Die Finanzkommission Gesundheit hat geliefert

Die Kommission hat Maßnahmen präsentiert, die geeignet wären, die Beitragssätze zu stabilisieren, ohne die Qualität der Gesundheitsversorgung zu senken. Spielt die Regierung mit? Vor allem SPD-Finanzminister Klingbeil ist gefragt: Das Paket steht und fällt mit der Übernahme der Beiträge für die Bürgergeld-Empfänger durch den Bund.

picture alliance / dts-Agentur | -
Übergabe der Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit zur Stabilisierung der Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung, Berlin, 30.03.2026

Eines muss man den 10 hochkarätigen Experten der Finanzkommission lassen: Ihre am Montag vorgestellten 66 Vorschläge für kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Vermeidung von weiteren Beitragssatzsteigerungen in der Krankenversicherung haben allesamt Hand und Fuß. Und sie haben es in sich.

Denn man tritt allen vom Gesundheitswesen Betroffenen auf die Füße: Am meisten den Leistungserbringern, namentlich den Ärzten, Krankenhäusern und Arzneimittelherstellern. Nicht ohne Grund hat man sich in der Finanzkommission daher auf einen „Shitstorm epischen Ausmaßes“ vorbereitet.

Die beiden Hauptprobleme bleiben unerwähnt

Einleitend wird im Gutachten auf die sich ohne weitere Maßnahmen dramatisch spreizende Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben hingewiesen. Danach würde ohne Reformanstrengungen das Kassendefizit von 15 Milliarden Euro im Jahr 2027 auf mehr als 40 Milliarden Euro im Jahr 2030 anwachsen. Das wiederum würde den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von derzeit rund 3 Prozent auf 4,7 Prozent anschwellen lassen und durch die immense Belastung der Lohnkosten auch den Wirtschaftsstandort Deutschland weiter schwächen.

Die 66 Einzelmaßnahmen, mit denen einem solchen Szenario entgegengewirkt werden soll, zielen entweder auf eine Steigerung der Einnahmeseite oder auf eine Entlastung der Ausgabenseite. Sie wurden destilliert aus insgesamt rund 1.700 Vorschlägen und in der Langfassung des Gutachtens auf mehr als 440 Seiten detailliert aufbereitet.

Wie bei einem im Regierungsauftrag handelnden Gremium zu erwarten, bleiben dort die beiden katastrophalen Politikfehler unbenannt, die den unaufhaltsamen Zerfall der Sozialsysteme überhaupt erst eingeleitet haben: zum einen die Belastung der Beitragseinnahmen aufgrund der im Zusammenhang mit Atomausstieg und „Energiewende“ gezielt betriebenen Deindustrialisierung Deutschlands und zum anderen die Ausbeutung der Sozialsysteme und insbesondere der Krankenversicherung im Zuge der unkontrollierten Massenimmigration.

„FKG“ hält sogar Senkung von Beitragssätzen für möglich

Dennoch hält die „Finanzkommission Gesundheit“, im besten Behördensprech als FKG abgekürzt, bei Umsetzung der von ihr vorgeschlagenen Maßnahmen bereits ab 2027 sogar eine Senkung von Beitragssätzen für möglich. So betrage das derzeit für 2027 erwartete Defizit zwar 15,3 Milliarden Euro, aber allein mit den 52 „unbedenklichen“ Vorschlägen könnte eine Entlastung der Beitragssätze in Höhe von 36,6 Milliarden Euro bewirkt werden: 17,4 Milliarden durch eine Senkung der Ausgaben und 19,2 Milliarden über eine Erhöhung der Einnahmen, wobei hier allein 12 Milliarden auf die Steuerfinanzierung der Beiträge von Bürgergeldempfängern entfielen.

