Warum glauben viele Deutsche Medien & Politik nicht mehr?

Jetzt rächt sich die jahrelange Panikmache, die sich immer wieder als unbegründet herausgestellt hat.

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Gestern Pressekonferenz der Landesregierung von NRW: Die Regierung bittet die Bürger geradezu händeringend und verzweifelt, die Verhaltensmaßregeln zu befolgen. Andernfalls seien drastischere Maßnahmen wie eine Ausgangssperre unumgänglich.

Eindringlicher könnten die Appelle von Medien und Politik nicht sein. Und dennoch sieht man überall Bürger, die sie ignorieren. Bis vor wenigen Tagen ignorierten sogar die Talkshowgäste, die über die Wichtigkeit von einem bis zwei Meter Sicherheitsabstand sprachen, ihre eigenen Worte. Und die Bundestagsabgeordneten sitzen dicht an dicht, während man den Bürgern sagt, wie wichtig soziale Distanz sei.

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Viele Bürger folgen den Empfehlungen und Anordnungen nicht. Früher galten die Deutschen als obrigkeitshörig. Anders etwa als in Griechenland oder Italien nahmen die meisten Bürger ernst, wenn von den Behörden etwas angeordnet wurde. Sind die Deutschen auf einmal ein Volk von Anarchisten geworden?

Warum vertrauen viele Leute eher auf irgendwelche Quellen im Internet als auf das, was in ARD und ZDF gesendet wird? Woher das Misstrauen vieler Menschen gegen Politiker, woher die Resonanz für Verschwörungsspinner?

Der Grund ist einfach: Jetzt rächt sich die jahrelange Panikmache, die sich immer wieder als unbegründet herausgestellt hat. Erst stirbt angeblich der Wald. Dann wird Panik wegen BSE („Rinderwahn“) gemacht. Dann wegen der Schweinegrippe. Dann wegen Stickoxiden. Jeden Tag werden die Menschen in Medien mit apokalyptischen Beschwörungen bombardiert: „Es ist fünf nach zwölf, wenn wir nicht sofort radikal handeln, sterben wir alle.“ Kaum holt der Bürger Luft, wird das Ende der Demokratie in Deutschland beschworen und der Eindruck erweckt, wir stünden kurz vor einer neuen nationalsozialistischen Machtergreifung. Eine Panik nach der anderen. Irgendwann können die Leute es nicht mehr hören.

Gerade ältere Bürger, die das Ozonloch, das Waldsterben, den Rinderwahn, Stickoxide und den Klimanotstand überlebt haben, reagieren jetzt in der Coronakrise gelassen: „Wir haben das alles überlebt, da werden wir das auch überleben.“ Weil in der Vergangenheit immer wieder übertrieben wurde, glauben viele Bürger, dass auch diesmal wieder übertrieben wird. Wer ständig ruft „es brennt“, muss damit rechnen, dass die Feuerwehr irgendwann nicht mehr kommt – wenn es wirklich brennt. Ich denke, die Sorge ist diesmal berechtigt und die Empfehlungen der Regierung kommen eher zu spät als dass sie übertrieben wären. Aber leider sind viele Menschen durch den ständigen Daueralarm desensibilisiert für reale Gefahren.

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Kommentare ( 84 )

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84 Kommentare auf "Warum glauben viele Deutsche Medien & Politik nicht mehr?"

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KONSEQUENZEN:

(1) Sich sobald als möglich aus Deutschland verabschieden (NZZ/ Ch: „Ungleichgewicht in Migration in Deutschland – hochqualifizierte deutsche Ärzte & MINT wandern aus; wenig/ niedrig qualifizierte Menschen aus aller Welt fluten massenhaft herein (und werden lebenslang versorgt mit Wohnung, Sozialhilfe, großzügigem Familien- Nachzug).

(2) Aus Deutschland und EU auswandern, und ausserhalb der EU einen Hauptwohnsitz nehmen.

(3) Sich über deutsche und internationale Politik in Nicht- mainstream Info- Medien (z.B. TE, achgut, u. einige wenige andere) informieren.

„Wir schaffen das“ – es wird gern so getan, als sei das Thema erledigt, abgehakt, geschafft.
Dabei stimmt das nicht, die Problematik der Massenmigration ist dringlich wie eh und je, eher schlimmer. Es fehlen nur dramatische Bilder, erst Klima, jetzt Corona waren und sind wohl publikumswirksamer.

Ich wünschte mir jeden Tag einen Suhl-Aufstand!

