„Sabotage“: Die nächste Warnung von JD Vance an Europa

Erneut hat US-Vizepräsident JD Vance Europas Politik-Elite deutlich kritisiert: Im aktuellen Interview mit Fox News spricht er sogar von Sabotage durch europäische Regierungen, die sich selbst im Weg stehen und durch politische Fehlentscheidungen die eigenen Interessen untergraben.

Screenshot X / Rapide Response 47

Die Botschaft von JD Vance im TV-Interview: Die Vereinigten Staaten respektieren Europa – doch Europa schade sich zunehmend selbst. „Das Problem, das wir mit Europa haben, ist nicht, dass wir Europa nicht mögen, auch wenn man das in der europäischen Presse manchmal hört“, sagte Vance. Und: „Es ist auch nicht so, dass wir unsere Verbündeten nicht respektieren. Es ist vielmehr so, dass sie viele Dinge tun, mit denen sie sich selbst sabotieren.“

Diese Sabotage bestehe nach seiner Darstellung vor allem in einer verfehlten Migrationspolitik, wirtschaftlicher Überregulierung und einem Mangel an strategischer Geschlossenheit. Besonders deutlich wurde der Vizepräsident beim Grenzschutz. Er wünsche sich von den europäischen Staaten „größere Anstrengungen beim Schutz ihrer Grenzen“, um die „zivilisatorische Kohärenz“ zu bewahren.

Dieser Begriff ist bewusst gewählt: Vance argumentiert, dass funktionierende Demokratien auf einem gemeinsamen kulturellen Fundament beruhen. Ohne klare Kontrolle darüber, wer einwandere und unter welchen Bedingungen, gerieten gesellschaftlicher Zusammenhalt und politische Stabilität unter Druck. Zwar sehe er erste Kurskorrekturen in einigen Ländern, doch Europa müsse „entschlossener handeln“, um langfristig überleben zu können.

Aussagen erinnern an Rede in München

Diese Sätze von JD Vance knüpfen an jene Rede an, die der US-Vizepräsident vor einem Jahr auf der Münchner Sicherheitskonferenz hielt. Dort hatte er Europa bereits eine „gefährliche Mischung aus moralischer Selbstgewissheit und strategischer Naivität“ vorgeworfen. Wörtlich sagte er damals: „Europa kann nicht gleichzeitig von amerikanischen Sicherheitsgarantien profitieren und politische Entscheidungen treffen, die seine eigene wirtschaftliche und gesellschaftliche Basis aushöhlen.“

In München kritisierte Vance zudem die aus seiner Sicht überbordende Bürokratie und Energiepolitik der Europäischen Union. „Man kann keine industrielle Stärke bewahren, wenn man die eigenen Unternehmen mit immer neuen Auflagen überzieht“, erklärte er und warnte vor einer schleichenden Deindustrialisierung. Europa laufe Gefahr, „vom Motor der Weltwirtschaft zum Zuschauer zu werden“, wenn es nicht entschlossen gegensteuere.

„Wollen, dass Europa wieder aufblüht“

Der US-Vizepräsident lobte im TV-Interview auch Außenminister Marco Rubio für seine „großartige Rede“ aktuell bei der Sicherheitskonferenz in München und wies erneut die Darstellung einer anhaltenden Rivalität zurück. Vance erklärte, Rubios Ansprache habe „auf sehr, sehr überzeugende Weise“ ihre gemeinsame Botschaft vermittelt.

„Ich habe jemanden sagen hören, ich sei der ‚bad cop‘, damit Marco den ‚good cop‘ geben könne. … Der Grund, warum der Präsident, Marco oder ich über Grenzsicherung sprechen, der Grund, warum wir darüber sprechen, dass sie mehr für ihre eigene Sicherheit ausgeben sollten, der Grund, warum wir darüber reden, dass sie wieder eine dynamische, lebendige Wirtschaft werden müssen, ist der, dass wir wollen, dass Europa aufblüht“, sagte er gegenüber Fox News.

„Ich denke, der Präsident sagt sehr klug: Wir haben noch drei Jahre vor uns – also warum konzentrieren sich nicht alle auf die Aufgabe, für die uns die amerikanischen Bürger gewählt haben, statt auf etwas, das noch sehr weit in der Zukunft liegt?“, so Vance weiter. Zugleich betonte er, es gebe „schlichtweg keinen Konflikt“ innerhalb des führenden republikanischen Trios.