Als „unbedenklich“ bewertet die FKG Einsparungen oder Zusatzeinnahmen ohne unsichere oder potenziell negative Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung. 46 dieser Maßnahmen erhalten das Label „A“. Weitere 6 Vorschläge firmieren sogar als „A mit Stern“ (A*). Dabei handelt es sich um wahre Wundervorschläge, die eine Senkung der Ausgaben mit einer Erhöhung der Versorgungsqualität verknüpfen sollen. Paradebeispiel der FKG ist hier die Einführung eines obligatorischen Zweitmeinungsverfahrens vor der Implantation eines künstlichen Kniegelenks.

Zahlen der Techniker Krankenkasse deuten darauf hin, dass die Mehrheit derjenigen Patienten, die eine Zweitmeinung eingeholt haben, von sich aus auf die Operation verzichtet haben und mit der stattdessen fortgesetzten konservativen Behandlung zufrieden waren. Daher soll das obligatorische Zweitmeinungsverfahren jetzt am Beispiel des künstlichen Kniegelenks evaluiert und im Erfolgsfall auf weitere operative Eingriffe ausgeweitet werden.

„Verteilung der Belastung auf viele Schultern“

Getreu dem Motto „Mitgehangen, mitgefangen“ sollen die Zumutungen der Finanzkommission „auf viele Schultern“ verteilt werden. So soll der von den 66 Maßnahmen für 2027 erwartete Entlastungsbetrag in Höhe von 42,3 Milliarden Euro auf folgenden „Schultern“ ruhen:

  • 45 Prozent (19,0 Milliarden Euro): Leistungserbringer wie Ärzte, Krankenhäuser und Arzneimittelhersteller; davon allein 5,5 Milliarden über eine „einnahmenorientierte Ausgabenpolitik“
  • 30 Prozent (12,5 Milliarden Euro): Übernahme versicherungsfremder Leistungen (vor allem Beiträge für Bürgergeldempfänger) durch den Bund
  • 11 Prozent (4,8 Milliarden Euro): zusätzliche Beitragseinnahmen (vor allem durch Wegfall der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten)
  • 10 Prozent: (4,1 Milliarden Euro): Patienten (vor allem durch Zuzahlungserhöhungen, zum Beispiel bei Arzneimitteln von seit 2004 konstant 5 bis 10 Euro auf dann 7,50 bis 15 Euro)
  • 4 Prozent (1,9 Milliarden Euro): Erhöhung der Konsumsteuern auf Alkohol und Tabak sowie neue gestaffelte Steuer auf zuckergesüßte Getränke

Es dürfte kaum überraschen, dass der größte Unmut wohl bei den sogenannten „Leitungserbringern“ aufkommen wird, die insgesamt 19 Milliarden Euro an Leistungsvergütungen einbüßen, gleichzeitig aber an ihre Mitarbeiter die gewerkschaftlich durchgesetzten Lohnsteigerungen weiterreichen und dennoch keine Abstriche an der Qualität der Patientenversorgung machen sollen. Die Versicherten dagegen werden zwar mit insgesamt 9 Milliarden Euro durch Zuzahlungserhöhungen und teilweisem Wegfall der Ehegatten-Mitversicherung belastet, jedoch kommt dieses Geld unmittelbar ihrer Versorgung zugute.

Damit ist auch klar: Wenn die Bundesregierung sich in Gestalt des SPD-Vorsitzenden und Finanzministers Lars Klingbeil weigern sollte, ihren Part in Gestalt der Steuerfinanzierung der Versicherungsbeiträge für die Bürgergeldempfänger zu übernehmen, dann wird das von der Finanzkommission zusammengestellte Paket kaum umzusetzen sein.

Denn die 66 Vorschläge der Finanzkommission mag man wie die Gesundheitsministerin als „Werkzeugkasten“ betrachten, aber die rund 5 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen werden sich nicht als „Werkzeuge“ behandeln lassen. Gesundheitsreformen sind kein Wünsch-dir-was für Klientelparteien. Weder Leistungserbringer noch Patienten werden bereit sein, für die Fortsetzung ruinöser Politutopien wie der gescheiterten „Energiewende“, der illegalen Massenimmigration oder der als „Demokratieförderung“ getarnten Finanzierung des Linksextremismus zur Ader gelassen zu werden.

