Teile der jungen Generation möchten wieder mehr Tradition und Übersichtlichkeit. Darauf weisen verschiedene Studien hin. Hinter dem „Backlash“ vieler junger Menschen verbirgt sich die Sehnsucht nach Klarheit und Orientierung. Klingen die Zeiten der ideellen Entwurzelung ab?
picture alliance / Karsten Scherschanski/Shotshop | Karsten Scherschanski
„Forschung“, Politik und Publizistik geben sich gerne als Jugendversteher. Über simple Etikettenaufkleber aber kommen alle drei Akteure selten hinaus. Was gab es schon alles an Namen für „die“ Jugend? Beispiele: die skeptische Generation (1957 „erfunden“), die übertriebene Generation (1967), die überflüssige Generation (1979), die weinerliche Generation (1983), die Null-Bock-/No-Future-Generation der 1980er Jahre, die Generation Golf, die unsichtbare, pragmatische Generation der mittleren 1990er Jahre, die Generation Beauty, die Generation Benedikt, die Generation Doof, die Generation Geil, die Generation Maybe, die Generation Null Zoff & Voll Busy, die Generation Porno, die Generation Punk, die Generation Spießer, die verspielte Generation, die Generation Jammerlappen.
Bezeichnend ist, dass sich zuletzt Etiketten eingebürgert haben, die auf den medialen Konsum Heranwachsender abheben: die Generation @, Flatrate, WLAN, Facebook, Twitter, iPad, WOW (World of Warcraft) usw. Dazu die Yuppies, die Netten, die Hipster, die Hip-Hopper, die Raver, die Nerds, die langweiligen Streber, die jungen Milden und die Stinos (die Stinknormalen). Und als i-Tüpfelchen die No-Label-Generation, also eine Generation, die es immer gab: heterogen, Patchworkjugend – sich jeder Etikettierung verweigernd.
Aktuell und en vogue indes sind folgende Labels im Gespräch: die Generation Boomer (* 1955 – 1965); die Generation X (* 1966 – 1980); Generation Y (* bis 1995; auch als Generation Millennials); die Generation Z (* bis 2009); die Generation Alpha (* ab 2010).
Das Problem: Diese „Generationen“ sind Mythen, es gibt sie nicht und es gab sie nie. Jugend war und ist zu allen Zeiten und in allen Kulturen der Welt etwas ziemlich Heterogenes. Im Grunde sind all die genannten Jugendetiketten semantische Spielereien. Denn „die“ Jugend gibt es nur grammatisch im Singular. Realiter gibt es Jugend nur im Plural. Das zeigt sich allein im Wahlverhalten der 18- bis 24-Jährigen bei der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025.

Screenprint: ARD / Tagesschau
Die jüngste Jugendforschung lässt aufhorchen: Orientierungslosigkeit und BACKLASH sind zugleich angesagt
Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa kommt im Dezember 2025 im Auftrag von „Stern“ und RTL Deutschland auf der Basis von 4.025 Befragten unter anderem zum Ergebnis: Unter den 18- bis 29-Jährigen vertrauen dem Islam 17 Prozent (Gesamtbevölkerung: 7 Prozent), der Katholischen Kirche nur 13 Prozent (Gesamtbevölkerung: 14 Prozent). Kein erfreuliches Ergebnis! Der Migrationshintergrund dürfte hier eine große Rolle spielen.
Eine Studie des Sinus-Instituts und der Allianz Foundation unter 8.000 16- bis 39-jährigen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Polen und Italien kommt unter anderem zum Ergebnis: Viele sehnen frühere Verhältnisse herbei. 28 Prozent der Befragten in den fünf Ländern und auch 28 Prozent der Befragten in Deutschland sagen, dass sie sich nach früheren gesellschaftlichen Verhältnissen sehnen. Man nennt dies einen „Backlash“. Konkret lehnen sie etwa Konzepte wie Diversität und Gleichberechtigung ab. 44 Prozent derjenigen, die sich nach früheren Verhältnissen sehnen, sagen, sie wollten AfD wählen – unabhängig von ihrer eigenen finanziellen Situation.
Der „Spiegel“ subsumiert diese Ergebnisse unter der Überschrift „Zurück zu traditionellen Familienmodellen“. Denn eine beträchtliche Gruppe der 16- bis 39-jährigen (also der „Millennials“) habe rückwärtsgewandte Einstellungen, gehe von zwei Geschlechtern bzw. Geschlechterrollen aus und wolle „Minderheitenrechte beschneiden“ – etwa die von Transpersonen. Das behagt dem „Spiegel“ gar nicht.
