Eine grundsätzliche Lehre aus dem Terroranschlag auf das Berliner Stromnetz

Für Resilienz hat bislang gesorgt, auf zwei speicherfähige Systeme für Energieversorgung zurückgreifen zu können: Gas für Wärme und Kraftstoff für Mobilität. Dass die dritte Säule, der Strom, nun wetterabhängig gemacht wird und alle drei Säulen bedienen soll, entpuppt sich seit den Berliner Ereignissen als ideologischer Wunschtraum, der den Realitätstest nicht überstehen wird.

picture alliance/dpa | Elisa Schu

Die Stilllegung der Stromversorgung im Süden Berlins hat uns die Fragilität der Politik der Energiewende vor Augen geführt. Ziel der Energiewende ist es ja, nicht nur die Stromversorgung auf Wind- und Sonnenenergie umzustellen, sondern auch die beiden anderen Säulen der Energieversorgung, nämlich die Wärmeversorgung und den Verkehrssektor auf Strom umzustellen. Alles auf Strom heißt, auf Gas und Öl im Wärmesektor und Öl (Benzin/Diesel) im Kraftfahrzeugsektor zu verzichten.

Sektorkopplung nannte man diese Verengung der Energieversorgung auf einen Energieträger. Diese Sektorkopplung wurde von den grünen Hohepriestern als nachhaltiges Zukunftsmodell verbreitet und gefeiert. In seinem Ursprung war es ein Versuch, die Schwäche der Erneuerbaren Energien zu korrigieren, die in wind- und solarstarken Zeiten zu nicht verwertbaren Überschüssen führen. Diese nutzlosen Überschüsse sollten nach Speicherung in den Wärmesektor und den Kraftfahrzeugsektor gedrückt werden. Dass diese Sektorkopplung zu einer exorbitanten Kostensteigerung führt, ist oft genug an dieser Stelle beschrieben worden. Die Gesamtkosten der Energiewende bis 2045 beziffert Frontier economics mit unbezahlbaren 4800 bis 5400 Milliarden Euro.

Aber nun führt uns der Anschlag von Berlin vor Augen, dass ein solches, allein auf Strom basierendes Energiesystem höchst anfällig ist. Wir erfahren, dass beim Stromausfall auch die Wärmeversorgung ausfällt, jedenfalls dann, wenn sie durch Wärmepumpen erzeugt werden soll. Und zu allem Überfluss lernen wir, dass bei Minusgraden den Wärmepumpen durch platzende Rohre der Totalverlust droht. Diesen Beipackzettel gab es jedenfalls bislang nicht beim Habeckschen Heizungsgesetz, das die schwarz-rote Bundesregierung nahtlos weiterführen will. Der Inhalt des Gesetzes wird gleichbleiben, damit die Bürger das aber nicht so richtig mitbekommen, soll der Name des Gesetzes geändert werden.

Wir lernen auch, dass bei einem großflächigen Stromausfall auch die E-Fahrzeuge nur dann weiterhelfen können, wenn sie zufällig vor dem Knall aufgeladen worden sind. Anderenfalls fällt auch diese Nutzung aus.

Es war bislang eine große Resilienz (Widerstandsfähigkeit) damit verbunden, auf zwei speicherfähige Systeme für 75 Prozent der Energieversorgung zurückgreifen zu können, nämlich die Gasversorgung für die Wärme und die Kraftstoffversorgung für die Mobilität. Dass die dritte Säule, die Stromversorgung, die bislang 25 Prozent des Energieverbrauchs leistet, nun auch noch wetterabhängig gemacht wird und dann alle drei Säulen bedienen soll, entpuppt sich seit den Berliner Ereignissen noch deutlicher als links-grüner ideologischer Wunschtraum, der den Realitätstest nicht überstehen wird.

Der Text des ersten Bekennerschreibens bedient sich des Begründungszusammenhangs grüner und linker Ideologien der Klimaangst:

„In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört. Ganze Regionen werden unter der Hitze unbewohnbar gemacht. Sie verbrennen einfach. Oder Lebensräume verschwinden unter den Fluten bei Überschwemmungen oder aufgrund des steigenden Meeresspiegels. Fossile Kraftwerke abschalten ist Handarbeit.“

Bis auf den letzten Satz könnte man ähnliche Formulierungen in Parteitagsbeschlüssen von Grünen, Linken und SPD lesen. Der Satz „Ganze Regionen werden unter der Hitze unbewohnbar“ stammt sogar aus einem UN-Bericht von 2022. Die ideologische Begründung der Energiewende stammt aus dem gleichen Kontext des Klimaalarmismus, aus dem sich die Vulkangruppe zur Rechtfertigung ihrer verbrecherischen Aktionen bedient.


