Journalistenverband DJV fordert Erhöhung des Rundfunkbeitrags

Der DJV-Vorsitzende Frank Überall sieht ausgerechnet die Inflation als Argument für höhere Rundfunkgebühren. Als ob die Zwangsgebührenzahler darunter weniger litten als all die hochbezahlten ÖRR-Angestellten.

IMAGO - Collage: TE

Frank Überall ist der Vorsitzende des nicht allzu bekannten und auch nicht mehr allzu wichtigen Deutschen Journalistenverbandes (DJV). Eine Schlagzeile hat er sich nun dadurch verdient, dass er die Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auffordert, höhere Rundfunkbeiträge einzufordern. Überalls Argumentation ist so uninformiert wie asozial. Der DJV-Chef meint nämlich, dass angesichts der Inflation die Intendanten die Inflationsrate mitbedenken müssten. In der Praxis sieht das so aus, dass die Bürger gezwungen werden, noch höhere Rundfunkbeiträge zu entrichten.

Überall scheint der Meinung zu sein, dass die Inflation nur die Rundfunkanstalten trifft, nicht aber die Bürger. Zur Informationen für den Journalisten-Funktionär: Die Inflation trifft alle in Deutschland, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, den Bäcker, den Rentner, den Arbeiter, den Busfahrer. Soll der Rentner oder der Busfahrer beispielsweise noch mehr Gebühren von seinem wenigen Geld berappen müssen, damit die Senderchefs weiter ihre stattlichen Jahresgehälter um die 300.000 Euro im Jahr, vielleicht sogar mit Inflationsausgleich einstreichen? Muss der Rentner einen höheren Rundfunkbeitrag nach dem Willen von Frank Überall von seiner Rente abknapsen, damit Tom Buhrow, dessen Pensionsanspruch laut Kress sich schon Ende 2018 auf monatlich 15.000 Euro beläuft, sich keine Sorgen um seinen Lebensstandard im Alter machen muss? Oder damit die gefeuerte Intendantin des Skandal-Senders RBB, Patricia Schlesinger, auch 18.384,54 Euro pro Monat Ruhegeld erhält?

https://twitter.com/bitterlemmer/status/1638892222643879937?s=20

Nicht nur, dass Überalls soziales Gewissen anscheinend nicht sehr weit reicht, so stellt sich die Frage nach seinem demokratischen Verständnis, wenn er vollmundig fordert: „Es darf keinen vorauseilenden Gehorsam der Intendanten gegenüber vermuteten politischen Stimmungen in den Ländern geben.“ Politische Stimmungen entstehen aber aus dem demokratischen Willen der Bürger. Die Meinungen der Bürger interessieren den Funktionär also nicht allzu sehr, die er von oben herab als „politische Stimmungen“ herabwürdigt, also als etwas, was man nicht ernst nehmen muss.

Hat er vergessen, dass die Ministerpräsidenten ihren Amtseid auf das Land und nicht auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder auf den DJV geleistet haben? Immer weniger Bürger konsumieren ein Programm, das von immer mehr Bürgern als parteiisch angesehen wird. Immer mehr Bürger wenden Sendern den Rücken zu, die immer stärker als Presseabteilungen der grünen Partei in Erscheinung treten. Immer weniger Bürger wollen sogenannte Nachrichtensendungen sehen, in denen sie von Kommentatoren belehrt, beschimpft und angeschnarrt werden, und sie dafür noch mit immer mehr Geld zu finanzieren gezwungen sind. Über das eklatante Versagen der Sender, über die Menschenverachtung, die auch von öffentlich-rechtlichen Journalisten in der Pandemie an den Tag gelegt wurde, wäre dringend zu sprechen.

Die Zwangsgebühren sind inzwischen in weiten Teilen zu einer grünen Propagandaabgabe geworden.

Frank Überall barmt, dass die Arbeitsbelastung sich in den Redaktionen erhöht habe und deshalb die Stimmung auf dem Tiefpunkt sei. Niemand zwingt diese Redakteure, die hohe Arbeitsbelastung weiter zu ertragen, sie haben wie jeder andere Arbeitnehmer auch das Recht, sich eine andere Arbeit zu suchen. Im Übrigen ist diese Argumentation schlicht unehrlich, denn seit Jahren ist klar, dass es so mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht weitergeht, dass, wenn man ihn erhalten will, er reformiert werden muss. Sachsen-Anhalt hat hierzu praktikable Vorschläge unterbreitet. Frank Überall sollte sie kennen. Wieso soll eine Institution, die noch dazu vom Bürger bezahlt wird, eine Erhöhung des Budgets bekommen, die notwendig wird, weil sich diese Institution nicht reformiert, obwohl sie sich doch reformieren müsste? Wieso soll der Bürger mit immer höheren Abgaben den Reformstau finanzieren und sogar noch belohnen?

Die Frage lautet eigentlich, lohnt es noch, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu reformieren, oder sollte er nicht von einem Gebühren- auf ein Streaming-System umgestellt werden, so dass nur noch diejenigen dafür bezahlen, und zwar auch nur für das, was sie wirklich sehen wollen. Da, wie man ständig hört, der öffentlich-rechtliche Rundfunk so großartig ist, sollte das kein Problem, sondern einen Gewinn darstellen, denn er dürfte dann bei der behaupteten Akzeptanz mehr Geld einnehmen, als es bisher geschieht – und damit wären dann auch die Probleme von Frank Überall gelöst.