Der Münchner Merkur (MM) erkennt in den Ergebnissen der Studie einen „Nostalgie-Trend“ und eine Sehnsucht nach dem Gestern. Der MM hebt auch hervor, dass sich diese Generation laut Umfrage unter anderem mehr Nationalstolz und weniger kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte wünsche.
Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) kommt auf der Basis von Studien in den USA zum Ergebnis: Die Gender- und Trans-Revolution sei vorbei. Es sei dies eine Modeerscheinung der Generation Z gewesen, gefördert von einem Aktivismus von Ärzten, Politikern und Medien. Folge: Nicht nur Aktivisten, sondern Politiker, „Künstler“, „Medienschaffende“ und „Wissenschaftler“ diffamierten jeden als transphob, der vor einem „Trans-Hype“ und den katastrophalen, lebenslangen Folgen für die Einzelnen warnte.
Aber der damals aus den USA kommende Trend scheint vorbei zu sein. So hat der britisch-kanadische Politologe Eric Kaufmann Umfragen unter Studenten ausgewertet: Danach bezeichneten sich 2023 an einer der untersuchten amerikanischen Schulen noch 8 Prozent als nonbinär, 2025 sank der Anteil auf 2 Prozent. Kaufmann wurde im Netz dafür als rechtsextrem beschimpft. Kaufmanns Befund wird gestützt von dem Linguisten John McWhorter, der feststellt: „Binäre Geschlechter sind wieder auf dem Vormarsch, und damit auch die sprachlichen Bezeichnungen dafür, etwa Pronomina.“
Es sei aber nicht vergessen: Dieser Gender- und Trans-Hype explodierte in Coronazeiten. Die jungen Leute waren wochenlang quasi eingesperrt, sie kommunizierten vor allem über Social Media. Hier, auf TikTok etwa, fanden sie, Mädchen noch mehr als Jungen, die vermeintliche Lösung für ihr Identitätsleiden – sogar über Links des Bundesjugendministeriums hin zu „geschlechtsangleichenden“ Maßnahmen, Pubertätsblockern und dergleichen.
Die hochmoralisch aufgeblasene, repressive Gender- und Trans-Debatte scheint ihren Kulminationspunkt überschritten zu haben. Hinterlassen hat sie Tausende an schweren, oft lebenslangen Schicksalen. Die verflossene „Ampel“ hat das mit zu verantworten mit ihrem in den letzten Amtsmonaten noch durchgezogenen und seit dem 1. November 2024 geltenden „Selbstbestimmungsgesetz“ (SBGG). Dieses Gesetz ermöglicht die Änderung des Geschlechtseintrags und der Vornamen durch eine einfache Erklärung beim Standesamt. Das SBGG wurde übrigens von der Merz-/Klingbeil-Koalition bislang nicht zurückgenommen.
Ist all das Anlass zur Sorge?
Die Erwachsenen tun sich seit Jahrtausenden schwer mit der Jugend. Vor fünftausend Jahren stand so etwas auf einem babylonischen Tonziegel: Mit dieser Jugend sei keine Zukunft zu machen. Rund dreitausend Jahre später macht sich Sokrates Sorgen: „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ Ähnlich Platon: Er sieht eine Tyrannis heraufziehen, wenn die Erwachsenen den Jungen nur noch zu Gefallen seien. Und so weiter und so weiter: Zwischen den Generationen knirscht es immer. Das ist der Lauf der Welt.
Allerdings gilt auch: Die Jugend kann nicht besser sein als die Erwachsenenwelt. Auch wenn die Jungen dezidiert anders sein wollen als die Alten. Am Ende sind sie immer ein Spiegelbild der Alten. Zuletzt Spiegelbild einer Erwachsenenwelt, in der die Kultur- und Selbstvergessenheit Mode geworden sind.
Auf heute bezogen heißt das: Wenn die jungen Leute zwischen unterschiedlichen Welt- und Selbstbildern hin und her changieren, dann vor allem auch deshalb, weil die Alten es ihnen vormachen. Die Orientierungslosigkeit vieler junger Menschen ist schließlich das Ergebnis einer von Erwachsenen angesagten „De(kon)struktion“/Zertrümmerung traditioneller Werte sowie deren Ersatzreligionen des Genderismus, des Klimatismus und eines naiven Humanitarismus. Hinzu kommt die schwindende Weigerung von Eltern, Lehrern usw., forderndes Vorbild und nicht nur bequemes, verwöhnendes Leitbild zu sein. Sogenannte Influencer, bei denen viele junge Leute Zuflucht suchen, bieten eben doch nur Ephemeres und Verqueres.