Seine jetzigen Aussagen bestätigen die Linie Washingtons: Vance betont, dass die transatlantische Partnerschaft weiterhin von zentraler Bedeutung sei. Doch Partnerschaft bedeute auch Eigenverantwortung. Europa müsse seine Verteidigungsfähigkeit stärken, seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sichern und vor allem die Kontrolle über seine Außengrenzen zurückgewinnen.

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Kommentare ( 6 )

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Juergen P. Schneider
1 Stunde her

Der Applaus für Rubios Rede, die inhaltlich genau derjenigen von Vance vor einem Jahr entsprach, galt offenkundig allein dem konzilianten Ton, in dem sie vorgetragen wurde. Die wesentlichen Inhalte waren bei beiden Reden identisch. Die versammelte links-grüne EU-Meute applaudierte also einer Rede, die sie vor einem Jahr in Bausch und Bogen verdammte. Was sagt uns das über den Geisteszustand dieses Personals?

Haba Orwell
1 Stunde her

> Ohne klare Kontrolle darüber, wer einwandere und unter welchen Bedingungen, gerieten gesellschaftlicher Zusammenhalt und politische Stabilität unter Druck.

Spanien wollte kürzlich 500.000 Illegale legalisieren. UncutNews-Newsticker bringt heute eine Korrektur:

> „… 18. Feb. 06:57  Der spanische Premierminister Pedro Sánchez will in den nächsten drei Jahren 600.000 illegale Einwanderer legalisieren. Die spanische Polizei gibt an, dass es aufgrund eines neuen Regulierungsdekrets bis zu 1,3 Millionen sein könnten. …“

Wenn es tröstet – AlAndalus war eine Epoche kultureller Blüte mit grandiosen Bauten. Es heißt allerdings, es vergeht viel Zeit, bis auch Eliten kommen.

Deutsche
1 Stunde her

So routiniert wie unsere „Elite“ lügt und täuscht und sei es nur als Ausweichmanöver um die eigene Inkompetenz schönzureden, ist das nicht wirklich ein „Partner“ auf den man sich verlassen kann.
Selbst „Verträge“ und Rechtsprinzipien werden kaltschnäuzig ignoriert. Siehe z.B. EU Gründungsverträge oder seit neustem auch das Grundgesetz (Rechte des Bürgers).
Es ist Schlimm was sich da über die Jahrzehnte entwickelt hat.
Don’t trust them.

Reinhard Schroeter
1 Stunde her

Sie agieren so wie die Greise in Ost-Berlin Ende der 80 er Jahre , die Polithansel sowohl im Bundeshauptslum als auch in Brüssel . Damals hatte sich mit Gorbatschow der Wind in Moskau gedreht, die Zeichen standen unübersehbar auf Veränderung. In Ost-Berlin blieb man halstarrig,bockig und überheblich, war blind fűr Veränderungen, reagierte auf die Signale aus Moskau mit einer Mischung aus Trotz und Besserwisserei. Wie es weiterging , weiss man und darin liegt auch die Hoffnung , die wir heute haben können. Entweder sie passen sich der neuen Lage in Übersee an oder sie sind in absehbarer Zeit weg vom… Mehr

Haba Orwell
2 Stunden her

> Er wünsche sich von den europäischen Staaten „größere Anstrengungen beim Schutz ihrer Grenzen“, um die „zivilisatorische Kohärenz“ zu bewahren.

Kein Problem – die Bunteswehr schickt Flugzeuge, um Afghanende:innen zu holen, die dadurch keinen Grenzen queren müssen, sondern gleich mitten im Land landen. Aus einem Failed State stammend müssten sie mit der hiesigen Epsteinokratie besonders kompatibel sein.

Danton
2 Stunden her

Guter Herr Vance, vergessen sie Europa. Mir werden fast 100% meiner Einkünfte als Vorsteuer vierteljährig abgezogen. Mit dem Geld bekommt das sozialistische Deutschland gerade mal 5 Afghan-Familien (je ein Mann, seine zwei Frauen und 8 Kinder = a 6000 €) satt. Mittlerweile zahle ich, der ich alle 5 Jahre mal zum Arzt gehe, Beiträge an die Krankenkasse die die Durchnittsrente in Deutschland übersteigt. Und wenn man die Handvoll seriöser neuer Medien wie TE demnächst auf den EU-Index für Sanktionen setzt, dann kann ich nicht mal mehr meine Meinung öffentlich äussern. Geplant ist meine berufliche Zelte in Europa abzubauen, mein Geld… Mehr