Trump lädt seine Gegner zum Mitfreuen ein

Donald Trump hat eine seiner üblichen überpositiven Reden zur Lage der Nation gehalten. Das Dumme daran – vor allem für die Demokraten – ist nur: Die Erfolge sind real. Über die anhaltende Trübsal seiner Gegner machte sich der Präsident mit einem Musikvideo auf Twitter lustig.

Yasin Ozturk/Anadolu Agency via Getty Images

An diesem Tag passte alles für Donald John Trump, den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Erst hielt er seine jährliche Rede zur Lage der Nation vor den beiden Häusern des Kongresses, verkündete seine Regierungsbilanz und feierte Kriegsveteranen. Wenig später sprach ihn der Senat in allen Fragen des gegen ihn angestrengten Amtsenthebungsverfahrens frei. Ein Tag zum Feiern für Trump. So geht eine große politische Inszenierung seiner Gegner zu Ende, ohne dem Präsidenten ernsthaft geschadet zu haben.

Dabei konnten Kundige schon seit Monaten wissen, wie das Amtsenthebungsverfahren ausgehen würde: Angestoßen von der demokratischen Mehrheit im Repräsentantenhaus, war es im republikanisch dominierten Senat von vornherein zum Scheitern verurteilt. Der einstige Präsidentschaftskandidat Mitt Romney war am Ende der einzige Republikaner, der im Senat gegen Trump stimmte. Ohnehin war das Impeachment eine einzige Vorwahlkampfshow der Demokraten. Den Wählern waren die Ukraine und ein eventueller Austausch von Gefälligkeiten zwischen den beiden Präsidenten am Ende nicht wichtig genug – eine gravierende strategische Fehleinschätzung der Demokraten.

Bei den Präsidentschaftswahlen werden allemal innenpolitische Themen den Ausschlag geben. In seiner Rede zur Lage der Nation stellte Trump denn auch vor allem auf seine wirtschaftlichen Erfolge ab: Wo das Land unter Obama 60.000 Fabriken einbüßten, konnte es unter Trump 12.000 neue Produktionsstätten hinzugewinnen. Auch dadurch konnten sieben Millionen neue Stellen geschaffen werden. Die Arbeitslosenrate liegt insgesamt bei 3,5% – so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr. Die Rede ist von einem »Arbeiterboom«. Zudem sind zehn Millionen Menschen nicht mehr auf Sozialleistungen angewiesen.

»Erfolg ist die beste Vergeltung«

Über das Theaterstück, das die Demokraten um seine Rede herum inszenierten, machte sich das größte Bühnentalent der amerikanischen Politik nun füglich in einem Twitter-Video lustig. Zu den Klängen des Rock-Songs »Love hurts« sieht man den Präsidenten zum Rednerpult schreiten, unmittelbar dazwischen geschnitten die Gesichter der missmutig mit dem Kopf schüttelnden Demokraten, während die Republikaner pflichtgemäß applaudieren. So geht es weiter durch die Höhepunkte von Trumps Rede. »Liebe tut weh, Liebe fügt Wunden, Narben und Male zu«, singt derweil der Sänger der schottischen Hard-Rock-Band Nazareth in der Song-Version von 1975 (hier übrigens die Originalversion der Everly Brothers von 1960). Genau das Richtige, um die Gloom-and-doom-Einstellung der US-Demokraten zu illustrieren.

Zu den nicht endenden Erfolgen Donald J. Trumps sieht man in die bald konsternierten, bald fassungslosen und indignierten Gesichter seiner sehr eigenen Opposition. Zum Abschluss gibt Trump ihnen im Predigerton mit auf den Weg: »Gottes Gnade scheint noch immer auf uns, das Beste steht uns noch bevor.« Die Botschaft ist: Die Dinge stehen nicht schlecht in Trumps erster Amtszeit, doch die Demokraten können und wollen sich aus Prinzip nicht daran freuen. Die zeremonielle Akklamation, die zumal bei diesem Anlass eigentlich als ungeschriebener Brauch vorgesehen ist, versagen sie ihrem Präsidenten – und dokumentieren so die tiefe Spaltung des politischen Systems, die sie betreiben.

