Bereits im syrischen Bürgerkrieg war Aleppo Schauplatz massiver Kampfhandlungen. Nun sind erneut zahlreiche Christen auf der Flucht, seit sich dschihadistische Regierungstruppen und kurdische Milizen heftige Gefechte in der Millionenstadt liefern. Ursula von der Leyen trifft sich derweil in Damaskus mit dem syrischen Machthaber Ahmed al-Scharaa.
picture alliance / Anadolu | Izz Aldien Alqasem
In der syrischen Stadt Aleppo ist der schwelende Konflikt zwischen kurdischen Milizen und den Regierungstruppen der dschihadistischen Machthaber eskaliert.
Nachdem es bereits in den vergangenen Wochen vereinzelt zu Kampfhandlungen gekommen war, hätten sich diese seit Jahresbeginn intensiviert; seit dem 5. Januar lieferten sich die Konfliktparteien schwere Gefechte, so berichtet die Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CSI) unter Berufung auf Partner der Organisation, die das Geschehen vor Ort beobachten.
Zwei Stadtviertel Aleppos stehen unter kurdischer Kontrolle. Eines davon, Scheich Maksud, ist ethnisch und religiös gemischt. Die dort ansässigen Christen waren bereits 2013 zur Flucht gezwungen worden und finden sich nun erneut zwischen den Fronten wieder. Laut Christian Solidarity International finde derzeit eine massive Vertreibung der Bevölkerung statt. Die an Kampfzonen angrenzenden Gebiete stünden Tag und Nacht unter Beschuss, Schulen und Universitäten seien geschlossen, eine Ausgangssperre verhängt.
„Es ist der Horror, als wären 14 Jahre Krieg, Sanktionen und Erdbeben nicht genug gewesen. Als wäre diese Stadt verflucht. Als dürsteten die Straßen Aleppos nach Blut (…) Als vervielfältige sich der Horror endlos“, zitiert CSI einen Augenzeugen. Ein christlicher Arzt berichtet: „Im Herzen des Universitätskrankenhauses von Aleppo (…) verängstigte Gesichter (…) besorgtes Personal, das sich fragt, ob der Weg nach Hause sicher ist (…) erschöpfte Patienten, ohne Medikamente oder Geld (…) Exodus und Entwurzelung (…) eisige Kälte, die das zusammenzieht, was von den Schlägen eines müden Herzens noch übrig ist (…).“
Internationale Medien sprechen von mindestens 22 Toten seit Ausbruch der Kämpfe. Am Donnerstagabend, dem 8. Januar, griff die syrische Armee Stellungen in Aleppo an. Ziel waren die kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF). Faisal Ali, Leiter der Einsatzabteilung der syrischen Zivilschutzkräfte in Aleppo, spricht von 13.500 Menschen, die infolge der Kämpfe fluchtartig die Stadt verlassen hätten. Die SDF beschuldigten mit Damaskus verbündete Fraktionen, mit rechtswidrigen Angriffen auf zivile Gebiete zu drohen, und erklärten, öffentliche Warnungen vor Beschuss könnten nach internationalem humanitärem Recht einer Zwangsvertreibung und damit Kriegsverbrechen gleichkommen.
Der Premierminister der Regionalregierung Kurdistans, Masrour Barzani, äußerte Besorgnis über die Angriffe auf die kurdischen Stadtviertel von Aleppo. Er warnte, gezielte Attacken auf Zivilisten sowie Versuche, die demografische Struktur des Gebiets zu verändern, kämen einer ethnischen Säuberung gleich.
Damaskus hat die kurdischen Kämpfer derweil aufgefordert, das Gebiet zu räumen. Inzwischen wurde mithilfe der USA ein Waffenstillstand vermittelt – ob dies das Ende der Kämpfe bedeutet, bleibt jedoch fraglich. Denn eigentlich besteht bereits seit März 2025 ein Abkommen zwischen dem neuen Regime und den kurdischen Behörden, das eine Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Seiten vorsieht. Dieses hätte bis zum 31. Dezember 2025 umgesetzt werden sollen.
Die aktuelle Eskalation gilt als die schlimmste in Aleppo seit Jahren. Nachdem Assads Truppen die Stadt Ende 2016 erobert hatten, galt die Lage in der vom Bürgerkrieg stark gezeichneten Stadt lange als ruhig. Nun seien die christlichen Helfer vor Ort an die Grenzen ihrer Kräfte gelangt, so Christian Solidarity International.