Folgegutachten zu Strukturreformen im Dezember

Die 66 Punkte im jetzigen ersten Gutachten der Finanzkommission beschränken sich bewusst auf kurzfristig umsetzbare Einzelmaßnahmen. Im Dezember sollen dann die Vorschläge für strukturelle Reformen folgen. Dabei wird die „Patientensteuerung“ über ein „Primärversorgungssystem“ im Zentrum stehen. Erst dann wird man sich auch mit Praxisgebühren für solche Patienten befassen, die sich nicht „steuern“ lassen wollen und stattdessen direkt den jeweiligen Facharzt aufsuchen oder mit harmlosen Wehwehchen die Notaufnahmen der Krankenhäuser blockieren.

Für das Dezember-Gutachten will man sich auch nochmals der Kassenstruktur annehmen. Bislang hat man dort offenbar wenig Reformbedarf identifizieren können. Doch die Kommission wäre gut beraten, ihre Sichtweise zu überdenken. Denn die aus dem 19. Jahrhundert übernommene „Gliederung“ der gesetzlichen Krankenversicherung in unterschiedlichste „Kassenarten“ ist ein kontraproduktiver Anachronismus.

Und der Wildwuchs von über 90 Kassen mit jeweils hochbezahlten Vorständen und eifersüchtig um Einfluss ringenden Verwaltungsräten produziert viele Reibungsflächen und einen angesichts identischen Leistungskatalogs unsinnigen Wettbewerb um „gute Risiken“. Gerade weil die Finanzkommission für ihre Vorschläge in Anspruch nimmt, allen Beteiligten etwas abzuverlangen, sollten die Kassen nicht ausgespart bleiben. Dies auch, um den Verdacht gar nicht erst aufkommen zu lassen, manche Mitglieder der Finanzkommission würden ein etwas zu enges Verhältnis zu einzelnen Krankenkassen pflegen.

Finanzkommission hat überzeugt

Das jetzige Gutachten der Finanzkommission unterscheidet sich trotz personeller Überschneidungen beider Gremien mindestens in einem Punkt fundamental von den bisherigen Gutachten der „Gesundheitsweisen“ im Sachverständigenrat Gesundheit. Es enthält erstmals für jedes der adressierten Probleme konkrete Handlungsanweisungen und sogar Formulierungen, die unmittelbar in Gesetzestexte einfließen können.

Die wohlfeile Kritik, es sei doch schon alles bekannt gewesen, es habe nur am Umsetzungswillen gemangelt, geht also fehl. Die Qualität dieses Gutachtens liegt in der sorgfältig geprüften Umsetzbarkeit der eingebrachten Vorschläge. Jede Maßnahme wurde offenbar intensiv auf die Pros und Kontras abgeklopft und entsprechend ausgefeilt. Das zeigt sich zum Beispiel in den differenzierten Empfehlungen für die Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten, für die Zweitmeinung vor der Implantation eines künstlichen Kniegelenks oder für das Moratorium bei der Hautkrebsvorsorge.

Daher ist auch die Kritik unsinnig, das Gutachten der Finanzkommission schwäche das Parlament, da es Arbeiten übernehme, für die der Bundestag nicht nur zuständig, sondern auch kompetenter sei. Das ist genau der Fehlschluss, der bislang jede vernünftige Reform verhindert hat. Die Zusammenhänge im Gesundheitswesen sind derart komplex, dass wegweisende Vorschläge eben gerade nicht aus dem Parlament oder der Ministerialbürokratie kommen können, sondern nur von Fachleuten mit nachgewiesener Expertise und verbürgter Unabhängigkeit.

Vergeben Union und SPD die Chance auf einen Befreiungsschlag?

Ja, die Finanzkommission hat es versäumt, die gezielte Deindustrialisierung und die illegale Massenimmigration als Haupttreiber der Kassendefizite zu benennen und die sofortige Rücknahme der dafür ursächlichen katastrophalen politischen Fehlentscheidungen zu fordern. Aber sie hat gleichwohl einen Strauß an sofort umsetzbaren Maßnahmen präsentiert, die in ihrer Summe tatsächlich geeignet wären, die Beitragssätze zu stabilisieren, ohne die Qualität der Versorgung zu beeinträchtigen.