Seit langem meine Worte: Wegen der dauernden Panikmache, der Lügen und Verdrehungen bin ich geneigt schon die Angabe der Uhrzeit für eine Falschmeldung zu halten.

Die öffentlich-rechtlichen Medien (bzw. die, die da arbeiten) haben schwere Schuld auf sich geladen und laden weiter.

Ich habe gestern im Garten gearbeitet. Das Grundstück ist an 3 Seiten mit diversen einheimischen Hecken eingefasst. Es gibt Vögel über Vögel, obwohl es doch keine Vögel mehr gibt. Und viele Vögel gibt es wenn viele Insekten vorhanden sind. Aber es gibt doch keine Insekten mehr. Und der Boden ist gut vom Regen der vergangenen Monate durchfeuchtet. Aber es ist doch überall Wüste in Deutschland. Die Luft ist herrlich frisch und riecht schon nach Frühling. Aber es gibt doch nur noch CO2 Luft zum atmen. Dann sitze ich auf meiner Terrasse, trinke einen guten Kaffee und denke mir so…echt Schwein… Mehr

Über die wirklichen Gefahren in Deutschland wird doch seit Jahren nicht mehr ordentlich berichtet. Angefangen bei den im Artikel genannten Schlagzeilen bis hin zur ungezügelten und andauernden Migrationswelle. Lug und Trug und Panikmache überall.
Ich bin, glaube ich, nicht die Einzige, die den Politikern und den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten auch nur noch ein einziges Wort glaubt. Und darum habe auch ich am Anfang diesen versch… Virus und seine Auswirkungen unterschätzt.
Bin zwar (noch) gesund, aber die Auswirkungen betreffen jeden – ohne Ausnahme. Die folgende Rezession wird m.E. alles in den Schatten stellen, was die Menschen in den letzten hundert Jahren erlebt haben.

Die Empfehlungen kommen um mindestens 4 – 5 Wochen zu spät, und die Androhung von Ausgangssperren ist nicht nur übertrieben, sondern unter den Umständen eher nahe am Tatbestand des Art. 20 Abs. 4 GG. Zudem stellt sich die Frage, aus welchen Gründen Staat und Politik wochenlang sträflich untätig waren, notwendiges Material ins Ausland verschenkt sowie jeden Warner diskreditiert oder angegriffen haben, während sie jetzt nicht hektisch und martialisch genug agieren und die Grundlagen eines funktionierenden Staatswesens erschüttern können? Zustimmung in jedem Fall zum Tenor, dass alarmistische Dauer-Panikmache eben irgendwann zu Abnutzungserscheinungen führt. Und ob diese wirklich gefährlich sind, muss sich… Mehr

Evtl weil diese notorisch offensichtlich lügen, manipulieren und von einer üblen Heuchelei geprägt sind?

„Die Regierung bittet die Bürger geradezu händeringend und verzweifelt, die Verhaltensmaßregeln zu befolgen.“

Ich denke nicht, dass die Uneinsichtigkeit etwa an der „jahrelangen Panikmache, die sich immer wieder als unbegründet herausgestellt hat“ liegt.
Wir werden nicht umhin kommen, in unserer zunehmend unsolidarisch werdenden Gesellschaft strengere Maßnahmen zu beschließen. Die Schieflage der Gesellschaft, der erodierende Gemeinschaftssinn wird wohl leider deren Umsetzung erschweren.

Ich halte die meisten Deutschen inzwischen für zu bildungsfern, um die Ausbreitungsproblematik zu verstehen. Und es kann doch auch kein „Spitzen“-politiker eigenständig erklären, warum die Verlangsamung der Neuansteckungen so wichtig ist.

Ich denke, es ist nötig, um die Kliniken aufzurüsten.

Die Frage ist nur, inwieweit man die Kliniken überhaupt soweit „aufrüsten“ kann, dass sie der Pandemie Herr werden können?
Es ist ja nicht so, dass das Coronas-Virus nur in Deutschland vorhanden ist, sondern eben weltweit. Somit stellt sich dann die nachfolgende Frage, inwieweit z.B dringend benötigte Beamtmungsgeraete vorraetig bzw wie schnell diese trotz globaler Unterbrechung der Lieferketten herstell- und lieferbar sind. Wir sehen dieses „Phaenomen“ ja schon bei „einfacher“ Schutzausrüstung. Somit ist sehr fraglich, ob dieses personelle Aufrüsten ohne dringend benötigte Schutzkleidung für Aerzte, Krankenschwestern und Pflegern überhaupt sinnvoll ist, wenn diese dann selber Gefahr laufen sich zu infizieren.