Der Geschäftsführer von CSI, Pfarrer Peter Fuchs, erklärt, die Menschen seien „ausgelaugt von wiederkehrenden Wellen von Krieg und Terror, von Perspektivlosigkeit und Armut. Vor Weihnachten hatte eine Grippe-Epidemie die Einwohner Aleppos entkräftet. Die Krankenhäuser befinden sich nach 15 Kriegsjahren und verheerenden Wirtschaftssanktionen in einem desolaten Zustand und können den Opfern der aktuellen Angriffe und den vielen Vertriebenen kaum helfen.“
Wie bereits in einem Interview mit Tichys Einblick appelliert er neuerlich an die Verantwortungsträger im Westen: „Unsere kirchlichen Projektpartner vor Ort leisten bei der Versorgung ihrer notleidenden Mitbürger Übermenschliches. Sie können nur durchhalten, wenn der Westen das Regime in Damaskus zwingt, das Land demokratisch zu einen und die Würde aller seiner Bürger zu garantieren.“
Nur einen Tag, nachdem das dschihadistische Regime in Damaskus neue Kampfeinsätze befahl, reisten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, zu Gesprächen mit Ahmed al-Scharaa nach Syrien. Allerdings nicht, um über Menschenrechte und Demokratie oder die prekäre Situation religiöser und ethnischer Minderheiten zu sprechen – vielmehr gehe es um die Verteidigung „wirtschaftlicher und politischer“ Beziehungen.
Das Schweigen der Europäischen Union angesichts der Kämpfe, Flucht und Vertreibung ist umso auffälliger, als dass ihre Vertreter gewöhnlich nicht müde werden, „europäische Werte“ zu postulieren und sich als deren Verteidiger zu gerieren. Ausgerechnet gegenüber dem Dschihadisten al-Scharaa, der unter dem Kampfnamen al-Julani die islamistischen HTS-Milizen (Haiʾat Tahrir asch-Scham) anführte, spielen solche Erwägungen offenkundig keine Rolle – auf Kosten nicht nur der Christen, sondern aller religiösen und ethnischen Minderheiten des Landes.




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Syrische Christen auf der Fluch ? Die deutschen Gutmenschen wollen helfen.
Ich hoffe, es kommen bald viele tausend neue Syrer in das Land der dummen Deutschem um sich hier gut versorgen zu lassen.
Ich hoffe, das das System der dämlichen Deutschen daran zugrunde geht.
Denn einmal muss es doch klappen.
Hauptsache die Mio. Euro fließen weiter an die Terroristen:
(Quelle: ARD-Videotext)
Soll keiner sagen, die Mainstreammedien berichten ncht davon!
Und bei uns verfällt die Infrastruktur und die Kinder haben in den Schulen nur vergammelte Toiletten.
Von der Leyen , kündigt neue Hilfe für Syrien an.
Noch Fragen ?
Auch UvdL wird – wie D – die Bilder bekommen, die sie möchte bzw. die Syrien ihr zeigen will. Ruinenbilder und jetzt friedlicher Wiederaufbau. Hauptsache, das Geld fließt. Hauptsache, keine Christen erhalten in D oder der EU Zuflucht. Das wäre schließlich islamophob.
Der Westen mischt sich weiterhin in Nahost ein: https://tkp.at/2026/01/10/jemand-bewaffnet-demonstranten-im-iran/ > „… Die iranische Hackergruppe Handala hatte in der Zwischenzeit Details über den Mossad-Agenten veröffentlicht, der mit den Brandstiftungen und Morden an Polizisten in Zusammenhang gebracht wird, Mehrdad Rahimi. Die Gruppe berichtet, dass dieser Mossad-Offizier innerhalb des Iran agiere und Geheimdienstmethoden einsetzt, wie die Vergabe von Codenamen für jeden angeworbenen Söldner. Dabei handelt es sich um normale, naive Jugendliche. Handala veröffentlichte Teil einer Liste mit mehr als 600 iranischen „Unruhe-Akteuren“, die auch für Tötungsprojekte genutzt werden, die dann den Sicherheitskräften angelastet werden. …“ Zu den „westlichen Werten“ gehört offenbar grenzenlose Skrupellosigkeit,… Mehr
Sie sollten nicht so viele Schwurbel-Youtuber konsumieren, sonst fangen Sie irgendwann noch an, Chemtrails zu zählen.
Israel gibt den Ton an und der Rest unterwirft sich.
Der Westen, genauer Frankreich, ist Schuld an den heutigen Zuständen im Iran. Als Khomeni aus dem Iran floh, ging er nach und nach in verschiedene muslimische Länder. Überall wurde er wegen seiner religiösen Aggressivität rausgeschmissen. Frankreich hat ihn dann aufgenommen und ihm politisches Asyl gewährt. Das hatte Frankreich auch mit Pol Pot gemacht. Der Rest ist (hoffentlich bekannte) Geschichte.