Das alles lässt Gesundheitsministerin Nina Warken derzeit besser aussehen als vermutet. Sie hat die richtigen Leute mit den richtigen Fragestellungen betraut. Genau das ist die Aufgabe eines guten Managers. Aber es ist keineswegs die ganze Miete. Noch nicht einmal die halbe.

Denn der Ball liegt nun zwar dank der Finanzkommission auf dem Elfmeterpunkt. Aber er liegt bei genau den beiden Parteien, die es bisher noch jedes Mal geschafft haben, eine hundertprozentige Torchance zu vergeben. Und der Anlauf zum Schuss sieht auch dieses Mal nicht gut aus. Das auffällige Herumdrucksen von Union und SPD um den „Hauptgewinn“, also die Steuerfinanzierung der Kassenbeiträge von Bürgergeldempfängern, lässt jedenfalls nichts Gutes ahnen.

Natürlich: Gerade angesichts der Qualität und der Prägnanz der eingebrachten Vorschläge ist die Beseitigung der 12 Milliarden Euro an Beitragsbelastungen durch die Bürgergeldempfänger nicht alles. Aber ohne einen solchen Befreiungsschlag ist alles andere nichts.

Dr. med. Lothar Krimmel, Facharzt für Allgemeinmedizin, war von 1992 bis 2000 Geschäftsführer der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und ist damit ein genauer Kenner des Medizinsektors.

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Kommentare ( 69 )

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uweschettler
17 Tage her

Man könnte wohl auch das System der Gefälligkeitskrankschreibungen anpacken: Es kann nicht sein, dass die Leute im Schnitt (!) 4 Arbeitswochen im Jahr krank sind. Da müsste mehr kontrolliert werden, etwa durch den Amtsarzt. Und wie bei anderen Sachverhalten auch, müsste man Ärzte, die überdurchschnittlich viel krankschreiben, sanktionieren.

Michael Palusch
17 Tage her
Antworten an  uweschettler

„müsste man Ärzte, die überdurchschnittlich viel krankschreiben, sanktionieren.“
Wie will man denn feststellen was „überdurchschnittlich“ ist.
Das setzte voraus, dass alle Ärzte in Punkto Alter und Erkrankugsrisiko einen ähnlichen Patientenstamm haben.

Montesquieu
17 Tage her

Herr Krimmel sollte bitte ergänzend ausführen, wieviele Euros pro Jahr von deutschen Steuerzahlern für die kostenlose Krankenversicherung von Millionen nicht erwerbstätiger „Flüchtlinge“ aus der Ukraine, arabischen Ländern und Afrika aufgebracht werden. Ohne diese gebe nämlich kein Defizit in der GKV.
Ohne Thematisierung dieses Problems ist jede Behandlung des Themas “ Finanzierung des Gesundheitswesens“ nicht nur unvollständig, sondern verlogen.

Bernd Bueter
17 Tage her

Das von den Wahlurnenversagern angerichtete Desaster strebt seinem Höhepunkt zu.
Alles gelenkt vom Great Reset.

Doch die Rettung naht:

„Ab 2027 soll eine einmalige 10-prozentige Vermögensabgabe auf alle Vermögen ab einer Million Euro eingeführt werden,………..
..neben Bargeld und Bankguthaben, sollen auch Aktien, Fondsanteile, Immobilien und Betriebsvermögen in die Bemessungsgrundlage einfließen.“

Politisch organisierte Altparteien-Kriminalität in Höchstform.

sunshine42
17 Tage her

Wie sieht es mit der Mitversicherung der türkischen Familienangehörigen aus, für die es das deutsch-türkische Sozialversicherungsabkommen vom 30. April 1964 gibt? Das wäre doch auch ein sehr guter Sparvorschlag, nicht wahr?