Mit anderen Worten: Hinter dem „Backlash“ vieler junger Menschen verbirgt sich die Sehnsucht nach Klarheit und Orientierung. Die Erwachsenen sollten das als Herausforderung und als Chance begreifen.


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Guter Artikel zum Nachdenken. Vielleicht liegt es aber auch einfach an den „Zivilistionen“. Konflikte können sich nur Wohlstandsgemeinschaften leisten, auf dem Land und im Urwald sind die Menschen nicht nur aufeinander angewiesen, sondern auch die Generationen. Beim Bauern: Die Eltern brauchen ihre Kinder zur Hilfe und die Kinder die Erfahrungen ihrer Eltern. Heutige Kinder/Jugendlichee erkennen die Unpersönlichkeit der beliebigen Patchwork-Famiien und kennen die Familiengeschichte der Zusammenhaltes von Oma u. Opa spz. in schlechten Zeiten. Eine Renaissance dieser geliebten Werte kann ich mir durchaus vorstellen, denn unsere Jugend ist nicht doof, sondern muss nun in ihrem Leben diese Fehler Ihrer Eltern… Mehr
Sokrates und Platon lebten so quasi zur gleichen Zeit, und Platon war ein Schüler von Sokrates. Daher wahrscheinlich die sich ähnelnden Aussagen. Und diese Aussagen kommen in Zeiten von Wohlstand zustande. „Ob nach 300 (Anm: v. Chr.) – bedingt durch die Auswanderung von Griechen und Makedoniern und die Anwerbung griechischer und makedonischer Söldner durch die Diadochenreiche – eine teilweise Entvölkerung überbevölkerter Regionen Griechenlands, verbunden mit einem wirtschaftlichen Abschwung, einsetzte, die erst in der römischen Kaiserzeit zum Stillstand kam, ist in der neueren Forschung umstritten.“, vgl. wikipedia. Dieser Abstieg wird nicht von innen, von der Jugend aufgehalten. Die Kultur erlischt. Wenn… Mehr
Klarheit und Orientierung wird durch die Eltern und falls vorhanden vom Rest der Familie vermittelt. In unserer Familie mit zwei kleinen Enkelkindern wird das noch gelebt. Wir bemühen uns die christlichen Feste, Geburtstage und alles andere als Familie zu feiern. Unsere Enkelkinder sind so wenig wie möglich in der Kita und es gibt regelmäßig „Oma-Opa Tage“. Schaue ich auf die Eltern der Kitakinder sieht die Welt ganz anders aus. Das Allerwichtigste ist, dass die Kinder von früh bis spät die Zeit in der Kita verbringen. Die Großeltern spielen meistens im Leben ihrer Enkelkinder keine Rolle und die Eltern sind oft… Mehr
Daß ich insgesamt anderer Meinung bin erklärt sich von selbst, da „die Jugend“ natürlich nur anders sein kann, als die Erwachsenen, denn Jugendliche sind nunmal keine kleinen Erwachsenen. Aber es gibt eben Modeerscheinungen, die nicht nur einem Spleen ähneln, sondern in der Lage sind, existentielle Veränderungen zu verstetigen. Und wenn es auch heute wieder verschiedene Stilrichtungen geben mag, so geht ein sehr beunruhigender, roter Faden durch die Generationen. Und der hat das Potential dazu, Traditionen auszurotten. Ich sehe daher auch eine Generationen-Melange, gewürzt mit zunehmender Verantwortungslosigkeit, auch Dekadenz genannt. Da helfen wohl nur noch außenstehende Kräfte, die einigen der genannten… Mehr
Zitat(e) 1: „Der „Spiegel“ subsumiert diese Ergebnisse unter der Überschrift „Zurück zu traditionellen Familienmodellen“ Zitat(e) 2: „und auch 28 Prozent der Befragten in Deutschland sagen, dass sie sich nach früheren gesellschaftlichen Verhältnissen sehnen.“ > Haha… -na klar, das Relotius- und Revolverblatt „Spiegel“ ist wieder mal dabei die eigentlichen Gründe und Fakten zu verschleiern in dem sie von „traditionellen Familienmodellen“ am Schwurbeln sind. Und außerdem: die „traditionellen Familienmodelle“ die scheinbar bei den grünlinken Hofberichterstattern vom „Spiegel“ durch deren Köpfe am geistern sind, selbst auch diese/deren „traditionellen Familienmodelle“ sind von der/unserer Jugend nicht gewollt. Die Relotius- und „Qualitätsmedien“ scheinen es nicht begreifen… Mehr
Schlechte Karten bei Favorisierung der Linken bei ca. 25%. Das sind genau die, die als Kommunisten das ganze Land versaut haben, egal in welcher Farbe, mit SED-BRD ganz gut beschrieben. Die stecken mit ähnlichen Prozentanteilen in allen Altparteien.