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Kommentare ( 46 )

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EddyNova3122
3 Jahre her

Das eigentliche Problem ist doch sicher das auch „Nicht Nutzer“ zahlen – eigentlich ein No go. Was mich daraus resultierend interessieren würde : Die Richter die die GEZ Zwangsgebühr für legitim gehalten haben werden sicher seitenlange Begründungen geschrieben haben ! Ich könnte mir vorstellen das es da irgendwo im „Kleingedruckten“ einen Passus gibt , das das GEZ System eine Minimum Quote als Legitimation erreichen muss – beispielsweise summiert einen Tagesschnitt von plus 25 % oder ähnliches … Meinethalben summiert auf alle Angebote Funk und TV …mich würde interessieren ob ich da richtig liege und wenn wie hoch besagte „Quote“ denn… Mehr

Jens Frisch
3 Jahre her

Undank ist der Welten Lohn:
Da überweise ich monatlich schon €19,84 mit dem Betreff „für Massagesitze“, aber auch das reicht ihnen nicht aus.

Niklas
3 Jahre her

Ich habe immer gesagt: Wenn die GEZ-Junta stürzt – und das wird sie irgendwann – feier ich drei Tage durch. Ich erhöhe jetzt auf vier.

MachiavelliNiccolo
3 Jahre her

Die Umstellung auf Streaming wird nie erfolgen. Der einzige Zweck des Staats-Propaganda-Funks ist Propaganda für die Regierung, weiter nichts. Streaming würde dem System massiv Geld entziehen und auch potentielle Konsumenten die nur gelegentlich noch zuschauen von der Propagena ausschließen. Propaganda muß für jeden zu jeder Zeit verfügbar gehalten werden! Spätestens mit der allgemeinen Verfügbarkeit des Internets sowie privater Kanäle in Funk und Fersehen ist das Argument der vermeintlichen Grundinformation der Bevölkerung vollkommen hinfällig. Und selbst wenn man hier eine Grundversorgung schaffen wollte wäre ein einziger schlichter Nachrichenkanal ohne jeden Pomp vollkommen ausreichen. Stettdessen haben wir es mit einem Moloch aus… Mehr

Gottfried
3 Jahre her

Nur weiter so.! Irgendwann werden sich die Bürger dagegen wehren, dass sie zwei linksgrüne Propagandasender zwangsfinanzieren müssen. Es wird Zeit, dass gegen dieses System Widerstand organisiert wird.

Proffi
3 Jahre her
Antworten an  Gottfried

Diese Sender sind die eigentliche Regierung. Man muß sie irgendwie abschaffen, sonst wird immer wieder falsch gewählt.

Weisheitszahn
3 Jahre her

Für den ÖRR ist jeder Euro einer zu viel. Die unerträgliche Einseitigkeit dieses Rundfunks sehe ich witzigerweise immer, wenn ich die Kirchenzeitung lese. In dieser Zeitung gibt es viele sehr interessante Artikel in recht ausgewogener Mischung über Kirche und Leben und dann gibt es da eine Seite „Medien“, in der Hinweise auf aktuelle Rundfunk- und Fernsehbeiträge stehen. Was anderes als Klima, Rassismus, Gender und „Frauen in der ….“ hab ich auf dieser Seite noch nie gesehen. Das Programm von ARD und ZDF kenne ich ansonsten nur noch aus TE-Berichten. Die Kurztitel reichen mir meist schon. Wenn man Filme ohne PoC-Quote… Mehr

F.Peter
3 Jahre her

Das sieht sehr nach einer Kumpanei des ÖRR und diesem Verband aus…….der letztlich natürlich hofft, davon auch zu profitieren!

Michael W.
3 Jahre her

Übrigens:
Auch die Österreicher, die bisher über die „Piefke“ lachten, sollen bald per Haushaltsabgabe zur Kasse gebeten werden:

ORF steigt auf Haushaltsabgabe um     

Zur künftigen Finanzierung des öffent-

lich-rechtlichen Rundfunks ORF führt  

Österreich eine geräteunabhängige Haus-

haltsabgabe ein. Darauf habe sich die 

Regierung geeinigt, teilte Medienminis-

terin Susanne Raab mit.

Die Haushaltsabgabe betrage ab kommen-

dem Januar monatlich 15 Euro für den  

ORF plus Landesabgaben, die aktuell um

die fünf bis sechs Euro liegen. Bisher

wurde nur für den Empfang der ORF-Pro-

gramme via TV und Radio Entgelt ge-   

zahlt. Durch die Neuregelung würden   

rund 400.000 Haushalte dazukommen, hieß

es.

Also liebe Schluchtenscheißer, ihr werdet ab 2024 genauso verar***t wie wir Piefke.

Mein Onkel
3 Jahre her

Bin für Wahlfreiheit und echte Demokratie.
Wer Staatsfunk mag, kann gerne dafür bezahlen.
Wer nicht, der nicht.

flo
3 Jahre her

Herr Überall denkt die Sache leider nicht zu Ende. Wenn es um die Inflation geht, müssten Journalisten allerorten mehr Geld bekommen (auch in der Presse und bei Online-Medien) und überhaupt alle Bürger, denn die Inflation trifft nicht nur ARD und ZDF. Möge er doch bei allen Arten von Einkommen 10 Prozent Erhöhung einklagen. Das stabilisiert dann zwar wieder die Inflation, aber was soll’s.