Ihre Nähe zu russischer Propaganda ist erneut offenkundig. Die Liaison des Kreml mit den Mullahs veranlasst Sie immer wieder, die Ansichten Moskaus, also teils einseitige, teils äußerst bizarre, zu verkaufen. Dass sich sehr wohl jahrzehntelange Unzufriedenheit mit dem blutrünstigen, diktatorischen, klerikalfaschistischen System der Mullahs Bahn bricht, will Ihnen partout nicht möglich erscheinen.
Und dann, typisch für die israelfeindliche Haltung der russischen Propaganda, muss natürlich, geradezu kompulsiv, der Mossad ins Spiel gebracht werden. Klar doch, hinter allem steckt Israel, nicht wahr? Eigentlich sind Ihre Einlassungen schon wieder lustig.
Na ein Glück ist der Diktator Assad verjagt. Da hat der Werte Westen ganze Arbeit geleistet. Syrien war mal ein relativ sicheres Land, bis ,,unsere Demokratie“ da Einzug gehalten hat.
Ja. Und während der Hatz der Muslime auf Christen in Aleppo sass EUuvdL in Damaskus beim Kalifen und brachte neues Geld aus unseren Steuern und Abgaben: https://exxpress.at/politik/von-der-leyen-sagt-syriens-praesident-eu-unterstuetzung-zu/
Kann man sich nicht ausdenken – oder?
Gut getroffen auch das Bild: man versucht es schon gar nicht mehr, die Hand zu reichen – man legt sie stattdessen wie im Islam üblich theatralisch aufs Herz.
.
„Nach UNO-Angaben wurden durch die neu aufgeflammten Gefechte bisher rund 30.000 Menschen vertrieben. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete bereits 140.000 Vertriebene. Nach Angaben beider Seiten kam es bereits zu Toten.“
Auch: kein Wort dazu vom Papst!
Libyen und Irak waren auch sicher.
Mal sehen, wie lange Jordanien noch Ruhe hat. Immerhin haben die Jahre lang die PLO ertragen müssen, die Amman in Schutt und Asche gelegt hat. Aber sie haben überlebt!
Es ist immer das selbe: Erst nimmt Deutschland die Opfer auf, dann die Täter.
Und ich will nicht wissen, wieviel Geld aus unseren Sozialsystemenund Entwicklungshilfebudget am Ende in der Kriegskasse der Islamisten endet.
In Minnesota könnte ein Jahresetat des Staates Somalia durch die fleißigen somalischen Angesiedelten mit den fake-Kinderunterbringungen durchaus aus amerikanischen Steuergeldern ins off geflossen sein, darüber gibt es inzwischen sogar ein wiki: https://en.wikipedia.org/wiki/2020s_Minnesota_fraud_scandals#Investigations
Seit 7 Januar ist dort ein Untersuchungsausschuss zugange: https://oversight.house.gov/release/chairman-comer-opens-hearing-on-massive-fraud-in-minnesotas-social-programs/
Und die Doku von Nick Shirley, inzwischen fast 140 Millionen Mal alleine dort auf x angeklickt, findet man hier: https://x.com/nickshirleyy/status/2004642794862961123
1978 habe ich mit 2 Freunden Syrien mit einem VW-Bus durchfahren. Aleppo war eine fantastische Stadt. Aber in ganz Syrien, wo wir von Christen immer extrem gastfreundlich aufgenommen wurden, hatten die Christen Angst und waren kaum bereit über die Probleme zu sprechen. Man schaute sich um, senkte die Stimme und bat um Verständnis, dass man über dieses Thema besser nicht spricht. Irgend wie spüre ich heute dieses Gefühl, wenn ich Themen über die Politik, unsere Politiker, Einwanderung, Messermänner oder Gruppenvergewaltigungen thematisiere. Ich stelle mir nun die Frage, ob und wann diese gegenwärtigen syrischen Verhältnisse bei uns eintreffen. Wir haben uns… Mehr
Sie schreiben es ja – die Verhältnisse sind lange angekommen.
Und einer wie Daniel Günther sorgt wirksam dafür, dass sie „ohne Angst vor der Staatsmacht“ gar nicht mehr thematisiert werden dürfen.
Vielleicht sollte die Religion des Friedens es ausnahmsweise mal damit versuchen, friedlich mit anderen zusammen zu leben. Dann könnte die Welt ein besserer Ort sein.
Aber das wollen sie doch. Nur verweigern die Menschen den Übertritt zum Islam und zur Scharia. So wie in D und der EU die Menschen sich der Einheitsmeinung verweigern.
Was können denn die friedlichen Eliten in der EU und in Syrien dafür, dass der Nachbar nicht in Frieden leben will.
Erst bekämpfen die Muslime alle Ungläubigen. Dann bekämpfen sich die Gruppen untereinander. Und zum Schluss geht es Mann gagen Mann, bis nur noch einer übrig ist.
Ein weiteres Land, welches sich wegen Israel und den USA in der Hölle befindet. Danke für nichts.