Baron Fred
17 Tage her

Was ist eine Kommission oder „Experten“?
Das sind vom Staat bezahlte Leute, die sagen was der Staat hören will aber sich nicht zu sagen traut. Punkt.
Schickt doch erst einmal alle nach Hause, die hier nicht hergehören, nicht arbeiten können und wollen, hergelockt oder eingeflogen wurden.
Dann kann man die Beiträge massiv senken. So einfach.

Ho.mann
17 Tage her

Zusätzliche Beitragseinnahmen durch Wegfall der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten? Klar doch, ist ja nur ein weiterer Sargnagel für unser einstiges Gesellschafts-Fundament namens Familie. Genau wie die Forderung zur Übernahme versicherungsfremder Leistungen der Beiträge für Bürgergeldempfänger durch den Bund und somit durch den Steuerzahler. Auch dieser Vorschlag festigt die Gewissheit, dass der schon länger hier lebende Steuerzahler wohl schon zur eierlegende Wollmilchsau mutiert ist. Wichtig dabei scheint nur, dass die beitragsfreie und ausufernde Leistung für die eingeschleusten Neubürger gesichert bleibt.

Last edited 17 Tage her by Ho.mann
brummibaer_hh
17 Tage her
Antworten an  Ho.mann

Nun, haben Sie mal darüber nachgedacht, dass längst nicht alle Familienpaare mit Kindern verheiratet sind? Inzwischen hat über 1/3 aller Paare mit Kindern keinen Trauschein. Im Gegenzug hat 1/3 aller Ehepaare aber keine Kinder, profitiert aber unter anderem sehr wohl vom Ehegattensplitting. Das haben unverheiratete Paare mit Kindern nicht, aber beide Eheleute müssen sich selbst versichern. Ihr Beispiel hinkt also gewaltig. Wenn man Eltern zugestehen möchte, dass ein Partner familienmitversichert ist, muss man im Gegenzug die Familienmitversicherung verheirateter Paare ohne Kinder – und deren anderen Vorteil, das Ehegattensplitting, abschaffen. Warum sollen also unverheiratete Paare mit Kindern, wo beide Eheleute Krankenversicherung… Mehr

Joe4
17 Tage her
Antworten an  brummibaer_hh

Paare haben die Möglichkeit zu heiraten. Die Ehe ist eine Verbrauchsgemeinschaft, und Ehepaare sind gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet. Das ist steuerlich zu berücksichtigen. – Das Ehegattensplitting und Kinder haben miteinander gar nichts zu tun. Das E.splitting ist kein Vorteil; es sorgt dafür, dass eine Benachteiligung gegenüber Nicht-Verheirateten vermieden wird. – Die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern ergibt sich logischerweise aus den o. g. Punkten. Wenn ein Partner einkommenslos ist, gilt das Gesamteinkommen dieser Gemeinschaft. Mit der Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung würde der einkommenslose Ehepartner individuell verbeitragt, hätte dann – genau genommen – ein Anrecht auf Bürgergeld oder einen staatl. Zuschuss. Die… Mehr

Monostatos
17 Tage her
Antworten an  brummibaer_hh

Es gibt Leute, die niemals verstehen werden, dass die Familie die elementarste aller Solidargemeinschaften ist. Ist das wirklich so schwer zu verstehen?!?

Monostatos
17 Tage her
Antworten an  Ho.mann

Für ältere Ehepaare planiert das den Weg in die Altersarmut. Das ist einem pensionierten Oberfunktionär wie Herrn Krimmel völlig egal.

abel
17 Tage her

Nur mal ein kleines Beispiel aus der Praxis. Beamte müssen 50% für die Krankenversicherung selbst versichern, als Pensionär nur noch 30%, der Rest wird vom Steuerzahler übernommen.Es gibt auch nicht den doppelten Beitrag wie bei Arbeitnehmern. Der Beitrag der dem Arbeitnehmer monatlich für die GKV abgezogen wird, wird in gleicher Höhe vom Arbeitergeber ebenfalls beisgesteuert. Z. B. Zahlt der Arbeitnehmer 300€ an die GKV dann zahlt der Arbeitgeber diese Abgabe on Top. Am Ende 600€/monatlich plus Zusatzbeitrag welcher vom Arbeitnehmer allein geleistet wird.

