare ( 55 )

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Nibelung
1 Monat her

Wer jubelt denn auf den Straßen im Iran, wenn ihm seine Freiheit noch etwas wert ist, denn die Häscher der revolutionären Garden sind doch ebenfalls unterwegs und fangen jeden ein, der sich in dieser Frage zuweit aus dem Fenster hängt. Da wird wieder so ein falscher Popanz aufgebaut um die eigene finstere Seele zu befriedigen und man muß kein Freund der Iraner sein, aber man sollte sie kennen um richtig urteilen zu können und zum ersten mal bin ich ihnen privat schon anfang der sechziger Jahre auf einer Kleinasienreise mit meinem VW-Käfer gewesen und hatte schon damals den allerbesten Eindruck… Mehr

Schwabenwilli
1 Monat her

Als nach dem 7. Oktober in den Straßen Berlins Süßigkeiten verteilt wurden mache ich keinen Unterschied zwischen solchen und solchen Muselmanen.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Schwabenwilli

Wie leicht sich das schreibt: Trauer in den Moscheen.
Germany went from having 10 mosques in 1975 to 2,750 mosques in 2025. https://x.com/visegrad24/status/1924557132382536126
.
Trump sprach das an: „Migration“ und Energie als uns verfolgende schlimmste Themen.

R.Baehr
1 Monat her

Mir mittlerweile gleichgültig was wird hier im Land, von mir aus kann es bald genauso aussehen wie in Beirut. Ich bin alt genug, um den Wahnsinn, wie der Islam gehört zu Deutschland, nicht mehr lange ausbaden zu müssen. Die Herrschenden haben das Tor aufgemacht und damit eine christliche Wertegemeinschaft destabilisiert und wohl in ferner Zukunft ganz abgeschafft. Erst wenn der Wulf mit Kaftan um die Ecke kommt und seine weibliche Begleitung in der Burka hier aufschlägt, dann ist das Glück für die wohl vollkommen und der Weltoffenheit und Toleranzbesoffenheit Genüge getan. Wohlan. Statt von Anfang den Andersgläubigen zu sagen sie… Mehr

Nibelung
1 Monat her
Antworten an  R.Baehr

Stimme ihnen im ersten Teil ihrer Feststellungen zu, wobei der zweite Teil anders behandelt werden sollte, denn seit 1948 besteht das Unheil im Orient, was man nicht ganz vergessen sollte, bevor man den Muslimen generell alles in die Schuhe schiebt, und wenn schon Muslime, dann sind die Terroristen zuhauf bei den Sunniten zu finden und die haben hierzulande über die Dummheit unserer Politiker ihre zweite Heimat gefunden und wird nun immer mehr zum eigenen Problem, wo die Iraner weniger daran beteiligt sind und nur ihre alte Heimat vor dem Erzfeind retten wollen, der sich ungefragt dort mit Hilfe der Briten… Mehr

prague
1 Monat her

Warum sind die Trauenden emigrieret, wenn sie die Iransdiktatur so lieben, warum ausgerechnet in ein nicht muslimischen Land. Ich hätte da eine Vermutung, vileicht wollen sie aus einem nichtmuslimischen Land, einen muslimischen Land machen. Wie man es beobachten kann, es läuft in diese Richtung hier in Deutschland.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  prague

Tja. Mit der Vermutung stehen Sie nicht alleine. Zumal manche in Kleidern das durchaus konkret öffentlich machen: „This Hamas Commander says this is not about land, not just Palestine. „The entire planet will be under our law, there will be no more Jews or Christian traitors.“ Only then, if everyone adopts his law, will there be peace.“ https://twitter.com/CSWLatAm/status/1711144083467477112 Dann hier bestätigt durch einen Taliban, als die Amerikaner Afghanistan fluchtartig verließen: „Taliban message to Americans: “It’s our belief that one day … Islamic law will come not to just Afghanistan, but all over the world … Jihad will not end until… Mehr

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
1 Monat her

Nicht zu vergessen jene Anhänger des iranischen Terrorregimes, die sich seit eineinhalb Jahren die Frechheit rausnehmen, jede Woche die Eschborner Landstraße in Frankfurt-Rödelheim zu blockieren, um dort auf zwei Fahrspuren eine „Zelt-Moschee“ zu errichten, in der die Islamisten ihr „Demonstrationsrecht wahrnehmen können“ (Originalton des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes, der das abgesegnet hat). Meine Meinung: Gesetze sind nicht von Gott gegeben. Man kann sie ändern, wenn sie missbraucht werden. Dazu bedarf es nur dem Willen der Wähler, die andere politische Mehrheiten möglich machen, wenn man so etwas nicht mehr in Deutschland haben will. Anschließend kann man dieses Islamisten-Gesocks von der Straße holen und… Mehr