► Meine Theorie ist etwas anders: Gegen Ozonloch, Waldsterben, Rinderwahn, Stickoxide, Klima usw. wurden jedesmal staatlich geregelte Maßnahmen beschlossen. Aber es gab und gibt keine panischen(!) Rekationen der Bevölkerung im Form freiwilliger Einschränkungen. Einige haben sich entschlossen, wegen des Klimas mehr Rad zu fahren, einige verzichten auf Fleisch und kaufen Bio. Aufs Ganze gesehen bleiben dies aber nachrangige Erscheinungen. Panik wird von Kindern öffentlich gefordert aber selber nicht nennenswert gehandelt. Schließlich wurde praktisch alles durch andere Instanzen gelöst. Der Einzelne bekam es fertig serviert. FCKW-freie Kühlschränke, Strom verschwendende Leuchtmittel flogen aus dem Markt, schwefelhaltige Mineralöle werden entschwefelt, wahnsinnige Rinder wurden beseitigt,… Mehr
Das Waldsterben wurde in der Tat durch technische Maßnahmen abgewendet. Das seinerzeitige Phänomen gehört aber überhaupt nicht in die Reihe der Panikmachereien, man sollte endlich damit aufhören, das mit Klima etc. in Zusammenhang zu bringen. Was Sie da zu „jüngeren Weißen, bei denen die Dekadenz voranschreitet“ schreiben, führt bei mir indes zu Kopfschütteln. Jugend mit etwas dunklerem Teint ist auch nicht anders, und wenn Sie sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit im „Südland“ die Jugend ihren Müll einfach fallen läßt (siehe auch Umfeld von Erstaufnahmeeinrichtungen etc.; und nicht allein die Jugend, das ist generationenübergreifend) sehen Sie die „weißen Nordlichter“ mit ihrer Mülltrennerei… Mehr
Wir müssen mal darüber reden, was unter Dekadenz zu verstehen ist. Es ist ein Abbau, Niedergang. Abbauen kann man nur, was man vorher hatte. Dekadenz ist also der dynamische Vorgang der Zunahme der Dummheit, wohingegen jemand aufbaut, der vorher keíne Bildung kannte aber jetzt welche bekommt. Wenn es in Afrika viele Analphabeten gibt aber zunehmend Schulen gebaut werden, gibt es einen Aufstieg, auch wenn der Prozentsatz der Analphabeten größer ist als bei uns, wo man trotz vorhandenem Schulsystem abbaut bzw. das Schulssystem daselbst verschlechtert. Zur Mülltrennung : Das ist kein Kriterium für Dekadenz. Da geht es eher um Ordnung. Unsere… Mehr
Wen sehen Sie bitte als Gegenpol zu den (jungen) „Weißen“, die sie als Problem anzusehen scheinen? Sind Nicht-Weiße (Asiaten, Negroide, Latinos) aus Ihrer Sicht weniger ablenkungssüchtig? (Ost-) Asiaten mögen in mancher Hinsicht disziplinierter und bewusster sein, sind aber auch ganz groß in Sachen Daddelei auf Handy und Konsole, ganz zu schweigen von anderen „Rassen“. Zudem werfen Sie Merkmale wie Hautfarbe und Nation, Staatsform munter durcheinander. Würden Sie eine andere Hautfarbe als „weiß“ anführen, wären Sie auch unverzüglich des „Rassismus“ mehr als verdächtig. Aber (junge/alte) „Weiße“ (Männer) sind halt für Pauschalurteile schwer in Mode. Meines Erachtens ist es weniger eine Frage… Mehr
Rückfrage: gibt es neben dem Mainstream noch eine andere, antipolitische Korrektheit, dass man nichts Schlechtes über Weiße sagen darf, auch wenn man es analysiert und verglichen hat? Wenn Sie schon Asien erwähnen, sehen Sie, wie sie aufsteigen während wir von ihnen überholt werden. Lassen Sie sie doch ihre Computerspiele machen, wenn sie das andere auch noch prächtig auf die Beine bringen. Die werden besser, wir werden schlechter. Das ist meine Aussage. Dafür gibt es natürlich Gründe. Bei uns sind es eben keine guten. Entscheidend für gesellschaftliche Entwicklungen sind immer die wirkenden Eliten. Das war noch nie anders und wird nie… Mehr