Joe4
17 Tage her
Antworten an  abel

Ergänzung: Auf Betriebsrenten ist der volle Beitrag zu zahlen.

RandolfderZweite
18 Tage her

Eine Kommission oder eine Arbeitsgruppe sollte unabhängig sein und nicht „pseudo unabhängig“….warum vermisse ich wohl die naheliegenden Vorschläge? 1. Reduzierung der KK’s 2. Schaffung einer einheitlichen KK für Leistungsempfänger 3. Erhöhung der Beitragszahler durch die Verpflichtung, dass ALLE Staatsdiener, sprich Angestellte, Beamte und Politiker einzahlen – also die „eigene Medizin“ schlucken müssen! 4. Umbau der PKV hin zur reinen zusätzlichen Privatversicherung! Leider werden diese Vorschläge nicht mal angedacht, geschweige denn erwähnt! Diese Kommission zeigt, was wir als nächstes bei der Rente erwarten dürfen! Diese Politik passt schlicht nicht in diese Zeit, wo die Menschen gleichzeitig den Wandel in der Energie-… Mehr

Joe4
18 Tage her
Antworten an  RandolfderZweite

Es ist sicherlich schwierig, privat Versicherte in die gesetzl. Versicherung zu zwingen. Machbar wäre aber die Reduzierung der Beihilfe für Pensionäre und eine Kürzung der Fam.zuschläge.
In der gesetzl. Versicherung könnte der Leisungskatalog weiter ausgedünnt werden: Weg mit Wellness und höhere Zuzahlungen für Kuren. Nur einfache Zuschüsse für Versicherte mit Pflegegrad. Etc.

Eddy08
18 Tage her

Ich würde dem Autor mal empfehlen sich als Kassenpatient bei seinen Kollegen hinzusetzen. Ich würde ihm auch mal empfehlen ohne Hilfe und Wissen eine Kur zu beantragen. Aber der Autor ist ja Doktor, warum er für Steuererhöhungen ist, bleibt mir ebenso ein Rätsel. Teile des Systems werden immer für das System sein.

Monostatos
18 Tage her

Die Euphorie des Autors kann ich überhaupt nicht teilen. Das Einzige, was jetzt mit Sicherheit kommen wird, ist die abgepressten Zusatzbeiträge für Ehepartner. Logisch, da Ehe und Familie bei den Kartellparteien, Vulgo „ unsere Demokratie“, überhaupt keine Lobby haben und für diese Parteien das Grundgesetz lediglich bedrucktes Papier, ohne jegliche Bedeutung und ohne Verbindlichkeit ist. Deswegen waren auch in dieser angeblich so großartigen Kommission die Bezahlung dieses Irrsinns überhaupt nicht vertreten. Das Gesundheitsunwesen ist nichts anderes als eine Riesenmaschinerie knapper werdende Geld der Zwangsbeitragszahler in die prallgefüllten Taschen der Plutokraten umzuleiten. Und die Politiker und ihre Berater bekommen dafür eine… Mehr

Joe4
18 Tage her
Antworten an  Monostatos

Noch ist ja nichts entschieden. Die Meinung des Autors teile auch ich überhaupt nicht. Die Ergebnisse der hauptsächlich ökonomisch gesinnten Kommission hätte auch von einer schwäbische Hausfrauengruppe erarbeitet werden können. Es ist keine Kunst, Geldquellen zu finden. Es sollte eigentlich um eine neue Struktur gehen, eine, die alle Bevölkerungsgruppen gerecht einbezieht, soziale Aspekte ausreichend berücksichtigt, niemanden unzumutbar mehr belastet. Die Politik hat jetzt die Aufgabe, dahingehend diese neue Struktur zu gestalten und neue Belastungen möglicht gering zu halten. Allerdings habe ich diesbezügl. wenig Hoffnung.