Last edited 1 Monat her by Ceterum censeo Berolinem esse delendam
OJ
1 Monat her

Das muss man sich mal vergegenwärtigen!
In allen Moscheen in Deutschland wird gegen die gehetzt, die diese „Menschen“ aufgenommen haben.
Alle Parteien, wirklich alle Parteien, die in Deutschland regierten und mit regierten haben nichts aber auch gar nichts dagegen gemacht seit Dekaden.
Das ist in Worten gar nicht zu fassen, völlig unfassbar ❗

Schwabenwilli
1 Monat her
Antworten an  OJ

„In allen Moscheen in Deutschland wird gegen die gehetzt, die diese „Menschen“ aufgenommen haben“

Tja, es soll immer noch Leute geben die erwarten von diesem Menschen welche sie aufgenommen haben, verköstigen und mit Geld ausstatten Dankbarkeit.
Wie dumm und naiv.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  OJ

Oh, kochte es nur endlich richtig hoch.
Aber der Schluss, dass diese Eroberungsideologie blutigst gegen die „Ungläubigen“ in aller Welt gerichtet ist, fehlt halt im örr wie in den msm.

h.milde
1 Monat her

Hätten die islamophilen LinksGRÜNEN sich auch darüber empört & mit dem „Völkerrecht“ gewedelt, hätte ein britisches SAS-Kommando Hitler & seine nationalSOZIALISTISCHEN Schergen vor Ausbruch des sich ankündigenden WW2 zu liquidieren?
Frage für einen Freund-

fatherted
1 Monat her

Ausbaden dürfen es wahrscheinlich bei kommenden Terroranschlägen durch die Anhänger des Mullah-Regimes…die Deutsche Zivil-Bevölkerung. Laut Google leben 300.000 Exiliraner in Deutschland…nehmen wir mal an das die Hälfte davon (Frauen wie Männer) „wehrfähig“ sind…warum gehen die nicht zurück und vertreiben das Regime…jetzt oder nie….oder sollen das erst mal andere für sie tun, damit sie wieder im Iran „Urlaub“ machen können? Ich finde das alles widerlich…wenn man für sein eigenes Land nicht kämpfen will…soll man die Klappe halten und froh sein in der sozialen Hängematte in Deutschland auszuruhen.

Rachel
1 Monat her
Antworten an  fatherted

Was für ein, mit Verlaub, unsinniger Kommentar.
Die Revolutionsgarden sind 300000 bis an die Zahne bewaffnete, trainierte Soldaten. Wie soll irgendein Zivilist dagegen ankommen ? Die Menschen im Iran haben es probiert, Zehntausende von ihnen starben……. Und das Morden in den Gefängnissen geht weiter.

Sonny
1 Monat her

„Am Sonntagabend fanden sich Gläubige in der Neuköllner Imam-Riza-Moschee ein, um ihn (chamenei) zu betrauern.“
Wenn die Islamisten in Neukölln ihren obersten Mullah betrauern, was machen die dann hier in Deutschland?
Warum hauen die nicht ab in den Iran zu ihrem vermeintlichen Heilsbringer?
Oder gehören die, was sehr wahrscheinlich ist, zu seinen Sturmtruppen, die die westliche Welt kaputt machen sollen?
Fragen über Fragen.
Mein Rat: Moschee sofort schließen und ab mit dem chamenei-Pack, das sich selbst geoutet hat, dahin, wo sie hingehören. In das Land, aus dem sie bzw. ihre Vorfahren kamen.
Und schon geht es uns allen hier besser.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Sonny

Genau.
Die sind auf Jihad. Also bei der Eroberung neuer Welten für die Umma.
Und Ihre Lösung wäre auch meine.

Haba Orwell
1 Monat her

Böses Medium gestern über Jubelperser: „Deutschland: Jubel-Perser nach Beginn der israelisch-US-amerikanischen Angriffe auf Iran“ > „… In mehreren deutschen Städten feierten Exil-Iraner am Sonntag den israelisch-US-amerikanischen Überfall auf Iran. In Köln veranstalteten sie anlässlich der Ermordung von Ajatollah Ali Chamenei eine Jubelfeier mit Partymusik und Sekt. … Einen Tag nach Beginn der israelisch-US-amerikanischen Angriffe auf Iran versammelten sich in der Kölner Innenstadt rund 300 Exil-Iraner, um den völkerrechtswidrigen Angriff auf ihr Heimatland zu feiern. Mit Sekt und lauter Partymusik jubelten sie auf dem Kölner Neumarkt offenbar über die Ermordung des iranischen obersten Führers Ali Chamenei. Solche öffentlichen Jubelfeiern fanden am… Mehr

Last edited 1 Monat her by Haba Orwell
PaulKehl
1 Monat her
Antworten an  Haba Orwell

Der Angriff war am Sonnabend. Schon am Sonntag haben die Jubelperser isr. und VS-Flaggen? Die haben sie sicherlich an der Nacht-Tanke auf der Autobahn gekauft.