Am Ende sieht man sogar noch, wie Nancy Pelosi, die Trump gerne »Nervous Nancy« nennt und deren Augen während der gesamten Rede nur so klimperten, den Vortragstext theatralisch zerreißt. Sogar dieses Bild kann Trump sich erlauben. Es ist in der Tat ein beredtes Bild für die ohnmächtige Wut der Demokraten über Trumps Erfolg. Kellyanne Conway, eines der inoffiziellen Sprachrohre des Weißen Hauses, stellte gegenüber Fox News fest: »Erfolg ist die beste Vergeltung.«

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Kommentare ( 65 )

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65 Kommentare auf "Trump lädt seine Gegner zum Mitfreuen ein"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Ich kenne Herrn Trump nicht persönlich. Ich kenne ihn auch sonst nicht gut genug, um mir ein fundiertes Urteil zu erlauben, aber seine Erfolge sprechen eine deutliche Sprache.
Und wenn in unserem Land die MSM und Altparteien über ihn herziehen und ihn beleidigen, kommt das einem außergewöhnlich guten Qualitätsurteil gleich, weil es zudem noch die Unfähigkeit unserer Regierung seit Merkel täglich dokumentiert.
Die Republikaner bauen auf, unsere Marxisten von schwarz bis grün machen kaputt.

Ja, Trump hat auch wirtschaftliche Erfolge zu verbuchen Trotzdem bleibe ich dabei, er hat erhebliche charakterliche Defizite, die ihn nicht als Präsidenten auszeichnen. Das heißt nicht, dass die aktuell verantwortlich agierenden Demokraten sich besser verhalten würden.

Würden sie die Defizite erläutern, ohne ihn persönlich zu kennen und sich nur aus den Medien informieren, ja dass ist genau das, was die MSMedien wollen und wie man sieht mit Erfolg.

„Charakterliche Defizite“: Mit Wattebäuschchen und PC kommen Sie gegen die Sozialisten und Kommunisten dieser Welt nicht an. Zumal die vor wirklich gar keiner Niederträchtigkeit zurückschrecken. Sieht man ja auch bei uns.

Trump hat charakterliche Defizite? Wie würden Sie dann die Entscheidungen unserer Politiker im Jahre 2015 einordnen?

Was das Jahr 2015 und unsere allseits doch so hochverehrte Frau Bundeskanzlerin angeht, bin ich der Meinung, dass diese die verheerendste Entscheidung als Bundeskanzler(in) seit 1945 getroffen hat. Das heißt für mich aber nicht automatisch, dass der Feind meines Feindes mein Freund ist. Trumps charakterliche Defizite, Bsp: Nachäffen von einem behinderten Menschen ( das ist mehr als mangende Kinderstube!), Austauschen von engsten Mitarbeitern (inkl. Minister) wie andere Leute Unterwäsche wechseln, sich selbst als erfolgreichsten amerikanischen Präsidenten aller Zeiten bezeichnen etc. etc. etc. Ich frage mich ernsthaft wie er in Ausnahmesituationen reagieren würde. Hoffentlich werden solche existenziellen Entscheidungen nie von ihm… Mehr

Wie in den USA sind die „Demokraten“ zu allen Tricks bereit, um den verhassten Trump abzuwerfen, genau so ist es auch in Thüringen. Das sind keine Unkosten der Demokratie, sondern ihre Entartung.

Warum haben uns unsere Journalisten von SPIEGEL und Co seit Wochen nun das genaue Gegenteil von dem erzählt, was jetzt eingetreten ist? Fake News oder haben diese Leute einfach keine Ahnung?