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Kommentare ( 51 )

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Micci
8 Stunden her

„Ganze Regionen … verbrennen einfach.“

Schickt diese Leute so schnell wie möglich zum Facharzt.

Sich für Napoleon oder Jesus zu halten, ist weitaus weniger irre.

lavoyageuse
12 Stunden her

„Die Stillegung der Stromversorgung Berlins, hat uns die Fragilität der Politik der Energiewende vor Augen geführt.“ Nein, Herr Vahrenholt, das hat die absolute Kapitulation der Politik vor Terroristen vor Augen geführt. So wie bei den Gewaltverbrechen der moslemischen Invasoren, reagiert die Politik in keinster Weise auf die Anschläge der Linken Terroristen. Die deutsche Bevölkerung ist wie gelähmt, reagiert weder auf die Gewalt, noch auf die neueste Katastrophe adäquat, nämlich zu demonstrieren, dass sie sich dieses Elend nicht mehr gefallen lassen. Ganz im Gegenteil, es werden Verhaltensmassnahmen verkündet bei einem eventuell erneuten Stromausfall. Inhaftierung der Verursacher ? Wird nicht mal in… Mehr

Dr_Dolittle
18 Stunden her

Bevor nicht die Täter mindestens genausolange in U-Haft sitzen wie die Rollator-Gang sehe ich hier gar keine gezogene Lehre.

Peterson82
19 Stunden her

Nein, dieser Artikel zieht die völlig falschen Schlüsse. Die schönste Diesel oder Gasheizung nützt nichts, wenn es keine strombetriebene Pumpen gibt die diese Wärme im Haus verteilen.
Und eine warme Wohnung nützt auch nichts, wenn dank fehlendem Strom die Lebensmittel in der Gefriertruhe verdorben sind.
Die Sektorenkopplung ist kein Fehler. Es ist ein Fehler die zentralen Systeme nicht vollständig redundant auszulegen.

Rosalinde
20 Stunden her

Mittlerweile sind an sehr vielen Orten Kameras installiert.
Nun wird es Zeit auch solche gefährdeten „Ziele“ damit zu versehen.
Sobald sich einer dort zu schaffen macht, egal ob maskiert oder nicht, sollten die Alarmglocken läuten.

Janosik
22 Stunden her

Es tut.mir leid aber als Ingenieur kann ich den Argumenten nicht zustimmen. Ohne Strom funktioniert meine Gasheizung auch nicht. Und der Herd muss ich mit Feuerzeug anzünden und mit der Hand halten sonst blockiert dad elektrisch betriebene Sicherheitssystem den Gaszufuhr. Was Berlin gezeigt hat ist folgendes ‚ 1. Katastrophenschutz funktioniert in Berlin gar nicht. 2. Es gibt vereinzelte Teile des Versorgungsnetzes die über keine Lieferredundanz verfügen – Teil der Stadt hat nur einen Punkt durch den Strom fließt. Dahinter und davor existiert die Redundanz. Diese eine Brücke ist ein sogenannter single Point of failure auf Deutsch einzelner Ausfallpunkt. 4. Die… Mehr

Last edited 21 Stunden her by Janosik
M. B.
23 Stunden her

Eine grundsätzliche Lehre?

Die linken Terrornester werden nicht ausgehoben.

Willi4
23 Stunden her

Was lehrt uns das? Die energetische Ausrichtung auf das Primat der Elektrizität hat sich nun entgültig als Irrweg entpuppt, wie es denkende Menschen seit Jahren betonen. Aber, wie schon Einstein sagte, „Dummheit ist … „. Wohl dem, der zuhause noch fossile Hilfstechnologie hat, z B. Einen simplen Campinggaskoscher oder einen gasbetriebenen Heizstrahler. Wie systemstabil sind die Windmühlen, Voltaikplatten und E-Autos bei einer wirklich strengen Winterwitterung?
Eine hypothetische Eiszeit würden wir damit nicht überstehen.

Baron Fred
1 Tag her

Ich habe mich gewundert. „Resilienz“, „wir haben gelernt“, „Lehre“ … lauter leere Worte.
Dann habe ich nachgeschaut: Fritz Vahrenholt Politiker der SPD, Hamburg…
Danke, alles klar. Hamburg hat ja auch das modernste Kohlekraftwerk Europas abgeschaltet und gesprengt. Wie viele Milliarden wurden da in die Luft gejagd, Herr Fritz Vahrenholt?

Der Ingenieur
1 Tag her

Es ist schon so idiotisch und strunzdumm, dass einem vor Lachen die Luft wegbleibt:

Auf der einen Seite soll Deutschland „kriegstauglich“ werden und auf der anderen wollen die Blockparteien jegliche Redundanz in der Energieversorgung abschaffen und alle Energieträger durch das Stromnetz ersetzen.

ROTFL – Selten so schallend gelacht …