Ergänzend könnte man darauf hinweisen, dass beklagte „rückwärtsgewandte Einstellungen“ (Spiegel, s.o), mithin Familiensinn, Zweigeschlechtigkeit und Traditionsverhaftung vorwiegend von jenen gelebt und importiert wird, deren Ankunft und Erscheinen exakt von den darüber klagenden Stimmen gerne beklatscht wird!
Wenn es einen Hauch der Hoffnung geben sollte, dann besteht jene darin, daß in der kommenden Generation ähnlich dem Pendel die Destruktion der herrschenden 68er zurückschwingt.
Allerdings dürfte es dafür demographisch zu spät sein.
Und eine „Reconquista“ ist eine ferne Hoffnung.
Ein großes Defizit der ganzen „Gender- und Trans-Revolution“ war und ist doch, dass hier letztlich mit höchst unklaren Bildern von Geschlecht und Sexueller Identität gearbeitet wird. Was sagen die Kinder, die sich im Kinder-Trans-Netz schon in jungen Jahren, zum Teil mit 4 Jahren, als im falschen Geschlecht steckend definieren. Sie spielen gern mit Spielzeug, das dem anderen Geschlecht zugeordnet wird, ziehen „unpassende“ Kleidung an (Jungs sind gerne Prinzessinnen), Jungs schminken sich gern, Kinder im Kita-Alter behaupten, ihre Geschlechtsorgane als störend zu empfinden (warum auch immer?), behaupten einfach, dass sie jemand anderes sind. / „Trans*Frauen sind Frauen. Punkt“, behauptet nicht nur die… Mehr
Auch Sie fallen auf ein Thema herein, das irrelevant ist und lediglich der Ablenkung von wirklichen Problemen dient. Auch der gesamte Klimahype ist nichts als „whataboutism“, also ein Ablenkungsmanöver, um vom einzigen Problem abzulenken, der Demografie des globalen Südens und dem daraus resultierenden #fdJ, Motto: „Der Leib unserer Frauen&Mädchen wird uns den *Sieg bescheren“, Biografie: Houari Boumedienne/Houari Bu Madyan war ein algerischer Politiker und Staatschef von 1965 bis 1978. – https://gutezitate.com/autor/houari-boumedienne, gucksdu mal. Die Kriegserklärung ist da, schon lange, und manche lassen sich von Pipifax ins Bockshorn jagen. Denn: „Wir werden immer mehr und beanspruchen Deutschland für uns.“ – plus X. Sagst… Mehr
Natürlich ändert Migration die Gesellschaft in vieler Hinsicht – beträchtlich. Es bleibt doch aber ein interessanter WIDERSPRUCH, meine ich, dass gerade diejenigen Kreise, die weltoffen-tolerant von einer sehr kulturell „bunten“ Gesellschaft träumen, a) sogenannte progressive, changierende Geschlechterrollenbilder verkaufen (gern für die Einheimischen) und b) gleichzeitig die Zuwanderung von männlichen und weiblichen Menschen begrüßen, die keinen Backlash brauchen, weil sie immer schon/immer noch – komplett und nach unserem Geschmack eher zu stark– konservativ sind. (Im Extremfall bis hin zu Kinderehen, usw.) Während in den Kitas das Buch „Raffi und sein pinkes Tutu – Ein Bilderbuch für Toleranz“ die Runde macht, erzählen… Mehr
Sie sprechen es an, den fdJ. Wer bezahlt das? … die entspannt im Park … . Darüber ist nachzudenken, nicht über „Gender- und Trans-Revolution“.
Wenn man aktuell die Klickzahlen und die brutale Welle der Amelia-Memes in England sieht, samt der Ableger in Frankreich, Irland, Australien und sogar Deutschland (Maria), dann weiß man, daß sich die Konservativen und Patrioten auf dem Vormarsch, die Woken im Niedergang befinden. Ich betrachte das als überaus positives Signal.
https://www.youtube.com/watch?v=hSm3zQG5K2g
Das Lied hier geht auch in die richtige Richtung: https://www.youtube.com/watch?v=YThSWVxUO_k&list=RDYThSWVxUO_k&start_radio=1