Sozial-Trump….was keiner hier mitbekommt…weil ARD/ZDF nicht drueber berichten….Trump hat verschiedene Programme aufgesetzt um in strukturschwachen Gebieten der USA….Arbeitsplaetze zu schaffen….Infrastruktur aufzubauen…Sozialprogramme zu foerdern.
Ein Programm ist mir da in Erinnerung geblieben….die Resozialisierung schwarzer Straftaeter nach der Haftentlassung….ja von Trump initiiert….nicht von Obama….der hat mit der Elite lieber angestossen.
Nicht das Trump das nicht auch tun wuerde….nur er sch…. auf die Eliten….die schauen eh auf ihn herab….wie eben auch auf die breite US Bevoelkerung….nur….die hat es endlich mal gemerkt….und waehlt nun dem entsprechend.

Hier hat einer zusammengefasst, was Trump in den 3 Jahren seiner Amtszeit bis Ende letzten Jahres „geschafft“ hat. https://threadreaderapp.com/thread/1210703194252357637.html

Man stelle Merkels „Ergebnisliste“ daneben…

Merkel hat Deutschland und Europa aus den Angeln gehoben. Trotzdem kommt dem deutschen Mainstreamjournalisten kein falsches Wort gegen sie über die Lippen. Die Zahl der Anti-Trump Hetzartikel ist dagegen Legion. Der Trump-Hass unserer journalistischen Kaste ist schon fast krankhaft.

Trumps Video zeigt die Realität: Der Sozialismus steht für Primitivität, Vulgarität, Zerstörung der Kultur und Hass auf Andersdenkende. Eigenschaften, die man in seinen Vertretern leicht wiedererkennt.

Danke für diesen Artikel, Herr Nikolaidis! Ja, die Erfolge sind real. „Na, dann lasst uns mal was finden, weshalb wir den Trump hassen können, denn hassen müssen wir ihn. Egal, ob er Millionen aus der Armut befreit, die Bösewichter ausschaltet, den Leuten Arbeit und Geld verschafft, aus Amerika wieder ein respektiertes Land macht, vor dem sich seine Feinde fürchten. Selbst wenn er den Krebs heilt – AIDS will er ja in 10 Jahren ausgerottet haben – selbst dann, werden wir ihn hassen und wegen irgendeines Telefongesprächs, in dem nichts Verbotenes geredet und nichts abgesprochen wurde – außer dem korrupten Sohn… Mehr
Allein für den Spass der letzten Jahre muss der Mann noch eine weitere Amtszeit bekommen. Das ist so genial, ich hab´s jetzt drei Mal angesehen und noch immer Lachanfälle. Bei uns steht seit langem eine gute Flasche für den Tag, an dem sich Frau Merkel von uns trennt. Wir sind inzwischen nicht mehr sicher, ob Alkohol doch schlecht werden kann, und haben sie für den 3./4. November umdisponiert, wenn Trump wiedergewählt wird. Dann gibt es eine lange Nacht mit ÖR, Spiegel, Zeit und CNN, besonders freuen wir uns auf Herrn Klebers Gesicht und den Muskelkater am Zwerchfell am Tag danach.… Mehr

Er scheint fest mit der Wiederwahl zu rechnen – und andere auch:
https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1225174713992990721

The best is yet to come… aber nicht für die DemokRats. Die sind jetzt in panischer Angst. Sie wissen, dass Trump eine solide und treue Wählerbasis hat. Die Anteile von Schwarzen, die in sein Lager wechseln sind auf 24 – 34 % gewachsen, bei und Latinos verhält es sich ebenso. Schlechte Aussichten für DemokRats im November 2020, und darüber hinaus. Trump, aufmerksame Beobachter und die DemokRats wissen genau, warum Trump aus dem WH gejagt werden musste. Die Obama Regierung hat geglaubt, sie würde nie zur Rechenschaft gezogen werden, weil Hillary in WH einziehen würde. Wir wissen, es ist ganz anders… Mehr

Ein Blick in die Gesichter der Andersdemokraten – unbezahlbar.